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Trading

Es wird ernst: US-Großbanken läuten die Berichtssaison zum Sommerquartal ein

Der chinesisch-amerikanische Handelsstreit und die Haushaltspolitik der italienischen Regierung halten die Finanzmärkte derzeit in Atem. Wesentlich erfreulicher dürfte dagegen der Blick auf die neuesten Quartalsberichte der Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks werden. Allerdings stellt sich genauso wie in den Quartalen zuvor die Frage, ob sich die positive Gewinnentwicklung der Unternehmen positiv auf die Entwicklung der Aktienkurse auswirken wird. Wir dürfen gespannt sein.

Erneut spricht einiges für überzeugende Quartalsberichte. Laut FactSet rechnen Analysten für das Sommerquartal (Juli bis September) im Schnitt für die Unternehmen im S&P 500 mit einem Gewinnanstieg im Vorjahresvergleich von 19,3 Prozent. Wie üblich wurden in den vergangenen Wochen die Erwartungen der Analysten etwas zurückgefahren. Trotzdem bleiben die Aussichten optimistisch.

Sollte das Gewinnplus tatsächlich bei 19,3 Prozent liegen, wäre es der dritthöchste Wert seit dem ersten Quartal 2011. Laut FactSet wurden seitdem nur in den beiden vorangegangenen Quartalen höhere Werte erzielt. Die US-Konzerne profitieren weiterhin von niedrigeren Steuern, weniger Regulierungsvorschriften und der starken Konjunktur. Allerdings könnten der chinesisch-amerikanische Handelsstreit und die gegenseitigen Zölle die positive wirtschaftliche Entwicklung in der größten Volkswirtschaft der Welt gefährden.

In Europa fiel die Performance zuletzt nicht ganz so überragend aus. Daran war unter anderem ein starker Euro schuld. Inzwischen hat sich jedoch die Situation bei den Wechselkursen etwas entspannt. Dafür sind die Handelsstreitigkeiten auch den europäischen Unternehmen nicht verborgen geblieben. Sie sorgten sogar für einige Gewinnwarnungen. Unter anderem bei BMW. Allerdings haben die deutschen Automobilkonzerne derzeit auch mit ganz anderen Herausforderungen zu kämpfen.

Zu Beginn der Berichtssaison liegt der Fokus in den USA vor allem auf den Großbanken. Sie sind jedoch nicht die einzigen. In der kommenden Woche berichten unter anderem Delta Air Lines (Donnerstag); JPMorgan und Wells Fargo (Freitag).


Delta Air Lines: Ein weiterer Rekordmonat

Die US-Fluggesellschaft Delta Air Lines hat bereits ihre Passagierdaten für den Monat September veröffentlicht. Die Airline verbuchte dabei mit 15,2 Millionen beförderten Fluggästen einen neuen Rekord für den Monat September. In dieser Woche wird das Unternehmen darüber berichten, wie sich die Passagierzahlen auf die anderen Kennzahlen im Konzern ausgewirkt haben. Analysten gehen laut Reuters im Schnitt von einem Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie im Vorjahresvergleich um 19 Cents auf 1,76 US-Dollar aus. Die Umsatzerlöse werden bei 11,98 Mrd. US-Dollar gesehen, was einem Anstieg von 8,3 Prozent entsprechen würde.

Update Delta Air Lines: Kostensteigerungen abgefedert
Delta Air Lines fuhr im dritten Quartal 2018 einen Rekordumsatz in Höhe von 12,0 Mrd. US-Dollar ein. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,80 US-Dollar. Damit wurden die Markterwartungen geschlagen. Analysten rechneten laut Reuters im Schnitt lediglich mit einem Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie auf 1,76 US-Dollar. Die Umsatzerlöse wurden bei 11,98 Mrd. US-Dollar gesehen. Die US-Fluggesellschaft profitierte von steigenden Passagierzahlen und höheren Ticketpreisen infolge einer wachsenden US-Wirtschaft. Zudem konnten die steigenden Kerosinpreise abgefedert werden, indem in anderen Bereichen gespart wurde. 




