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Trading

Investoren müssen weiter am Ball bleiben

Eine weitere Berichtssaison neigt sich allmählich ihrem Ende entgegen. Allerdings sollten Investoren weiterhin am Ball bleiben. Schließlich erwarten uns noch aus den USA interessante Berichte zum September-Quartal von einigen Nachzüglern.

Hierzulande ist die Berichtssaison ebenfalls in vollem Gange. Aufgrund des späteren Starts werden hierzulande zahleiche Blue Chips ihre Zahlen für die Zeit zwischen Juli und September 2016 vorstellen. In der kommenden Woche berichten unter anderem die Deutsche Post, Henkel (Dienstag); Mylan, Münchener Rück (Mittwoch); Continental, Deutsche Telekom, NVIDIA (Donnerstag) und Allianz (Freitag).



Deutsche Post will den positiven Trend fortsetzen


Nachdem die Deutsche Post einen kleinen Durchhänger hatte und mit Streiks sowie einer teuren Umstellung der IT-Systeme im DHL-Frachtgeschäft fertig werden musste, konnte der ehemalige Staatsmonopolist im zweiten Quartal 2016 überzeugen. Es war sogar das bisher beste zweite Quartal überhaupt. Damit wurde die starke Ergebnisdynamik der vorangegangenen beiden Quartale unvermindert fortgesetzt. Jetzt schauen Investoren natürlich gespannt darauf, ob diese Dynamik des DAX®-Konzerns auch im abgelaufenen dritten Quartal fortgesetzt werden konnte. Noch vor der Bekanntgabe der Zahlen hatten Anleger Grund zur Freude. Schließlich will die Deutsche Post ihre Aktienrückkäufe ausweiten und nach Auslaufen des aktuellen Programms bis zu weitere 3 Millionen Anteilsscheine kaufen.

Update Deutsche Post: Das operativ stärkste dritte Quartal der Geschichte
Die Deutsche Post konnte zwischen Juli und September 2016 den positiven Trend der vergangenen Quartale fortsetzen. Der ehemalige Staatsmonopolist steigerte das operative Ergebnis deutlich. Zudem wurde der Jahresausblick bestätigt. Mit einem Konzern-EBIT von 755 Mio. Euro verzeichnete das DAX®-Unternehmen sogar das operativ stärkste dritte Quartal seiner Geschichte. Der deutliche Anstieg gegenüber dem Vorjahr (2015: 197 Mio. Euro) ist laut Unternehmensangaben neben dem Wegfall erheblicher negativer Einmaleffekte auf ein anhaltendes organisches Ergebniswachstum in allen Unternehmensbereichen zurückzuführen. Der Umsatz ging im dritten Quartal um 3,9 Prozent auf 13,9 Mrd. Euro zurück. Ursachen hierfür waren negative Währungseffekte, niedrigere Treibstoffzuschläge in Folge des gesunkenen Ölpreises sowie der seit dem vierten Quartal 2015 geänderte Ausweis von Umsätzen in einem großen Kundenvertrag der Division Supply Chain. Um diese Effekte bereinigt lagen die Konzernerlöse 2,4 Prozent über dem Vorjahreswert.


Quelle: Reuters



Henkel will stärker wachsen


Als Chef des Konsumgüterkonzerns Henkel ist Hans Van Bylen noch nicht so lange im Amt. Er weiß jedoch jetzt schon, welche Aufgaben er am dringendsten angehen möchte. Ende Oktober sagte er in einem Interview mit der "Financial Times", dass vor allem das Wachstum wieder angekurbelt werden soll. Sowohl in den Schwellenländern als auch in den bereits entwickelten Märkten. In der kommenden Woche werden Anleger sehen können, wie das Unternehmen im dritten Quartal 2016 gewachsen ist. Auf Analystenseite wird laut Reuters-Konsens mit einem Umsatzplus von 4,59 Mrd. Euro im Vorjahr auf 4,82 Mrd. Euro gerechnet. Der Gewinn je Aktie soll wiederum auf 1,36 Euro steigen, nach 1,30 Euro im Vorjahr.

