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Kolumne

Einfach europäisch investieren

Vom Bluechip bis zum Branchen-Barometer: Die Europa-Indizes der Stoxx-Familie erlauben eine komfortable Abbildung der Wertentwicklung von Europas Top-Titeln sowie risikoreduzierte Sektorinvestments

Wer sich bei der Geldanlage nicht den Chancen und Risiken länderspezifischer Entwicklungen und teilweise unausgewogener Branchenstrukturen aussetzen will, der muss seinen Investment-Horizont erweitern. Im DAX® findet sich beispielsweise mit SAP gerade ein reinrassiger Tech-Wert, aber weit und breit kein einziger Ölwert.

Nicht nur aus geografischer Sicht liegt es daher nahe, sich bei unseren Nachbarn umzuschauen: Viele der dort ansässigen Unternehmen sind deutschen Anlegern bekannt, und ihre Aktien notieren in Euro. Statt dabei einzelne Titel aus Frankreich, den Niederlanden oder auch Spanien und Italien ins Portfolio zu nehmen, lässt sich auch einfach mittels eines breit gestreuten Index-Investments auf die Region Europa setzen. Hier bietet die Stoxx-Familie eine große Palette vom Bluechip bis zum Branchen-Barometer, die sich einfach über Zertifikate abbilden lässt.

Das bekannteste Barometer dürfte der Euro Stoxx 50® sein. Als Leitindex für Aktien aus den Ländern der Eurozone fasst er die Wertentwicklung der dort beheimateten 50 Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung zusammen. Es dominieren Titel aus Frankreich und Deutschland, gefolgt von spanischen, niederländischen und italienischen Papieren. Mit Nokia, Anheuser-Busch InBev und CRH befinden sich zudem je eine Aktie aus Finnland, Belgien und Irland im Euro Stoxx 50®.

Nicht mehr vertreten ist dagegen seit August die Deutsche Bank – allerdings ist sie weiterhin Teil der breiter streuenden Variante Euro Stoxx®, die ohne Zahl auskommt. Der Index umfasst derzeit 293 Aktien, darunter auch Papiere aus Österreich, Portugal und Luxemburg.

Wer die Index-Namen um gerade zwei Buchstaben ergänzt und die Reihenfolge tauscht, erhält ein geografisch noch deutlich erweitertes Spektrum: Die Stoxx-Europe-Barometer als 50er-Benchmark-Version oder breit streuende 600er-Variante enthalten auch Aktien von Unternehmen aus Nicht-Euro-Ländern. Die Mitgliedschaft in der Europäischen Union ist keine Voraussetzung, was aller Voraussicht nach im Fall Großbritanniens noch bedeutsam werden wird. Das Land hat im Stoxx Europe 50® mit gut einem Drittel das bei weitem höchste Gewicht. Auf Platz 2 folgt die Schweiz, und auch Dänemark schafft es unter die Top Ten. Anleger streuen also mit der Stoxx-Europe-Version breiter als mit dem Euro Stoxx. Wie beim Euro Stoxx dient die breite Benchmark außerdem als Basis für etliche Branchen-Barometer – im Stoxx-Jargon: Supersektor-Indizes –, mit denen Anleger gezielt auf Spezialthemen setzen können.

Bei einigen von ihnen kommt dem erweiterten Universum dabei besondere Bedeutung zu. So umfasst der Stoxx Europe Oil & Gas® dank der Berücksichtigung von BP und Shell, der norwegischen Statoil und weiteren Unternehmen mit Sitz außerhalb der Eurozone immerhin 20 Titel; und damit doppelt so viele wie der nur gering diversifizierte Euro-Stoxx-Subindex. Bei den – in den vergangenen Jahren durch den niedrigen Ölpreis im Sektorvergleich stark unter Druck geratenen – Öl- und Gaswerten können Anleger mit Discount- und Bonuszertifikaten risikogepuffert auf eine Fortsetzung der zuletzt erkennbaren Erholung oder aber eine Seitwärtsbewegung setzen. Allerdings sollten sie bei der Auswahl eines geeigneten Risikopuffers die relativ hohe Schwankungsintensität des Sektors nicht aus dem Blick verlieren.

Eine vergleichbare Möglichkeit, auf das Ende eines relativ dramatischen Abwärtstrends zu setzen, bietet der europäische Bankensektor. Hier ist jedoch durch eine Vielzahl von Instituten auch bei einer Beschränkung auf die Eurozone eine ausreichende Diversifikation gewährleistet: Der Euro Stoxx Banks®, Basiswert eines breiten Angebots von Discountern und Bonuspapieren, umfasst 26 Aktien.

Europa bietet also eine Vielzahl an Indizes, die Anleger an den Unternehmen der europäischen Länder partizipieren lassen und für Diversifikation sorgen können bzw. sich zur Nutzung möglicher antizyklischer Chancen im Öl- und Banksektor eignen.

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