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Schwergewichte aus dem US-Bankensektor geben die Richtung vor

Die letzte Berichtssaison für 2018 steht an. Analysten zeigen sich trotz zwischenzeitlicher Sorgen vor einer wirtschaftlichen Eintrübung vor allem in Bezug auf die Entwicklung der Unternehmensgewinne in den USA optimistisch.

Lange Zeit war die Sorge der Anleger groß, dass sich der Handelsstreit zwischen China und den USA sowie die drohende weltweite Konjunkturabkühlung negativ auf die Unternehmensgewinne in den USA und in anderen Gegenden der Welt auswirken könnten. Dies war ein Grund für die Börsenturbulenzen zum Ende des vergangenen Jahres. Der mit einem Beschäftigungsaufbau außerhalb der Landwirtschaft von 312.000 überragend ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht für den Monat Dezember 2018 lässt jedoch vermuten, dass zumindest in den USA keine Abkühlung der Wirtschaft oder sogar eine Rezession in Sicht ist. Daher könnten sich auch die Unternehmensgewinne in den USA noch eine Weile positiv entwickeln.

Laut FactSet gehen Analysten für den S&P 500® für das Schlussquartal 2018 im Schnitt von einem Wachstum des bereinigten Gewinns je Aktie gegenüber dem Vorjahr um 11,4 Prozent aus. Sollte dieser Wert erreicht werden, wäre es das fünfte Quartal in Folge mit einem prozentual zweistelligen Gewinnwachstum der größten US-Konzerne. Dabei haben die Analysten ihre Gewinnschätzungen zuletzt teilweise deutlich nach unten gefahren. Ende September wurde noch ein Gewinnplus von 16,7 Prozent vorhergesagt.

Zu Beginn der Berichtssaison werden einmal mehr die großen US-Banken im Fokus stehen. Allerdings sind sie nicht die einzigen, die ihre jüngsten Quartalsergebnisse relativ früh bekannt geben werden. In der kommenden Woche berichten unter anderem Delta Air Lines, JPMorgan Chase, Wells Fargo (Dienstag); Bank of America, Goldman Sachs (Mittwoch); American Express und Netflix (Donnerstag).



Delta Air Lines: Rekorde bei den Passagierzahlen


Die US-Fluggesellschaft Delta Air Lines wird ihre Geschäftszahlen für das Dezember-Quartal 2018 am Dienstag vorstellen. Die jüngsten Passagierzahlen sind dagegen bereits bekannt. Sowohl im Monat Dezember als auch im Gesamtjahr 2018 wurden Rekordwerte erreicht. Während im letzten Monat des Jahres 15,3 Millionen Fluggäste befördert wurden, lag die Passagierzahl in 2018 bei rund 192 Millionen. Auch ein Grund warum Analysten laut Reuters für das Schlussquartal des Jahres im Vorjahresvergleich mit einem Umsatzplus von 5,9 Prozent auf 10,85 Mrd. US-Dollar und einem Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie von 0,96 auf 1,28 US-Dollar ausgehen.

Update Delta Air Lines: US-Fluggesellschaft muss mit Gegenwind rechnen
Delta Air Lines konnte für das Schlussquartal 2018 überzeugende Ergebnisse präsentieren, allerdings enttäuschte die US-Fluggesellschaft Anleger mit dem Ausblick. Für das laufende März-Quartal 2019 stellt das Management einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 70 und 90 Cents in Aussicht. Analysten hatten zuletzt laut Reuters im Schnitt jedoch mit 95 Cents einen höheren Wert erwartet. Zu Jahresbeginn 2019 könnten dem Unternehmen neben einem ungünstigen Zeitpunkt für die Osterfeiertage auch die Wechselkurse und der Regierungsstillstand in den USA zu schaffen machen. Für das abgelaufene Dezember-Quartal wies Delta Air Lines Umsatzerlöse in Höhe von 10,74 Mrd. US-Dollar bei einem bereinigten Gewinn je Aktie in Höhe von 1,30 US-Dollar aus. Analysten hatten zuletzt laut Reuters mit Umsätzen von 10,74 Mrd. US-Dollar und einem bereinigten EPS von 1,27 US-Dollar gerechnet.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



