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Trading

US-Banken und Cloud-Anbieter im Fokus der Anleger

Die Aussichten auf ein Zinswende hat die US-Aktienmärkte zuletzt in die Höhe getrieben. Der S&P 500® überstieg sogar erstmals die Marke von 3.000 Punkten. Nun liegt es an den Unternehmen, diesen Optimismus durch gute Quartalsergebnisse zu untermauern. In der kommenden Woche werden vor allem die großen Banken einen Blick in ihre Bücher werfen, daneben stehen auch die ersten Technologietitel auf der Agenda.

In der kommenden Woche berichten unter anderem Goldman Sachs, JPMorgan Chase (Dienstag); eBay, Netflix (Mittwoch); Novartis, SAP, Microsoft (Donnerstag) und American Express (Freitag).

Wie schlug sich Goldman Sachs im ruhigen zweiten Quartal?

Im ersten Quartal musste die US-Investmentbank Goldman Sachs aufgrund der Marktberuhigung und der damit verbundenen Abnahme der Volatilität ein schwaches Handelsgeschäft hinnehmen. Der Gewinn ging in der Folge deutlich zurück. Im zweiten Quartal dürfte sich dieser Trend fortgesetzt haben. Die Möglichkeit einer Zinswende und damit das Ankurbeln der Aktienmärkte kam für die Bilanz des zweiten Quartals zu spät. Analysten gehen laut Refinitiv für den Zeitraum April bis Juni im Schnitt von einem Umsatzrückgang um 3,7 Prozent auf 9,05 Mrd. US-Dollar aus. Beim Gewinn je Aktie erwarten Analysten laut Refinitiv-Konsens einen Rückgang von 5,98 US-Dollar auf 5,15 US-Dollar.

Update Goldman Sachs: Unerwartet niedriger Gewinnrückgang
Die US-Investmentbank Goldman Sachs konnte im zweiten Quartal aufgrund eines besseren Handelsgeschäfts und verstärkter Kreditnachfrage die Erwartungen schlagen. Die Erträge sanken um 2 Prozent auf 9,46 Mrd. US-Dollar und übertrafen damit die letzten Konsensschätzungen laut Refinitiv von 8,83 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn fiel um 6 Prozent auf 2,2 Mrd. US-Dollar. Das Ergebnis je Aktie ging unerwartet gering auf 5,81 US-Dollar zurück. Die letzten Konsensschätzungen hatten sich hier auf 4,89 US-Dollar belaufen.


Quelle: Reuters, Kurs in USD

JPMorgan Chase: Breites Geschäftsmodell zeichnet sich aus

Im Gegensatz zum Wettbewerber Goldman Sachs konnte JPMorgan Chase im ersten Quartal ein Rekordergebnis erzielen. Zwar litt auch die US-Bank unter dem schwachen Handelsergebnis, konnte die Resultate dort aber mit einem Plus im Privatkundengeschäft wett machen. Ähnliches ist nun auch für das zweite Quartal zu erwarten. Analysten erwarten laut Refinitiv-Konsens ein Umsatzplus von 2,1 Prozent auf 29 Mrd. US-Dollar. Das EPS soll den Analystenschätzungen zufolge von 2,29 US-Dollar auf 2,51 US-Dollar deutlich steigen.

Update JPMorgan Chase: Erwartungen klar geschlagen
Die US-Großbank JPMorgan Chase konnte im zweiten Quartal die Erwartungen schlagen. Erneut halfen ein höheres Zinsergebnis und ein Anstieg der Konsumentenkredite die schwächere Entwicklung im Handelsgeschäft auszugleichen. Demnach kletterte der Ertrag um 4 Prozent auf 29,57 Mrd. US-Dollar. Die letzten Konsensschätzungen hatten sich laut Refinitiv auf 28,9 Mrd. US-Dollar belaufen. Nettogewinn stieg um 16 Prozent auf 9,65 Mrd. US-Dollar. Der um Steuereffekte bereinigte Gewinn je Aktie kletterte auf 2,59 US-Dollar und übertraf die Erwartungen von zuletzt 2,50 US-Dollar deutlich. Mit Blick auf die wahrscheinliche Zinssenkung in den USA kündigte JPMorgan Chase an, im zweiten Halbjahr mit einem schwächeren Kreditgeschäft zu rechnen.


Quelle: Reuters, Kurs in USD

Kann eBay seine verbesserte Marge halten?

