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Trading

Starke Quartalsberichte sollen Börsenturbulenzen vergessen machen

Die jüngsten Börsenturbulenzen, im Zuge derer der Dow Jones® einige seiner größten Tagesverluste hinlegte, überschatteten die starken Unternehmensgewinne. Trotzdem lohnt sich weiterhin ein Blick auf die laufende Berichtssaison. Schließlich sorgt die anhaltend starke Konjunktur dafür, dass Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks mit positiven Nachrichten aufwarten können.

In dieser Woche berichten unter anderem PepsiCo, TUI (Dienstag); Barrick Gold, Cisco, thyssenkrupp (Mittwoch); Nestlé (Donnerstag); Allianz und Coca-Cola (Freitag).



PepsiCo zeigt sich weiter großzügig


Der US-Getränke- und Nahrungsmittelhersteller PepsiCo überzeugte zuletzt nicht immer mit seinem Umsatzwachstum. Trotzdem zeigt sich das Unternehmen weiterhin sehr großzügig, wenn es darum geht, die Dividenden auszuschütten. Vor kurzem wurde die Quartalsdividende ein weiteres Mal angehoben. Sie kletterte um 7 Prozent auf 80,50 Cents je Aktie. Auf das Jahr hochgerechnet liegt die Ausschüttung damit bei 3,22 US-Dollar je Aktie. Nun dürften Investoren auch auf gute Quartalsergebnisse hoffen. Zwar rechnen Analysten laut Reuters für das Schlussquartal 2017 im Schnitt mit einem gegenüber dem Vorjahr um 10 Cents auf 1,30 US-Dollar gestiegenen bereinigten EPS, dafür wird ein leichter Umsatzrückgang um 0,6 Prozent auf 19,39 Mrd. US-Dollar erwartet.

Update PepsiCo: Das nächste Aktienrückkaufprogramm
PepsiCo konnte mit seinen Geschäftszahlen für das Schlussquartal 2017 die Markterwartungen sowohl auf der Umsatzseite als auch bei den Ergebnissen schlagen. Die Erlöse kletterten im Vorjahresvergleich leicht auf 19,53 Mrd. US-Dollar. Das bereinigte EPS lag bei 1,31 US-Dollar. Marktexperten hatten laut Reuters im Schnitt mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,30 US-Dollar bei Umsätzen von 19,39 Mrd. US-Dollar gerechnet. Darüber hinaus verkündete das Management einen weiteren Dividendenanstieg um 15 Prozent auf 3,71 US-Dollar je Aktie. PepsiCo hebt damit die Ausschüttung bereits das 46. Jahr in Folge an. Zudem wurde ein neues Aktienrückkaufprogramm aufgelegt. Zwischen dem 1. Juli 2018 und dem 30. Juni 2021 sollen eigene Anteilsscheine für bis zu 15 Mrd. US-Dollar gekauft werden. Dieses Programm wird an das 12 Mrd. US-Dollar schwere Programm, das am 30. Juni 2018 endet, angehängt.



Quelle: Reuters, Kurs in USD



Kann TUI weiter von der weltweiten Reiselust profitieren?


Beim Reisekonzern TUI werden in der kommenden Woche nicht nur die Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 veröffentlicht, es findet auch die Hauptversammlung statt. Dabei kann sich das Unternehmen derzeit nicht über schlechte Geschäfte beschweren. Verschiedene Aspekte haben in den vergangenen Jahren zu einem wahren Boom in der Tourismusbranche beigetragen. Das gute wirtschaftliche Umfeld und der wachsende Reichtum in den Schwellenländern sorgen dafür, dass immer mehr Menschen immer mehr Geld übrighaben, um ihre Traumreisen zu verwirklichen. Darüber hinaus haben die Billig-Fluglinien die Flugfahrt revolutioniert und Flüge zu so vielen attraktiven Reisezielen für eine breitere Schicht von Menschen erschwinglicher gemacht. Bei TUI wird man sich freuen. Die Zahlen am Dienstag werden Klarheit bringen.

