2015_Highlight_Monatsrueckblick_Header

News & Trading

Neues Jahr, neue Berichtssaison

Der Jahresauftakt ist gemacht, wenn auch nicht nach Maß. Am 11. Januar beginnt mit Alcoa die Berichtssaison zum vierten Quartal 2015. Bringen die Unternehmenszahlen die Wende?

Die Turbulenzen an den chinesischen Aktienmärkten haben die Börsen weltweit in Mitleidenschaft gezogen und für einen schlechten Start in das Jahr 2016 gesorgt. So fiel zum Beispiel der DAX® am Donnerstag wieder unter die Marke von 10.000 Punkten. Anderen wichtigen Indizes erging es dabei nicht viel besser. Während die Stimmung an den Börsen damit alles andere als berauschend ist, werden die Geschäftsergebnisse der Unternehmen zum vierten Quartal 2015 überraschend gut ausfallen müssen, um für Aufheiterung auf Anlegerseite und steigende Kurse zu sorgen. Den ersten Versuch wagt traditionellerweise der US-Aluminiumkonzern Alcoa. Es folgen unter anderem die neuesten Geschäftszahlen von Metro (Dienstag), Beiersdorf, JP Morgan, Intel (Donnerstag) sowie Wells Fargo und Carrefour (Freitag).



Alcoa macht wieder den Anfang


Die Zeiten sind längst vorbei, in denen sich die gesamte Anlegergemeinde auf die neuesten Zahlen von Alcoa gestürzt hatte. Schließlich läuteten sie nicht nur eine neue Berichtssaison ein. Viel wichtiger waren die Rückschlüsse auf die Gesamtwirtschaft, da Aluminium in einigen Schlüsselindustrien wie Flugzeug- und Automobilbau verwendet wird. Doch mit dem Dow-Abstieg von Alcoa und dem Preisverfall an den weltweiten Rohstoffmärkten hat auch die Bedeutung der Alcoa-Zahlen für die Märkte abgenommen. Trotzdem werden Anleger gespannt darauf schauen, ob das Unternehmen die Markterwartungen nach Reuters beim bereinigten Gewinn je Aktie von 4 Cents (Vorjahr: 33 Cents) schlagen kann.

Update Alcoa: Wenig überzeugend
Der Auftakt in die neue US-Berichtssaison war wenig überzeugend. Der Aluminiumkonzern Alcoa meldete im vierten Quartal angesichts rückläufiger Umsätze rote Zahlen. Während der Umsatz um 18 Prozent auf 5,25 Mrd. US-Dollar unerwartet deutlich zurückging (Reuters-Konsens: 5,29 Mrd. US-Dollar), musste der vom Deutschen Klaus Kleinfeld geführte Konzern aufgrund der schwachen Preisentwicklung bei Aluminium einen Verlust von 500 Mio. US-Dollar bzw. 39 Cents je Aktie ausweisen. Im Vorjahreszeitraum hatte Alcoa noch einen Gewinn von 159 Mio. US-Dollar bzw. 11 Cents je Aktie gemeldet. Um Einmaleffekte bereinigt konnte Alcoa allerdings einen Gewinn von 4 Cents je Aktie ausweisen und den Markt etwas besänftigen.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Metro: Entscheidendes Weihnachtsgeschäft


Der deutsche Handelskonzern Metro konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 (Ende September) Fortschritte bei seiner Restrukturierung machen und die Nettoverschuldung senken. In Bezug auf die Schuldensenkung war ganz besonders der Verkauf der Warenhauskette Kaufhof an Hudson’s Bay aus Kanada hilfreich. Die Anteilseigner sollen mithilfe einer Dividendenanhebung an diesen Erfolgen beteiligt werden. Auch in Zukunft will sich das MDAX®-Unternehmen großzügiger zeigen. Bisher wurden 40 bis 50 Prozent des bereinigten Ergebnisses je Aktie ausgeschüttet. Dieser Wert soll nun bei 45 bis 55 Prozent liegen. Jetzt gilt es jedoch erst einmal einen Blick auf die Umsätze im wichtigen Weihnachtsquartal zu werfen.

Update Metro: Handelsriese überzeugt auf dem Heimatmarkt
Der Handelskonzern Metro musste im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2015/16 einen Umsatzrückgang um 1,5 Prozent auf 17,1 Mrd. Euro ausweisen. Allerdings hatte das DAX-Unternehmen mit Portfolioeffekten und der Schwäche des russischen Rubel einige gute Entschuldigungen parat. Außerdem konnte Metro mit einer erfreulichen flächenbereinigten Umsatzentwicklung bei Metro Cash & Carry und Media-Saturn sowie einem starken heimischen Weihnachtsgeschäft aufwarten. In Deutschland kletterten die flächenbereinigten Umsätze im Monat Dezember und damit im wichtigen Weihnachtsgeschäft um 2,1 Prozent. Zudem bleibt der Vorstand trotz eines schwierigen Marktumfelds für das gesamte Geschäftsjahr 2015/16 optimistisch.



