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Trading

Berichtssaison: Treibt der starke Euro auch in dieser Woche sein Unwesen?

So langsam geht auch die Berichtssaison für das erste Quartal 2018 zu Ende. In den USA berichten nur noch einige wenige Nachzügler oder Unternehmen, die außerhalb des Kalenders bilanzieren. Deutlich mehr Berichte erwarten uns vonseiten deutscher Unternehmen. Allerdings ist es bisher nicht gerade erfreulich gewesen zu sehen, wie sich der starke Euro auf der Umsatzseite zu Jahresbeginn negativ bemerkbar machte. Auch in der kommenden Woche dürften einige Unternehmen ungünstige Wechselkursentwicklungen als Belastungsfaktoren anführen.

Es berichten unter anderem K+S (Montag); Allianz, Commerzbank, thyssenkrupp, Home Depot (Dienstag); Cisco Systems (Mittwoch) und Walmart (Donnerstag).


K+S will Erholungskurs fortsetzen


K+S konnte im Geschäftsjahr 2017 sowohl Umsatz als auch das Ergebnis steigern. Dieser positive Trend soll sich im laufenden Geschäftsjahr fortsetzen. Das Management des Kasseler Salz- und Düngemittelherstellers hatte für 2018 einen spürbaren Umsatzanstieg und ein deutlich über dem Vorjahreswert liegendes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Aussicht gestellt. Am Montag werden Anleger erfahren, wie der Jahresstart ausgefallen ist. Analysten hatten für das März-Quartal laut FactSet einen Anstieg des Gewinns je Aktie von 0,49 Euro im Vorjahr auf 0,72 Euro vorhergesagt, während sich die Konsensschätzungen auf der Umsatzseite bei 1,23 Mrd. Euro bewegten. Im Auftaktquartal 2017 setzte K+S rund 1,13 Mrd. Euro um.

Update K+S: Gemischte Ergebnisse
K+S konnte laut Vorstandschef Dr. Burkhard Lohr einen soliden Start in das Geschäftsjahr 2018 verbuchen. Während sich die Marktpreise für Kaliumchlorid erholten und Lieferungen aus dem neuen kanadischen Kaliwerk Bethune die Umsätze ankurbelten, machten sich im Geschäftsfeld Salz ein milder Winter und niedrigere Preise in Nordamerika negativ bemerkbar. Zudem entwickelten sich die Wechselkurse ungünstig. Trotzdem wurden die Jahresziele bestätigt. Für 2018 wird ein spürbarer Anstieg beim Umsatz im Vergleich zum Vorjahr erwartet. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll deutlich über den Werten des Vorjahres erwartet. Im März-Quartal wurden die konzernweiten Erlöse um 4 Prozent auf 1,17 Mrd. Euro gesteigert, während das EBITDA um 12 Prozent auf 237 Mio. Euro wuchs. Im Gegensatz dazu schrumpfte der Nettogewinn von 94,6 Mio. Euro im Vorjahr auf nun 83,6 Mio. Euro. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist im Wesentlichen auf die deutlich geringere Aktivierung von Fremdkapitalzinsen nach dem Produktionsstart in Kanada zurückzuführen, hieß es von Unternehmensseite.


Quelle: Reuters


Allianz hat weitere Neuigkeiten parat


Die Allianz sorgte zuletzt mit der Ankündigung, in Zukunft auf Geschäfte mit der Kohle verzichten zu wollen, für Aufsehen. Demnach sollen bis zum Jahr 2040 kohlebasierte Geschäftsmodelle im Kundenportfolio in der Schaden- und Unfallversicherung und der Anlage der Versichertengelder auslaufen. Auch soll der ökologische Fußabdruck im Geschäftsbetrieb deutlich reduziert werden, hieß es von Unternehmensseite. Am Dienstag werden wir wiederum erfahren, wie die neuesten Geschäftszahlen bei Anlegern ankommen werden. Analysten (FactSet-Konsens) rechnen derzeit mit einem Anstieg des Gewinns je Aktie von 4,00 Euro im Vorjahr auf nun 4,25 Euro. Die Umsätze sollen dagegen von 36,2 Mrd. Euro auf 33,89 Mrd. Euro sinken.

Update Allianz: Auf dem richtigen Weg
Die Allianz profitierte im ersten Quartal 2018 in der Schaden- und Unfallversicherung von höheren Prämieneinnahmen und einer geringeren Schaden-Kosten-Quote. Dagegen machte sich die Schwäche des US-Dollars in der Lebens- und Krankenversicherung negativ bemerkbar. Konzernweit ging das operative Ergebnis gegenüber dem Vorjahr um 6,0 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro zurück. Dagegen wurde der auf die Anteilseigner entfallende Quartalsüberschuss aufgrund einer geringeren Steuerbelastung und niedrigerer Restrukturierungsaufwendungen um 6,8 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro gesteigert. Die Jahresziele wurden bestätigt. Das operative Ergebnis soll in 2018 einen Wert zwischen 10,6 und 11,6 Mrd. Euro erreichen. Die Allianz sieht sich auf dem richtigen Weg, ihre Jahresziele zu erreichen.


