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Trading

Waren die Kurssteigerungen im ersten Quartal zu optimistisch?

Kurstechnisch war das erste Quartal außergewöhnlich gut. Nun wurde in den vergangenen Tagen die dazugehörige Berichtssaison eingeläutet und Unternehmen berichten über ihre Geschäfte im Auftaktquartal 2019. Allerdings dürften die üppigen Ergebnissteigerungen der vergangenen Quartale der Vergangenheit angehören.

Laut FactSet gehen Analysten für die Unternehmen im S&P 500® für das März-Quartal im Schnitt von einem Rückgang des bereinigten Gewinns je Aktie um 4,2 Prozent aus. Es wäre der erste Gewinnrückgang im Vorjahresvergleich seit dem zweiten Quartal 2016. Dies hat gleich mehrere Gründe.

Neben dem chinesisch-amerikanischen Handelsstreit macht den Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks die weltweite Konjunkturabkühlung zu schaffen. In den USA verpuffen zudem so langsam die positiven Effekte der jüngsten Steuersenkungen. Trotz allem besteht die Chance, dass sich Anleger über positive Überraschungen freuen dürfen. In der kommenden Woche berichten unter anderem Goldman Sachs (Montag); Bank of America, Johnson & Johnson, IBM, Netflix (Dienstag); PepsiCo (Mittwoch) und American Express (Donnerstag).


Wie schmeckt Goldman Sachs die Marktstabilisierung?

Goldman Sachs profitierte im Schlussquartal 2018 von der erhöhten Marktvolatilität. Den höheren Erträgen aus einem ausgeprägten Aktienhandel standen dagegen Schwächen im Anleihehandel gegenüber. Zu Jahresbeginn 2019 hatten sich vor allem die Aktienmärkte beruhigt. Anleger dürften gespannt darauf sein, wie sich dies in den jüngsten Geschäftszahlen von Goldman Sachs niedergeschlagen hat. Analysten gehen laut Refinitiv für das März-Quartal im Schnitt von einem Umsatzrückgang um 9,6 Prozent auf 9,07 Mrd. US-Dollar aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll aus Analystensicht von 6,96 US-Dollar im Vorjahr auf 4,97 US-Dollar zurückgegangen sein.

Update: Goldman Sachs vermisst Volatilität
Die jüngste Marktberuhigung und die damit verbundene Abnahme der Volatilität kam Goldman Sachs nicht zugute. Ein schwächeres Handelsgeschäft sorgte dafür, dass der Nettogewinn des Instituts im März-Quartal 2019 im Vorjahresvergleich um 21 Prozent auf 2,25 Mrd. US-Dollar zurückging. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag jedoch bei 5,71 US-Dollar und damit über dem Refinitiv-Konsens von 4,97 US-Dollar. Die Umsatzerlöse lagen bei 8,81 Mrd. US-Dollar. Ein Rückgang von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Analysten gingen zuvor im Schnitt lediglich von einem Umsatzrückgang um 9,6 Prozent auf 9,07 Mrd. US-Dollar aus.


Quelle: Reuters, Kurs in USD


Bank of America: Geldpolitik im Blick

Die US-Notenbank Fed hob die Leitzinsen im vergangenen Jahr gleich vier Mal an. Die höheren Zinsen kamen Wall-Street-Instituten wie der Bank of America zugute. Nun scheint die Fed jedoch auf die Bremse zu treten. Angesichts der anhaltenden Marktturbulenzen könnte die Notenbank 2019 ganz auf Leitzinserhöhungen verzichten oder sogar über erste Leitzinssenkungen nachdenken. Im Fall der Bank of America gilt am Dienstag zunächst der Blick dem jüngsten Quartalsbericht. Analysten rechnen laut Refinitiv für das Auftaktquartal mit Umsatzerlösen in Höhe von 23,33 Mrd. US-Dollar und damit auf dem Vorjahresniveau. Im Gegensatz dazu wird mit einem Anstieg des bereinigten EPS um 4 Cents auf 66 Cents gerechnet.

Update Bank of America: Kostensenkungen machen sich bezahlt
Die Bank of America hatte im ersten Quartal 2019 mit einem schwächeren Investmentbanking-Geschäft zu kämpfen. Das Institut überzeugte jedoch mit Zuwächsen im Kredit-Geschäft. Außerdem machten sich Kostensenkungen bezahlt. Im März-Quartal stieg der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr um 6 Prozent auf 7,3 Mrd. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 70 Cents. Ein Anstieg von 13 Prozent im Vorjahresvergleich. Dagegen lagen die Umsatzerlöse mit rund 23,0 Mrd. US-Dollar in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Analysten rechneten zuvor laut Refinitiv mit Umsatzerlösen in Höhe von 23,33 Mrd. US-Dollar und einem bereinigten EPS von 66 Cents.




