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Wirecard, UBER, Barrick, adidas, BMW & Co: Können europäische Unternehmen den Schwung mitnehmen?

Die US-Berichtssaison zum dritten Quartal 2019 hat ihren Höhepunkt bereits überschritten. Dabei wurden die neuesten Geschäftsergebnisse aus den USA am Markt positiv aufgenommen. Dem S&P 500 haben sie gemeinsam mit einer weiteren Fed-Leitzinssenkung sogar den Sprung auf ein neues Allzeithoch beschert. Auch auf dieser Seite des Atlantiks kamen die jüngsten Quartalsberichte gut an. Wie gut, dass sich Anleger immer noch auf einige Highlights freuen können.

In der kommenden Woche berichten unter anderem UBER (Montag); Vonovia (Dienstag); Barrick, adidas, BMW, Wirecard (Mittwoch); Lufthansa (Donnerstag); Allianz (Freitag).

UBER: Harter Preiswettbewerb


Der US-Fahrdienstleister UBER wird seine neuesten Geschäftsergebnisse am Montagabend veröffentlichen. Das Unternehmen hat mit einem harten Wettbewerb unter den Mitfahrdiensten zu kämpfen. Anleger fragen sich, wann der Börsenneuling in diesem Umfeld endlich profitabel arbeiten kann. Zumal die weiteren Geschäftsfelder des Unternehmens wie Essensauslieferungen ebenfalls margenschwach und besonders wettbewerbsintensiv sind. Für das dritte Quartal gehen Analysten laut Refinitiv von einem bereinigten Verlust je Aktie in Höhe von -0,81 US-Dollar aus. Die Umsatzerlöse werden von Analystenseite im Schnitt bei 3,69 Mrd. US-Dollar gesehen.

Update UBER: Hohe Investitionen
UBER konnte sein Wachstumstempo im dritten Quartal 2019 erhöhen. Für die Zeit zwischen Juli und September lag das Umsatzplus im Vorjahresvergleich bei 30 Prozent auf 3,81 Mrd. US-Dollar, nachdem der Zuwachs im zweiten Quartal lediglich 14 Prozent betragen hatte. Allerdings wurde der den Anteilseignern zurechenbare Nettoverlust aufgrund hoher Investitionen in neue Geschäftsfelder gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent auf 1,16 Mrd. US-Dollar ausgeweitet. Bereinigt um Einmaleffekte lag der Nettoverlust je Aktie bei -0,68 US-Dollar. Analysten hatten laut Refinitiv einen Verlust je Aktie in Höhe von -0,81 US-Dollar bei Umsatzerlösen von 3,69 Mrd. US-Dollar erwartet.


Quelle: Bloomberg, Kurs in USD

Vonovia: Mietendeckel bleibt ein wichtiges Thema


In Deutschland werden derzeit steigende Mieten heißt diskutiert. Die Bundesregierung hatte vor Jahren mit der Mietpreisbremse reagiert. Zuletzt einigte sich zudem der Berliner Senat auf einen Mietendeckel. Kein Wunder, dass Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia diese Entwicklungen ganz genau im Blick behält. Zumindest ist das DAX-Unternehmen nicht ganz so stark in der deutschen Hauptstadt engagiert wie der kleinere Konkurrent Deutsche Wohnen. Am kommenden Dienstag will Vonovia wiederum mit guten Geschäftsergebnissen für positive Schlagzeilen sorgen. Laut Analystenschätzungen (FactSet-Konsens) dürfte Vonovia für das dritte Quartal 2019 mit 0,55 Euro lediglich einen bereinigten Gewinn je Aktie auf dem Niveau des Vorjahres präsentieren.

Update Vonovia: Immobilienkonzern zeigt sich großzügiger
Vonovia konnte zuletzt trotz der Diskussionen um zu hohe Mieten in Deutschland eine positive Geschäftsentwicklung verbuchen. Bewertungseffekte sorgten zwar dafür, dass im dritten Quartal ein Nettoverlust in Höhe von 61,9 Mio. Euro ausgewiesen wurde, dafür kletterte der vielbeachtete Group FFO (Operatives Ergebnis nach Zinsen und Steuern) in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahr um rund 11 Prozent auf 932,8 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr 2019 sieht das Management diesen Wert am oberen Rand der Zielspanne (1,165 bis 1,215 Mrd. Euro), nach 1,132 Mrd. Euro im Vorjahr. Gleichzeitig soll die Dividende um 0,13 Euro auf 1,57 Euro steigen. Für 2020 wird zudem mit einer FFO-Steigerung um 7 Prozent auf rund 1,275 bis 1,325 Mrd. Euro gerechnet. Vonovia profitierte zuletzt von Übernahmen, Effizienzsteigerungen und steigenden Mieteinnahmen.


