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Trading

Wirecard, Deutsche Telekom, thyssenkrupp, Uber & Co: Spannende Berichtssaison geht in die nächste Runde

Die US-Notenbank Fed hat wie erwartet zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren den Leitzins gesenkt. Die große Euphorie blieb an den Aktienmärkten angesichts dieser Entscheidung jedoch zunächst aus. Möglicherweise sorgen positive Quartalsberichte für neuen Schwung.

Nächste Woche berichten unter anderem Beiersdorf, Disney (Dienstag); Wirecard (Mittwoch); adidas, Deutsche Telekom, Thyssenkrupp und Uber (Donnerstag).

Beiersdorf stärkt sein Nordamerika-Geschäft

Beiersdorf machte zuletzt mit der Übernahme von Coppertone von sich reden. Der Nivea-Hersteller sicherte sich das unter der Marke Coppertone betriebene Geschäft für Sonnenschutzprodukte des Agrarchemie- und Pharmakonzerns Bayer. Auf diese Weise stärkt der DAX-Konzern seine Nordamerika-Präsenz und betritt den weltweit größten Markt für Sonnenschutz, die USA. Am kommenden Dienstag werden Anleger jedoch vor allem auf die Beiersdorf-Geschäftsergebnisse für das zweite Quartal 2019 schauen. Analysten gingen zuletzt laut FactSet im Schnitt von einem leichten Umsatzanstieg auf 1,86 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,81 Mrd. Euro) aus. Für das Gesamtjahr 2019 hatte sich das Beiersdorf-Management zuletzt ein Umsatzplus von 3 bis 5 Prozent vorgenommen. Die EBIT-Rendite wird bei etwa 14,5 Prozent gesehen.

Update Beiersdorf: Neue Strategie
Der Nivea-Hersteller Beiersdorf konnte seine Umsatzerlöse im ersten Halbjahr 2019 gegenüber dem Vorjahr um 6,2 Prozent auf 3,8 Mrd. Euro steigern. Organisch lag das Umsatzplus in den ersten sechs Monaten des Jahres bei 4,8 Prozent. Der Konzern erreichte ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) und Sondereffekten in Höhe von 593 Mio. Euro, nach 585 Mio. Euro im Vorjahr. In den jüngsten Geschäftszahlen fanden sich unter anderem Ausgaben für die Umsetzung der neuen Unternehmensstrategie C.A.R.E.+ wieder. Die Gesamtjahresprognose wurde on Managementseite bestätigt. So sollen die Umsatzerlöse in 2019 im Vorjahresvergleich um etwa 3 bis 5 Prozent zulegen, während die operative EBIT-Umsatzrendite einen Wert von etwa 14,5 Prozent erreichen soll. Im ersten Halbjahr lag diese bei 15,4 Prozent.



Quelle: Reuters, Kurs in EUR

Disney: Übernahmen sollen sich bezahlt machen

Der US-Medienkonzern Disney feierte zuletzt ein ums andere Mal Erfolge an den weltweiten Kinokassen. In Zukunft dürften Investoren unter anderem daran interessiert sein, wie der „Micky Maus“-Konzern im Bereich Online-Streaming abschneiden wird, vor allem im Wettbewerb mit Netflix. Am kommenden Dienstagabend stehen zudem die Ergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 (Ende Juni) im Fokus. Analysten gehen laut Refinitiv im Schnitt von einem Umsatzplus in Höhe von 41,0 Prozent auf 21,48 Mrd. US-Dollar aus. Die Umsatzerlöse werden durch die Übernahmen von 21 Century Fox und Hulu beflügelt. Der bereinigte Gewinn je Aktie dürfte laut Analysteneinschätzung jedoch von 1,87 US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf 1,75 US-Dollar zurückgegangen sein.