Quelle: Reuters, Kurs in USD


Johnson & Johnson: Wichtige Übernahme

Der Pharmazie- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson fiel zuletzt vor allem mit der Übernahme des Medizintechnikanbieters Auris Health auf. Zu dem Kaufpreis von 3,4 Mrd. US-Dollar könnten bei Erreichen bestimmter Ziele weitere Zahlungen im Volumen von 2,53 Mrd. US-Dollar hinzukommen. Am kommenden Dienstag stehen wiederum die neuesten Geschäftsergebnisse im Fokus. Für das März-Quartal liegt der Konsens auf der Umsatzseite laut Refinitiv bei 19,60 Mrd. US-Dollar, was einem leichten Rückgang im Vorjahresvergleich um 2,0 Prozent entsprechen würde. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird auf Analystenseite bei 2,06 US-Dollar und damit auf dem Niveau des Vorjahres gesehen.

Update Johnson & Johnson: Pharmageschäft sorgt für Schwung
Johnson & Johnson verbuchte für das erste Quartal 2019 Umsatzerlöse in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Umsätze lagen bei 20,02 Mrd. US-Dollar. Dagegen schrumpfte der Nettogewinn um 14,2 Prozent auf 3,75 Mrd. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie wurde mit 2,10 US-Dollar angegeben und lag über dem Vorjahreswert von 2,06 US-Dollar. Damit wurden die Markterwartungen übertroffen. Für das März-Quartal lag der Konsens auf der Umsatzseite laut Refinitiv bei 19,61 Mrd. US-Dollar und beim bereinigten Gewinn je Aktie bei 2,06 US-Dollar. Besonders positiv gestaltete sich zuletzt die Geschäftsentwicklung im Pharmabereich. Dafür sorgte vor allem das Schuppenflechte-Medikament STELARA.


Quelle: Reuters, Kurs in USD


IBM: Weiterer Umsatzrückgang erwartet

Gerade als es so aussah, als könnte IBM seine jahrelange Wachstumsschwäche endlich überwinden, scheint Big Blue Anleger in dieser Hinsicht wieder zu enttäuschen. Am Markt wird laut Refinitiv für das März-Quartal mit einem Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr um 2,8 Prozent auf 18,53 Mrd. US-Dollar gerechnet, während der bereinigte Gewinn je Aktie laut Konsensschätzung im Vorjahresvergleich um 22 Cents auf 2,23 US-Dollar zurückgegangen sein soll. Schließlich kann sich auch IBM den Folgen einer schwächeren Konjunktur oder den Folgen des chinesisch-amerikanischen Handelsstreits nicht entziehen.

Update IBM: Cloud-Geschäft macht Hoffnung
IBM wies für das erste Quartal 2019 einen Umsatzrückgang im Vorjahresvergleich um 4,7 Prozent auf 18,18 Mrd. US-Dollar aus. Währungsbereinigt lag der Rückgang lediglich bei 0,9 Prozent. Der Nettogewinn schrumpfte um 5 Prozent auf 1,59 Mrd. US-Dollar. Das bereinigte EPS lag bei 2,25 US-Dollar. Analysten hatten zuletzt ein bereinigtes EPS von 2,22 US-Dollar bei Umsatzerlösen in Höhe von 18,46 Mrd. US-Dollar erwartet. Während IBM Wechselkurseffekte zu schaffen machten, überzeugte Big Blue mit dem Wachstum in Zukunftsfeldern wie Cloud Computing. Außerdem wurde die Jahresprognose bestätigt, wonach das bereinigte Ergebnis je Aktie 2019 bei 13,90 US-Dollar liegen soll


Quelle: Reuters, Kurs in USD


Netflix: Nutzerzahlen im Blick

Am Dienstagabend wird der führende Video-on-Demand-Anbieter Netflix seine neuesten Geschäftsergebnisse vorlegen. Wie immer gilt dabei ein ganz besonderer Anlegerblick der Entwicklung der Nutzerzahlen. Außerdem stellt sich natürlich die Frage, ob sich die hohen Ausgaben für eigene Serien, Filme und Dokumentation sowie für das Marketing auszahlen werden. Dies gilt erst recht vor dem Hintergrund, dass Preiserhöhungen, wie sie nun für Deutschland angekündigt wurden, nicht beliebig oft wiederholt werden können. Für das gerade zu Ende gegangene März-Quartal wird aus Analystensicht (Refinitiv-Konsens) ein Rückgang des bereinigten Gewinns je Aktie gegenüber dem Vorjahr um 7 Cents auf 57 Cents erwartet. Die Umsatzerlöse sollen dagegen um 21,6 Prozent auf 4,50 Mrd. US-Dollar angestiegen sein.

