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Trading

Optimismus auf beiden Seiten des Atlantiks

Für die US-Börsen ging es zum Ende des vergangenen Jahres steil nach oben. Wichtige Indizes wie der Dow Jones Industrial Average®, S&P 500® oder NASDAQ 100® erreichten neue Höchststände.

Auch der Start in das Jahr 2018 fiel sehr gut aus. Dagegen gab es im DAX® keine Jahresendrally, der erste Tag des neuen Handelsjahres fiel ebenfalls ins Wasser. Doch nun scheint das wichtigste deutsche Börsenbarometer endlich in Schwung zu kommen. Ob wir eine neue Rekordjagd sehen werden, dürfte unter anderem von den anstehenden Quartalsberichten abhängen.

Es ist soweit. Eine neue Berichtssaison beginnt. Dieses Mal geht es um die Zeit zwischen Oktober und Dezember 2017. Wie immer werden dabei zunächst einige US-Großbanken im Fokus stehen. In dieser Woche berichten unter anderem die Fluggesellschaft Delta Air Lines (Donnerstag) sowie die beiden Banken JPMorgan Chase und Wells Fargo (Freitag).

Wenn es nach den Analysten geht, steht uns eine starke Berichtssaison ins Haus. Laut FactSet rechnen Marktexperten für den S&P 500® im Schnitt mit einem Gewinnsprung im Vorjahresvergleich um 10,9 Prozent. Sämtliche Sektoren sollen demnach zu diesem Gewinnanstieg beigetragen haben, während die größten Zuwächse im Energiesektor gesehen werden. Dieser profitiert immer mehr von einer Erholung der Rohstoffnotierungen und niedrigeren Kosten. Als die Rohstoffnotierungen am Boden lagen haben sich die Branchenvertreter schmerzhafte Sparprogramme auferlegt. Dies zahlt sich nun aus.

Steigende Unternehmensgewinne haben das Potenzial, die Aktienkurse weiter zu beflügeln. Zumal derzeit einiges dafürspricht, dass die gute Stimmung in der US-Wirtschaft anhalten wird. Die von der US-Regierung auf den Weg gebrachten Steuersenkungen sollen der Konjunktur noch mehr Schwung verleihen, wovon letztlich heimische Unternehmen profitieren sollten. Allerdings läuft es nicht nur in der US-Wirtschaft rund.

Weltweit ist eine gute Konjunktur zu beobachten. Zudem denkt die EZB derzeit nicht daran, die Leitzinsen anzuheben. Daher sollten sich die Börsen auch hierzulande im Verlauf des Jahres 2018 positiv entwickeln. Schließlich sieht die Gewinnsituation der Unternehmen auf dieser Seite des Atlantiks ebenfalls positiv aus. Diese können zudem aufgrund der verpassten Jahresendrally 2017 in vielen Fällen mit einer etwas attraktiveren Bewertung aufwarten als ihre US-Pendants.



Delta Air Lines begrüßt mehr Passagiere


Die in Atlanta, Georgia beheimatete US-Fluggesellschaft Delta Air Lines wird am Donnerstag, noch bevor die US-Börsen den Handel eröffnen, ihre Ergebnisse für das vierte Geschäftsquartal 2017 veröffentlichen. Schon vorab wurden einige Eckdaten für den Monat Dezember und den abgelaufenen Dreimonatszeitraum kommuniziert. Demnach wurden im letzten Monat des Jahres 2017 etwa 14,4 Millionen Passagiere befördert. Ein Rückgang von 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Zeitweise wurde das Fluggastaufkommen durch einen Stromausfall am Flughafen in Atlanta gestört. Im Gesamtjahr 2017 wurden mit 186,4 Millionen Fluggästen jedoch 1,4 Prozent mehr Passagiere befördert als noch in 2016. Im Gegensatz dazu hatte das Unternehmen zum Jahresende 2017 mit etwas höheren Rohölpreisen zu kämpfen. Die operative Marge wird für das vierte Quartal laut Management bei etwa 11 Prozent gesehen.