Quelle: Reuters


Commerzbank befindet sich auf dem Weg der Besserung


Am Dienstag legt auch die Commerzbank ihre Zahlen für das erste Quartal 2018 vor. Auf der vor wenigen Tagen abgehaltenen Hauptversammlung bot das Management bereits einige Einblicke. Beispielsweise konnte das Institut zu Jahresbeginn 2018 die Zahl der Kunden sowohl im Privat- als auch im Firmenkundengeschäft steigern. Zudem soll der Gewinn in 2018 höher als im Vorjahr liegen. 2017 sorgten Kosten für den Konzernumbau dafür, dass unter dem Strich lediglich 156 Mio. Euro übrig blieben. Außerdem winkt den Anteilseignern im kommenden Jahr wieder eine Dividende.

Update Commerzbank: Steuereffekt sorgt für Gewinnsprung
In einer ersten Reaktion zeigten sich Marktteilnehmer mit den jüngsten Geschäftsergebnissen der Commerzbank zufrieden. Dabei musste das Institut zu Jahresbeginn 2018 einen leichten Rückgang bei den Erträgen hinnehmen. Diese sanken von 2,39 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum auf nun 2,30 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis schrumpfte von 330 Mio. Euro im Vorjahr auf 289 Mio. Euro. Dagegen kletterte der Nettogewinn um 9 Prozent auf 250 Mio. Euro. Die Commerzbank hatte, wie einige andere europäische Institute, mit den anhaltend niedrigen Zinsen zu kämpfen, im Gegensatz dazu sorgte ein Steuereffekt für den Anstieg des Nettogewinns.


Quelle: Reuters


thyssenkrupp und die Branchenkonsolidierung


thyssenkrupp profitiert derzeit von der Erholung der europäischen Stahlbranche. Zuletzt konnte der Stahl- und Technologiekonzern sogar das beste Ergebnis für ein erstes Quartal seit Beginn des Konzernumbaus verkünden. Am Dienstag wird das DAX-Unternehmen die Ergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende März) vorlegen. Analysten gehen derzeit laut FactSet im Schnitt von einem Zuwachs beim Gewinn je Aktie gegenüber dem Vorjahr um 11 Cent auf 0,37 Euro aus. Dagegen sollen die Umsatzerlöse aus Analystensicht leicht von 11,0 auf 10,78 Mrd. Euro zurückgehen. Derzeit interessieren sich Anleger aber auch für die die geplante Fusion der europäischen Stahlgeschäfte von thyssenkrupp und Tata Steel sowie für das Thema Importzölle auf Stahlerzeugnisse.

Update thyssenkrupp: Das beste erste Halbjahr seit Beginn des Konzernumbaus
thyssenkrupp hatte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende März) verstärkt mit negativen Währungseffekten und gestiegenen Materialkosten bei den Industriegütergeschäften zu kämpfen. Die Stahlsparte profitierte dagegen von einer anhaltenden Preiserholung. Zwischen Januar und März lagen die Umsatzerlöse bei 10,75 Mrd. Euro, ein Rückgang um 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch auf Halbjahressicht lagen die Erlöse mit 21,08 Mrd. Euro 2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Trotz des Gegenwinds in einigen Bereichen steigerte thyssenkrupp das bereinigte EBIT gegenüber dem Vorjahr deutlich um 21 Prozent auf 500 Mio. Euro. Nach sechs Monaten lag der Wert bei 944 Mio. Euro. Damit verzeichnete thyssenkrupp das beste erste Halbjahr seit Beginn des Konzernumbaus.


Quelle: Reuters


Home Depot: Hält die Konsumlaune an?


Die weltgrößte Baumarktkette Home Depot gehörte zuletzt zu den Profiteuren der Erholung am US-Häusermarkt und der positiven Entwicklung der Konjunktur. Die sinkende Arbeitslosigkeit sorgte dafür, dass US-Bürger den heimischen Konsum weiter ankurbelten. Für das im April beendete Quartal gehen Analysten im Fall von Home Depot laut Reuters im Schnitt von einem Anstieg des bereinigten EPS von 1,67 US-Dollar im Vorjahr auf 2,06 US-Dollar aus. Die Umsatzerlöse sollten aus Analystensicht um 5,5 Prozent auf 25,21 US-Dollar zugelegt haben. Wie immer werden Anleger auch die vergleichbaren Umsätze im Blick haben.


