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Highlight

Ausblick 2018: Wohin geht die Reise? (Teil 2)

In den vergangenen Jahren war mit Aktien eine Menge Geld zu verdienen. Doch mittlerweile haben die Bewertungen ein gefährlich hohes Niveau erreicht. Trotzdem kann sich der der Einstieg noch lohnen? Teil 2: Auf welche Regionen, Branchen und Unternehmen Anleger achten sollten.

Mit Blick auf das positive weltwirtschaftliche Umfeld gehen die meisten Analysten davon aus, dass Anleger mit Aktien auch im Jahr 2018 gut fahren werden. Allerdings dürften nicht alle Regionen gleich gut laufen. So wird US-Aktien eine nur eher unterdurchschnittliche Entwicklung zugetraut. Das mag auf den ersten Blick überraschen, da die Wall Street von der mittlerweile beschlossenen Steuerreform profitieren könnte. Einem Bericht der "Financial Times" zufolge können US-Konzerne durch die Neuregelung mit bis zu 30 Prozent höheren Gewinnen rechnen. Allerdings dürfte der von der Steuerreform ausgehende Stimulus nur von temporärer Dauer sein. Außerdem ist der US-Konjunkturzyklus schon relativ weit vorangeschritten. Spätestens im Jahr 2019 könnte es nach Ansicht der meisten Volkswirte zu einer deutlichen Abschwächung des Wirtschaftswachstums kommen.



US-Aktien sind teuer

Das Hauptproblem bei US-Aktien ist aber ein anderes. Die Rede ist von der mittlerweile sehr fortgeschrittenen Bewertung. Der S&P 500® notiert derzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25. So teuer waren US-Aktien zuletzt zur Jahrtausendwende als die Technologieblase ihren Höhepunkt erreichte. Entsprechend vorsichtig fallen die Prognosen der Analysten aus. Die Experten von Citi Research erwarten den S&P 500® zum Jahresende 2018 bei 2.675 Punkten – also lediglich auf aktuellem Niveau.



Daumen hoch für Europa

Vielversprechender sind die Perspektiven für die Aktienmärkte der Eurozone. Zum einen, weil die Bewertungen noch nicht so stark abgehoben sind wie jenseits des Atlantiks. Zum anderen, weil sich die Konjunktur in einer selten guten Verfassung befindet. Dies zeigt sich auch an den Unternehmensgewinnen, die zuletzt sogar stärker zugelegt haben als in den USA: Dieser Trend könnte sich angesichts positiver Frühindikatoren wie dem Geschäftsklimaindex oder dem Markit-Einkaufsmanagerindex fortsetzen. Erfreulich ist auch die rückläufige Arbeitslosigkeit. Bis Ende 2018 dürfte die Erwerblosenrate im Euroraum nach Prognose von Citi Research auf 8,7 Prozent fallen. Das mag zwar immer noch hoch erscheinen, ist aber eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem Spitzenwert von zwölf Prozent aus dem Jahr 2013. Von der abnehmenden Arbeitslosigkeit sollten insbesondere für den privaten Konsum deutlich positivere Effekte ausgehen, der wiederum einen Treiber für das gesamtwirtschaftliche Wachstum darstellt.


Quelle: Reuters



Zykliker bevorzugen

Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass zahlreiche Analysten Aktien aus dem Euroraum bessere Kurschancen einräumen als Titeln aus den USA oder Japan. Auch Citi Research empfiehlt die Region überzugewichten (Overweight). Auf Basis der aktuellen Konsensschätzungen werden sowohl dem DAX® als auch den EURO STOXX 50® bis Ende des Jahres Kursgewinne von bis zu zehn Prozent zugetraut. Bleibt die Frage, welche Branchen Anleger im Fokus haben sollten. Von der gut laufenden Wirtschaft könnten insbesondere zyklische Sektoren profitieren. Dazu zählen insbesondere Aktien aus den Bereichen Industriegüter, Automobil, Konsumgüter und Informationstechnologie (IT). Aber auch Bankaktien ist einiges zuzutrauen. In den letzten zwei Jahren haben die Banken aus der Eurozone ihre Eigenkapitalrenditen (ROE) deutlich gesteigert. Diese Entwicklung lässt hoffen, dass die Institute bei der Normalisierung des Geschäfts gut vorankommen.



Favoriten der Analysten

Abschließend noch ein Blick auf die Favoriten der Analysten. Die nachfolgenden Grafiken zeigen, welchen Einzeltiteln aus dem DAX® und dem EURO STOXX 50® im Schnitt eine besonders gute Kursentwicklung zugetraut wird.





Den ersten Teil unseres Ausblicks für das Börsenjahr 2018, der sich unter anderem mit der Zins- und Geldpolitik aber auch mit den Unternehmensbewertungen beschäftigt, finden Sie hier.

Kommentare (1)

Tim Grueger

3 Feb 2018 - 12:59

Das anziehende Zinsniveau in den USA macht Aktien nicht mehr alternativlos. Ich sehe es ähnlich wie der Autor, dass US Aktien ein hohes Bewertungsniveau erreicht haben.
Da die meisten Blue Chips über Derivate oder Indexfonds gehandelt werden, ist es gefährlich zu denken, dass europäische Aktien einen Aufwärtstrend entwickeln, wenn die US Aktien im Korrekturmodus oder Abwärtstrend laufen. Hier gibt es eine positive Korrelation, die von den US Werten gesteuert wird.

Viele Grüße
Tim Grueger
tradingfreaks.com

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