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Trading

Zwei Dividendenaristokraten mischen die Berichtssaison auf

An den Aktienmärkten zeigte sich in den vergangenen Tagen erneut das gleiche Bild: Während die Wall Street neue Rekorde feiert, kommt der deutsche Leitindex DAX® nicht so recht vom Fleck. Möglicherweise ändert sich dies, wenn auch deutsche Konzerne auf breiter Front in die Berichtssaison für das Schlussquartal 2017 einsteigen. Dass starke Unternehmensgewinne die Börsen beflügeln können, sehen wir derzeit in den USA.

In der kommenden Woche berichten unter anderem Netflix (Montag); Johnson & Johnson (Dienstag); General Electric (Mittwoch); Celgene, Intel, Starbucks (Donnerstag) und Colgate-Palmolive (Freitag).



Netflix will sich abgrenzen


Die Konkurrenz ist groß. Netflix hat es mit Amazon, Apple, Alphabet, Facebook und bald auch mit Disney zu tun, wenn es darum geht, Zuschauer von Video-Inhalten im Internet zu gewinnen. Bisher hat sich der führende Video-on-Demand-Anbieter trotz des Konkurrenzdrucks sehr gut geschlagen. Netflix hat bereits mehr als 109 Millionen Nutzer aus über 190 Ländern, die sich 140 Millionen Stunden Serien, Filme oder Dokumentationen täglich anschauen. Das Besondere daran: Immer mehr Inhalte werden in Eigenregie produziert, was angesichts des harten Wettbewerbs besonders wichtig ist. Schließlich gilt es, sich von der Konkurrenz abzuheben. Trotz der hohen Kosten von Eigenproduktionen konnte Netflix in der Vergangenheit auch auf der Ergebnisseite Erfolge verbuchen. Ein Grund, warum die Netflix-Aktie zuletzt einen steilen Anstieg hingelegt hat. Wir dürfen gespannt sein, wie die Reaktionen auf die Ergebnisse für das Schlussquartal 2017 ausfallen werden.

Update Netflix: Immer wertvoller
Netflix hat erneut starke Quartalsergebnisse präsentiert. Zwischen Oktober und Dezember 2017 lagen die Umsatzerlöse bei 3,29 Mrd. US-Dollar. 32,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Für das laufende erste Quartal 2018 stellt der Video-on-Demand-Anbieter sogar eine noch größere Wachstumsdynamik in Aussicht. Dem Unternehmen kommt derzeit vor allem das Wachstum bei den Nutzerzahlen zugute. Dieses wird wiederum von vielen neuen Eigenproduktionen angekurbelt. Auf dem US-Heimatmarkt kamen im Schlussquartal 2017 rund 1,98 Millionen neue User hinzu, während es im Rest der Welt 6,36 Millionen neue Netflix-Nutzer waren. Die Gesamtzahl lag damit bei 117,58 Millionen Nutzern. Und diese Zahl wächst täglich weiter. Ein Grund, warum sich Anleger zuletzt begeistert zeigten und der Netflix-Aktie nach Bekanntgabe der Zahlen zu einem neuen Rekordhoch verhalfen. Dabei übersprang die Marktkapitalisierung des Konzerns sogar erstmals die Marke von 100 Mrd. US-Dollar.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Johnson & Johnson: Das Gesetz der Serie


Gleich zu Beginn des Jahres kündigte der Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson an, seinen Anteilseignern für das erste Quartal 2018 erneut eine Dividende in Höhe von 0,84 US-Dollar zu zahlen. Es ist zu erwarten, dass 2018 eine Erhöhung folgt. Schließlich gehört der Konzern mit 55 Dividendenerhöhungen in Serie zu den absoluten Dividendenaristokraten. Die am Dienstag anstehende Veröffentlichung der Ergebnisse für das vierte Quartal 2017 sollte Investoren zeigen, wie die Geschäfte derzeit laufen und vor allem, ob weitere Dividendenerhöhungen anstehen sollten. Analysten gehen laut Reuters im Schnitt von einem Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie gegenüber dem Vorjahr um 8,9 Prozent auf 1,72 US-Dollar aus. Die Umsätze werden im Schnitt bei 20,09 Mrd. US-Dollar gesehen. Dies wäre ein Plus von 10,9 Prozent.