Update TUI: Noch mehr Kreuzfahrtschiffe
TUI profitierte auch im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 von der boomenden Tourismusbranche. Dabei florierten insbesondere die Geschäfte mit Hotels und Kreuzfahrten. Aufgrund der weiter steigenden Nachfrage will TUI seine Flotte an Kreuzfahrtschiffen ausbauen. Die „Mein Schiff 7“ soll 2023 an TUI Cruises ausgeliefert werden. Im Dezember-Quartal setzte TUI konzernweit 3,58 Mrd. Euro um. Ein währungsbereinigter Zuwachs von 9,1 Prozent. Das bereinigte EBITA wurde um 57,9 Prozent auf ein Minus in Höhe von 25,4 Mio. Euro verbessert (Vorjahr -60,3 Mio. Euro). Dabei sind Verluste in der Reisebranche in dieser Zeit nichts Ungewöhnliches. Zu den Aussichten äußerte sich das Management ebenfalls positiv. Das operative Ergebnis soll im laufenden Geschäftsjahr um mindestens 10 Prozent gesteigert werden. Unter anderem, weil sich das Management mit den Buchungen mehr als zufrieden zeigte. 


Quelle: Reuters



Barrick Gold hofft auf einen neuen Schub


Der Goldpreis erlebte dank des schwachen US-Dollar Ende 2017 und zu Beginn dieses Jahres einen steilen Anstieg. Allerdings konnte die Aktie des weltgrößten Goldminenbetreibers Barrick Gold nicht in entsprechender Weise von dieser an sich positiven Entwicklung der Goldnotierungen profitieren. Möglicherweise sorgen die neuesten Quartalsergebnisse bei den Kanadiern dafür, dass der zuletzt erneut unter Druck geratene Kurs der Barrick-Gold-Aktie etwas an Schwung zulegen kann. Analysten gehen derzeit laut Reuters im Schnitt sowohl auf der Umsatzseite als auch bei den Ergebnissen von Rückgängen aus. Das EPS wird bei 21 Cents gesehen, nach 22 Cents im Vorjahr, während die Umsatzerlöse bei 2,22 Mrd. US-Dollar (-4,3 Prozent) liegen sollen.

Update Barrick Gold: Schuldenberg sinkt weiter
Barrick Gold musste im Schlussquartal 2017 einen Nettoverlust in Höhe von 314 Mio. US-Dollar einfahren, nachdem im Vorjahr noch ein Plus von 253 Mio. US-Dollar zu Buche gestanden hatte. Der bereinigte Gewinn je Aktie blieb jedoch mit 22 Cents auf dem Niveau des Vorjahres und um 1 Cent über dem Reuters-Konsens. Die Umsatzerlöse wurden mit 2,23 Mrd. US-Dollar ausgewiesen. Damit wurden die Markterwartungen ebenfalls leicht übertroffen. Darüber hinaus konnte Barrick Gold seine Schulden in 2017 weiter reduzieren. Diese wurden um 1,51 Mrd. US-Dollar auf 6,4 Mrd. US-Dollar gesenkt. Die Schlankheitskur ist jedoch noch nicht ganz beendet. Dies zeigt sich daran, dass das Management für 2018 eine Goldproduktion in Höhe von 4,5 bis 5,0 Millionen Unzen in Aussicht stellt. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 5,32 Millionen Unzen. Auch dank weiterer Anteilsverkäufe soll der Schuldenberg bis Ende 2018 auf etwa 5 Mrd. US-Dollar abnehmen.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Cisco Systems will die Marktveränderungen endlich für sich nutzen


Am Mittwoch stellt der US-Netzwerkspezialist Cisco Systems seine Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende Januar) vor. Aufgrund des Wettbewerbsdrucks und sich ändernder Marktbedingungen hatte es Cisco nicht immer ganz einfach. Für den gerade beendeten Dreimonatszeitraum rechnen Analysten jedoch sowohl auf der Umsatzseite als auch bei den Ergebnissen mit Steigerungen im Vorjahresvergleich. Die Umsatzerlöse werden laut Reuters auf Analystenseite im Schnitt bei 11,80 Mrd. US-Dollar gesehen, nach 11,58 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Beim bereinigten Gewinn je Aktie wird wiederum mit einem Zuwachs um 2 Cents auf 59 Cents gerechnet.