Update Henkel: Überzeugende Performance
Anleger zeigten sich mit den jüngsten Geschäftsergebnissen beim Konsumgüterkonzern Henkel zufrieden. Das DAX®-Unternehmen konnte vor allem dank Übernahmen und Einsparungen überzeugen. Zwischen Juli und September kletterten die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Prozent auf 4,75 Mrd. Euro. Aus eigener Kraft wurde ein Plus von 2,8 Prozent erreicht. Das um einmalige Aufwendungen und Erträge sowie Restrukturierungsaufwendungen bereinigte betriebliche Ergebnis (EBIT) stieg um 7,6 Prozent auf 837 Mio. Euro, während der auf die Anteilseigner entfallende Nettogewinn von 484 Mio. Euro im Vorjahr auf 576 Mio. Euro nach oben geschraubt wurde. Zudem wurde die Jahresprognose bestätigt. Für 2016 wird mit einem organischen Umsatzwachstum von 2 bis 4 Prozent gerechnet. Die bereinigte EBIT-Marge soll auf über 16,5 Prozent ansteigen.


Quelle: Reuters



Mylan: Unerwünschte Aufmerksamkeit


Das amerikanisch-niederländische Pharmaunternehmen Mylan erlebte zuletzt bewegte Zeiten. Der Konzern wehrte im vergangenen Jahr erfolgreich einen feindlichen Übernahmeversuch vonseiten des israelischen Konkurrenten Teva ab. Zuletzt geriet das Unternehmen wiederum im Zuge des US-Präsidentenwahlkampfs geführten Diskussionen um zu hohe Gesundheitskosten und die vermeintliche Gier der Pharmakonzerne in den Fokus. Dabei wurde insbesondere die Preiserhöhung für Mylans Allergie-Spritze Epipen genauer beäugt. Die Diskussion um Medikamentenpreise in den USA und die direkten Angriffe von Politikerseite auf Mylan haben den Aktienkurs des Unternehmens zuletzt stark belastet. Möglicherweise helfen positive Quartalsergebnisse.

Update Mylan: Lösung in Sicht
Wie erwartet machten sich die Streitigkeiten mit US-Behörden rund um die Allergie-Spritze Epipen in den Mylan-Ergebnissen für das dritte Quartal 2016 negativ bemerkbar. Die Rückstellungen für eine Strafzahlung an das amerikanische Justizministerium führten zu einem Nettoverlust in Höhe von 119,8 Mio. US-Dollar. Bereinigt um solche Einmaleffekte lag der Gewinn je Aktie bei 1,38 US-Dollar. Allerdings lag auch dieser Wert unter den Markterwartungen. Der Reuters-Konsens betrug zuvor 1,45 US-Dollar. Die Umsatzerlöse kletterten um 13 Prozent auf 3,06 Mrd. US-Dollar und lagen damit ebenfalls unter den Reuters-Konsensschätzungen (3,12 Mrd. US-Dollar). Immerhin konnte das Management des amerikanisch-niederländischen Pharmaunternehmens Investoren eine baldige Einigung im Streit um die Preisgestaltung für die Allergie-Spritze Epipen in Aussicht stellen.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Münchener Rück: Neue Wachstumsmärkte


Viele Branchen sehen die Wachstumsmärkte der Zukunft in den Schwellenländern, vor allem in Asien. Bei den Rückversicherern ist dies nicht anders. Um der dynamischen Entwicklung in Asien-Pazifik (APAC) Rechnung zu tragen, hat nun der Marktführer unter ihnen, Münchener Rück, seine strategische Aufstellung für diesen Wirtschaftsraum verändert. Ziel ist eine flexiblere Struktur bei gleichzeitig stärkerer lokaler Ausrichtung. Dafür werden die Standorte in Tokio, Singapur und Peking ausgebaut, einzelne andere Standorte verkleinert oder geschlossen, hieß es Mitte September von Unternehmensseite zu diesem Thema. Die neue Struktur soll bis Ende 2017 – vorbehaltlich der Zustimmung von Mitbestimmungsgremien und Aufsichtsbehörden – umgesetzt werden. Wie die Geschäfte zwischen Juli und September gelaufen sind, werden Anleger bereits am Mittwoch erfahren.

Update Münchener Rück: Stabilisierung in Sicht
Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück konnte sich im dritten Quartal 2016 gut behaupten. Dabei war das Marktumfeld für das DAX®-Unternehmen weiterhin schwierig. Ganz besonders machten ihm die niedrigen Zinsen zu schaffen. Zwischen Juli und September wurde der Nettogewinn im Vorjahresvergleich trotzdem um 30 Prozent auf 684 Mio. Euro gesteigert. In den ersten neun Monaten des Jahres erreichte die Gruppe einen Konzerngewinn von 2,1 Mrd. Euro (Vorjahreszeitraum: 2,4 Mrd. Euro). Nach dem erfreulichen Ergebnis im dritten Quartal soll der Gewinn für das laufende Jahr den zuletzt prognostizierten Betrag von 2,3 Mrd. Euro deutlich übertreffen. Ein Grund für den Optimismus ist der vom Management beobachtete geringere Preisdruck in der Branche. Münchener Rück geht jetzt von deutlichen Stabilisierungstendenzen aus.


