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Wirecard, BMW, Deutsche Telekom & Co: Berichtssaison hält weitere spannende Momente bereit

Einige positive Überraschungen im Zuge der laufenden Berichtssaison sorgten dafür, dass der S&P 500®, der Nasdaq 100® und der Nasdaq Composite® zuletzt auf neue Rekordstände klettern konnten. Auch die DAX®-Erholung wurde fortgesetzt. Das wichtigste deutsche Börsenbarometer verzeichnete gleich mehrere Jahreshöchststände. Wie gut also, dass in der kommenden Woche ebenfalls spannende Quartalsbilanzen präsentiert werden

Es berichten unter anderem die Qiagen (Montag); BMW (Dienstag); Wirecard, Barrick Gold (Mittwoch); Deutsche Telekom, Dialog Semiconductor (Donnerstag) und Deutsche Post (Freitag).


Wie viel Dynamik legt Qiagen an den Tag?


Die Biotechnologiebranche hat in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Entwicklung hingelegt. Als Spezialist für Probenvorbereitungs- und Testtechnologien ist auch das niederländische Biotech-Unternehmen Qiagen mit von der Partie. Am kommenden Montag wird der MDAX®- und TecDAX®-Konzern seinen Bericht zum ersten Quartal 2019 vorlegen. Analysten gehen dabei laut FactSet im Schnitt von Umsatzerlösen in Höhe von 351 Mio. Euro aus, was im Vorjahresvergleich einem leichten Plus von 2 Prozent entsprechen würde. Der Gewinn je Aktie wird auf Analystenseite bei 0,26 Euro gesehen. Damit würde Qiagen den Vorjahreswert genau treffen.

Update Qiagen: Wachstumsbeschleunigung in Sicht
Qiagen konnte seine Umsatzerlöse im ersten Quartal 2019 um 1,5 Prozent auf 348,7 Mio. US-Dollar steigern. Währungsbereinigt lag das Plus bei 6,1 Prozent. Das Management stellte Investoren auf ein wachstumsschwaches laufendes zweites Quartal ein. In der zweiten Jahreshälfte wird jedoch eine Wachstumsbeschleunigung gesehen. Außerdem dürfte ein neues 100 Mio. US-Dollar schweres Aktienrückkaufprogramm bei Investoren gut ankommen. Zudem ist das Management davon überzeugt, dass die jüngsten Wachstumsinvestitionen bald ihre Wirkung zeigen sollten. Zumal wichtige Produktneuerungen kurz davor stehen würden, ihre US-Zulassung zu erhalten.


Quelle: Reuters


Auch BMW investiert in die Zukunft


Der Chef der SPD-Nachwuchsorganisation Jusos (Jungsozialisten) Kevin Kühnert hat in einem „Zeit“-Interview die Kollektivierung großer Unternehmen gefordert und dabei BMW als Beispiel angeführt. Während dieses Interview in der deutschen Politik- und Presselandschaft für heftige Debatten gesorgt hat, wird man sich beim bayerischen Autobauer am Dienstag auf die Präsentation der Ergebnisse für das erste Quartal 2019 konzentrieren. Analysten gingen zuletzt laut FactSet von Umsatzerlösen in Höhe von 22,62 Mrd. Euro aus, was in etwa dem Vorjahreswert entsprechen würde. Dafür soll der Gewinn je Aktie deutlich von 3,47 Euro im Vorjahr auf 2,59 Euro zurückgegangen sein. Ähnlich wie andere Automobilkonzerne dürfte auch BMW Schwierigkeiten mit dem herausfordernden Branchenumfeld und den hohen Investitionen in Zukunftstechnologien wie die Elektromobilität haben.

Update BMW: Deutlicher Ergebnisrückgang zum Jahresstart
BMW fuhr im ersten Quartal 2019 einen leichten Umsatzrückgang im Vorjahresvergleich um 0,9 Prozent auf 22,5 Mrd. Euro ein. Auf der Ergebnisseite wurden dagegen wesentlich deutlichere Rückgänge verzeichnet. Neben den hohen Investitionen in neue Modelle und Technologien wie die Elektromobilität wirkten sich vor allem Rückstellungen in Zusammenhang mit einer Kartelluntersuchung der EU-Kommission belastend aus. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) fiel um 78,2 Prozent auf 589 Mio. Euro, während der Nettogewinn um 74,2 Prozent auf 588 Mio. Euro rückläufig war. Das Management bestätigte die Ziele für das laufende Geschäftsjahr. Die Absätze sollen gesteigert werden. Die in der Branche viel beachtete EBIT-Marge im Segment Automobile wird bei 4,5 bis 6,5 Prozent gesehen. Langfristig will der Konzern jedoch zum gewohnten Wert von 8 bis 10 Prozent zurückkehren.