Update Cisco Systems: Anleger freuen sich über Geldregen
Die Auswirkungen der US-Steuerreform sorgten dafür, dass Cisco Systems im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende Januar) einen Nettoverlust in Höhe von 8,8 Mrd. US-Dollar einfahren musste. Allerdings zeigten sich Investoren angesichts der vorgelegten Zahlen begeistert. Cisco Systems steigerte die Umsatzerlöse um 3 Prozent auf 11,9 Mrd. US-Dollar und kehrte damit auf den Wachstumspfad zurück. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 63 Cents. Damit wurden die Markterwartungen sowohl auf der Umsatzseite als auch bei den Ergebnissen geschlagen. Zudem durften sich Anleger über einen Anstieg der Quartalsdividende um 14 Prozent auf 33 Cents je Aktie freuen, während das laufende Aktienrückkaufprogramm um 25 Mrd. US-Dollar auf nun 31 Mrd. US-Dollar ausgeweitet wurde.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



thyssenkrupp bleibt auf Erholungskurs


Nachdem Deutschlands größter Stahlkonzern thyssenkrupp jahrelang mit verschiedenen Problemen zu kämpfen hatte, ist inzwischen eine Erholung im Gange. Die zu Jahresbeginn abgehaltene Hauptversammlung wurde positiv aufgenommen. Unter anderem, weil die Ziele für das laufende Geschäftsjahr 2017/18 (Ende September) bestätigt wurden. Demnach sollen die Umsätze in einem niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich gesteigert werden. Das bereinigte EBIT wird vom Management bei 1,8 bis 2,0 Mrd. Euro gesehen, während der Jahresüberschuss deutlich zulegen soll. Am Mittwoch werden Anleger erfahren, wie der Auftakt in das laufende Geschäftsjahr ausgefallen ist.

Update thyssenkrupp: Konzernumbau macht sich bezahlt
thyssenkrupp blieb auch im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende Dezember) auf Erholungskurs. Dabei wurde das beste Ergebnis in einem Auftaktquartal seit Beginn des Konzernumbaus ausgewiesen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei 444 Mio. Euro, nach 291 Mio. Euro im Vorjahr. Der den Anteilseignern zurechenbare Nettogewinn legte deutlich von 8 auf 78 Mio. Euro zu. Zudem zeigte sich das thyssenkrupp-Management mit der Entwicklung bei den Umsätzen und Auftragseingängen zufrieden. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Deutschlands größter Stahlkonzern mit negativen Wechselkurseffekten fertig werden musste. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde somit bestätigt. Das bereinigte EBIT soll auf 1,8 bis 2,0 Mrd. Euro ansteigen, nach 1,72 Mrd. Euro im Vorjahr, während ein deutlich positiver Jahresüberschuss über dem Vorjahreswert von 271 Mio. Euro prognostiziert wird.



Quelle: Reuters



Nestlé setzt auf weniger Süßigkeiten


Der Schweizer Nahrungsmittelhersteller Nestlé ist zuletzt vor allem mit dem Verkauf seines Süßwarengeschäfts in den USA aufgefallen. Dieses geht für rund 2,8 Mrd. US-Dollar an den Nutella-Produzenten Ferrero. Bereits bis zum Ende des ersten Quartals 2018 soll der Verkauf über die Bühne gehen. Dabei prüft Nestlé verschiedene Maßnahmen, um das in den vergangenen Jahren nicht immer besonders überzeugend ausgefallene Umsatz- und Margenwachstum anzukurbeln. Zu einer dieser Maßnahmen gehört die Übernahme der kanadischen Firma Atrium Innovations. Die Schweizer haben dabei vor allem wachstumsstarke Gesundheitsprodukte wie Nahrungsergänzungsmittel im Blick. In den am Donnerstag zur Veröffentlichung anstehenden Zahlen sind diese Transaktionen aber noch nicht berücksichtigt.

Update Nestlé: Kleine Schritte
Auch 2017 hatte Nestlé Schwierigkeiten damit, das Wachstum anzukurbeln. Die konzernweiten Erlöse legten um 0,4 Prozent auf 89,8 Mrd. CHF zu. Organisch lag das Plus bei 2,4 Prozent. Besonders enttäuschend: Im vierten Quartal verlangsamte sich das Wachstum auf 1,9 Prozent. Eine außerordentliche Wertminderung bei Nestlé Skin Health sorgte dafür, dass der Nettogewinn in 2017 um 15,8 Prozent auf 7,2 Mrd. CHF schrumpfte. Trotzdem sollen die Anteilseigner eine um 2,2 Prozent auf 2,35 CHF je Aktie erhöhte Dividende erhalten. Für 2018 stellt das Management wiederum ein organisches Umsatzplus zwischen 2 und 4 Prozent in Aussicht. Außerdem soll die operative Marge verbessert werden.