Quelle: Reuters



Continental: Nur ein kleiner Dämpfer


Der Reifenhersteller und Automobilzulieferer Continental hat Investoren zuletzt mit einer Prognosesenkung verschreckt und damit die zuvor an den Tag gelegte Serie an Erfolgsmeldungen unterbrochen. Für seine Automotive-Sparte rechnet Continental im Gesamtjahr 2016 nur noch mit einer bereinigen EBIT-Marge von über 6,5 Prozent, nachdem lange Zeit ein Wert von 8,5 Prozent in Aussicht gestellt worden war. Konzernweit soll die bereinigte EBIT-Marge bei über 10,5 Prozent liegen (bisher über 11 Prozent). Dagegen wurden die Prognosen auf der Umsatzseite sowohl im Bereich Automotive als auch auf Konzernebene bestätigt. Die Geschäftsergebnisse für das dritte Quartal sollten weitere Aufschlüsse darüber liefern, ob es sich hierbei nur um einen kurzfristigen Dämpfer handelt. Langfristig kann das Unternehmen mit einigen positiven Wachstumsaussichten aufwarten. Schließlich werkelt Continental gemeinsam mit der Autobranche an Zukunftsthemen wie Elektromobilität, Vernetzung oder Sicherheit der Fahrzeuge.

Update: Continental sorgt für enttäuschte Anlegergesichter
Dass im dritten Quartal beim Reifenhersteller und Automobilzulieferer Continental aufgrund von einigen negativen Sondereffekten nicht alles reibungslos lief, wussten Investoren wegen einer Prognosesenkung bereits. Jetzt gab es die Quartalszahlen. Und einmal mehr sorgte das DAX®-Unternehmen für enttäuschte Anlegergesichter. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2016 wurden die Umsätze um 2,8 Prozent auf 30,0 Mrd. Euro gesteigert. Im dritten Quartal lag das Plus sogar bei 3,8 Prozent auf 9,9 Mrd. Euro. Allerdings stürzte das EBIT zwischen Juli und September gegenüber dem Vorjahr um 42,4 Prozent auf 596,3 Mio. Euro ab. Selbst das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) war um 39,8 Prozent auf 645,2 Mio. Euro rückläufig. Das vom Management ergebnisseitig in Aussicht gestellte starke Schlussquartal schien nur einen schwachen Trost darzustellen.


Quelle: Reuters



Deutsche Telekom: US-Geschäft bleibt Wachstumstreiber


Am Donnerstag wird die Deutsche Telekom die Ergebnisse für das dritte Quartal 2016 präsentieren. Die zuletzt sehr erfolgreiche Mobilfunktochter T-Mobile US hat dies bereits getan und dabei erneut überzeugen können. T-Mobile US konnte rund 2 Millionen neue Kunden gewinnen. Es war bereits das 14. Quartal in Serie, in dem der am schnellsten wachsende Mobilfunkanbieter in den USA mehr als 1 Million neue Kunden gewinne konnte. Der Gewinn wurde deutlich gesteigert. Zudem wurden die Prognosen für das Gesamtjahr für die Zahl der neuen Kunden und den operativen Gewinn angehoben. Von diesem Erfolg dürfte zuletzt ein weiteres Mal auch die Deutsche Telekom als Mutterkonzern profitiert haben.

Update: Deutsche Telekom ist dank US-Tochter weiter auf Erfolgskurs
Die Deutsche Telekom konnte im dritten Quartal vor allem auf starke Zahlen der US-Mobilfunktochter T-Mobile US und stabile Ergebnisse auf dem deutschen Heimatmarkt verweisen. Konzernweit wurden die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent auf 18,1 Mrd. Euro gesteigert. Darüber hinaus vergrößerten die Bonner die Kundenbasis, während man gleichzeitig aber auch bei allen anderen wichtigen Kennzahlen wachsen konnte. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 7 Prozent auf 5,5 Mrd. Euro. Der Konzernüberschuss wuchs gegenüber dem Vorjahresquartal sogar um mehr als 30 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro. Außerdem wurden sowohl die kurzfristigen als auch die mittelfristigen Unternehmensziele bestätigt.