JPMorgan Chase: Deutliche Umsatz- und Gewinnsteigerungen erwartet


Zu Beginn der Berichtssaison für das Schlussquartal 2018 stehen vor allem die großen US-Banken im Fokus. Mit JPMorgan Chase gehört auch gleich das gemessen an der Bilanzsumme größte Institut zu den ersten Konzernen, die ihre Geschäftszahlen für die Zeit zwischen Oktober und Dezember 2018 vorlegen werden. Am Dienstag ist es so weit. Analysten gehen laut Reuters sowohl auf der Umsatzseite als auch beim Gewinn von deutlichen Zuwächsen im Vorjahresvergleich aus. Die Erlöse werden im Schnitt bei 27,28 Mrd. US-Dollar gesehen, nach 25,45 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der Gewinn soll aus Analystensicht von 1,76 auf 2,25 US-Dollar angestiegen sein.

Update JPMorgan Chase: Schwacher Anleihehandel trübt die Stimmung ein
JPMorgan Chase profitierte zum Ende des Jahres 2018 von höheren Zinsen und mehr vergebenen Krediten. Allerdings wurde die Stimmung durch einen schwachen Anleihehandel eingetrübt. Die gemessen an der Bilanzsumme größte Bank der USA verfehlte im vierten Quartal 2018 sowohl auf der Umsatzseite als auch beim Gewinn die Markterwartungen. Zwischen Oktober und Dezember lag das bereinigte EPS bei 1,98 US-Dollar, während die Umsatzerlöse um 4,1 Prozent auf 26,80 Mrd. US-Dollar zulegten. Analysten hatten kurz vor Bekanntgabe der Zahlen laut Reuters im Schnitt Werte von 2,20 US-Dollar beim EPS und 26,83 Mrd. US-Dollar auf der Umsatzseite erwartet.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Wells Fargo: Die Aufarbeitung läuft immer noch


Vor einigen Jahren war Wells Fargo noch die gemessen am Börsenwert größte Bank der Welt. Inzwischen ist das in San Francisco, Kalifornien, ansässige Institut nicht einmal mehr die Nummer eins auf dem heimischen Markt. Schuld an dem Abstieg ist ein Skandal rund um Scheinkonten. Die Folgen dieses Skandals bekommt Wells Fargo immer noch zu spüren. Inwieweit sich diese im Schlussquartal 2018 bemerkbar gemacht haben, erfahren Anleger am Dienstag. Analysten gehen laut Reuters für das Dezember-Quartal von einem Umsatzrückgang um 2 Prozent auf 21,62 Mrd. US-Dollar aus, während das bereinigte EPS von 0,97 US-Dollar im Vorjahr auf nun 1,19 US-Dollar angestiegen sein soll.

Update Wells Fargo: Licht und Schatten
Wells Fargo konnte die Markterwartungen an den Gewinn im Schlussquartal 2018 übertreffen, auf der Umsatzseite sorgte das Institut jedoch für eine Enttäuschung. Zwischen Oktober und Dezember 2018 lagen die Umsatzerlöse bei 20,98 Mrd. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie betrug 1,21 US-Dollar. Analysten hatten laut Refinitiv kurz vor Bekanntgabe der Ergebnisse im Schnitt mit Umsatzerlösen in Höhe von 21,73 Mrd. US-Dollar bei einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,16 US-Dollar gerechnet. Wells Fargo ist immer noch mit der Aufarbeitung eines Scheinkonten-Skandals beschäftigt. Es geht vor allem darum, Maßnahmen zu ergreifen, die die Aufsichtsbehörden zufriedenstellen. Außerdem läuft ein umfangreiches Kostensenkungsprogramm. Zumindest konnte das Management verkünden, auf gutem Wege zu sein, die Sparziele für 2019 zu erreichen.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Nicht nur die Bank of America blickt auf Geldpolitik der Fed


