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Studie: Die Welt von morgen nachhaltig ernähren

Um die steigende Weltbevölkerung auch in Zukunft mit ausreichend Nahrung zu versorgen, ohne dabei den Planeten zu ruinieren, muss die Agrar- und Lebensmittelbranche neue Wege gehen. Eine Studie von Citi GPS zeigt auf, welche Möglichkeiten es gibt. Ein interessantes Thema durchaus auch für Anleger.

Im Jahr 1798 schockierte der britische Nationalökonom Robert Thomas Malthus die Öffentlichkeit mit einer bestürzenden These. In seinem damals veröffentlichten Klassiker „Principle of Population“ prognostizierte er, dass die Bevölkerungszahl progressiv wachsen werde, während das Nahrungsmittelangebot nur linear zunehme. Ab einem gewissen Punkt, so Malthus, führe das Auseinanderdriften von Angebot und Nachfrage zu einer notorischen Nahrungsmittelknappheit. Die Folge seien Armut, Hunger und Verelendung. Gut 200 Jahre später lässt sich feststellen: Das Schreckensszenario des Briten ist glücklicherweise nicht eingetreten. Zwar ist die Bevölkerungszahl von damals rund 800 Millionen auf mittlerweile 7,3 Milliarden Menschen gestiegen, doch auch die Landwirtschaft hat sich weiterentwickelt. Allerdings oft mit Methoden, die ziemlich fragwürdig erscheinen.


Studie: Umdenken zwingend erforderlich

In ihrer gegenwärtigen Form belastet die Landwirtschaft in zunehmenden Maße die Natur und Umwelt. Ressourcen werden verschwendet, Treibhausgase freigesetzt und ganze Landstriche in Monokulturen umgewandelt. „So kann es nicht weitergehen“ – zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Citi Global Perspectives & Solutions, kurz Citi GPS. Damit die Versorgung der Menschheit auch in den 30 Jahren noch auf eine tragfähige und nachhaltige Weise sichergestellt ist, so die Citi-Analysten, bedürfe es eines Umdenkens. Wenn sich in der Landwirtschaft und im Ernährungssektor nichts ändere, könnte sich das von Malthus beschriebene Schreckensszenario möglicherweise doch noch bewahrheiten. Die Citi-Analysten haben beeindruckende Fakten zusammengetragen, die zeigen, woran es im Lebensmittelkreislauf hakt:

  • Verschwendung von Ressourcen. Die Landwirtschaft ist bereits jetzt für 70 Prozent des weltweiten Süßwasserverbrauchs verantwortlich. Steigt die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf die erwarteten zehn Milliarden Menschen an, würde das auf Basis der bisherigen Anbau- und Produktionsmethoden ein zusätzliches Bewässerungsvolumen von 65 Prozent notwendig machen. Ein Mehrverbrauch, der mit Blick der ohnehin schon knappen Wasserressourcen, kaum zu bewerkstelligen sein dürfte.
  • Ineffiziente Flächennutzung. Derzeit werden 50 Prozent der bewohnbaren Fläche der Erde für die landwirtschaftliche Erzeugung genutzt, wobei mehr als drei Viertel des Bodens (40 Millionen Quadratkilometer / 4 Billionen Hektar) allein für die Aufzucht von Vieh in Anspruch genommen wird – entweder als Weideland oder als Anbaufläche für Tierfutter. Obwohl die Produktion von Fleisch und Milchprodukten enorm viel Raum erfordert, ist der Nutzen gering. Fleisch und Milch liefern nur 17 Prozent des weltweiten Kalorienbedarfes. Die relativ geringe Fläche, die für die Aufzucht von Kulturpflanzen verwendet wird, trägt dagegen mit 83 Prozent zur weltweiten Kalorienversorgung bei.
  • Emission von Treibhausgasen. Die Landwirtschaft ist für zehn bis zwölf Prozent aller von Menschen verantworteten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Bezogen auf den gesamten Produktionszyklus in der Lebensmittelindustrie, erhöht sich dieser Anteil sogar auf ein Drittel. Vor allem der Ausstoß von Vieh sowie der Einsatz von Düngemitteln setzt massenweise klimaschädliches Methan und Lachgas frei.
  • Extreme in der Ernährung. Obwohl jedes Jahr mehr als eine Milliarde Tonnen Lebensmittel ungenutzt im Müll landen oder als Abfall enden, leiden in den Entwicklungsländern weltweit mehr als 800 Millionen Menschen an Hunger. Außerdem werden weltweit rund drei Milliarden Menschen nicht ausreichend mit Nährstoffen und Vitaminen versorgt. Auf der anderen Seite herrscht Überfluss. Die Folge: Fast 1,9 Milliarden Menschen leiden an Übergewicht, weil sie zu viel von dem falschen Essen. Die Kosten der Mangel- beziehungsweise Falschernährung für die Weltwirtschaft werden auf 3,5 Billionen US-Dollar pro Jahr geschätzt.


Die Landwirtschaft muss smarter werden

Der Agrar- und Ernährungssektor steht also vor gewaltigen Herausforderungen. Aus Sicht der Experten von Citi GPS gibt es aber Lösungen. Dazu gehört der verstärkte Einsatz digitaler Technologien wie Big Data in der Landwirtschaft. Auch neue Saatguttechnologien, Futtermittelzusatzstoffe oder alternative Proteine könnten zu einer signifikanten Effizienzsteigerung und zu einem Mehr an Nachhaltigkeit beitragen. Als konkretes Beispiel nennt Citi GPS den Einsatz von intelligenten Drohnen in der Landwirtschaft: Mithilfe von Sensoren und digitalen Bildgebungsfunktionen sowie intelligenten Softwaresystemen könnten Drohnen Landwirte dabei unterstützen, ihre Ernteerträge zu optimieren. Auch ließe sich das Besprühen von Feldfrüchten genauer bewerkstelligen, wodurch wiederum der Chemikalienverbrauch reduziert wird.

 


Konsumverhalten ändern

Neben dem Einsatz smarter Technologien, so die Analysten, seien aber auch die Verbraucher in der Pflicht. Sie sollten auf eine gesündere Ernährung achten und ihren Konsum auf nachhaltige Lebensmittel ausrichten. Dieser Trend sei bereits in vollem Gange und habe viele große Lebensmittelkonzerne schon dazu veranlasst, ihr Angebot umzustellen. Als Beispiel wird der französische Danone-Konzern genannt. Einst setzte das Unternehmen auf Bier, Kekse und Teigwaren. Jetzt erzielt das Unternehmen 88 Prozent des Umsatzes mit „gesunden“ Lebensmittelkategorien wie Wasser, Milchprodukten oder Joghurts.


Quelle: Reuters


Winkt Anlegern eine reiche Ernte?

Unternehmen, die helfen, die weltweite Versorgung mit Nahrungsmitteln auf effiziente und nachhaltige Weise sicherzustellen, könnten auch an der Börse ein Thema werden.
Denn um dem sich abzeichnenden Nahrungsmitteldefizit entgegenzusteuern dürfte der Bedarf an moderner Landmaschinen- und Bewässerungstechnik, effizientem Saatgut oder geeigneten Futtermitteln erheblich ansteigen. Auch hierfür liefert die Citi GPS Studie „Feeding the Future – How Innovation and Shifting Consumer Preferences Can Help Feed a Growing Planet“ zahlreiche Beispiele.

Sie wollen mehr wissen? Zum kostenlosen Download der Studie geht es hier.

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