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Aktuelle Earning Season: Es geht spannend weiter

In der vergangenen Woche hat Apple mit überzeugenden Geschäftsergebnissen für das erwartete Highlight der aktuellen Berichtssaison gesorgt. Dank überraschend guter Ergebnisse und der Vorfreude auf das kommende Jubiläums-iPhone kletterte die Apple-Aktie auf neue Rekordstände. Dadurch angetrieben knackte wiederum der Dow Jones Industrial Average erstmals die Marke von 22.000 Punkten.

Auch wenn Apple seine neusten Quartalsergebnisse bereits vorgelegt hat, heißt dies keineswegs, dass uns nun jetzt nicht weniger interessante Bilanzvorlagen erwarten würden. In der kommenden Woche berichten unter anderem die Deutsche Post, Priceline (Dienstag); Münchener Rück, E.ON (Mittwoch), Lanxess, United Internet und NVIDIA (Donnerstag).




Deutsche Post will nach bestem Quartal der Unternehmensgeschichte nachlegen


Die Deutsche Post konnte einen sehr guten Auftakt in das Geschäftsjahr 2017 hinlegen. Der Bonner DAX-Konzern hat im ersten Quartal den Umsatz deutlich gesteigert und sich beim operativen Ergebnis weiter verbessert. Es war sogar das beste erste Quartal der Unternehmensgeschichte. Im zweiten Quartal wollte man genauso weitermachen. Ob dies gelungen ist, erfahren Anleger am Dienstag, wenn die neusten Geschäftszahlen präsentiert werden. Dabei profitiert die Deutsche Post derzeit nicht nur von einem boomenden Online-Handel. Die Strategie 2020 soll neue Wachstumschancen generieren. Zu diesem Zweck werden die einzelnen Geschäftsbereiche umgebaut. Außerdem wird die Effizienz weiter verbessert. Wie gut das Unternehmen dabei vorangekommen ist, wird der Markt dann erfahren.

Update Deutsche Post: Bestens aufgestellt
Nach einem starken Jahresauftakt konnte die Deutsche Post nun auch für das Juni-Quartal überzeugende Ergebnisse abliefern. Die Umsatzerlöse kletterten im Vorjahresvergleich um 4,4 Prozent auf 14,8 Mrd. Euro. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) stieg um 11,8 Prozent auf 841 Mio. Euro, während der Nettogewinn ähnlich deutlich auf 602 Mio. Euro gesteigert werden konnte. Besonders gut entwickelten sich zuletzt das Paket- und Express-Geschäft. Für das Gesamtjahr 2017 prognostiziert das Management weiterhin einen Anstieg des Konzern-EBIT auf rund 3,75 Mrd. Euro. Darüber hinaus geht man weiterhin davon aus, den operativen Gewinn im Zeitraum 2013 bis 2020 um durchschnittlich mehr als 8 Prozent jährlich zu steigern. Dabei sieht sich der ehemalige Staatsmonopolist laut Konzernchef Frank Appel in allen Unternehmensbereichen dank der Fokussierung auf wachstumsstarke Märkte wie den weltweiten E-Commerce bestens für langfristiges Wachstum aufgestellt.



Quelle: Bloomberg




Priceline bleibt auf Wachstumskurs


Am Dienstagabend, nach US-Börsenschluss, legt der Online-Reiseanbieter Priceline.com seine neuesten Quartalsergebnisse vor. Dank deutlich steigender Buchungszahlen erzielte der Betreiber des Portals Booking.com im Auftaktquartal 2017 deutliche Umsatz und Ergebnisverbesserungen gegenüber dem Vorjahr. Am Markt geht man davon aus, dass sich der Wachstumstrend im Juni-Quartal fortgesetzt hat. Analysten rechnen laut Reuters im Schnitt mit einem bereinigten Gewinn je Aktie in Höhe von 14,18 US-Dollar, nach 12,59 US-Dollar in entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Umsatzerlöse werden wiederum bei 2,98 Mrd. US-Dollar gesehen. Dies wäre ein Plus von 16,7 Prozent. Das Unternehmen selbst hatte ein Umsatzplus von 14 bis 19 Prozent in Aussicht gestellt und einen EPS-Anstieg auf 13,30 bis 14,00 US-Dollar.