Quelle: Reuters, Kurs in EUR



Beiersdorf: Nivea-Hersteller gewährt erste Einblicke


Den endgültigen 2015er-Geschäftsbericht wird der Nivea-Hersteller Beiersdorf am 17. Februar vorlegen. Doch schon am 14. Januar wird das DAX-Unternehmen vorläufige Zahlen präsentieren. Da es sich Beiersdorf, wie viele andere Konsumgüterkonzerne, vorgenommen hat, die Schwellenländermärkte zu erobern und diese zuletzt etwas schwächelten, wird der Blick auf die Umsätze im wichtigen Consumer-Segment in den Emerging Markets besonders interessant sein. Außerdem dürften Anleger gespannt sein, ob Beiersdorf auch zum Jahresende 2015 von höheren Verkaufspreisen in Westeuropa, niedrigeren Rohstoffpreisen, positiven Währungseffekten und rückläufigen Vertriebskosten profitieren konnte.

Update Beiersdorf: Angekündigte Renditeverbesserung bestätigt
Beiersdorf konnte solide vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2015 vorlegen. Dem Nivea-Hersteller gelang es den Konzernumsatz organisch um 3,0 Prozent zu steigern, während der Gesamtumsatz um 6,4 Prozent auf 6,69 Mrd. Euro nach oben kletterte. Beiersdorf profitierte dabei von neuen Produkten und einem starken organischen Wachstum im Unternehmensbereich Consumer (+3,6 Prozent). Das Marktumfeld wurde seitens des Konzerns als „herausfordernd“ bezeichnet, dennoch will Beiersdorf wie prognostiziert eine deutliche Verbesserung der EBIT-Umsatzrendite des Konzerns (ohne Sondereffekte) geschafft haben.



Quelle: Reuters, Kurs in EUR



JP Morgan: Bilanz im Zeichen der Fed-Zinswende


Während der Aluminiumkonzern Alcoa die US-Berichtssaison eröffnet, stehen am Anfang jeder Runde von Quartalsberichten auch die neuesten Zahlen der großen Wall Street Banken auf dem Programm. Den Anfang macht am Donnerstag JP Morgan Chase. Dabei werden Anleger bei den Bilanzen der US-Banken für das vierte Quartal 2015 ganz genau auf die Auswirkungen der ersten Leitzinserhöhung der Notenbank Fed seit fast zehn Jahren auf die Gewinne der Institute schauen. Zwischen Oktober und Dezember dürften sich die Auswirkungen in Grenzen gehalten haben. Schließlich erfolgte die Zinswende erst am 16. Dezember. Trotzdem bleibt die Frage, ob JP Morgan den von Analystenseite (Reuters-Konsens) erwarteten EPS-Anstieg von 1,19 US-Dollar im Vorjahr auf 1,30 US-Dollar bewerkstelligen konnte.

Update JP Morgan: Kostenbremse erfolgreich
Da die erste Leitzinserhöhung der US-Notenbank Fed am 16. Dezember erfolgte, waren noch keine nennenswerten Auswirkungen auf die jüngsten Zahlen des Bankenriesen JP Morgan Chase zu sehen. Trotzdem konnte das Institut mit seinen Ergebnissen zum vierten Quartal 2015 für Furore sorgen. Dank hoher Einsparungen und geringerer Kosten für Gerichtsprozesse wurde der Gewinn im Vorjahresvergleich deutlich gesteigert. Zwischen Oktober und Dezember kletterte der Nettogewinn um 10 Prozent auf 5,4 Mrd. US-Dollar. Der um Einmaleffekte bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,32 US-Dollar und damit über den Reuters-Konsensschätzungen von 1,30 US-Dollar.



Quelle: Reuters, Kurs in USD



Intel: Neue Technikwelt


Im Rahmen der diesjährigen Technikmesse CES in Las Vegas stellte Intel-Konzernchef Brian Krzanich viele Möglichkeiten vor, wie der weltgrößte Chip-Hersteller mithilfe der Technik in Zukunft noch mehr ein Teil unseres Alltags sein will. Dabei hat man sich zum Beispiel die Bereiche Sport und Spiele sowie Gesundheit und Wellness vorgenommen. Nachdem der traditionelle PC-Markt seit Jahren schwächelt und Intel nicht gerade zu den Gewinnern des Smartphone-Booms gehört, wird es für Intel umso wichtiger sein, zukünftige Wachstumsfelder zu besetzen. Im vierten Quartal 2015 dürften jedoch immer noch die Schwächen am PC-Markt eine entscheidende Rolle gespielt haben. Ein Grund, warum Analysten laut Reuters-Konsens mit einem EPS-Rückgang auf 63 Cents rechnen, nachdem dieser Wert im Vorjahr noch bei 74 Cents gelegen hatte.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Wells Fargo: Ein Vorgeschmack