Update Netflix: Licht und Schatten
Netflix erzielte im ersten Quartal 2019 Umsatzerlöse in Höhe von 4,52 Mrd. US-Dollar. Ein Anstieg von 22,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn stieg von 290 Mio. US-Dollar im Vorjahr auf nun 344 Mio. US-Dollar. Damit lag der bereinigte Gewinn je Aktie bei 76 Cents. Für das März-Quartal wurde aus Analystensicht (Refinitiv-Konsens) ein bereinigter Gewinn je Aktie von 57 Cents erwartet. Die Umsatzerlöse sollten bei 4,50 Mrd. US-Dollar liegen. Netflix überzeugte bei der Zahl der neuen Nutzer. Allerdings nicht auf ganzer Linie. Insgesamt kamen 9,6 Millionen neue User hinzu. Im laufenden zweiten Quartal soll der Zuwachs laut Unternehmensprognose jedoch nur noch bei 5,0 Millionen liegen. Außerdem kamen im März-Quartal auf dem wichtigen US-Heimatmarkt lediglich 1,7 Millionen neue Kunden hinzu. Darüber hinaus enttäuschte Netflix mit dem Ausblick. Während Analysten laut Refinitiv für Q2 ein EPS von 99 Cents erwarten, traut sich Netflix lediglich einen Wert von 55 Cents zu.


Quelle: Reuters, Kurs in USD


PepsiCo: Hohe Marketingausgaben

PepsiCo hatte es zuletzt mit einem schwierigen Marktumfeld zu tun. Dem Unternehmen machte der starke US-Dollar, höhere Steuern und Investitionen in das Marketing neuer Produkte zu schaffen. Dabei will PepsiCo derzeit vor allem seine zuckerarmen Getränke bekannter machen. Welche Auswirkungen diese Maßnahmen auf die Geschäftszahlen im ersten Quartal 2019 hatten erfahren Anleger am Mittwoch. Analysten gehen laut Refinitiv von einem Umsatzplus im Vorjahresvergleich von 1,1 Prozent auf 12,70 Mrd. US-Dollar aus. Im Gegensatz dazu soll der bereinigte Gewinn je Aktie um 4 Cents auf 92 Cents zurückgegangen sein.

Update PepsiCo: Auf einem guten Weg
PepsiCo konnte die Markterwartungen an die Geschäftszahlen im ersten Quartal 2019 übertreffen. Dies hatte das Unternehmen vor allem guten Geschäften mit Snacks, Sprudelwasser und zuckerarmen Getränken zu verdanken. Die konzernweiten Umsatzerlöse kletterten im März-Quartal um 2,6 Prozent auf 12,88 Mrd. US-Dollar. Der den Anteilseignern zurechenbare Nettogewinn stieg um 5,2 Prozent auf 1,41 Mrd. US-Dollar. Das bereinigte EPS lag bei 1,00 US-Dollar. Analysten gingen zuvor laut Refinitiv von Umsatzerlösen in Höhe von 12,70 Mrd. US-Dollar aus. Das EPS wurde bei lediglich 92 Cents gesehen. Das organische Umsatzwachstum lag bei 5,2 Prozent. Damit befindet sich PepsiCo auf einem guten Weg, das Ziel von +4 Prozent für das Gesamtjahr 2019 zu erreichen.


Quelle: Reuters, Kurs in USD


American Express: Wie gut ist die Konsumlaune?

Der Finanzkonzern American Express hatte angesichts des guten Verlaufs der ersten Monate 2019 auf seinem Investorentag Mitte März die Ziele für das Gesamtjahr 2019 bekräftigt. Starke Ergebnisse von Kreditkartenunternehmen gelten stets auch als Indikator für die Konsumlaune der Amerikaner. Vor diesem Hintergrund kündigte der Konzern an, den Umsatz 2019 um 8 bis 10 Prozent steigern zu wollen. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie bekräftigte American Express die Zielspanne von 7,85 bis 8,35 US-Dollar. Am Donnerstag wird nun Klarheit herrschen, wie das erste Quartal tatsächlich gelaufen ist. Zwischen Januar und März soll laut Refinitiv der Umsatz um 7,6 Prozent auf 10,5 Mrd. US-Dollar gesteigert worden sein. Der Gewinn je Aktie soll wiederum nach Einschätzung der Analysten von 1,86 US-Dollar auf nun 1,99 US-Dollar gestiegen sein.

Update American Express: Teure Bonusprogramme
American Express konnte seine Umsatzerlöse im ersten Quartal 2019 gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent auf 10,36 Mrd. US-Dollar steigern. Zu diesem Anstieg hatten unter anderem höhere Ausgaben der Kreditkartenkunden beigetragen. Allerdings schrumpfte der Nettogewinn um 5 Prozent auf 1,55 Mrd. US-Dollar. Die Ergebnisse wurden durch höhere Ausgaben des Konzerns für Bonusprogramme für Kunden belastet. Bereinigt um Einmaleffekte lag der Gewinn je Aktie bei 2,01 US-Dollar und damit über den Refinitiv-Konsensschätzungen von 1,99 US-Dollar. Die Umsatzerlöse wurden auf Analystenseite zuvor bei 10,49 Mrd. US-Dollar gesehen.


Quelle: Reuters, Kurs in USD


Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.




 

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