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Aktien 2019: Die Nerven behalten

Ist der Bullenmarkt zu Ende? Vermutlich noch nicht, heißt es in einer neuen Studie von Citi Global Perspectives & Solutions. Allerdings müssten sich Anleger auf geringere Erträge und eine höhere Volatilität einstellen. Erfahren Sie, welche Themen die Märkte in diesem Jahr bewegen könnten.

Viele Menschen stellen sich immer zu Beginn eines Jahres die Frage: Was werden die kommenden zwölf Monate wohl bringen? Auch an den Finanzmärkten blickt man gerne in die Zukunft – in diesem Jahr allerdings mit einem etwas mulmigen Gefühl. Noch in frischer Erinnerung sind die jüngsten Kursturbulenzen. Wohin geht also die Reise an den Kapitalmärkten? Droht ein Bärenmarkt? Welche Themen werden im Mittelpunkt stehen? In einer neuen Studie gehen die Analysten von Citi Gobal Perspectives & Solutions (Citi GPS) diesen spannenden Fragen auf den Grund.



2019: Welche Faktoren die Kurse bewegen könnten


Für die Citi-Experten werden insbesondere drei Faktoren für die weitere Entwicklung an den Kapitalmärkten entscheidend sein:

  • die Entwicklung an den Arbeitsmärkten
  • die Geldpolitik der Notenbanken
  • der Handelskonflikt

Das internationale Arbeitsmarktumfeld sei so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr, heißt es in der Studie. In den USA läge die Beschäftigungsquote mit 61 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt und die Arbeitslosenrate mit 3,7 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit den späten 1960er Jahren. Auch in Europa ist die Arbeitslosigkeit rückläufig. In der EU lag die Erwerbslosenquote zuletzt bei 6,7 Prozent und damit auf dem tiefsten Niveau seit fast 20 Jahren. Aus dem boomenden Arbeitsmarkt, so die These der Citi-Analysten, würden sich stabilisierende Effekte für die Realwirtschaft ergeben. Zum einen über steigende Löhne, die den privaten Konsum positiv stimulieren. Zum anderen könnte der Arbeitskräftemangel eine Investitionswelle auslösen, weil Unternehmen den Produktionsprozess verstärkt automatisieren würden.



Notenbanken und Handelsstreit als Unsicherheitsfaktoren


Auf der anderen Seite besteht infolge des brummenden Arbeitsmarktes die Gefahr einer Lohndruckinflation. Das wiederum könnte sowohl die Fed als auch die EZB dazu zwingen, bei der Normalisierung der Geldpolitik ein schnelleres Tempo einzulegen. In diesem Fall wären an den Kapitalmärkten vermutlich neuerliche Kursturbulenzen vorprogrammiert. Ein weiterer Unruheherd ist der Handelskonflikt zwischen den USA und China. Der wiederaufkeimende Protektionismus trug bereits im vergangenen Jahr ganz erheblich zur schwachen Vorstellung der Aktienmärkte bei. Und auch 2019 dürfte der Handelsstreit nach Ansicht der Citi-Analysten die Anleger in Atem halten. Einfuhrzölle sowie Importbeschränkungen seien ein potenzielles Risiko für das globale Wachstum und ein Inflationstreiber. So ist in der Studie zu lesen, dass neuere Daten bereits auf einen (leichten) Rückgang des weltweiten Handelsvolumens hindeuten würden.



Droht Anlegern ein Bärenmarkt?


Das Fazit der Studie: Die von den robusten Arbeitsmärkten ausgehenden positiven Impulse für Konsum und Investitionen könnten die Finanzmärkte beruhigen beziehungsweise mögliche Turbulenzen eindämmen, falls die Notenbanken einen restriktiveren Kurs bei der Geldpolitik einschlagen. Ein latenter Unsicherheitsfaktor bliebe jedoch der Handel. Dennoch zeigen sich die Citi-Experten was die Entwicklung der Aktienmärkte in diesem Jahr betrifft, verhalten positiv. Sie verweisen dabei auf eine selbstentwickelte „Bärenmarkt-Checkliste“. Diese enthält 18 Indikatoren, die sich in der Vergangenheit als guter Signalgeber für eine anstehende Wende von einem Bullen- in einen Bärenmarkt erwiesen haben. Dazu gehören Kennziffern zur Aktienbewertung, diverse Stimmungsindikatoren, Profitabilitäts- und Bilanzkennziffern, Credit Spreads, Verschuldungsgrade und mehr.



Fazit: Bei Aktien die Nerven behalten


Zum Zeitpunkt der Erstellung der Studie (Anfang Januar 2019) stand nur bei einer der 18 Kennziffern die Ampel auf Rot (Verschuldung von US-Firmen gemessen am Ebitda). Das deutet laut den Finanzmarktprofis von Citi GPS darauf hin, dass der Bullenmarkt noch nicht zu Ende ist, wenngleich sich Anleger auf kleinere Renditen sowie eine höhere Volatilität einstellen müssen. Der Rat der Citi-Analysten: Nerven behalten.



Themen, die für Anleger wichtig werden können


Neben dem Kapitalmarktausblick und einer ausführlichen Darstellung der „Bärenmarkt-Checkliste“ enthält die Studie weitere interessante Themen. Darunter perspektivische Beiträge zu folgenden Investmentbereichen:

  • Frontier-Markets: Welche Investmentchancen bieten Länder, die erst an der Schwelle zu einem Emerging Market stehen?
  • Global Commodity: In welche Richtung bewegen sich die Rohstoff-Märkte?
  • Nachhaltigkeit: Über welches Potenzial verfügen „grüne“ Technologieunternehmen?
  • Internet of Things: Welche Chancen ergeben sich für das IoT durch vernetzte Städte?
  • Video-Streaming: Warum die Zahl der Bezahlabonnenten weiter steigen wird.




Die vollständige Citi-GPS-Studie „Investment Themes for 2019“ können Sie HIER kostenlos downloaden.

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