Update Delta Air Lines: Fluggesellschaft will noch höher hinaus
Delta Air Lines hatte im Schlussquartal 2017 unter anderem mit höheren Rohstoffkosten zu kämpfen. Trotzdem konnte die Fluglinie überraschend gut abschneiden. Zwar fiel der Nettogewinn zwischen Oktober und Dezember auf 572 Mio. US-Dollar, nach 622 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag jedoch bei 96 Cents, während Analysten laut Reuters im Schnitt lediglich mit einem Wert 88 Cents gerechnet hatten. Auch auf der Umsatzseite konnte Delta Air Lines positiv überraschen. Zudem konnte sich der Ausblick sehen lassen. Für die ersten drei Monate des laufenden Geschäftsjahres hat das Unternehmen weitere Umsatzverbesserungen angekündigt. Dabei profitiert die Luftfahrt von der guten wirtschaftlichen Entwicklung in den USA. Wenn die Menschen mehr Geld in der Tasche haben, können sie sich Flugreisen zu weiter entfernten Zielen leisten.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



JPMorgan Chase freut sich auf steigende Zinsen


US-Großbanken wie JPMorgan Chase gehörten zum Ende des vergangenen Jahres zu den Gewinnern der Aktienrally an der Wall Street. Ihnen kommen unter anderem die Konjunkturerholung, die dank der Steuerreform noch an Schwung zulegen könnte, und die Aussicht auf steigende Zinsen zugute. 2017 hat die Notenbank Fed die Leitzinsen drei Mal angehoben. 2018 könnten drei weitere Zinsschritte hinzukommen. Sollte die Steuerreform die Wirtschaft wie gewünscht ankurbeln, könnten es sogar mehr als drei Zinsanhebungen werden. Vieles hängt auch vom neuen Fed-Chef Jerome Powell ab. Dieser wird Anfang Februar 2018 den Vorsitz von Janet Yellen übernehmen. Während JPMorgan bereits zum Jahresende 2017 von steigenden Zinsen und niedrigeren Kosten profitiert haben dürfte, bleibt die Frage, wie sich beispielsweise der zuletzt etwas schwächelnde Anleihenhandel entwickelt hat.

Update JPMorgan Chase: Anleihehandel bleibt das Sorgenkind
JPMorgan Chase wies für das Schlussquartal 2017 einen deutlichen Gewinnrückgang gegenüber dem Vorjahr aus. Nach einem Plus von 6,73 Mrd. US-Dollar in 2016 blieb im Schlussquartal 2017 unter dem Strich lediglich ein Gewinn von 4,23 Mrd. US-Dollar übrig. Dieser Rückgang war jedoch zu verkraften. Schließlich war dafür hauptsächlich eine einmalige in Zusammenhang mit der US-Steuerreform stehende Belastung von 2,4 Mrd. US-Dollar verantwortlich. Außerdem wurden die Markterwartungen geschlagen. Analysten hatten laut Reuters im Schnitt mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,69 US-Dollar gerechnet. Die größte Bank des Landes wies jedoch einen Wert von 1,76 US-Dollar aus. Positiv wirkten sich unter anderem höhere Zinsen und ein dank der starken Konjunktur gut laufendes Kreditgeschäft aus. Dagegen schwächelte der Anleihehandel weiterhin.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Wells Fargo: Gewinnanstieg erwartet


Während man bei Wells Fargo immer noch den Skandal rund um Scheinkonten aufarbeitet, freut man sich beim Institut aus San Francisco über steigende Zinsen und die gut laufende Wirtschaft. Sollten Unternehmen zudem aufgrund der Steuerreform der US-Regierung mehr investieren, dürfte dies die Kreditvergabe ankurbeln. Investoren werden gespannt sein, ob einige dieser Effekte bereits in den Zahlen für das vierte Quartal 2017 zu beobachten sind. Diese werden am Freitag, vorbörslich, veröffentlicht. Analysten gehen laut Reuters im Schnitt von einem Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie von 0,96 US-Dollar im Vorjahr auf 1,04 US-Dollar aus. Wir dürfen gespannt sein.

Update Wells Fargo: Es geht auch anders
Während andere US-Großbanken im vierten Quartal Sonderbelastungen im Zusammenhang mit der Steuerreform von Präsident Donald Trump und den Republikanern anführten, profitierte Wells Fargo von einem einmaligen positiven Effekt. Der Gewinn kletterte im Vorjahresvergleich um 17 Prozent auf 6,15 Mrd. US-Dollar. Das bereinigte EPS lag bei 1,16 US-Dollar, nach 0,96 US-Dollar im Vorjahr. Analysten gingen laut Reuters im Schnitt von einem Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie auf lediglich 1,04 US-Dollar aus. Auf Unternehmensseite freute man sich vor allem über mehr vergebene Kredite. Zudem wurde auf die Erfolge im Bereich Vermögensmanagement verwiesen.


Quelle: Reuters, Kurs in USD

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

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