Quelle: Reuters


Wirecard will den Trubel hinter ich lassen

Inzwischen ist die Aufregung rund um die „Financial Times“-Berichterstattung zu mutmaßlichen Bilanzmanipulationen in der Wirecard-Niederlassung in Singapur deutlich abgeflacht. Die Wirecard-Aktie hat sich erholen können, auch weil die japanische Beteiligungsgesellschaft Softbank beim Zahlungsabwickler aus Aschheim bei München einsteigen will. Am Mittwoch werden sich Marktteilnehmer wiederum auf die jüngsten Geschäftszahlen konzentrieren. Für das abgelaufene erste Quartal 2019 stellen Analysten laut FactSet einen Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahr von 34 Prozent auf 563 Mio. Euro in Aussicht. Beim Gewinn je Aktie bewegen sich die Konsensschätzungen bei 0,84 Euro, nach 0,57 Euro im Vorjahr.

Update Wirecard: Zahlungsabwickler wird noch mutiger
Wirecard verbuchte einen starken Auftakt in das Geschäftsjahr 2019. Der Zahlungsabwickler aus Aschheim bei München konnte daher seine EBITDA-Prognose für das Gesamtjahr anheben. Diese wurde von Managementseite von zuvor 740 bis 800 Mio. Euro auf nun 760 bis 810 Mio. Euro angehoben. Im ersten Quartal wurde dieser Wert im Vorjahresvergleich um 40,7 Prozent auf 158,0 Mio. Euro gesteigert. Die Umsatzerlöse kletterten um 34,8 Prozent auf 566,7 Mio. Euro. Das über die Wirecard-Plattform abgewickelte Transaktionsvolumen erhöhte sich im ersten Quartal 2019 um 37,4 Prozent auf 36,7 Mrd. Euro. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob Investoren angesichts der guten Zahlen endlich die jüngsten Turbulenzen rund um mutmaßliche Bilanzmanipulationen in der Wirecard-Niederlassung in Singapur vergessen können.


Quelle: Reuters


Barrick Gold: Turbulenter Jahresauftakt

Zu Beginn des Jahres hatte Barrick Gold mit der Übernahme des Branchenkonkurrenten Randgold Resources für Furore gesorgt. Später versuchte der kanadische Goldminenbetreiber eine Fusion mit Newmont Mining zu bewerkstelligen. Die US-Amerikaner schlossen sich jedoch lieber mit Goldcorp zusammen und formten somit das Unternehmen Newmont Goldcorp. Barrick Gold und Newmont Goldcorp haben jedoch erfolgreich ihr Joint Venture in der Wüste Nevadas in den USA auf den Weg gebracht. Am kommenden Mittwoch wird es wiederum Zeit, die neuesten Quartalsergebnisse vorzulegen. Auf der Umsatzseite lag der Refinitiv-Konsens zuletzt bei 2,11 Mrd. US-Dollar, was einem Zuwachs von 17,7 Prozent entsprechen würde. Im Gegensatz dazu soll der bereinigte Gewinn je Aktie laut Analysteneinschätzung von 15 Cents im Vorjahr auf nun 9 Cents zurückgegangen sein.

Update Barrick Gold: Integration macht Fortschritte
Barrick Gold konnte seine Umsatzerlöse im ersten Quartal 2019 gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent auf 2,09 Mrd. US-Dollar steigern. Der bereinigte Gewinn je Aktie fiel im Vorjahresvergleich um 4 Cents auf 0,11 US-Dollar. Analysten hatten zuvor laut Refinitiv im Schnitt mit einem bereinigten EPS in Höhe von 0,09 US-Dollar bei Umsatzerlösen von 2,11 Mrd. US-Dollar. Darüber hinaus zeigte sich das Management des kanadischen Goldminenbetreibers mit der Integration des zuvor übernommenen Branchenkonkurrenten Randgold Resources zufrieden.


Quelle: Reuters, Kurs in USD


Deutsche Telekom blickt auf Auktionen und mögliche Fusionen


Die Deutsche Telekom beschäftigt sich noch immer mit der Versteigerung der deutschen 5G-Mobilfunklizenzen. Außerdem hoffen die Bonner, dass die Fusion ihrer US-Mobilfunksparte T-Mobile US mit dem Branchenkonkurrenten Sprint vonseiten der US-Regulierungsbehörden genehmigt wird. Am Donnerstag gilt der Blick der Anleger jedoch eher den neuesten Geschäftszahlen. Analysten gingen zuletzt laut FactSet für die Zeit zwischen Januar und März von Umsatzerlösen in Höhe von 19,06 Mrd. Euro aus. Im Vorjahr lagen die Erlöse noch bei 17,92 Mrd. Euro. Der Gewinn je Aktie soll aus Analystensicht leicht um 2 Cent auf 26 Cent zugelegt haben.