Nachdem die Online-Handelsplattform bereits mit überraschend starken Zahlen in das Geschäftsjahr 2019 gestartet war, rechnen Analysten damit, dass sich der positive Trend auch im Juni-Quartal fortsetzt. Laut Refinitiv-Konsens dürfte der Umsatz im Berichtszeitraum um 1,3 Prozent auf 2,67 Mrd. US-Dollar gestiegen sein. Für das Ergebnis je Aktie stellen Analysten laut Refinitiv-Konsens ein deutliches Plus von zuletzt 53 Cents auf dann 62 Cents in Aussicht. Bereits im ersten Quartal war der Gewinn überproportional zum Umsatzplus angestiegen. Am Dienstagabend herrscht nun Klarheit darüber, ob eBay die verbesserte Marge halten kann.

Update eBay: Umsatz- und Gewinnerwartungen klar übertroffen
Die Online-Handelsplattform eBay konnte im zweiten Quartal trotz nur leicht gestiegener Umsätze die Gewinnerwartungen deutlich schlagen. Offenbar zeigen die Investitionen in die Attraktivität der Plattform erste Erfolge. Die Umsatzerlöse sind um 2 Prozent auf 2,69 Mrd. US-Dollar gestiegen. Die letzten Konsensschätzungen hatten sich laut Refinitiv auf 2,68 Mrd. US-Dollar belaufen. Der Nettogewinn sank dagegen von 638 Mio. US-Dollar bzw. 64 Cents je Aktie auf 403 Mio. US-Dollar bzw. 46 Cents je Aktie. Das bereinigte EPS belief sich auf 68 Cent. Zuletzt hatte sich die Konsensschätzungen auf 62 Cents belaufen.


Quelle: Reuters, Kurs in USD

Netflix: Streaming-Anbieter im Rekordfieber

Am Mittwochabend wird der führende Video-on-Demand-Anbieter Netflix seine neuesten Geschäftsergebnisse vorlegen. Zuletzt hatte das Unternehmen mit einem neuen Rekord auf sich aufmerksam gemacht. Die Krimikomöde „Murder Mystery“ mit den Hollywood-Stars Jennifer Aniston und Adam Sandler wurden allein in den ersten drei Tagen mehr als 30 Millionen mal angesehen. Für Netflix war dies eine tolle Möglichkeit weltweit mediale Aufmerksamkeit zu erlangen, um weitere Nutzer für sich zu begeistern. Zuletzt war die Frage nach der Entwicklung der Nutzerzahlen das für Anleger entscheidende Kriterium – neben Preiserhöhungen in einzelnen Ländern. Nachdem im ersten Quartal noch 9,6 Millionen neue User hinzugekommen waren, hatte Netflix für das zweite Quartal nur noch ein Plus von 5 Millionen in Aussicht gestellt. Operativ zeigt sich zudem der Kostenaufwand der Produktionen in der Bilanz. Für das gerade zu Ende gegangene Juni-Quartal wird aus Analystensicht laut Refinitiv-Konsens ein Rückgang des bereinigten Gewinns je Aktie gegenüber dem Vorjahr um 29 Cents auf 56 Cents erwartet. Die Umsatzerlöse sollen dagegen um 26,3 Prozent auf 4,94 Mrd. US-Dollar angestiegen sein.

Update Netflix: Nutzerwachstum enttäuscht
Der Video-on-Demand-Anbieter Netflix musste im zweiten Quartal erstmals seit acht Jahren wieder sinkende Nutzerzahlen im Heimatmarkt melden. Dennoch konnte der Umsatz deutlich gesteigert werden. Die Erlöse verbesserten sich von 3,91 Mrd. US-Dollar auf 4,92 Mrd. US-Dollar. Die letzten Konsensschätzungen hatten sich laut Refinitiv auf 4,93 Mrd. US-Dollar belaufen. Der Nettogewinn fiel auf 270,7 Mio. US-Dollar bzw. 60 Cents je Aktie und verfehlte die Erwartungen um 4 Cents. Insgesamt gewann Netflix im vergangenen Jahr weltweit 2,7 Millionen neue Nutzer hinzu. Am Markt waren 5,05 Millionen erwartet worden. In den USA sanken die Nutzerzahlen um 130.000 Kunden.


