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Dividenden 2020: Neuer Rekord?

Die diesjährige Dividendensaison ist noch mit zahlreichen Unsicherheitsfaktoren behaftet. Man denke an die überraschend drastische Dividendenkürzung von Daimler. Abgesehen davon sollten Anleger nicht allein die Höhe der Dividendenrendite im Auge haben, sondern auch die Dividendenkontinuität. Acht Aktien aus dem DAX® haben sich bei diesem Kriterium in der Vergangenheit besonders hervorgetan.

In wenigen Wochen beginnt die Dividendensaison 2020 – und sie beginnt leider mit einer schlechten Nachricht. Daimler – in Vergangenheit einer der größten Dividendenzahler im DAX – wird seine Ausschüttung nach einem massiven Gewinneinbruch drastisch kürzen. 3,25 Euro pro Aktie gab es noch im vergangenen Jahr. Schon damals war die Ausschüttung um 0,40 Euro gekappt worden. Nun erhalten die Aktionäre nur noch magere 0,90 Euro je Anteilsschein. Selbst Analysten waren von der Wucht dieser neuerlichen Kürzung überrascht. Sie rechneten noch bis vor wenigen Wochen im Schnitt mit einer Zahlung von zumindest 1,90 Euro je Aktie.



Neuer Rekord beim DAX? Eher nicht!

Sieht man einmal von Negativbeispielen wie Daimler ab, sind die Aussichten hinsichtlich der diesjährigen Dividendensaison trotz schwächelnder Konjunktur aber gar nicht so schlecht. So gehen die Analysten der Commerzbank in einer Schätzung davon aus, dass die Dividendensumme der DAX-Unternehmen in diesem Jahr mit 37,7 Milliarden Euro nur ganz knapp unter dem Rekordwert von 38,2 Milliarden Euro liegen wird. Allerdings wurde die Prognose bereits im Dezember 2019 abgegeben. Vorsicht ist also angebracht. Allein durch die Kürzung von Daimler, die in der Commerzbank-Studie nicht in diesem Umfang berücksichtig ist, tut sich im Vergleich zum Vorjahr eine Lücke von 2,5 Milliarden Euro auf.



Europa: 359 Milliarden Euro für die Aktionäre

Neueren Datums, wenngleich auch nicht ganz frisch, ist eine Dividendenstudie von Allianz Global Investors von Mitte Januar 2020. Deren Analysten haben den europäischen Gesamtmarkt unter die Lupe genommen. Sie erwarten von den im MSCI Europe vertretenen Unternehmen Ausschüttungen in Höhe von rund 359 Milliarden Euro. Die Summe würde das Dividendenrekordjahr 2019 um 3,6 Prozent (12 Milliarden Euro) übertreffen. Allerdings könnte auch diese Prognose ein bisschen zu hoch gegriffen sein. Endgültige Gewissheit bezüglich der Dividendenzahlungen gibt es erst dann, wenn die Unternehmen auf ihren Bilanzpressekonferenzen (die Berichtssaison läuft gerade) ihre konkreten Dividendenvorschläge für die Hauptversammlungen bekanntgegeben haben.



Rendite: Dividenden schlagen Anleihen

Eine wichtige Bewertungskennzahl, um die besten Dividendenaktien zu finden und miteinander vergleichen zu können ist die Dividendenrendite. Sie zeigt an, wie sich das in einer Aktie investierte Kapital durch die Dividende verzinst. Legt man die Dividendenschätzung von Allianz Global Investors zugrunde, dann liegt die Dividendenrendite der europäischen Unternehmen derzeit bei etwa 3,7 Prozent. Das ist ein erfreulicher Wert, insbesondere wenn man ihn mit der aktuellen Verzinsung von Anleihen vergleicht. Denn mittlerweile weisen 60 Prozent aller Staatsanleihen in der Eurozone eine negative Nominalrendite aus.



Nicht nur die Dividendenrendite zählt

Allerdings hat eine Kennzahl wie die Dividendenrendite auch ihre Tücken. Zum einen beruht sie auf den Dividendenschätzungen der Analysten. Und wie leicht die über den Haufen geworfen werden können, hat das Beispiel Daimler gezeigt. Zum anderen kann in manchen Fällen eine optisch hohe Dividendenrendite auch dadurch bedingt sein, dass der Kurs der Aktie arg Federn gelassen hat. Kursverluste wiederum geschehen in der Regel nicht ohne Grund. Denn sie weisen darauf hin, dass es im Unternehmen nicht ganz so rund läuft – und das wiederum kann dann negative Folgen für die Dividende haben. Umso wichtiger ist es, neben der Dividendenrendite auch der Dividendenkontinuität eines Unternehmens Beachtung zu schenken. Darunter zu verstehen ist, dass die Dividende über einen längeren Zeitraum entweder immer erhöht oder zumindest konstant gehalten – aber niemals gesenkt wurde.



Die wahren Dividendenstars im DAX

Die Experten von der Finanzplattform „Dividendenadel“ haben sich die Mühe gemacht, im DAX nach den Unternehmen zu suchen, die sich in der Vergangenheit durch eine besonders hohe Dividendenkontinuität ausgezeichnet haben. Kriterium dafür war, dass die Dividende in den zurückliegenden zehn Jahren niemals gesenkt, aber mindesten dreimal angehoben wurde, die letzte Anhebung davon zwingend im Vorjahr. Aus diesem Pool wurden wiederum nur die Aktien ausgewählt, deren Dividendenrendite (sowohl die historische als auch die erwartete) sich mindestens auf ein Prozent beläuft. Acht Aktien aus dem DAX haben beide Hürden gemeistert. Es sind Allianz, Bayer, Fresenius Medical Care, HeidelbergCement, MTU Aero Engines, Münchener Rück, SAP und Siemens.


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