Update Disney: Investitionen drücken den Gewinn
Auch im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 (Ende Juni) feierte Disney große Erfolge an den Kinokassen. Vor allem dank des Films „Avengers: Endgame“. Dieser gilt bereits jetzt als erfolgreichster Film der der Kinogeschichte. Allerdings drückten die Investitionen in den Ausbau des Online-Streaming-Geschäfts auf den Gewinn. Zudem müssen die jüngsten Übernahmen gestemmt werden. Zwar kletterten die Umsätze im Juni-Quartal im Vorjahresvergleich um 33 Prozent auf 20,2 Mrd. US-Dollar, dafür fiel der Gewinn aus den fortgeführten Geschäften um 51 Prozent auf 1,4 Mrd. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,35 US-Dollar. Damit wurden die Erwartungen sowohl auf der Umsatzseite als auch beim Gewinn enttäuscht. Analysten rechneten laut Refinitiv mit Umsätzen von 21,48 Mrd. US-Dollar bei einem EPS von 1,75 US-Dollar.


Quelle: Reuters, Kurs in USD

Wirecard: Ruhe vor dem Sturm?

Nachdem zu Jahresbeginn „Financial Times“-Berichte über Wirecard die Aktie des TecDAX- und DAX-Unternehmens stark belastet hatten, ist es inzwischen rund um den Zahlungsabwickler aus Aschheim bei München ruhiger geworden. Dies könnte sich ändern, wenn das Unternehmen am nächsten Mittwoch seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal bekanntgibt. Auf der Umsatzseite liegt der FactSet-Konsens für das Juni-Quartal bei 629 Mio. Euro. Dies wäre ein Zuwachs von knapp 32 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert. Der Gewinn je Aktie wird auf Analystenseite im Schnitt bei 0,97 Euro gesehen, nach 0,67 Euro je Aktie im Vorjahr.

Update Wirecard: Zahlungsabwickler setzt sich höhere Ziele
Wirecard konnte im ersten Halbjahr 2019 weiterwachsen und die Ergebnisziele erneut anheben. Zwischen Januar und Juni lag der Konzernumsatz bei 1,2 Mrd. Euro, ein Anstieg um 36,7 Prozent. Im zweiten Quartal kletterten die Erlöse um 37,4 Prozent auf 643,0 Mio. Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg im ersten
Halbjahr um 35,8 Prozent auf 342,1 Mio. Euro und im zweiten Quartal von 135,8 Mio. Euro um 35,6 Prozent auf 184,1 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr wurde die EBITDA-Prognose von zuletzt 760 bis 810 Mio. Euro auf 765 bis 815 Mio. Euro angehoben. Zudem wurde das Umsatzziel für 2020 von mehr als 3,0 auf mehr als 3,2 Mrd. Euro erhöht.


Quelle: Reuters, Kurs in EUR

adidas will nach gutem Start nachlegen

adidas profitierte zu Beginn des Jahres 2019 unter anderem von einem starken Wachstum des China-Geschäfts. Außerdem machte sich die Digitalisierungsstrategie des Herzogenauracher DAX-Konzerns positiv bemerkbar. Die Online-Verkäufe sind ein wichtiger Wachstumstreiber geworden. Europas größter Sportartikelhersteller dürfte hoffen, dass sich die positive Entwicklung im zweiten Quartal fortgesetzt hat. Analysten gingen zuletzt laut FactSet für das Juni-Quartal im Schnitt von einem Umsatzanstieg im Vorjahresvergleich um 5 Prozent auf 5,54 Mrd. Euro aus. Der Gewinn je Aktie dürfte laut Analysteneinschätzung von 2,05 Euro im Vorjahr auf nun 2,28 Euro je Aktie zugelegt haben.