Update Priceline: Enttäuschender Ausblick
Der Online-Reiseanbieter Priceline konnte überzeugende Ergebnisse für das abgelaufene Geschäftsquartal präsentieren. Allerdings zeigten sich Investoren über den Ausblick auf das laufende dritte Quartal enttäuscht. Zwischen April und Juni 2017 lag der Nettogewinn bei 720 Mio. US-Dollar. Ein Anstieg von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte EPS wurde mit 15,14 US-Dollar angegeben. Analysten rechneten zuvor laut Reuters im Schnitt lediglich mit einem bereinigten Gewinn je Aktie in Höhe von 14,18 US-Dollar, nach 12,59 US-Dollar in entsprechenden Vorjahreszeitraum. Für das laufende September-Quartal geht Priceline von einem bereinigten EPS von 32,40 bis 34,10 US-Dollar aus. Der Reuters-Konsens liegt derzeit jedoch bei 34,20 US-Dollar.



Quelle: Bloomberg, Kurs in USD




Münchener Rück: Schäden aus Naturkatastrophen unter dem Durchschnitt


Die niedrigen Zinsen machten der Versicherungsbranche lange Zeit zu schaffen. Nicht umsonst profitierte die Münchener-Rück-Aktie zuletzt von der Aussicht auf eine Zinswende in der Eurozone. Während eine solche Zinswende hierzulande immer noch Zukunftsmusik ist, wird der weltgrößte Rückversicherer bereits am Mittwoch seine Zahlen für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2017 präsentieren. Schon vor einigen Wochen hatte das Unternehmen Statistiken zu den Naturkatastrophen zwischen Januar und Juni 2017 vorgestellt. Demnach habe eine Serie von schweren Gewittern mit Hagel und Tornados in den USA die Naturkatastrophen-Statistik des ersten Halbjahres 2017 dominiert. Insgesamt wurden 6 schwere und großräumige Gewitterausbrüche registriert, die jeweils Milliardenschäden verursachten. Weltweit blieben die Schäden aus Naturkatastrophen von Januar bis Juni dagegen unter dem Durchschnitt, hieß es weiter. Anleger dürfen gespannt sein, wie sich dieser Umstand in den Geschäftsergebnissen niedergeschlagen hat.

Update Münchener Rück: Weiterer Gewinnrückgang
Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück musste im zweiten Quartal 2017 einen deutlichen Gewinnrückgang verbuchen. Unter dem Strich blieb ein Konzerngewinn von 733 Mio. Euro übrig. Im Vorjahr lag der Gewinn noch bei 974 Mio. Euro. Allerdings wurde die Gesamtjahresprognose bestätigt. Demnach bleibt das 2017er-Gewinnziel bei 2,0 bis 2,4 Mrd. Euro. Auch dies wäre ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahreswert von 2,6 Mrd. Euro. Das zweite Quartal war laut Konzernangaben unter anderem von einer unterdurchschnittlichen Belastung aus Großschäden gekennzeichnet. Die Erstversicherungstochter Ergo konnte mit einer niedrigeren Schaden-Kosten-Quote aufwarten. Auf der anderen Seite sorgte ein stärkerer Euro für Währungsverluste.



Quelle: Bloomberg




E.ON: Große Erleichterung


Nachdem die Aktien der Energieversorger RWE und E.ON jahrelang zu den größten DAX-Verlierern zählten, konnten sie sich im bisherigen Jahresverlauf positiv entwickeln. Zuletzt sorgte vor allem die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, wonach die von 2011 bis 2016 erhobene Brennelementesteuer verfassungswidrig sei für Anlegerfantasien. Darüber hinaus konnten sich die Energiekonzerne zuletzt mithilfe einer Zahlung von rund 24 Mrd. Euro an den Atommüll-Entsorgungsfonds ihrer Sorgen in Bezug auf weitere Zahlungsverpflichtungen rund um die Entsorgung und Zwischenlagerung des Atommülls entledigen. Damit sinken die finanziellen Risiken erheblich. Am Mittwoch steht der Energiesektor im Fokus. Dann stellt E.ON seine neuesten Geschäftsergebnisse vor.