US-Banken wie die Bank of America profitierten zuletzt von mehreren Faktoren. Neben der positiven wirtschaftlichen Entwicklung machten sich die jüngsten Steuersenkungen positiv bemerkbar. Außerdem halfen die Leitzinserhöhungen der US-Notenbank den heimischen Instituten. Im Dezember folgte die vierte Leitzinserhöhung des Jahres 2018. Allerdings könnten angesichts der jüngsten Marktunsicherheiten nun sogar Leitzinssenkungen auf die Tagesordnung zurückkehren, was Instituten wie der Bank of America weniger gefallen würde. Ob Anlegern die jüngsten Geschäftszahlen der Bank of America gefallen werden, dürfte sich am Mittwoch zeigen. Analysten gehen laut Reuters für das vierte Quartal 2018 von einem Umsatzplus von 4,8 Prozent auf 22,63 Mrd. US-Dollar aus, während das EPS bei 0,65 US-Dollar gesehen wird, nach 0,48 US-Dollar im Vorjahreszeitraum.

Update Bank of America: Höhere Zinsen machen sich positiv bemerkbar
Die Bank of America konnte die Markterwartungen für den Gewinn im vierten Quartal 2018 übertreffen. Der Nettogewinn schoss von 2,4 Mrd. US-Dollar im Vorjahr auf nun 7,3 Mrd. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 70 Cents. Analysten hatten zuletzt laut Reuters im Schnitt lediglich mit einem Wert von 63 Cents gerechnet. Dem Institut kamen zum Ende des Jahres 2018 vor allem höhere Zinsen und niedrigere Steuern zugute. Diese machten Schwächen im Anleihehandel wett. Ein Grund, warum man sich bei der Bank of America ärgern dürfte, wenn die US-Notenbank Fed in diesem Jahr die Zinswende nicht so rasant wie 2018 vorantreiben sollte.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Goldman Sachs: Starker Jahresendspurt?


Mit Goldman Sachs wird ein weiteres großes Finanzinstitut aus den USA in der kommenden Woche seine neuesten Quartalsergebnisse vorlegen. Laut Reuters sehen Analysten für die Zeit zwischen Oktober und Dezember 2018 im Schnitt Umsatzerlöse in Höhe von 8,25 Mrd. US-Dollar. Dies würde einem Anstieg von 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert entsprechen. Der Gewinn je Aktie soll aus Analystensicht einen Anstieg von 5,68 US-Dollar im Vorjahr auf nun 6,03 US-Dollar erfahren haben.

Update Goldman Sachs: Marktvolatilität sorgt für regen Aktienhandel
Goldman Sachs profitierte im Schlussquartal 2018 von der erhöhten Marktvolatilität. Den höheren Erträgen aus einem ausgeprägten Aktienhandel standen dagegen Schwächen im Anleihehandel gegenüber. Zwischen Oktober und Dezember 2018 lag der Nettogewinn konzernweit bei 2,54 Mrd. US-Dollar. Bereinigt um Einmaleffekte wurde ein Plus in Höhe von 6,04 US-Dollar pro Aktie bei Umsatzerlösen von 8,08 Mrd. US-Dollar ausgewiesen. Analysten hatten zuletzt laut Reuters im Schnitt mit Umsatzerlösen in Höhe von 8,25 Mrd. US-Dollar und einem bereinigten EPS von 6,03 US-Dollar gerechnet.