Update Johnson & Johnson: Gute Geschäfte mit Pharmaprodukten
Johnson & Johnson hat es im vierten Quartal 2018 geschafft, die Markterwartungen zu übertreffen. Die Umsatzerlöse wurden gegenüber dem Vorjahr um 11,5 Prozent auf 20,2 Mrd. US-Dollar gesteigert. Einmalbelastungen im Zuge der US-Steuerreform sorgten für einen Quartalsverlust von 10,7 Mrd. US-Dollar, bereinigt um Einmaleffekte lag das EPS jedoch bei 1,74 US-Dollar. Analysten hatten laut Reuters im Schnitt mit einem Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie auf 1,72 US-Dollar gerechnet. Die Umsätze wurden im Schnitt bei 20,09 Mrd. US-Dollar gesehen. Auf Gesamtjahressicht 2017 lagen die Umsatzerlöse bei 76,5 Mrd. US-Dollar. Ein Anstieg von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei konnte Johnson & Johnson außerhalb der USA etwas stärker wachsen als auf dem Heimatmarkt. Besonders gut lief das Geschäft mit Pharmaprodukten. Auch zu den erwarteten mittel- bis langfristigen Auswirkungen der US-Steuerreform äußerte sich das Management positiv.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



General Electric erwägt das Undenkbare


Beim US-Industriegiganten und Siemens-Konkurrenten General Electric (GE) werden die Probleme wie die Schwäche in der Kraftwerkssparte derzeit offenbar nicht kleiner. Vor wenigen Tagen teilte das Unternehmen mit, dass die Finanzsparte im Schlussquartal 2017 für eine 6,2 Mrd. Euro schwere Sonderbelastung verantwortlich war. Schuld daran ist das frühere Geschäft aus Kranken- und Pflegeversicherungen. Es ist inzwischen offenbar so weit gekommen, dass in der Konzernzentrale das lange Zeit Undenkbare erwogen wird. GE könnte tatsächlich eine Aufspaltung anstreben. Konzernchef John Flannery selbst war es, der solche Spekulationen angeheizt hatte. Aus diesem Grund werden Investoren auch bei der in der kommenden Woche anstehenden Vorstellung der neuesten Quartalsergebnisse schauen, ob es Hinweise auf die zukünftige Konzernstrategie geben wird.

Update General Electric: Anleger konzentrieren sich auf die wenigen Lichtblicke
General Electric hat ein weiteres schwaches Quartal abgeliefert. Allerdings reagierten Investoren positiv auf die Ankündigungen des Managements, wonach noch stärkere Kostensenkungen und Restrukturierungsmaßnahmen für eine bessere Zukunft sorgen sollen. Zunächst einmal gilt es jedoch mit der wenig rosigen Vergangenheit aufzuräumen. Im Schlussquartal 2017 fielen die Umsatzerlöse um 5 Prozent auf 31,4 Mrd. US-Dollar. Sonderbelastungen in Zusammenhang mit der US-Steuerreform und Altlasten aus dem Geschäft mit Kranken- und Pflegeversicherungen sorgten unter dem Strich für einen Verlust von 9,7 Mrd. US-Dollar. Im operativen Geschäft überzeugten vor allem der Gesundheitsbereich und der Verkauf von Flugzeugtriebwerken. Im Gegensatz dazu bleibt das Kraftwerksgeschäft ein Sorgenkind. Auch deshalb wird dem Management nichts Anderes übrigbleiben, als die Restrukturierung zügig voranzutreiben.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Celgene sorgt für Schlagzeilen


Das US-Biotechnologieunternehmen Celgene fiel zuletzt unter anderem durch eine Übernahme auf. Celgene übernimmt Impact Biomedicines, ein Unternehmen, das auf Blutkrebserkrankungen spezialisiert ist. Darüber hinaus gab der Konzern bereits einige Eckdaten zu den Geschäftsergebnissen im Schlussquartal und im Gesamtjahr 2017 bekannt. Zwischen Oktober und Dezember lagen die Umsatzerlöse bei 3,4 Mrd. US-Dollar und damit 17 Prozent höher als noch im Vorjahr. Auf Gesamtjahressicht wurde ein Zuwachs in einer ähnlichen Größenordnung erzielt.  