Quelle: Reuters, Kurs in USD

Novartis und das Millionen-Medikament

Deutsche Anleger von Schweizer Aktien stehen seit dem 1. Juli vor dem Problem, dass sie entsprechende Papiere nicht mehr an ihren heimischen Börsenplätzen handeln können. Auslöser hierfür ist ein neues Partnerschaftsabkommen zwischen der EU und der Schweiz. Da es noch nicht ratifiziert ist, erkennt die EU seit Anfang Juli die Schweizer Börsenregulierung nicht mehr als gleichwertig an, wodurch der Handel eingeschränkt ist. Anleger, die anstatt mit Aktien mit Zertifikaten, auf entsprechende Schweizer Papiere setzen, sind von dieser Regelung nicht betroffen. Unabhängig davon wird der Pharmakonzern Novartis am Donnerstag über den Geschäftsverlauf im zweiten Quartal berichten. Zuletzt hatte der Konzern einen wichtigen Erfolg in den USA errungen: Die Genersatztherapie Zolgensma wurde in den USA von der FDA zugelassen – mit 2,1 Mio. US-Dollar pro Dosis ist es das teuerste Medikament der US-Geschichte. In den neuen Quartalszahlen dürfte dies aber noch keine Rolle spielen. Analysten erwarten laut Factset im Schnitt einen Umsatzrückgang im zweiten Quartal von 13,16 Mrd. CHF auf nun 11,60 Mrd. CHF. Beim Gewinn je Aktie wird dagegen ein Anstieg von 1,14 CHF auf 1,22 CHF erwartet.

Update Novartis: Prognose für das Gesamtjahr erhöht
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis konnte den Nettoumsatz aus dem fortgeführten Geschäft im zweiten Quartal um 4 Prozent auf 11,76 Mrd. US-Dollar steigern. Die Pharmasparte Innovative Medicines profitierte dabei von einer guten Entwicklung des Herzmittels Entresto und des Schuppenflechtemittels Cosentyx. Die Generikasparte Sandoz konnte den Rückgang im US-Geschäft mit Zuwächsen im Rest der Welt ausgleichen. Unter dem Strich erzielte Novartis ein operatives Ergebnis von 2,66 Mrd. US-Dollar. Der Kernreingewinn stieg um 13 Prozent auf 3,1 Mrd. US-Dollar bzw. 1,34 US-Dollar je Aktie. Mit Blick auf das starke erste Halbjahr hat Novartis seine Prognose für das Gesamtjahr erhöht und erwartet nun ein Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich (bisher: mittlerer einstelliger Prozentbereich). Das operative Kernergebnis soll bei konstanten Wechselkursen im niedrigen bis mittleren Zehnprozentbereich steigen (bisher: hoher einstelliger Prozentbereich).


Quelle: Reuters, Kurs in CHF

SAP: Verlust soll einmaliges Ereignis bleiben

Im ersten Quartal musste der Walldorfer Software-Riese SAP zum ersten Mal seit 17 Jahren in einem Quartal rote Zahlen schreiben. Das soll sich so bald nicht wiederholen, denn gleichzeitig hatte der Konzern im Rahmen seines Umbaus einen optimistischen Ausblick veröffentlicht. Wie gut diese Ankündigung angenommen wurden, zeigte der Umstand, dass die Aktie Anfang Juli ein neues Allzeithoch erreicht hat. Am Donnerstag erfahren Anleger nun, ob die neuesten Quartalszahlen das Kurshoch rechtfertigen. Laut Factset-Konsens soll der Umsatz von 6,0 Mrd. Euro auf 6,69 Mrd. Euro ansteigen. Das EPS wiederum soll sich von 98 Cent auf 1,10 Euro verbessern.

Update SAP: Gewinnrückgang enttäuscht, Ausblick bestätigt
Der Software-Konzern SAP musste im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang vermelden. Abfindungen für ausscheidende Mitarbeiter und Übernahmekosten haben zu diesem Effekt geführt, nachdem der Umsatz deutlich gestiegen war. Der Gesamtumsatz verbesserte sich um 11 Prozent auf 6,63 Mrd. Euro und lag damit leicht unter den Konsensschätzungen laut Factset. Die Cloud-Erlöse stiegen um 40 Prozent auf 1,69 Mrd. Euro. Beim Betriebsergebnis musste SAP dagegen einen Rückgang um 21 Prozent auf 827 Mio. Euro vermelden. Bereinigt um Sondereffekte verbesserte sich der operative Gewinn hingegen um 11 Prozent auf 1,82 Mrd. Euro. Für das Gesamtjahr 2019 bestätigte SAP den Ausblick, wonach die Cloud-Erlöse in einer Spanne zwischen 6,7 und 7,0 Mrd. Euro liegen werden. Das Betriebsergebnis soll wiederum in einer Spanne zwischen 7,85 und 8,05 Mrd. Euro liegen.