Quelle: Reuters


JPMorgan: US-Banken und die Zinswende

Auf ihrer jüngsten Sitzung Ende September hat die US-Notenbank Fed die Leitzinsen ein weiteres Mal angehoben. Nach dem dritten Zinsschritt in diesem Jahr liegt der Leitzins in einer Spanne von 2,00 bis 2,25 Prozent. Weitere Zinsschritte könnten folgen. Darüber dürften sich unter anderem die US-Banken freuen. Einige von ihnen legen in dieser Woche, zu Beginn der Berichtssaison für das dritte Quartal 2018, ihre neuesten Zahlen vor. Dazu gehört auch JPMorgan Chase. Am Freitag ist es so weit. Beim EPS erwarten Analysten laut Reuters im Schnitt einen Wert in Höhe von 2,26 US-Dollar, nach 1,76 US-Dollar im Vorjahr. Die Umsätze sollen zwischen Juli und September aus Analystensicht gegenüber dem Vorjahr um 5,5 Prozent auf 27,64 Mrd. US-Dollar angestiegen sein.

Update JPMorgan Chase: Höhere Zinsen, niedrigere Steuern
Die gemessen an der Bilanzsumme größte US-Bank, JPMorgan Chase, konnte überzeugende Ergebnisse für das dritte Quartal abliefern. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,34 US-Dollar und damit deutlich über dem Vorjahreswert von 1,76 US-Dollar. Die Markterwartungen wurden ebenfalls geschlagen. Analysten hatten zuvor laut Reuters im Schnitt mit einem Wert in Höhe von 2,26 US-Dollar gerechnet. Die Umsätze lagen im September-Quartal bei 27,82 Mrd. US-Dollar. Während JPMorgan Chase erneut Abstriche in seiner Handelsabteilung machen musste, profitierte das Institut von niedrigeren Steuern, höheren Zinsen und der starken US-Konjunktur.



Quelle: Reuters


Wells Fargo hat noch sehr viel aufzuarbeiten

Die US-Großbank Wells Fargo ist immer noch dabei, einige Verfehlungen aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Dabei geht es um Scheinkonten, fälschlicherweise Hauskäufern berechnete Gebühren oder gefälschte Essensbelege von Mitarbeitern. Das Institut konnte viele Skandale bereits aufarbeiten, es ist jedoch weiterhin viel zu tun. Trotzdem sehen Analysten laut Reuters für das gerade beendete dritte Quartal 2018 ein deutliches Gewinnplus im Vorjahresvergleich. Das EPS wird im Schnitt bei 1,18 US-Dollar gesehen, nach 0,84 US-Dollar im Vorjahr. Dafür sollen die Erlöse um 0,5 Prozent auf 21,81 Mrd. US-Dollar leicht gesunken sein.

Update Wells Fargo: Auf dem Wege der Besserung
Wells Fargo konnte für das dritte Quartal 2018 gegenüber dem Vorjahr einen deutlichen Gewinnanstieg um 32,4 Prozent auf 6,01 Mrd. US-Dollar ausweisen, bliebt jedoch mit dem den Anteilseignern zurechenbaren bereinigten Gewinn je Aktie von 1,13 US-Dollar unter den Markterwartungen. Analysten hatten das EPS laut Reuters im Schnitt bei 1,18 US-Dollar gesehen, während die Umsätze einen Wert von 21,81 Mrd. US-Dollar erreichen sollten. Tatsächlich wies Wells Fargo Erlöse in Höhe von 21,9 Mrd. US-Dollar aus. Dabei beschäftigte sich das Unternehmen auch im dritten Quartal intensiv mit der Aufarbeitung der jüngsten Verfehlungen. Unter anderem wurde an Verbesserungen des Risikomanagements gearbeitet.




Quelle: Reuters


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