Update Celgene: Weitere Umsatzsteigerungen erwartet
Nachdem Celgene bereits einige Eckdaten für das Schlussquartal 2017 bekannt gegeben hatte, wurden nun genauere Ergebnisse veröffentlicht. Die Umsätze kletterten um 17 Prozent auf 3,48 Mrd. US-Dollar. Sonderbelastungen in Zusammenhang mit der US-Steuerreform sorgten dagegen für einen Nettoverlust von 81,0 Mio. US-Dollar. Das bereinigte EPS lag bei 2,00 US-Dollar, nach 1,61 US-Dollar im Vorjahr. Analysten rechneten laut Reuters zuvor im Schnitt mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,97 US-Dollar. Im Gesamtjahr 2017 erzielte Celgene Umsatzerlöse von 13,0 Mrd. US-Dollar. Ein Anstieg von 16 Prozent gegenüber 2016. Für 2018 rechnet das Management mit einem weiteren Umsatzplus auf 14,4 bis 14,8 Mrd. US-Dollar.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Intel arbeitet an den Problemlösungen


Der Chip-Hersteller Intel rückte zuletzt weltweit in den Mittelpunkt des Medieninteresses. Grund dafür waren die aufgedeckten Sicherheitslücken „Meltdown“ und „Spectre“. Das Unternehmen ist immer noch dabei, mit Softwareunternehmen an passenden Updates zu arbeiten, um die Fehler in den Prozessoren zu beheben. Dies ist gar nicht so einfach, da Intel-Chips nun einmal sehr verbreitet sind. In der kommenden Woche rücken zudem die Geschäftszahlen für das Schlussquartal 2017 in den Anlegerfokus. Analysten hatten zuletzt laut Reuters im Schnitt einen leichten Umsatzrückgang um 0,2 Prozent auf 16,34 Mrd. US-Dollar vorhergesagt bei einem bereinigten EPS von 0,86 US-Dollar (Vorjahr: 0,79 US-Dollar).

Update Intel: Sicherheitslücken können das Geschäft nicht vermiesen
Intel ist zuletzt mit Sicherheitslücken in seinen Prozessoren negativ aufgefallen. Dafür nahmen Investoren die jüngsten Geschäftsergebnisse des Chip-Herstellers umso erfreuter auf. Im Schlussquartal 2017 kletterten die Umsatzerlöse im Vorjahresvergleich um 4 Prozent auf den Rekordwert von 17,1 Mrd. US-Dollar. Zwar sorgten einmalige Sonderbelastungen von 5,4 Mrd. US-Dollar im Zuge der US-Steuerreform für einen Nettoverlust von 687 Mio. US-Dollar, dafür lag der bereinigte Gewinn je Aktie bei 1,08 US-Dollar und damit deutlich über dem Reuters-Konsens von 0,86 US-Dollar. Auch auf der Umsatzseite wurden die Markterwartungen geschlagen. Analysten hatten laut Reuters im Schnitt einen leichten Umsatzrückgang auf 16,34 Mrd. US-Dollar vorhergesagt. Besonders gut lief das Geschäft mit großen Datenzentren. Aus diesem Grund fiel auch der Ausblick erfreulich aus.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Starbucks: Starke Preise


Am Donnerstagabend wird die Kaffeehauskette Starbucks ihre Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende Dezember) bekannt geben. Zuletzt konnte das Unternehmen sein Wachstum unter anderem mithilfe von Preissteigerungen ankurbeln. Anleger dürften gespannt sein, ob dies zum Jahresende 2017 weiterhin der Fall war. Analysten gehen derzeit laut Reuters im Schnitt von einem Umsatzanstieg um 8,1 Prozent auf 6,20 Mrd. US-Dollar aus, während beim bereinigten Gewinn je Aktie ein Plus von 0,52 US-Dollar auf nun 0,57 US-Dollar gesehen wird.