Quelle: Reuters, Kurs in EUR

Microsoft hält sich an der Spitze

Seit geraumer Zeit hält sich Microsoft an der Spitze der teuersten börsennotierten Unternehmen. Weder Apple noch Amazon ist es zuletzt gelungen dem Software-Konzern den Spitzenplatz wieder abzuluchsen. Hauptgrund für die Entwicklung ist nicht nur die Schwäche der Konkurrenz, sondern die eigene Stärke von Microsoft. Die Erfolge mit Leihsoftware und Cloud-Dienstleistungen sind groß, so dass das Unternehmen infolge der starken Zahlen zum ersten Quartal erstmals eine Marktkapitalisierung von einer Billion US-Dollar erreichen konnte. Am Donnerstag werden nun die Zahlen zum zweiten Quartal veröffentlicht. Laut Refinitiv-Konsens soll der Umsatz um 8,8 Prozent auf 32,75 Mrd. US-Dollar gestiegen sein. Beim EPS wiederum wird ein Plus von 8 Cents auf 1,21 US-Dollar prognostiziert.

Update Microsoft: Cloud-Dienste treiben Geschäft
Dank der Erfolge im Cloud-Geschäft konnte Microsoft ein starkes Quartal abschließen. Der Umsatz stieg zwischen April und Juni um 12 Prozent auf 33,72 Mrd. US-Dollar. Die Erwartungen hatten zuletzt laut Refinitiv-Konsens bei lediglich 32,77 Mrd. US-Dollar gelegen. Das Nettoergebnis verbesserte sich im Berichtszeitraum von 8,87 Mrd. US-Dollar bzw. 1,14 Mrd. US-Dollar auf 13,19 Mrd. US-Dollar bzw. 1,71 US-Dollar je Aktie. Das bereinigte EPS wurde mit 1,37 US-Dollar angegeben und lag ebenfalls signifikant über dem letzten Refinitiv-Konsens von 1,21 US-Dollar. Für das laufende Sommer-Quartal stellt Microsoft Cloud-Umsätze zwischen 10,3 und 10,5 Mrd. US-Dollar in Aussicht. Analysten hatten bislang lediglich 10,13 Mrd. US-Dollar erwartet.



Quelle: Reuters, Kurs in USD

Kann American Express weiter wachsen?

Der Finanzkonzern American Express konnte mit einem deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg in das Geschäftsjahr 2019 starten. Zwar belastetem Bonusprogramme für Kunden das Ergebnis etwas, aber die Erfolge sollten diese Kosten rechtfertigen. Angesichts der zunehmenden Bereitschaft Zahlungen nicht mehr bar auszuführen sollte auch American Express von diesem Trend profitieren. Am Freitag wird das Unternehmen nun die Zahlen für das zweite Quartal vorlegen. Zwischen April und Juni soll nach Angaben von Analysten laut Refinitiv der Umsatz um 8,3 Prozent auf 10,83 Mrd. US-Dollar gesteigert worden sein. Der Gewinn je Aktie soll wiederum nach Einschätzung der Analysten von 1,84 US-Dollar auf nun 2,03 US-Dollar gestiegensein.

Update American Express: Starkes Gewinnwachstum
Der Kreditkartenkonzern American Express überzeugte im zweiten Quartal mit einem deutlichen Anstieg bei Umsatz und Gewinn. Das Unternehmen profitierte dabei von allen Geschäftsbereichen und den investierten Ausgaben für Treueprogramme. Der Umsatz stieg um 8,4 Prozent auf 10,84 Mrd. US-Dollar und lag damit im Rahmen der letzten Refinitv-Konsensschätzungen. Der Nettogewinn kletterte von 1,62 Mrd. US-Dollar bzw. 1,84 US-Dollar auf 1,76 Mrd. US-Dollar bzw. 2,07 US-Dollar. Zuletzt hatten die Refinitv-Konsensschätzungen das EPS bei 2,04 US-Dollar gesehen.

Quelle: Reuter, Kurs in USD

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

 

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