Update adidas: Sportartikelhersteller rechnet mit mehr Schwung im zweiten Halbjahr
Im zweiten Quartal steigerte adidas die konzernweiten Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent auf 5,5 Mrd. Euro. Der währungsbereinigte Zuwachs lag bei 4 Prozent. Deutlichere Zuwächse waren beim Sportartikelhersteller auf der Ergebnisseite zu beobachten. Das Betriebsergebnis stieg um 9 Prozent auf 643 Mio. Euro. Damit verbesserte sich die operative Marge um 0,4 Prozentpunkte auf 11,7 Prozent. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen stieg um 10 Prozent auf 462 Mio. Euro. Die Herzogenauracher profitierten unter anderem von guten Geschäften in China und dem Online-Handel. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen nach wie vor einen Umsatzanstieg auf währungsbereinigter Basis zwischen 5 und 8 Prozent. Das Management geht von einem anziehenden Wachstum in der zweiten Jahreshälfte aus. Zudem soll sich die operative Marge um 0,5 bis 0,7 Prozentpunkte auf einen Wert zwischen 11,3 und 11,5 Prozent verbessern. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen wird zwischen 1,88 und 1,95 Mrd. Euro gesehen.


Quelle: Reuters, Kurs in EUR

Deutsche Telekom: Endlich am Ziel?

Die Deutsche Telekom hatte zuletzt Grund zur Freude. Das US-Justizministerium genehmigte die Fusion zwischen T-Mobile US und Sprint. Zwar haben 13 US-Bundesstaaten und der Regierungsbezirk Washington gegen den Zusammenschluss geklagt, allerdings ist der Deal angesichts der Entscheidung des US-Justizministeriums nun deutlich wahrscheinlicher geworden. Am kommenden Donnerstag dürften sich Anleger wiederum auf die neuesten Geschäftszahlen der Bonner konzentrieren. Analysten gingen zuletzt für das zweite Quartal laut FactSet von einem Umsatzanstieg von 18,37 Mrd. Euro im Vorjahr auf nun 19,54 Mrd. Euro aus. Der Gewinn je Aktie soll leicht auf 0,28 Euro zugelegt haben.

Update Deutsche Telekom: T-Mobile US bleibt der große Wachstumstreiber
Die Deutsche Telekom steht kurz vor ihrem Ziel, die US-Mobilfunktochter der Bonner mit dem Konkurrenten Sprint zusammenzubringen. Auch im Zuge des jüngsten Geschäftsberichts stand T-Mobile US im Fokus. Das US-Geschäft sorgt weiterhin für Schwung. Zwischen April und Juni wurde das Kundenwachstum in den USA sogar noch beschleunigt. Konzernweit lagen die Umsatzerlöse im ersten Halbjahr 2019 bei 39,2 Mrd. Euro. Ein Zuwachs von 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Deutsche Telekom profitierte dabei auch von Zukäufen und dem starken US-Dollar. Organisch lag das Umsatzplus bei 3,2 Prozent. Die Deutsche Telekom behält nach einem starken ersten Halbjahr 2019 ihre Ziele für das Gesamtjahr fest im Blick, hieß es von Managementseite. Die Umsatzerlöse sollen zulegen. Das bereinigte EBITDA AL wird im Gesamtjahr bei 23,9 Mrd. Euro gesehen. Im ersten Halbjahr lag dieser Wert bei 12,2 Mrd. Euro.


Quelle: Reuters, Kurs in EUR

Thyssenkrupp: Die richtige Strategie?

Nach den Turbulenzen an der Konzernspitze und den abgesagten Fusionsplänen für das Stahlgeschäft sowie den Plänen für eine Aufspaltung will das Thyssenkrupp-Management den Stahl- und Technologiekonzern ganz neu aufstellen. Wenig hilfreich ist dabei ein schwaches Marktumfeld, das zum Beispiel von US-Stahlzöllen und einer schwächeren europäischen Konjunktur gekennzeichnet ist. Diese Faktoren dürften sich auch in den Zahlen zum dritten Quartal 2018/19 (Ende Juni) bemerkbar gemacht haben. Analysten gingen zuletzt für das dritte Thyssenkrupp-Quartal laut FactSet im Schnitt von Umsatzerlösen in Höhe von 9,97 Mrd. Euro aus, während der Gewinn je Aktie einen Wert von 0,15 Euro (Vorjahr: -0,21 Euro) erreicht haben sollte.