Update Starbucks: Wachstumsaussichten können nicht überzeugen
Die lange Zeit erfolgsverwöhnte US-Kaffeehauskette Starbucks konnte Investoren mit dem Bericht zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende Dezember) nicht überzeugen, obwohl der Konzern einige Rekordwerte präsentiert hatte. Die Umsatzerlöse stiegen um 6 Prozent auf 6,01 Mrd. US-Dollar, während der Nettogewinn dank positiver Einmaleffekte auf 2,25 Mrd. US-Dollar fast verdreifacht wurde. Bereinigt um Einmaleffekte lag der Gewinn je Aktie bei 0,58 US-Dollar. Während die Markterwartungen auf der Ergebnisseite geschlagen wurden, enttäuschte das Unternehmenswachstum. Analysten gingen laut Reuters im Schnitt von einem Umsatzanstieg auf 6,20 Mrd. US-Dollar aus, während beim bereinigten Gewinn je Aktie ein Zuwachs auf 0,57 US-Dollar gesehen wurde. Zudem enttäuschte der Ausblick beim Wachstum der vergleichbaren Umsätze. Starbucks peilt nun das untere Ende der in Aussicht gestellten Spanne von +3 bis+5 Prozent an.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Colgate-Palmolive: Sehr beeindruckend


Zum Ende der kommenden Handelswoche wird der US-Konsumgüterkonzern [url=http://Vertriebspartner Kontakt Deutschland Deutsch HOTLINE: 0800 - 2484366]Colgate-Palmolive[/url] seine neuesten Quartalsergebnisse vorstellen. Bereits vor einigen Tagen hat das Unternehmen, das für Marken wie Colgate, Palmolive, Ajax oder Softlan bekannt ist, mitgeteilt, dass Anteilseigner im ersten Quartal 2018 genauso wie zuletzt eine Dividende von 0,40 US-Dollar erhalten sollen. Auf Gesamtjahressicht dürfte das Unternehmen jedoch die beeindruckende Serie von zuletzt 54 Dividendenerhöhungen fortsetzen wollen. Darüber hinaus zahlt Colgate-Palmolive seit 1985 eine Dividende aus.

Update Colgate-Palmolive: Mehr Vertrauen auf die eigene Kraft
Colgate-Palmolive, der weltgrößte Hersteller von Zahncremes, konnte seine Umsatzerlöse im Schlussquartal 2017 um 4,5 Prozent auf 3,89 Mrd. US-Dollar steigern. Damit wurden die Markterwartungen jedoch leicht verfehlt. Analysten rechneten laut Reuters im Schnitt mit einem Wert von 3,92 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn fiel von 606 Mio. US-Dollar im Vorjahr auf nun 323 Mio. US-Dollar. Grund dafür waren Sonderbelastungen in Zusammenhang mit der US-Steuerreform, aber auch Ausgaben für Umstrukturierungsmaßnahmen und Marketingmaßnahmen. Das bereinigte EPS lag wie im Vorjahr bei 0,75 US-Dollar und traf damit genau die Markterwartungen. Für das angelaufene Geschäftsjahr rechnet das Management mit einem Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich. Zudem will man wieder etwas stärker aus eigener Kraft wachsen als dies noch in der zweiten Jahreshälfte 2017 der Fall war.


Quelle: Reuters, Kurs in USD

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

Folgende Unternehmen werden in der kommenden Woche ebenfalls Quartalsberichte veröffentlichen:

Montag

Halliburton, UBS

Dienstag

Procter & Gamble, Verizon

Mittwoch

General Dynamics, Novartis, Xilinx

Donnerstag

3M, American Airlines, Caterpillar, Intuitive Surgical, LVMH, Software AG, STMicroelectronics, Western Digital 

Freitag

NextEra Energy



 

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