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DAX-Zwischenbilanz: Diese Aktien starteten durch

Im ersten Halbjahr 2019 zeigten sich die meisten DAX®-Aktien in Gewinnerlaune. Die größten Zuwächse verzeichnete adidas, gefolgt von SAP und HeidelbergCement. Mit heftigen Turbulenzen kämpfte dagegen die Deutsche Lufthansa.

Das erste Halbjahr verlief für den DAX® besser als von vielen Marktbeobachter zu Jahresbeginn erwartet wurde. Um rund 19 Prozent legte der deutsche Leitindex in den ersten sechs Monaten zu. Nach den schweren Verlusten vom Herbst des vergangenen Jahres war eine Erholung zwar wahrscheinlich, allerdings nicht in dieser Stärke. Denn die Aktienmärkte sahen sich gleich mit einer Reihe von Risikofaktoren konfrontiert. Da ist zum Beispiel die spürbar nachlassende Konjunkturdynamik sowie ein sich deutlich abkühlendes Geschäftsklima. Hinzu kommt der latent schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und Europa beziehungsweise China, der die Wirtschaft weiter ausbremsen könnte. Auf der anderen Seite hat die EZB die Normalisierung der Geldpolitik bis auf Weiteres verschoben. Seit der Juni-Sitzung des EZB-Rats steht fest, dass die Leitzinsen mindestens bis Mitte 2020 unverändert bei null Prozent belassen werden. Mit festverzinslichen Anlagen wird also weiterhin nichts oder kaum etwas zu verdienen sein, was wiederum den Aktienmärkten zu Gute kam.



adidas führt das Gewinner-Ranking an

Die Kurserholung im DAX® steht auf einer breiten Basis. Bei 24 Titeln fällt die Halbjahresbilanz positiv aus. Nur sechs Werte stehen unter Wasser. Top-Performer ist adidas mit einem Zuwachs von fast 50 Prozent. Zwar hat der Herzogenauracher Sportartikelkonzern kürzlich einen Rechtsstreit um die bekannten drei Streifen verloren. Diese sind nach einem Urteil des EU-Gerichts nicht in jeder Form und Ausführung markenrechtlich geschützt. Dafür scheint es im operativen Geschäft sehr gut zu laufen. Die Werbeaktivitäten des Unternehmens würden Effizienz-Fortschritte zeigen, zitiert die Nachrichtenagentur dpa-AFX einen Analysten. Im ersten Quartal steigerte adidas seinen Gewinn aus fortgeführten Bereichen um gut 16 Prozent auf 631 Millionen Euro und übertraf damit die Erwartungen des Marktes. Für das gesamte Jahr soll der Gewinn aus fortgeführten Bereichen um 10 bis 14 Prozent auf 1,88 Milliarden bis 1,95 Milliarden Euro zulegen. Anhaltspunkte, ob adidas dieses Ziel erreicht, gibt es am 8. August 2019. Dann veröffentlicht die Gesellschaft die Ergebnisse für das erste Halbjahr.

SAP ist der Primus im DAX®

Mit einem Plus von knapp 39 Prozent gehört auch SAP zu den Top-Performern der ersten sechs Monate. Der Walldorfer Softwarekonzern markierte seit Jahresbeginn ein Allzeithoch nach dem anderen. Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 150 Milliarden Euro ist das Unternehmen das mit Abstand wertvollste Unternehmen im DAX® (Stand 01. Juli 2019). Zwar hatte Europas größter Softwarekonzern zum Jahresauftakt erstmals seit fast 17 Jahren einen Quartalsverlust (minus 108 Mio. Euro) erlitten. Allerdings sind die roten Zahlen vor allem auf einmalige Aufwendungen aus dem Konzernumbau zurückzuführen. Mit diesem will sich SAP noch fitter für die digitale Zukunft machen. Das ehrgeizige Ziel von Vorstandschef Bill McDermott lautet, den Umsatz bis zum Jahr 2023 um rund 40 Prozent auf mehr als 35 Milliarden Euro  zu steigern, wobei die operative Marge jährlich um rund einen Prozentpunkt zulegen soll. Das sorgt an den Märkten für Fantasie. Dennoch sieht CEO McDermott das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Er will den Börsenwert des Unternehmens bis 2023 auf 250 bis 300 Milliarden Euro hochschrauben (Quelle: dap-AFX, „SAP im Fokus: Renditeziel lässt Anleger träumen“, 29. April 2019)


Quelle: Reuters, Kurs in EUR

HeidelbergCement auf Platz 3

Eine unerwartet gute Geschäftsentwicklung verhalf der Aktie von HeidelbergCement auf Platz 3 der Top-Halbjahresperformer im DAX®. Im ersten Quartal legte der Umsatz des Baustoffkonzerns um rund 15 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro zu. Das Ergebnis des laufenden Geschäftsbetriebs (vor Abschreibungen) schnellte um fast 26 Prozent auf knapp 400 Millionen Euro in die Höhe. Damit konnte das Unternehmen die Erwartungen der Analysten zum Teil deutlich übertreffen. Wie das Management ebenfalls berichtete, wurden bereits 50 Millionen Euro Einsparungen bei den Vertriebs- und Verwaltungskosten für 2019 gesichert und die Nettoverschuldung um 0,8 Milliarden Euro reduziert. HeidelbergCement hat sich im vergangenen Jahr einen Aktionsplan zur Beschleunigung der Portfolio-Optimierung verordnet. Hieraus erwartet sich die Gesellschaft weitere positive Effekte.


Quelle: Reuters, Kurs in EUR

Lufthansa-Aktie im Sinkflug

Auf der Verliererliste des DAX® befinden sich vor allem Unternehmen, die sich in strukturellen Schwierigkeiten oder in einem Transformationsprozess befinden, wie zum Beispiel BMW oder Thyssenkrupp. Die mit Abstand größten Einbußen verzeichnete jedoch die Aktie der Deutschen Lufthansa mit einem Minus von 24 Prozent. Als Belastungsfaktor erwies sich dabei insbesondere die defizitäre Billigflugtochter Eurowings. Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat daher kürzliche weitere Kostensenkungen sowie eine Anpassung der Strategie angekündigt. Allerdings rechnet selbst Spohr nicht damit, dass die Maßnahmen kurzfristig eine Wende herbeiführen werden. Der Vorstandschef geht davon aus, dass Eurowings erst im Jahr 2021 wieder Gewinne einfliegen wird.
 

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