Update thyssenkrupp: Umbaupläne kommen gut an
thyssenkrupp hatte zuletzt mit dem schwierigen Marktumfeld, einer schwachen Autokonjunktur und Verwerfungen in den Werkstoffgeschäften zu kämpfen. Zudem musste der Stahl- und Technologiekonzern seine Prognose für das bereinigte EBIT im laufenden Geschäftsjahr von 1,1 bis 1,2 Mrd. Euro auf 0,8 Mrd. Euro senken. Allerdings zeigten sich Anleger in einer ersten Reaktion auf die Zahlen zum dritten Quartal 2018/19 (Ende Juni) offenbar mit den Umbauplänen des DAX-Konzerns zufrieden. So sollen Geschäfte mit unverhältnismäßig hohem negativen Cashflow auf den Prüfstand gestellt werden. Zudem teilte das Management mit, dass der Börsengang des Aufzuggeschäfts im Plan liegen sowie ein deutliches Interesse von Investoren vorliegen würde. Außerdem soll der Konzern ab Anfang 2020 in einer neuen Struktur arbeiten, während die Verwaltungskosten weiter gesenkt werden sollen.


Quelle: Reuters, Kurs in EUR

Uber: Wachstumsinvestitionen im Fokus

Mitte Mai ging es für den US-Fahrdienstleister Uber an die Börse. Seit dem vielbeachteten IPO ist es rund um das Unternehmen jedoch etwas ruhiger geworden. Alles andere als ruhig dürfte es zugehen, wenn Uber am kommenden Donnerstagabend seine neuesten Geschäftszahlen vorstellt. Analysten hatten zuletzt laut Refinitiv für das Juni-Quartal im Schnitt Umsatzerlöse in Höhe von 3,39 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt. Darüber hinaus rechnen die Marktexperten mit einem Verlust je Aktie in Höhe von 3,20 US-Dollar. Allerdings ist es für schnell wachsende junge Unternehmen nichts Ungewöhnliches, Verluste einzufahren und sich auf Wachstumsinvestitionen zu konzentrieren. Daher sollten Anleger über die Verluste hinwegsehen können, wenn die Wachstumszahlen stimmen sollten.

Update Uber: Wachstum kommt trotz hoher Ausgaben nur schwer in Fahrt
Der Fahrdienstvermittler Uber hat für das zweite Quartal 2019 einen überraschend deutlichen Verlust eingefahren. Außerdem wuchs der Börsenneuling nicht so stark wie man es am Markt erwartet hatte. Die Umsatzerlöse kletterten um 14 Prozent auf 3,17 Mrd. US-Dollar. Besonders enttäuschend: Das Kerngeschäft „ride-hailing“ wuchs lediglich um 2 Prozent auf 2,3 Mrd. US-Dollar. Der Nettoverlust lag bei 5,2 Mrd. US-Dollar, nach lediglich -878 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Verlust je Aktie betrug 4,72 US-Dollar. Anders als Konkurrent Lyft bewegt sich Uber in vielen anderen Geschäftsbereichen abseits der Fahrdienstvermittlung. Zudem hat das Unternehmen mit einem harten Wettbewerb zu kämpfen. Analysten hatten zuvor laut Refinitiv mit Umsatzerlösen von 3,36 Mrd. US-Dollar bei einem negativen EPS von nur 3,20 US-Dollar gerechnet.


Quelle: Reuters, Kurs in EUR

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

Folgende Unternehmen werden u.a. in der kommenden Woche ebenfalls Quartalsberichte veröffentlichen:
Montag 
DienstagMicrochip Technologies, Disney, Match Group, Beiersdorf, MorphoSys, Schaeffler, Weibo
Mittwoch3D Systems, CVS Health, Tripadvisor, Brenntag, Commerzbank, Fraport, Dürr, E.ON, ProSieben, Continental, Wirecard
DonnerstagDeutsche Telekom, Merck, adidas, Jungheinrich, Symrise, Hannover Rück, ThyssenKrupp
FreitagLEG Immobilien, Bechtle, HELLA


 

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