Quelle: Bloomberg, Kurs in USD

Barrick: Gute Produktionsstatistiken


Am kommenden Mittwoch wird Barrick seine Geschäftsergebnisse zum dritten Quartal 2019 vorstellen. Die Statistiken zur Goldproduktion hat der kanadische Goldminenbetreiber bereits veröffentlicht. Zwischen Juli und September lag die Goldproduktion bei 1,3 Millionen Unzen. Dabei wurde bei Gold ein durchschnittlicher Verkaufspreis von 1.472 US-Dollar je Feinunze erzielt. Analysten hatten zuletzt laut Refinitiv damit gerechnet, dass sich diese Entwicklung im dritten Quartal mit einem Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie von 0,08 US-Dollar im Vorjahr auf 0,11 US-Dollar niedergeschlagen hat. Die Umsatzerlöse sollen akquisitionsbedingt um 50,5 Prozent auf 2,76 Mrd. US-Dollar zugelegt haben.

Update Barrick: Goldminenbetreiber hebt Dividende an
Barrick konnte erneut erfreuliche Quartalsergebnisse präsentieren. Die gute Geschäftsentwicklung im dritten Quartal würde laut Prognose des Managements darauf hindeuten, dass der kanadische Goldminenbetreiber im Gesamtjahr das ober Ende des Zielkorridors für die Goldproduktion und das untere Ende der prognostizierten Zielspanne bei den Kosten erreichen sollte. Der Nettogewinn lag im dritten Quartal bei 2,28 Mrd. US-Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Verlust von 412 Mio. US-Dollar zu Buche gestanden hatte. Der bereinigte Gewinn je Aktie wurde mit 0,15 US-Dollar angegeben. Analysten hatten laut Refinitiv mit einem Wert von 0,11 US-Dollar gerechnet. Barrick punktete auch mit einer Erhöhung der Quartalsdividende um 25 Prozent auf 0,05 US-Dollar je Aktie.



Quelle: Bloomberg, Kurs in USD

adidas: Belebung des Geschäfts


adidas profitierte zuletzt von starken Absätzen in China. Außerdem machte Europas größter Sportartikelhersteller große Fortschritt im Digitalgeschäft. Auf diese Weise trotzte der DAX-Konzern dem schwierigen Marktumfeld. Im Zuge der Bekanntgabe der Ergebnisse zum dritten Quartal 2019 am Mittwoch dürften Anleger vor allem darauf schauen, ob das Management recht behält und sich tatsächlich im zweiten Halbjahr eine Belebung des Geschäfts eingestellt hat. Analysten gehen laut FactSet für die Zeit zwischen Juli und September von einem bereinigten EPS in Höhe von 3,30 Euro aus. Der Vorjahrswert lag bei 3,26 Euro. Auf der Umsatzseite wird im Schnitt mit einem Wert von 6,26 Mrd. Euro gerechnet, nach 5,87 Mrd. Euro im Vorjahr.

Update adidas: Sportartikelhersteller rechnet mit starken Jahresendspurt
adidas verbuchte im dritten Quartal ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent auf 6,4 Mrd. Euro. Währungsbereinigt lag der Zuwachs bei 6 Prozent. Zu diesem Wachstum hatte auch der Bereich E-Commerce beigetragen. Außerdem zeigten sich die Emerging Markets stark. Dagegen fiel der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen um 2 Prozent auf 644 Mio. Euro zurück. Schuld daran waren unter anderem gestiegene Luftfrachtkosten. Die Ziele für das Gesamtjahr wurden jedoch bestätigt. Während die Umsatzerlöse dank einer Beschleunigung des Wachstums im laufenden vierten Quartal konzernweit währungsbereinigt um 5 bis 8 Prozent zulegen sollen, soll der Nettogewinn um 10 bis 14 Prozent auf 1,88 bis 1,95 Mrd. Euro steigen.