In den vergangenen Jahren profitierte ganz besonders der US-Bankenriese Wells Fargo von der Nullzinspolitik der Fed und der Erholung am heimischen Häusermarkt. Auf diese Weise schaffte es das in San Francisco beheimatete Geldinstitut, die Markterwartungen bei den Geschäftsergebnissen ein ums andere Mal zu übertreffen. Jetzt fragen sich Anleger natürlich, wie die Zukunft mit steigenden US-Zinsen für Wells Fargo aussehen wird. Einen ganz kleinen Vorgeschmack werden die Zahlen zum vierten Quartal 2015 liefern. Auf Analystenseite rechnet man laut Reuters-Konsens mit einem leichten Anstieg des EPS im Vorjahresvergleich um 1 US-Cent auf 1,03 US-Dollar.


Update Intel: Gewinnerwartungen deutlich geschlagen:
Der weltgrößte Chiphersteller Intel verbuchte im vierten Quartal 2015 einen leichten Gewinnrückgang von etwa 1 Prozent auf 3,6 Mrd. US-Dollar. Allerdings lag der bereinigte Gewinn je Aktie bei 74 Cents und damit deutlich über den Reuters-Konsensschätzungen von 63 Cents. Trotzdem wurden die jüngsten Intel-Quartalsergebnisse am Markt insgesamt mit Enttäuschung aufgenommen. Investoren sahen unter anderem die rückläufige Wachstumsdynamik wichtiger Zukunftsfelder wie des Geschäfts mit Rechenzentren kritisch. Dieser Bereich wuchs zwischen Oktober und Dezember gegenüber dem Vorquartal nur um 4 Prozent, nachdem zuvor deutlich höhere Wachstumsraten erzielt werden konnten.



Quelle: Reuters, Kurs in USD


Update Wells Fargo: Gewinn auf Vorjahresniveau:
Unter dem Strich verdiente Wells Fargo im Schlussquartal 2015 rund 5,7 Mrd. US-Dollar und damit in etwa genauso viel wie im Vorjahreszeitraum. Mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,03 US-Dollar wurden die Markterwartungen nach Reuters erfüllt. Auf der Umsatzseite enttäuschte das in San Francisco beheimatete Geldinstitut jedoch ein wenig. In den folgenden Quartalen dürften mögliche weitere Leitzinserhöhungen der Fed immer mehr in den Fokus rücken. Zumal Wells Fargo als größter Immobilienfinanzierer der USA in besonderer Weise von den Nullzinsen und der Erholung am heimischen Häusermarkt profitiert hatte.


Carrefour und das Wetter


Mitte Dezember hatte Carrefour den Kauf des rumänischen Supermarktgeschäfts vom Lebensmittelhändler Rewe vermeldet. Durch die Übernahme der 86 Billa-Supermärkte will sich der französische Handelskonzern zum führenden Supermarktbetreiber Rumäniens aufschwingen. Wesentlich gespannter dürften Anleger jedoch auf die neuesten Umsatzzahlen sein. Diese will man am Freitag sowohl für das wichtige vierte Quartal mit dem Weihnachtsgeschäft als auch für das Gesamtjahr 2015 präsentieren. Besonders interessant dürften dabei die Auswirkungen des milden Wetters auf die Umsätze mit Bekleidung sein. Die Ergebniskennzahlen sollen dann am 10. März folgen.


Quelle: Reuters, Kurs in EUR

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie an dieser Stelle dann jeweils Updates zu den Unternehmenszahlen und wie diese ausgefallen sind. Sofern Sie eine Strategie auf einer der vorgestellten Aktien umsetzen möchten, finden Sie auf https://de.citifirst.com/DE/Produktsuche die passenden Produkte.


Update Carrefour: Ein weiteres Wachstumsjahr:
Carrefour konnte 2015 nun schon das vierte Jahr in Serie organisch wachsen. Die Erlöse kletterten um 3,0 Prozent auf 86,3 Mrd. Euro. Besonders starke Zuwächse verzeichnete das Unternehmen in Lateinamerika und Europa, während sich Spanien und Italien dabei hervortun konnten. Allerdings gab es auch einen Wermutstropfen. Im vierten Quartal schwächte sich das Wachstum im Vergleich zum Gesamtjahr etwas ab. Zwischen Oktober und Dezember wurden die Umsätze um 2,4 Prozent auf 22,4 Mrd. Euro gesteigert.
 

Kommentare (0)

Kommentar verfassen*

* Ihr Kommentar wird erst nach einer redaktionellen Prüfung veröffentlicht.