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Aktien 2019: Gute Nerven sind gefragt

Finden die Aktienmärkte im neuen Börsenjahr wieder zu alter Stärke zurück? Zu große Hoffnung sollte man sich nicht machen. Zu unsicher sind die Zeiten an den Kapitalmärkten. Trotzdem muss man nicht Trübsal blasen.

Die diesjährige Börsenbilanz dürfte für die meisten Aktienanleger ziemlich ernüchternd ausfallen. Sowohl der DAX® als auch der EURO STOXX 50® werden aller Voraussicht nach mit Verlusten schließen. Und auch die US-Märkte kamen zwischenzeitlich gehörig unter Druck. In Erinnerung wird bleiben, dass 2018 ein ungewöhnlich schwankungsintensives Jahr war.  Belegt wird das durch den VDAX-New®. Schon neun Mal in diesem Jahr sprang das Volatilitätsbarometer über die 19-Punkte-Marke. Ein Jahr zuvor war das nur einmal der Fall. Auf turbulente Zeiten müssen sich Anleger wohl auch im kommenden Jahr einstellen. Die gute Nachricht ist: Hohe Marktschwankungen bedeuten nicht zwangsweise Verluste. Mit der richtigen Strategie und einem guten Timing lassen sich auch nervöse Börsenphasen relativ unbeschadet überstehen.


Quelle: Reuters


Konjunktur runter, Kurse runter

Dass das Aktienmarktumfeld auf absehbare Zeit volatil bleiben dürfte, hat mehrere Gründe. Zum einen befinden sich zahlreiche europäische Länder in einer fortgeschrittenen Phase des Konjunkturzyklus. Gekennzeichnet sind solche Zeitabschnitte durch ein tendenziell abnehmendes Tempo des Wirtschaftswachstums. Selbst in den USA scheint der Konjunkturboom mittlerweile seinen Zenit überschritten zu haben. Folglich dürfte auch das Gewinnwachstum der Unternehmen sowohl dies- als auch jenseits des Atlantiks an Fahrt verlieren. Viele Gewinnschätzungen sind aber noch zu positiv. Das heißt, es drohen negative Revisionen. Darauf – das hat die Vergangenheit gezeigt – reagieren die Aktienmärkte mitunter sehr sensibel, will heißen, mit Kursverlusten. Das gilt erst recht für den Fall, dass der Handelskonflikt zwischen den USA und China weiter eskaliert. Denn sollten alle Drohungen wahrgemacht werden, dann könnte das die globale Wirtschaftskraft nach Berechnung des Internationalen Währungsfonds (IWF) langfristig um 0,4 Prozent schmälern.


Quelle: Reuters


Risikoherd steigende Zinsen

Ein anderes Risiko geht von der Geldpolitik der Notenbanken aus. Je stärker die Zinsen steigen, desto unattraktiver werden im Vergleich dazu riskantere Anlageklassen wie Aktien. Welchen Schaden anziehende Anleihezinsen anrichten können, zeigte sich erst in diesem Frühjahr. Damals schnellten die Renditen für 10-jährige US-Staatsanleihen in relativ kurzer Zeit bis auf knapp drei Prozent nach oben. Prompt brachen zuerst an der Wall Street und dann auch im Rest der Welt die Aktienkurse weg. Genau dieses Szenario könnte sich wiederholen. Insbesondere dann, wenn sich die US-Notenbank Fed infolge anziehender Inflationsraten gezwungen sieht, die Leitzinsen stärker zu erhöhen als das bislang erwartet wird.


Quelle: Reuters


Italien als Unsicherheitsfaktor?

In der Eurozone ist der Fall etwas anders gelagert. Ein Zinserhöhung und damit ein Ende der Nullzinspolitik kommt für EZB-Chef Mario Draghi – wenn überhaupt – erst im Herbst 2019 infrage. Die Gefahr geht von etwas anderem aus: der Schuldenpolitik der italienischen Regierung. Der Markt hat auf die angekündigten Haushaltsdefizite bereits mit deutlichen Risikoaufschlägen für italienische Staatsanleihen reagiert. Das erinnert ein wenig an die europäische Staatsschuldenkrise vor rund acht Jahren. Es erscheint zwar äußerst unwahrscheinlich, dass Italien der Währungsunion „Arrivederci“ sagt, es also zu einem „Arriverdexit“ kommt. Doch allein die kleine Restwahrscheinlichkeit eines möglichen Austritts, dürfte die europäischen Aktienmärkte wohl noch eine ganze Weile in Atem halten.


Per Saldo ein Nullsummenspiel

Auf der anderen Seite sollte man auch nicht übertrieben pessimistisch sein. Denn eine Rezession ist weder in den USA noch in der Eurozone in Sicht. Abnehmende Wachstumsraten sind ja nicht gleichbedeutend mit keinem Wachstum. Außerdem sind infolge der diesjährigen Kursverluste die Bewertungen zurückgekommen. Lag das Kurs-Gewinn-Verhältnis des DAX® zu Anfang des Jahres noch weit über seinem langjährigen Mittelwert, mutet der Index mit einem KGV von 11,6 mittlerweile fast günstig an. Das Problem ist, dass es momentan an Treibern fehlt, die die Aktienmärkte wieder in einen stabilen Aufwärtstrend zurückführen könnten. Kurzum: Für das kommende Jahr ist per Saldo wohl mit einer Seitwärtsbewegung zu rechnen, die jedoch immer wieder von Phasen mit einer erhöhten Volatilität unterbrochen werden könnte.


Das Depot gegen nervöse Märkte wappnen

Wie sollen Anleger mit diesem Szenario umgehen? Sich vollständig vom Aktienmarkt zu verabschieden macht mangels attraktiver Alternativen vermutlich keinen Sinn. Ratsam könnte es dagegen sein, den Anlageschwerpunkt auf Aktien zu verlagern, die aus Branchen mit einem vergleichsweise stabilen Gewinnumfeld kommen. Beispiele für solche defensive Sektoren sind Gesundheit, Versorger oder Nicht-zyklische Konsumgüter. Diese Bereiche könnten im kommenden Jahr besser abschneiden als zyklische Branchen, wie Industrie oder Automobil. Eine andere Möglichkeit, das Depot gegen mögliche „Ausrutscher“ zu wappnen, können strukturierte Anlageprodukte darstellen. Hierzu zählen zum Beispiel Discount- oder Bonus-Zertifikate. Bei ersteren sorgt der vergünstige Einstieg für einen gewissen Sicherheitspuffer. Bei Bonus-Zertifikaten wiederum kann die Barriere vor Ungemach schützen. Wird die Barriere der zugrunde liegenden Aktie während der Laufzeit niemals verletzt, das heißt berührt oder unterschritten, wird das Zertifikat mindestens zum Bonusbetrag zurückgezahlt. Beide Produkttypen eröffnen Anlegern damit die Chance, auch bei seitwärts tendierenden Märkten als Gewinner hervorzugehen.
 

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