Quelle: Reuters



NVIDIA: Konzentration auf Zukunftsfelder sorgt für Anlegerfantasien


Die Art und Weise, wie heutzutage Videospiele gespielt werden hat sich verändert. Traditionelle Konsolenhersteller wie Nintendo, Sony oder Microsoft müssen sich mit einfach herzustellenden Handy-Spielen herumschlagen. Der neueste Trend geht in Richtung Virtual Reality. Ein Trend, von dem auch der Spezialist für PC-Grafikprozessoren NVIDIA profitieren möchte. Laut eigenen Aussagen erschließt die Arbeit von NVIDIA neue Welten, ermöglicht ungeahnte Kreativität und Entdeckungen und treibt Erfindungen an, die früher als Science-Fiction galten, wie die künstliche Intelligenz oder autonome Kraftfahrzeuge. Das Thema autonomes Fahren ist ein weiteres Wachstumsfeld, dem sich das Unternehmen verschrieben hat. Vieles davon ist noch Zukunftsmusik und wird sich daher nicht in den neuesten Quartalsergebnissen zeigen, trotzdem ließen die Wachstumsaussichten des Unternehmens in Bereichen wie Virtual Reality, autonomes Fahren und bei Computerspielen die NVIDIA-Aktie zuletzt regelrecht durch die Decke gehen.

Update: NVIDIA verzeichnete ein überragendes Quartal
Der Spezialist für PC-Grafikprozessoren NVIDIA hat für das dritte Quartal starke Ergebnisse präsentiert und für Begeisterung am Aktienmarkt gesorgt. Die Umsatzerlöse kletterten gegenüber dem Vorjahr um 54 Prozent auf 2,0 Mrd. US-Dollar. Es war der höchste Anstieg seit mehr als sechs Jahren. Außerdem wurde ein neuer Höchstwert für einen Dreimonatszeitraum verbucht. Auch der Gewinn und die Marge erreichten neue Bestwerte. Die Quartalsdividende wurde um 22 Prozent auf 0,14 US-Dollar angehoben. Das Unternehmen profitierte vor allem von einer hohen Nachfrage nach seinen leistungsfähigen Grafikchips für Computerspiele. Dabei bieten sich NVIDIA mit dem Vorstoß auf den Markt für selbstfahrende Autos insbesondere in der Computerspieleindustrie viele Chancen. Das Thema Virtual Reality kommt immer mehr auf.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Allianz kann sich behaupten


Noch immer kommt die Allianz-Vermögensverwaltungstochter PIMCO nicht zur Ruhe. Mittelabflüsse bleiben weiterhin ein Thema. Abgesehen davon kann sich der Versicherungskonzern selbst in einem schwierigen, von niedrigen Zinsen geprägten Marktumfeld, gut behaupten. Wie gut dies dem Münchner DAX®-Konzern im dritten Quartal gelingen ist, werden Anleger am Freitag erleben, wenn die neuesten Geschäftszahlen präsentiert werden. Derzeit gehen Analysten laut Reuters-Konsens im Schnitt von einem Anstieg des Gewinns je Aktie auf 3,27 Euro aus. Im Vorjahreszeitraum lag dieser Wert noch bei 2,98 Euro. Die Umsätze sollen dagegen um knapp 4 Prozent auf 26,52 Mrd. Euro zurückgegangen sein.

Update: Allianz gibt vielversprechenden Ausblick
Europas größter Versicherungskonzern Allianz profitierte im dritten Quartal 2016 von geringen Katastrophenschäden und einem starken Lebensversicherungsgeschäft. Auch der Ausblick ist vielversprechend. Die Allianz Gruppe verzeichnete zwischen Juli und September einen Anstieg des operativen Ergebnisses um 18,2 Prozent auf 2,9 Mrd. Euro. Das Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft erzielte die stärksten Ergebnisse mit Beiträgen aus allen großen operativen Einheiten. Das Ziel bleibt, in 2016 ein operatives Ergebnis in Höhe von 10,5 Mrd. Euro, plus minus 500 Mio. Euro, zu erreichen. Auch wichtige Leistungskennzahlen haben sich in diesem Quartal verbessert: Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreswert von 94,1 auf 93,5 Prozent. Das Aufwand-Ertrag-Verhältnis bei Asset Management sank auf 60,8 Prozent im Vergleich zu 63,3 Prozent im Vorjahresquartal. Im Lebensversicherungsgeschäft schwächte sich der Neugeschäftswert im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent ab, verbesserte sich allerdings dennoch im Vergleich zum zweiten Quartal 2016 um fast denselben Wert trotz eines Rückgangs der marktüblichen Zinsen.


Quelle: Reuters

In der kommenden Woche finden Sie an dieser Stelle dann Updates, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

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