Quelle: Reuters, Kurs in CHF



Allianz darf auf höhere Zinsen hoffen


Am Freitag, den 16. Februar 2018 veröffentlicht die Allianz die vorläufigen Ergebnisse des Geschäftsjahres 2017. Einmal mehr wurden die Geschäfte durch das anhaltende Niedrigzinsumfeld erschwert. Allerdings hat der Münchner Versicherungskonzern in den vergangenen Jahren immer wieder unter Beweis gestellt, dass er sich auch in diesem Umfeld gut schlagen kann. Kein Wunder also, dass sich auch die Allianz-Aktie zuletzt sehr gut entwickelte. Und nun könnte sich die Europäische Zentralbank (EZB) nach vielen Jahren mit Zinsen auf einem Rekordtief endlich in Richtung geldpolitische Straffung bewegen, was die Allianz nicht stören dürfte.

Update Allianz: Höhere Schadenansprüche aus Naturkatastrophen
Die Allianz steigerte ihre Umsatzerlöse im Gesamtjahr 2017 um 3,0 Prozent auf 126,1 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis wuchs leicht um 0,4 Prozent auf 11,1 Mrd. Euro. Damit lag das operative Ergebnis in der oberen Hälfte der angekündigten Zielspanne von 10,3 bis 11,3 Mrd. Euro, teilte der Versicherungskonzern mit. Höhere Schadenansprüche aus Naturkatastrophen belasteten das Ergebnis im Bereich Schaden- und Unfallversicherung. Dafür konnten das Asset Management und das Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft positive Ergebnisbeiträge leisten. Die Nettomittelzuflüsse Dritter im Bereich Asset Management erreichten einen Rekordwert. Für das Geschäftsjahr 2018 rechnet die Allianz nun mit einem operativen Ergebnis in Höhe von 10,6 bis 11,6 Mrd. Euro.


Quelle: Reuters



Coca-Cola sieht sich einer neuen Marktsituation ausgesetzt


Coca-Cola gilt in der Anlegergemeinde als ein besonders attraktiver Dividendenwert. Die Ausschüttung wurde 55 Jahre in Folge angehoben. Kein Wunder, dass die US-Investorenlegende Warren Buffett seit langer Zeit Fan von Coca-Cola ist. Zumal er auch noch immer wieder betont, dass ihm die Produkte des Brauseherstellers schmecken. Allerdings läuft das Coca-Cola-Geschäft nicht mehr ganz von selbst wie es in der Vergangenheit der Fall war. In den USA ist das Gesundheitsbewusstsein der Menschen größer geworden. Stark zuckerhaltige Getränke sind nicht mehr so angesagt wie früher. Für Coca-Cola gilt es, sich auf die neue Situation einzustellen, was eine Weile dauern könnte. Analysten gehen derzeit laut Reuters von einem Umsatzrückgang um ein Fünftel auf 7,4 Mrd. US-Dollar aus. Gleichzeitig soll der Gewinn je Aktie von 37 Cents im Vorjahr auf nun 39 Cents steigen – so der Reuters-Konsens.

Update Coca-Cola: Positive Reaktionen auf die Zahlen
Coca-Cola wies für das vierte Quartal 2017 einen Umsatzrückgang um 20 Prozent auf 7,51 Mrd. US-Dollar aus, während Einmaleffekte in Zusammenhang mit der US-Steuerreform für einen Nettoverlust in Höhe von 2,75 Mrd. US-Dollar sorgten. Trotzdem kamen die Zahlen gut an. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 39 Cents. Damit wurden die Markterwartungen erfüllt. Auf der Umsatzseite konnten die durchschnittlichen Analystenschätzungen sogar übertroffen werden. Marktteilnehmer zeigten sich mit den Bemühungen des Getränkeherstellers zufrieden, sich mithilfe eines Konzernumbaus und neuer Produkte auf eine veränderte Marktsituation einzustellen.


Quelle: Reuters, Kurs in USD

Im Laufe der Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.


Folgende Unternehmen werden in der kommenden Woche ebenfalls Quartalsberichte veröffentlichen:

Montag

Heineken, Michelin

Dienstag

Aurubis, Baidu.com, Kering, Metro, Randstad, Weibo

Mittwoch

Bilfinger, Clariant, Crédit Agricole, Crédit Suisse, Goldcorp, TripAdvisor

Donnerstag

Aegon, Air Liquide, Airbus, CapGemini, RELX, Schneider Electric, Vivendi 

Freitag

AirFrance-KLM, Getlink, Home Depot, Orange, TechnipFMC, Vallourec, Walmart

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