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Fünf Dinge, die Sie über den Börsengang von Uber wissen müssen

Der Mitfahrdienst Uber geht an diesem Freitag an die Börse. Die Märkte erwartet der größte IPO (Initial Public Offering) seit Jahren. Entsprechend groß ist die Aufregung. Wie Anleger vom Börsendebüt des Startups profitieren können.

Der Börsengang des Fahrdienstanbieters Uber hält die Anleger weltweit in Atmen. Am kommenden Freitag wird es soweit sein. Dann werden die Aktien des 2009 gegründeten Startups erstmals an der New York Stock Exchange unter dem Kürzel „UBER“ gelistet. Die Preisspanne für die Anteilsscheine liegt zwischen 44 und 50 US-Dollar, was am oberen Ende einem IPO-Volumen von rund neun Milliarden US-Dollar entsprechen würde. Auch in Deutschland wird das Börsendebüt von Uber mit Spannung erwartet. Welche Chancen bietet der IPO? Welche Risiken gilt es zu beachten? Wie können Anleger von möglichen Kursschwankungen profitieren? Die nachfolgenden Punkte geben einen kleinen Überblick.

1. Wie Uber seine Expansion vorantreiben will


Uber wurde 2009 als reine Online-Vermittlungsplattform für Mitfahrdienste gegründet. Die Sparte „Personal Mobility“, in dem das Ridesharing gebündelt ist, ist mit einem Umsatzanteil von mehr als 80 Prozent nach wie vor mit Abstand die Haupteinnahmequelle. Gleichwohl ist das Management um Diversifikation bemüht. So bietet Uber zum Beispiel mittlerweile auch die Vermietung von E-Scootern und E-Bikes an. Mit „Uber Eats“ verfügt die Gesellschaft zudem über einen Lieferservice, über den sich Kunden per App Essen bestellen können. 15 Millionen Menschen haben im vierten Quartal 2018 diesen Dienst in Anspruch genommen. Mit „Uber Freight“ wiederum will das Unternehmen die Logistikbranche aufmischen. Hierbei handelt es sich um eine Online-Demand-Plattform, die die Vermittlung von Speditionsdienstleistungen anbietet. In den USA wurden zu diesem Zweck schon Verträge mit mehr als 36.000 Spediteuren geschlossen. Noch Zukunftsmusik ist das Geschäft mit Lufttaxis (Uber Air). Aber auch diese Vision soll nach den Plänen von Uber bis 2023 Realität werden



2. Warum sich Uber erst am Anfang sieht


Uber beziffert seine aktiven Plattformkunden, die mindestens eine Mitfahrgelegenheit oder einen anderen Uber-Dienst pro Monat in Anspruch nehmen, auf 93 Millionen Menschen. Das hört sich nach viel an, ist für Uber aber erst der Anfang. Personal Mobility sei ein großer und schnell wachsender, aber noch unterentwickelter Markt, heißt es im IPO-Prospekt. Das Startup ist in 63 Ländern mit einer Gesamtbevölkerung von 4,1 Milliarden Menschen aktiv. Diese haben nach Schätzung des Unternehmens im Jahr 2018 bei Reisen unter 30 Meilen insgesamt 4,7 Billionen Fahrzeugmeilen – das entspricht rund 7,6 Billionen Kilometer – zurückgelegt. Dieses Potenzial will Uber nutzen. Nach Angaben des Unternehmens wurden über Uber-Plattformen im vergangenen Jahr rund 26 Milliarden Meilen beziehungsweise 42 Milliarden Kilometer zurückgelegt, was einer Durchdringung von weniger als einem Prozent entspricht. Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Mehr als 99 Prozent des Marktes sind noch unerschlossen.



3. Wie Uber Partnerschaften schmiedet

Im Rahmen einer Privatplatzierung wird sich der digitale Bezahldienst PayPal mit 500 Millionen US-Dollar an Uber beteiligen. Ziel der Beteiligung ist eine strategische Partnerschaft, über die ein eigenes Bezahlsystems für Uber-Kunden entwickelt werden soll. Auch andere Weltkonzerne sehen in Uber einen attraktiven Geschäftspartner. Bereits im April wurde mit Softbank, Toyota und Denso ein Vertrag geschlossen. Darin haben sie sich verpflichtet, insgesamt eine Milliarde US-Dollar in eine neu gebildete Muttergesellschaft zu investieren, über die Uber die Entwicklung selbstfahrender Autos vorantreiben will.

4. Wo die Risiken lauern


Wie aus dem IPO-Prospekt hervorgeht, hat Uber seinen Umsatz in den vergangenen zwei Jahren (2016 bis 2018) um fast 200 Prozent auf 11,27 Milliarden US-Dollar gesteigert. Das Wachstum verläuft also überaus dynamisch. Gleichwohl schreibt das Unternehmen noch tiefrote Zahlen. Im Jahr 2016 belief sich der operative Verlust auf 3,0 Milliarden US-Dollar, im Jahr 2017 auf 4,08 Milliarden US-Dollar und im Jahr 2018 auf 3,03 Milliarden US-Dollar. Und auch für die ersten drei Monate des laufenden Jahres weist das Unternehmen nach vorläufigen Zahlen ein Minus von rund einer Milliarde US-Dollar aus. Geht es in diesem Tempo weiter, wären die Einnahmen aus dem Börsengang spätestens in drei Jahren aufgebraucht. Im IPO-Prospekt heißt es dazu: „Wir haben seit der Gründung erhebliche Verluste erlitten. Wir gehen davon aus, dass unsere betrieblichen Aufwendungen in absehbarer Zeit deutlich ansteigen werden. Möglicherweise werden wir nie profitabel.“



5. Wie Anleger nach dem IPO investieren können

Es ist davon auszugehen, dass sich die Aktie von Uber nach dem Börsengang sehr volatil entwickeln wird. Das zeigt das Beispiel des kleineren Uber-Rivalen Lyft, der Ende März 2019 sein Börsendebüt gab. Die Erstnotiz lag um gut 20 Prozent über dem Ausgabepreis von 72 US-Dollar. In den Tagen danach ging es aber steil nach unten bis auf 54 US-Dollar. Für spekulative Anleger ergeben sich aus solch starken Schwankungen reizvolle Trading-Chancen. Allerdings gilt es schnell zu handeln. Die Citi bietet daher unmittelbar nach Ubers Börsenstart eine Reihe passender Long- und Short-Hebelprodukte wie Optionsscheine oder Knock-out-Papiere auf die Aktie des Startups an.






 

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