Quelle: Bloomberg, Kurs in EUR

BMW: Herausforderndes Umfeld


BMW will mit einem umfangreichen Sparprogramm auf die schwierige Situation in der Autobranche reagieren und auf diese Weise auch gleichzeitig Mittel für umfangreiche Investitionen in neue Technologien wie die Elektromobilität und das autonome Fahren bereitstellen. Am Mittwoch werden Anleger erfahren, wie sich der Münchner Autobauer im dritten Quartal geschlagen hat. Analysten gehen laut FactSet von einem Umsatzanstieg im Vorjahresvergleich um 2 Prozent auf 25,3 Mrd. Euro aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird auf Analystenseite bei 2,39 Euro gesehen, nach 2,09 Euro im Vorjahr.

Update BMW: Gegen den Branchentrend
BMW hat im dritten Quartal 2019 Absatz, Umsatz und das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Insbesondere die gegen den Branchentrend gesteigerten Absätze wurden auf Unternehmensseite herausgestellt. Zudem wurden die 2019er-Jahresziele bestätigt. Das Management geht von Absatzsteigerungen aus. Im Segment Automobile wird mit einer EBIT-Marge in Höhe von 4,5 bis 6,5 Prozent gerechnet. Im dritten Quartal lag diese bei 6,6 Prozent. Mittel- bis Langfristig will das Unternehmen zum Zielkorridor von 8 bis 10 Prozent zurückkehren. Allerdings verhindern dies derzeit die schwierigen Marktbedingungen und die hohen Investitionen in neue Technologien wie die Elektromobilität.


Quelle: Bloomberg, Kurs in EUR

Wirecard: Ambitionierte Ziele


Zwischenzeitlich war die Berichterstattung der renommierten Financial Times (FT) über mutmaßliche Bilanzunregelmäßigkeiten des Zahlungsabwicklers etwas abgekühlt. Seit Mitte Oktober ist das Thema jedoch zurück in den Schlagzeilen. Der Dax-Konzern aus Aschheim bei München bestritt die Vorwürfe erneut und kündigte an, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit einer unabhängigen Untersuchung zu beauftragen. Am kommenden Mittwoch werden jedoch die Geschäftsergebnisse zum dritten Quartal 2019 im Fokus stehen. Analysten hatten zuletzt laut FactSet einen Umsatzanstieg beim DAX-Konzern um 31 Prozent auf 716 Mio. Euro erwartet. Der Gewinn je Aktie wird bei 1,10 Euro gesehen, nach 0,78 Euro im Vorjahr. Darüber hinaus sind weitere Aussagen des Managements dazu zu erwarten, wie die auf dem Kapitalmarkttag in New York angehobenen langfristigen Ziele erreicht werden sollen. Die Prognose für das Transaktionsvolumen im Jahr 2025 stieg von mehr als 710 Mrd. Euro auf mehr als 810 Mrd. Euro. Der Konzernumsatz sollte bisher auf mehr als 10 Mrd. Euro klettern, während das EBITDA auf mehr als 3,3 Mrd. Euro zulegen sollte. Jetzt geht das Management von Erlösen von mehr als 12 Mrd. Euro und einem EBITDA von mehr als 3,8 Mrd. Euro in 2025 aus.

Update Wirecard: Prognose bestätigt, weiteres Wachstum in Sicht
Wirecard setzte seinen Wachstumskurs im dritten Quartal 2019 fort. Zwischen Juli und September lagen die Umsatzerlöse bei 731,5 Mio. Euro. Ein Anstieg von 36,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das EBITDA stieg um 42,8 Prozent auf 211,1 Mio. Euro. In den ersten neun Monaten wurde ein Umsatzplus von 36,7 Prozent auf 1,94 Mrd. Euro verbucht. Ein Grund war die starke Entwicklung beim Transaktionsvolumen. Dieses legte um 37,7 Prozent auf 124,2 Mrd. Euro zu, während das EBITDA um 38,4 Prozent auf 553,1 Mio. Euro verbessert wurde. Das Management des Zahlungsabwicklers aus Aschheim bei München bestätigte die Ergebnisprognose für 2019, wonach das EBITDA bei 765 bis 815 Mio. Euro liegen soll. Für 2020 wird ein Wert in Höhe von 1,00 bis 1,12 Mrd. Euro in Aussicht gestellt