Update E.ON: Kleine Schritte
E.ON-Anteilseigner dürfen sich freuen. Der Energieversorger hat seine Bilanz gestärkt. Zudem sollen die Schulden weiter zurückgefahren werden. Hilfreich ist dabei die Rückzahlung der Bundesregierung für die zu Unrecht erhobene Brennelementesteuer. Daher soll die Ausschüttungsquote bei der Dividende für 2018 von aktuell 50 bis 60 Prozent auf mindestens 65 Prozent steigen. Im ersten Halbjahr 2017 kam die Erholung voran. Der bereinigte Konzernüberschuss kletterte um 46 Prozent auf 881 Mio. Euro. Dagegen war das bereinigte EBIT um 12 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro rückläufig. Die konzernweiten Umsatzerlöse schrumpften wiederum um 3 Prozent auf 19,6 Mrd. Euro. Für das Gesamtjahr 2017 rechnet das E.ON-Management weiterhin mit einem bereinigten EBIT in Höhe von 2,8 und 3,1 Mrd. Euro und einem bereinigten Konzernüberschuss zwischen 1,2 und 1,45 Mrd. Euro.



Quelle: Bloomberg




Lanxess: Rekordergebnisse voraus


Nach einem starken Jahresauftakt und der Übernahme des US-Unternehmens Chemtura hatte der Spezialchemie-Konzern Lanxess für 2017 das beste Ergebnis der Konzerngeschichte in Aussicht gestellt. Auch ein Grund, warum sich die US-Investorenlegende Warren Buffett über die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway einen Anteil an Lanxess gesichert hat. In dieser Woche steht wiederum die Präsentation der Zahlen zum zweiten Quartal auf dem Programm. Zu Beginn des Jahres 2017 profitierte Lanxess von einer höheren Nachfrage in jedem seiner Geschäftssegmente. In allen Marktregionen der Welt wurden höhere Umsätze erzielt. Anleger dürften gespannt sein, ob sich diese Entwicklung im Juni-Quartal fortgesetzt hat.

Update Lanxess: Chemtura-Übernahme macht sich bezahlt
Lanxess steigerte seine Umsatzerlöse im zweiten Quartal 2017 gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent auf 2,5 Mrd. Euro. Nach dem starken Jahresauftakt konnte das MDAX-Unternehmen erneut auftrumpfen und damit für das Gesamtjahr weiterhin Rekordergebnisse in Aussicht stellen. Dabei machte sich vor allem die Chemtura-Akquisition bezahlt. Die langfristig positiven Aussichten dürften darüber hinwegtäuschen, dass Kosten im Zuge der Übernahme im zweiten Quartal für einen Rückgang des Konzerngewinns von 75 Mio. Euro im Vorjahr auf nun 3 Mio. Euro gesorgt haben. Außerdem stieg das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis um 75 Prozent auf 141 Mio. Euro. Das 2017er-EBITDA vor Sondereinflüssen wird vom Management weiterhin zwischen 1,225 und 1,3 Mrd. Euro gesehen. Das EBITDA vor Sondereinflüssen verbesserte sich im Juni-Quartal um rund 25 Prozent auf 367 Mio. Euro nach 293 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.



Quelle: Bloomberg




United Internet mischt Telekommunikationsmarkt auf


Während United Internet gerade dabei ist gemeinsam mit Drillisch eine starke vierte Kraft im deutschen Telekommunikationsmarkt zu schaffen, treibt das Unternehmen weitere Umstrukturierungen voran. United Internet und Axel Springer machen im so genannten Affiliate-Marketing-Geschäft gemeinsame Sache. Dazu wird die United-Internet-Tochter affilinet in die Springer-Gesellschaft Awin eingebracht. Später soll sogar ein Börsengang des gemeinsamen Unternehmens erfolgen. Bei der Vorlage der Geschäftsergebnisse für das zweite Quartal dürfte es bei United Internet wiederum in erster Linie darum gehen, wie das Kundenwachstum zuletzt ausgefallen ist.