Update Deutsche Telekom: Guter Start ins Jahr
Während sich die Deutsche Telekom derzeit mit der Versteigerung der deutschen 5G-Mobilfunklizenzen und der geplanten Fusion zwischen T-Mobile US und dem Konkurrenten Sprint beschäftigt, fanden die Bonner die Zeit, ihre neuesten Quartalsergebnisse vorzulegen. Zwischen Januar und März 2019 lagen die konzernweiten Umsatzerlöse bei 19,5 Mrd. Euro. Ein Anstieg von 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das um Sondereffekte bereinigte EBITDA after Leases (AL) stieg um 8,3 Prozent auf 5,9 Mrd. Euro. Insgesamt sprach das Management von einem guten Start ins Jahr und rechnet für das Gesamtjahr bei dieser Kennzahl mit einem Wert von 23,9 Mrd. Euro. Die Umsatzerlöse sollen gesteigert werden.


Quelle: Reuters


Dialog Semiconductor löst sich von Apple


Der schwäbisch-britische Halbleiterkonzern Dialog Semiconductor versucht sich immer weiter von seinem Großkunden Apple unabhängig zu machen und sich in Wachstumsbereichen wie dem Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) weiter zu etablieren. Die Kurserholung der Dialog-Semiconductor-Aktie zeigt, dass Anleger dieses Unterfangen honorieren. Es bleibt abzuwarten, ob sie auch die jüngsten Geschäftszahlen positiv aufnehmen werden. Diese will Dialog Semiconductor am Donnerstag veröffentlichen. Das Unternehmen hatte zuletzt Umsatzerlöse in Höhe von 295 Mio. US-Dollar in Aussicht gestellt.

Update Dialog Semiconductor: Anziehende Geschäfte erwartet
Dialog Semiconductor musste für das erste Quartal 2019 einen Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent auf 295 Mio. US-Dollar ausweisen, allerdings sollen die Geschäfte im laufenden zweiten Geschäftsquartal anziehen. Das Management rechnet mit einem um eine einmalige Lizenzzahlung von Apple bereinigten Umsatz in Höhe von 293 bis 333 Mio. US-Dollar (Vorjahr: 296 Mio. US-Dollar), was in der Spitze einem Zuwachs von bis zu 13 Prozent entsprechen würde. Es wird zudem erwartet, dass die bereinigte Bruttomarge im gleichen Zeitraum auf dem Niveau des Vorquartals bis leicht darüber liegen wird. Im ersten Quartal lag diese bei 49,6 Prozent. Für das Gesamtjahr wird mit einem Rückgang des bereinigten Umsatzes im einstelligen Prozentpunktebereich gerechnet, während die Bruttomarge für das Geschäftsjahr 2019 über der des Geschäftsjahres 2018 liegen soll.


Quelle:Reuters


Deutsche Post: Briefportoerhöhung ist kein Allheilmittel


Bei der Deutschen Post durfte man sich zuletzt über die Erlaubnis der Bundesnetzagentur freuen, dem ehemaligen Staatsmonopolisten einen sehr hohen Spielraum bei der anstehenden Briefportoerhöhung einzuräumen. Dies dürfte in Zukunft das schwächelnde traditionelle Briefgeschäft stützen. Am kommenden Freitag gilt der Anlegerblick jedoch erst einmal den Geschäftsergebnissen für das erste Quartal 2019. Analysten gehen laut FactSet von einem Umsatzanstieg im Vorjahresvergleich um 6 Prozent auf 15,68 Mrd. Euro aus. Der Gewinn je Aktie soll aus Analystensicht von 0,49 Euro im Vorjahr auf 0,56 Euro angestiegen sein.

Update Deutsche Post: Einmaleffekt sorgt für Gewinnsprung
Die Deutsche Post hat ihre Umsatzerlöse im ersten Quartal 2019 im Vorjahresvergleich um 4,1 Prozent auf 15,4 Mrd. Euro gesteigert. Der Logistikdienstleister freute sich über ein organisches Wachstum in allen fünf Divisionen. Auf der Ergebnisseite wirkte sich der Verkauf des Supply-Chain-Geschäfts in China positiv aus. Das Betriebsergebnis EBIT schoss deshalb um 28,1 Prozent auf 1,16 Mrd. Euro, während der Nettogewinn um 24,3 Prozent auf 746 Mio. Euro kletterte. Der Gewinn je Aktie wurde mit 0,60 Euro ausgewiesen. Zudem bestätigte das Management die Ergebnisziele für 2019 und 2020. Im laufenden Jahr soll das EBIT zwischen 3,9 und 4,3 Mrd. Euro liegen. Im Jahr 2020 soll das Konzern-EBIT dann wie geplant auf mehr als 5,0 Mrd. Euro steigen.


Quelle: Reuters

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.


 

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