Quelle: Reuters, Kurs in USD



American Express schaut auf das Weihnachtsgeschäft


Abgesehen von den großen US-Banken wird mit dem Kreditkartenanbieter American Express ein weiteres Unternehmen aus der US-Finanzbranche in der kommenden Woche seine neuesten Quartalsergebnisse vorlegen. Analysten gehen im Fall von AmEx laut Reuters für das vierte Quartal 2018 von Umsatzerlösen in Höhe von 10,59 Mrd. US-Dollar aus. Dies wäre ein Anstieg von 19,8 Prozent im Vorjahresvergleich. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird von Analystenseite mit 1,79 US-Dollar um 21 Cents höher als im Vorjahr gesehen. Dabei wird es vor allem darauf ankommen, wie ausgabefreundlich sich die US-Konsumenten während des enorm wichtigen Weihnachtsgeschäftes für die Einzelhändler und Kreditkartenanbieter gezeigt haben.

Update American Express: Wo bleibt die Kauflust?
American Express wies für das Schlussquartal 2018 Umsatzerlöse in Höhe von 10,47 Mrd. US-Dollar aus. Ein Anstieg von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn lag bei 2,01 Mrd. US-Dollar, nach einem Verlust von 1,21 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Das bereinigte EPS wurde mit 1,74 US-Dollar angegeben. Analysten hatten zuletzt laut Refinitiv im Schnitt mit Umsatzerlösen in Höhe von 10,56 Mrd. US-Dollar und einem EPS von 1,80 US-Dollar gerechnet. Als ein Grund für die unter den Erwartungen liegenden Ergebnisse wurde die relativ schwache Kauflust der US-Amerikaner ausgemacht. Außerdem hatte American Express mit höheren Kosten zu kämpfen. Diese wurden unter anderem durch verschiedene Bonusprogramme für Kunden in die Höhe getrieben.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Netflix: Ausufernde Kosten?


Im Fall des Video-on-Demand-Anbieters Netflix dürften Anleger im Zuge der Vorlage der jüngsten Quartalsergebnisse einmal mehr vor allem auf die Entwicklung der Kundenzahlen und die Kosten schauen. Schließlich gibt Netflix sehr viel Geld für Marketing und die Produktion eigener Filme, Serien und Dokumentationen aus. Es ist noch nicht sicher, dass sich die hohen Ausgaben rechnen werden. Zumal die Konkurrenz nicht schläft. Analysten gingen laut Reuters zuletzt für das Schlussquartal 2018 von einem deutlichen Rückgang des Gewinns je Aktie von 41 Cents auf 24 Cents aus. Im Gegensatz dazu wurde mit einem deutlichen Umsatzsprung von 28,1 Prozent auf 4,21 Mrd. US-Dollar gerechnet.

Update Netflix: Ausblick kann Marktteilnehmer nicht beeindrucken
Netflix konnte überzeugende Ergebnisse für das Schlussquartal 2018 präsentieren. Bei der Zahl der neuen Kunden wurde ein neuer Rekord aufgestellt. Allerdings enttäuschte der Video-On-Demand-Anbieter Marktteilnehmer mit dem Ausblick auf das laufende erste Quartal 2019. Für das März-Quartal rechnet das Management weltweit mit 8,9 Millionen neuen Abonnenten. Die Umsatzerlöse sollen im Vorjahresvergleich um 21 Prozent auf 4,49 Mrd. US-Dollar zulegen. Negative Wechselkurseffekte sollen ein stärkeres Plus verhindern. Analysten hatten zuletzt laut Reuters im Schnitt Erlöse in Höhe von 4,61 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt. Im vierten Quartal 2018 konnte Netflix die Kundenzahl um 8,8 Millionen steigern. Die Umsatzerlöse kletterten um 27 Prozent auf 4,19 Mrd. US-Dollar, während das bereinigte EPS mit 0,30 US-Dollar angegeben wurde. Analysten hatten kurz vor Bekanntgabe der Zahlen mit Erlösen in Höhe von 4,21 Mrd. US-Dollar bei einem bereinigten Gewinn je Aktie von 24 Cents gerechnet.


Quelle: Reuters, Kurs in USD

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

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