Update Home Depot: Schleppender Auftakt in die Frühjahrssaison
Home Depot setzte im April-Quartal 24,9 Mrd. US-Dollar um. Ein Anstieg von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Analysten gingen laut Reuters im Schnitt jedoch von einem Anstieg um 5,5 Prozent auf 25,21 Mrd. US-Dollar aus. Während sich der Gesamttrend fortsetzte und sich US-Konsumenten aufgrund der starken Konjunktur und niedriger Zinsen weiterhin in Konsumlaune zeigten, machte der weltgrößten Baumarktkette ein ungewöhnlich langer Winter in den USA zu schaffen. Produkte, die in der Regel im Frühjahr verstärkt abgesetzt werden, konnten nicht in der gleichen Zahl wie üblich an den Mann gebracht werden. Der Start in die Frühjahrssaison verzögerte sich. Im ersten Quartal lag der Home-Depot-Nettogewinn bei 2,4 Mrd. US-Dollar bzw. 2,08 US-Dollar je Aktie. Auf der Gewinnseite wurden die Markterwartungen geschlagen.


Quelle: Reuters, Angaben in USD



Cisco Systems will auf dem Wachstumspfad bleiben


Während Cisco Systems im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende Januar) aufgrund von Einmalbelastungen im Zuge der US-Steuerreform einen Nettoverlust einfahren musste, konnte das Unternehmen auf den Wachstumspfad zurückkehren. Am Mittwoch steht die Bekanntgabe der Ergebnisse für das dritte Quartal (Ende April) an. Analysten gehen derzeit laut Reuters von einem Gewinn je Aktie in Höhe von 0,65 US-Dollar aus, nach 0,60 US-Dollar im Vorjahr. Die Umsatzerlöse sollen aus Analystensicht um 4,1 Prozent auf 12,43 Mrd. US-Dollar zulegen.

Update Cisco Systems: Bescheidene Ziele
Cisco Systems konnte überzeugende Ergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende April) präsentieren und die Markterwartungen übertreffen. Allerdings enttäuschte der Netzwerkspezialist mit dem Ausblick auf das laufende Juli-Quartal. Zwischen Februar und April lagen die Umsatzerlöse bei 12,46 Mrd. US-Dollar. Ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie wurde mit 66 Cents angegeben. Analysten gingen laut Reuters von einem bereinigten EPS in Höhe von 0,65 Cents bei Erlösen von 12,43 Mrd. US-Dollar aus. Für das laufende vierte Geschäftsquartal stellt Cisco ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr um 4 bis 6 Prozent (auf 12,62 bis 12,86 Mrd. US-Dollar) in Aussicht, während der bereinigte Gewinn je Aktie bei 68 bis 70 Cents liegen soll. Analysten hatten zuletzt laut Reuters im Schnitt ein EPS in Höhe von 69 Cents bei Umsatzerlösen von 12,71 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt.


Quelle: Reuters, Angaben in USD


Walmart findet Partner in Indien


Der Einzelhandelsriese Walmart liefert sich derzeit ein interessantes Duell mit Amazon. Um sich in diesem Kampf zu stärken hat Walmart nun die Übernahme von 77 Prozent der Anteile am größten E-Commerce-Unternehmen Indiens, Flipkart, für rund 16 Mrd. US-Dollar angekündigt. Am Donnerstag steht wiederum die Bekanntgabe der neuesten Geschäftsergebnisse auf dem Programm. Für das April-Quartal stellen Analysten laut Reuters im Schnitt Umsatzerlöse in Höhe von 120,47 Mrd. US-Dollar in Aussicht. Dies wäre ein Plus von 2,5 Prozent. Das bereinigte EPS soll um 12 Cents auf 1,12 US-Dollar zulegen.

Update Walmart: Mehr Dynamik
Walmart erzielte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 (Ende April) Umsatzerlöse in Höhe von 122,7 Mrd. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie kletterte im Vorjahresvergleich um 14 Prozent auf 1,14 US-Dollar. Damit wurden die Markterwartungen geschlagen. Analysten stellten laut Reuters im Schnitt Umsatzerlöse in Höhe von 120,47 Mrd. US-Dollar und ein bereinigtes EPS in Höhe von lediglich 1,12 US-Dollar in Aussicht. Angesichts des intensiven Wettbewerbs mit Amazon achten Anleger im Fall von Walmart inzwischen sehr genau auf die E-Commerce-Umsätze in den USA. Diese legten im April-Quartal um 33 Prozent zu. Damit wuchs Walmart etwas langsamer als im Vorjahreszeitraum, jedoch deutlich schneller als im Vorquartal (+23 Prozent).


Quelle: Reuters, Angaben in USD

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

Folgende Unternehmen werden in der kommenden Woche ebenfalls Quartalsberichte veröffentlichen:

Montag

Elringklinger, Getlink, Abn Amro, Deutsche Pfandbrief, Borussia Dortmund,

Dienstag

RWE, Merck, Bilfinger, Engie, Salzgitter, Stroer, Hamburger Hafen und Logistik, Deutsche Wohnen, Deutsche Euroshop, Aurubis, Metro, Thyssenkrupp, Nordex, Credit Agricole
 

Mittwoch

Take-Two Interactive Software, Netease, Leoni, Duerr, Wirecard, Alstom,

Donnerstag

Walmart, Autodesk, Salesforce, Bouygues, KBC, Natixis, NN Group, Suedzucker, Vallourec, Ceconomy, Vivendi, Ubisoft

Freitag

Richemont

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