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Comeback Kids: Gefragte Nebenwerte

Nicht die Konzerne aus dem DAX®, sondern Aktien aus weniger stark kapitalisierten Indizes zählen bislang zu den größten Börsengewinnern in diesem Jahr. Diese Entwicklung war für einige Unternehmen, die jetzt zu den Outperformern zählen vor kurzer Zeit noch nicht abzusehen. Beispiele dafür sind Zalando, Dialog Semiconductor und CTS Eventim.

Obwohl sich die negativen Nachrichten zuletzt stark häuften – angefangen von der rückläufigen Konjunktur über zahlreiche Gewinnwarnungen bis hin zum Absturz des Geschäftsklimas – hat sich der DAX® in diesem Jahr bisher ganz ordentlich geschlagen. Knapp 13 Prozent gewann der deutsche Leitindex von Jahresbeginn bis Anfang September hinzu. Das ist angesichts der zahlreichen Unsicherheiten eine beachtliche Zwischenbilanz. Gleichwohl waren es nicht die großen Konzerne aus dem DAX®, die in diesem Jahr bei den Anlegern bislang am stärksten punkten konnten, sondern die Nebenwerte.

Nebenwerte überstrahlen DAX


Wie eine Auswertung zeigt, findet sich kein einziger DAX®-Wert unter den zehn besten Performern in diesem Jahr – dagegen sechs Titel aus dem SDAX® und vier Werte aus dem MDAX®. Adidas folgt als bester DAX®-Performer erst auf Rang 18. Das überdurchschnittliche Abschneiden der Nebenwerte ist zumindest aber ungewöhnlich. Was ebenfalls auffällt ist, dass zahlreiche dieser Small- und Mid-Caps noch im vergangenen Jahr zu den größten Verlierern gehörten. Grund genug, um einige dieser Comeback Kids näher unter die Lupe zu nehmen.



Zalando: Wieder in der Spur


Der Kurs von Zalando hat sich seit Jahresanfang nahezu verdoppelt. Das ist für die Aktionäre, die der Aktie treu geblieben sind eine willkommene Wiedergutmachung für das verkorkste Jahr 2018. Damals erlebte die Aktie des Internethändlers einen jähen Absturz. Schuld daran waren enttäuschende Geschäftszahlen. Zwar legte der Umsatz um 20 Prozent zu, traf damit aber gerade so noch den unteren Rand der eigenen Prognose. Die eigentliche Enttäuschung war die Gewinnentwicklung. Zeigte sich Anfang 2018 das Management noch zuversichtlich, ein bereinigtes Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von mindestens 220 Millionen Euro einzufahren, reichte es am Jahresende aufgrund unerwartet hoher Kosten nur zu einem Wert von 173,4 Millionen Euro. Das war den Investoren eindeutig zu wenig.

In diesem Jahr läuft es für die Berliner bislang eindeutig besser. Vor allem das zweite Quartal überzeugte. So übertraf die MDAX®-Gesellschaft mit einem bereinigten Ebit von 101,7 Millionen Euro die Schätzungen der Analysten. Die Zahl der aktiven Kunden erhöhte sich im gleichen Quartal um gut 15 Prozent auf 28,3 Millionen, die Anzahl der Bestellungen zog um fast ein Viertel auf 36,1 Millionen an. Als Bonbon für die gute Geschäftsentwicklung konnten sich die Anleger über eine Anhebung der Gewinnschätzung freuen. Demnach erwartet Zalando für 2019 ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern, das nunmehr in der oberen Hälfte der Spanne von 175 bis 225 Millionen Euro liegen soll.

Dialog Semiconductor: Phönix aus der Asche


Auf bewegte Zeiten blickt auch Dialog Semiconductor zurück. Und das hat vor allem mit einem Namen zu tun: Apple. Das Drama begann Ende 2017 als Spekulationen aufkamen, der iPhone-Riese könnte bestimmte Komponenten für seine Smartphones in Zukunft nicht mehr bei dem deutsch-britischen Chiphersteller bestellen, sondern würde in Eigenregie produzieren. Die im MDAX® gelistete Aktie stürzte daraufhin trotz aller Beschwichtigungsversuche des Managements regelrecht ins Bodenlose. Die Wende kam dann im Herbst 2018 als bekannt wurde, dass sich Apple für rund 300 Millionen US-Dollar das Zuliefergeschäft mit Stromsteuerungschips von Dialog einverleiben wird. Das war eine willkommene Kapitalspritze. Zudem ist der Chipentwickler seither weniger abhängig vom US-Riesen. Bis dahin stammten drei Viertel aller Erlöse aus dem Geschäft mit Apple. In einigen Jahren sollen es nur noch 40 Prozent sein. Dass es auch mit „weniger“ Apple geht, zeigten die starken Zahlen zum zweiten Quartal. Klammert man den Einmaleffekt aus dem Verkauf aus, verdiente das Unternehmen 82 Millionen US-Dollar und damit fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Mit einem Plus von fast 90 Prozent zählt die Aktie zu den Top-Performern in diesem Jahr.

CTS Eventim: Ticket für den MDAX gelöst


Starke Geschäftszahlen präsentierte zuletzt auch CTS Eventim. Der Ticketing- und Live Entertainment-Anbieter hat im ersten Halbjahr 2019 ein deutliches Wachstum bei Umsatz und Ergebnis erzielt. Der Konzernumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 14,8 Prozent auf 697 Millionen Euro. Das normalisierte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um 18,7 Prozent auf 111,8 Millionen Euro. Darüber hinaus hat CTS Eventim durch den geplanten Einstieg beim französischen Ticketing-Markführer France Billet wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Noch nicht ganz so rosig sah es für die Aktie im vergangenen Jahr aus. Damals durchlief die Aktie zwei größere Korrekturphasen. Zum Comeback des Titels passt die jüngste Nachricht der Deutschen Börse, dass CTS Eventim mit Wirkung zum 23. September 2019 vom SDAX® in den MDAX® aufsteigen wird.

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