Update United Internet: Noch mehr Kunden
United Internet konnte seinen Wachstumskurs im ersten Halbjahr 2017 fortsetzen. Dabei wurde die Kundenzahl dank kleinerer Übernahmen, aber auch organisch gesteigert. Zwischen Januar und Juni lagen die Umsatzerlöse bei 1,95 Mrd. Euro. Ein Plus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. EBIT und EBITDA wurden um jeweils 8 Prozent auf 325,3 bzw. 429,9 Mio. Euro gesteigert. Allerdings rechnet das Management für das Gesamtjahr 2017 nur noch mit einem Umsatzplus von 5 bis 6 Prozent, nachdem zuvor ein Zuwachs von 7 Prozent in Aussicht gestellt worden war. Der Grund dafür ist die Zusammenlegung des so genannten Affiliate-Marketing-Geschäfts mit Axel Springer. Axel Springer wird die Mehrheit an dem Joint Venture gehören.





Quelle: Bloomberg




NVIDIA: Interessante Wachstumsfelder


Der US-Spezialist für Grafikchips NVIDIA profitierte zuletzt von einigen Wachstumstrends. Dazu zählen unter anderem die Bereiche Computer-Spiele, künstliche Intelligenz oder das Autonome Fahren. Auch deshalb gehen Analysten davon aus, dass NVIDIA sowohl Umsatz als auch den Gewinn im zweiten Quartal 2017 deutlich steigern konnte. Laut Reuters gehen Analysten im Schnitt von einem Umsatzanstieg gegenüber dem Vorjahr von 37,3 Prozent auf 1,96 Mrd. US-Dollar aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird wiederum bei 70 Cent gesehen, nach 40 Cent im Vorjahr.

Update NVIDIA: Anleger finden ein Haar in der Suppe
NVIDIA erzielte im zweiten Quartal Umsatzerlöse in Höhe von 2,23 Mrd. US-Dollar. Ein Plus von 56 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein neuer Rekordwert. Analysten hatten laut Reuters im Schnitt lediglich mit einem Zuwachs von 37,3 Prozent auf 1,96 Mrd. US-Dollar gerechnet. Das bereinigte EPS wurde mit 1,01 US-Dollar angegeben. Ebenfalls deutlich über den Markterwartungen (70 Cent). Für das laufende dritte Quartal zeigte sich der US-Spezialist für Grafikchips ebenfalls optimistisch. Die Umsätze sollen bei 2,35 Mrd. US-Dollar liegen, plus/minus 2 Prozent. Der Reuters-Konsens lag zuletzt gerade einmal bei 2,13 Mrd. US-Dollar. Trotzdem verlor die NVIDIA-Aktie kurz nach der Bekanntgabe der neuesten Geschäftszahlen deutlich an Wert. Anleger zeigten sich vor allem von einem schwächeren Wachstum im Server-Geschäft enttäuscht. Außerdem dürften Gewinnmitnahmen eine Rolle gespielt haben, nachdem die NVIDIA-Aktie in diesem Jahr deutlich zulegen konnte.




Quelle: Bloomberg, Kurs in USD




Im Laufe der Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die einzelnen Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.


Folgende Unternehmen werden ebenfalls Quartalsberichte veröffentlichen:

Montag

SoftBank, PostNL, ElringKlinger

Dienstag

Walt Disney,Priceline, TripAdvisor, Deutsche Post, Jungheinrich, Schaeffler, Uniper

Mittwoch

Mylan,Koninklijke Ahold Delhaize, SBM Offshore, Brenntag AG, E.ON, Freenet, Scout24, Leoni, Muenchener Rüeck, Symrise

Donnerstag

Petroleo Brasileiro, Snap, NVIDIA, Alibaba, Aegon KBC Group, Zurich Insurance Group, Aareal Bank, Drillisch, Evotec, Heidelberger Druckmaschinen, Henkel, Hella, Hannover Rueck, LEG Immobilien, MLP, Aurubis, SMA Solar, Stroeer, SAF-Holland, SGL Carbon, Salzgitter, TAG Immobilien, thyssenkrupp, TUI, United Internet, Zalando

Freitag

Deutsche Wohnen, Innogy

 

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