Quelle: Bloomberg, Kurs in EUR

Lufthansa setzt auf eine anhaltende Branchenkonsolidierung


Mit der Insolvenz des britischen Reiseveranstalters Thomas Cook geht auch die Konsolidierung in der europäischen Luftfahrtbranche weiter. Schließlich ist auch der Ferienflieger Condor als deutsche Thomas-Cook-Tochtergesellschaft von der Insolvenz der britischen Mutter betroffen. Diese Konsolidierung dürfte Branchengrößen wie der Lufthansa zugutekommen. Die Airline hatte bereits von der Pleite von Air Berlin profitiert. Am kommenden Donnerstag blicken Anleger wiederum auf die Zahlen des DAX-Konzerns zum dritten Quartal. Analysten gehen derzeit laut FactSet im Schnitt von einem Rückgang des Gewinns je Aktie im Vorjahresvergleich um 46 Cent auf 1,80 Euro aus.

Update Lufthansa: Gut behauptet
Die Lufthansa konnte der schwierigen Konjunktur und gestiegenen Treibstoffkosten im dritten Quartal 2019 trotzen. Die Kranich-Airline erzielte ein bereinigtes EBIT von 1,3 Mrd. Euro und liegt damit nur knapp unter dem Vorjahresergebnis von 1,4 Mrd. Euro. Allein im dritten Quartal waren die Treibstoffkosten gegenüber dem Vorjahr um 171 Mio. Euro gestiegen. Neben einem starken Geschäft auf Nordatlantikstrecken trugen auch Einsparungen zu dem angesichts der Konjunkturabkühlung solidem Ergebnis bei. Zwischen Juli und September stiegen die konzernweiten Umsatzerlöse um 2 Prozent auf 10,2 Mrd. Euro. Für das Gesamtjahr rechnet das Management weiterhin mit einer Adjusted EBIT-Marge von 5,5 bis 6,5 Prozent, die einem Adjusted EBIT von 2,0 bis 2,4 Mrd. Euro entspricht. Für die Umsatzerlöse wird eine Steigerung im niedrigen einstelligen Bereich erwartet. Die Treibstoffkosten werden im Gesamtjahr voraussichtlich um 650 Mio. Euro über dem Vorjahr liegen.


Quelle: Bloomberg, Kurs in EUR

Allianz will gute operative Ergebnis-Performance fortsetzen


Die Allianz konnte zuletzt vor allem im Geschäftsbereich Lebens- und Krankenversicherung operativ auftrumpfen. Am Freitag werden Anleger erfahren, ob sich diese positive Entwicklung im dritten Quartal fortgesetzt hat. Analysten hatten zuletzt laut FactSet für die Zeit zwischen Juli und September im Schnitt mit Umsatzerlösen in Höhe von 33,0 Mrd. Euro gerechnet, nach 30,5 Mrd. Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie soll laut Analysteneinschätzung leicht von 4,54 Euro im Vorjahr auf nun 4,56 Euro angestiegen sein.

Update Allianz: Lebens- und Krankenversicherung sorgt für Schwung
Die Allianz freute sich im dritten Quartal 2019 über einen positiven Geschäftsverlauf. Besonders gut lief es im Geschäftsbereich Lebens- und Krankenversicherung. Aus diesem Grund konnte sich der Versicherungskonzern in Bezug auf seine Jahresziele etwas optimistischer zeigen. Das Management des DAX-Konzerns sieht das operative Ergebnis für 2019 in der oberen Hälfte des Zielkorridors von 11,0 bis 12,0 Mrd. Euro. Zwischen Juli und September lag das operative Ergebnis bei 2,98 Mrd. Euro und damit in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Für die ersten neun Monate wurde ein Ergebnisanstieg im Vorjahresvergleich um 4,2 Prozent auf 9,11 Mrd. Euro ausgewiesen.



Quelle: Bloomberg, Kurs in EUR

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

Folgende Unternehmen werden u.a. in der kommenden Woche ebenfalls Quartalsberichte veröffentlichen:
MontagSiemens Healthineers
DienstagSGL Carbon, Schaeffler, Hugo Boss, Evonik, Match Group, Newmont
MittwochBaidu, Hannover Rück, Fraport, Axel Springer, Dialog Semiconductor
DonnerstagCommerzbank, Deutz, Dürr, Fielmann, Freenet, HeidelbergCement
FreitagAllianz

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