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US-Steuerreform wirbelt Unternehmensgewinne ordentlich durcheinander

Nach einem fulminanten Jahresauftakt 2018 haben die Aktienmärkte in den vergangenen Tagen etwas Tempo herausgenommen. Wie gut also, dass nun die Berichtssaison für das Schlussquartal 2017 Schwung aufnimmt.

Analysten rechnen aufgrund der positiven wirtschaftlichen Stimmung auf beiden Seiten des Atlantiks mit teilweise deutlichen Gewinnsteigerungen. Diese haben das Potenzial, die Kursrally an den Börsen ein weiteres Mal anzuheizen. Dagegen sorgt die US-Steuerreform für ordentlich Wirbel.

In der kommenden Woche berichten unter anderem Bank of America, Goldman Sachs (Mittwoch); IBM, American Express (Donnerstag) und Schlumberger (Freitag).



Bank of America: Eine einmalige Sache


Nicht nur in den USA sorgt die von der Regierung um Präsident Donald Trump verabschiedete Steuerreform für hitzige Diskussionen. Die Deutsche Bank rechnet mit Belastungen von rund 1,5 Mrd. Euro durch den „Tax Cuts and Jobs Act“ im vierten Quartal. Auf Jahressicht soll deshalb sogar erneut ein Verlust zu Buche stehen. Auch die US-Finanzinstitute haben natürlich mit den Auswirkungen zu kämpfen. Bank of America teilte noch vor Weihnachten mit, dass das Konzernergebnis im vierten Quartal durch die Reform mit rund 3 Mrd. US-Dollar belastet wird. Grund für diese einmalige Belastung ist der Umstand, dass Banken aufgrund der Senkung der Körperschaftssteuer von 35 auf 21 Prozent für Verlustvorträge einen geringeren Wert ansetzen müssen. Ein weiterer Grund ist das Zurückholen international verstreuter Gelder in die USA. Die heimgeholten Gelder werden ebenfalls besteuert, allerdings zu einem niedrigeren Satz. Am Mittwoch werden Anleger genaueres zu diesem Thema erfahren.

Update Bank of America: Deutlicher Gewinneinbruch nicht besonders tragisch
Wie erwartet machte sich bei Bank of America im Schlussquartal 2017 eine einmalige Belastung in Zusammenhang mit der US-Steuerreform negativ bemerkbar. Diese lag bei 2,9 Mrd. US-Dollar, so dass der Nettogewinn auf 2,37 Mrd. US-Dollar fiel, nach 4,54 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Einmaleffekte lag der Gewinn je Aktie jedoch bei 47 Cents und damit über den Reuters-Konsensschätzungen von 44 Cents und dem Vorjahreswert von 40 Cents. Trotzdem blieb der ganz große Jubel aus. Genauso wie andere Finanzinstitute musste Bank of America mit einem schwächeren Anleihehandel fertig werden. Zumindest können sich die Institute damit trösten, dass die jüngsten Steuersenkungen mittel- bis langfristig positive Auswirkungen auf die Unternehmensgewinne haben sollen. Außerdem beflügeln die Aussichten auf steigende Zinsen.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Teure Heimkehr bei Goldman Sachs


Genauso wie andere US-Banken rechnete zuletzt auch Goldman Sachs mit einmaligen Belastungen durch die Steuerreform. Hier wurde der Wert mit etwa 5 Mrd. US-Dollar für das vierte Quartal 2017 angesetzt. Während bei anderen US-Geldhäusern wie der Bank of America der geringere Wert von Verlustvorträgen zu den finanziellen Belastungen führt, ist es im Fall von Goldman Sachs eher das aus dem Ausland heimgeholte und versteuerte Geld (repatriation), das den Gewinn schmälert. Mittel- bis langfristig versprechen sich jedoch nicht nur die US-Banken Vorteile von der Steuerreform.

Update Goldman Sachs: Steuerreform sorgt für Verlust
Goldman Sachs konnte mit seinen Zahlen für das Schlussquartal die Markterwartungen auf der Umsatzseite und beim Gewinn schlagen. Trotzdem reagierten Investoren insgesamt mit Enttäuschung auf das jüngste Zahlenwerk des Instituts. Zwischen Oktober und Dezember 2017 lagen die Umsätze bei 7,83 Mrd. US-Dollar bei einem bereinigten Gewinn je Aktie von 5,68 US-Dollar. Analysten hatten laut Reuters zuvor im Schnitt lediglich mit einem bereinigten EPS von 4,92 US-Dollar und Erlösen von 7,61 Mrd. US-Dollar gerechnet. Im Gegensatz dazu sorgten Einmalbelastungen im Zuge der US-Steuerreform sogar für einen Nettoverlust von 1,93 Mrd. US-Dollar. Darüber hinaus musste das Institut im Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen einen deutlichen Umsatzrückgang von 50 Prozent ausweisen. Schuld daran war die geringe Volatilität.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Warren Buffett mag IBM nicht mehr


Es war eine kleine Sensation, als sich die US-Investorenlegende Warren Buffett vor einigen Jahren an IBM beteiligte. Schließlich hatte das „Orakel von Omaha“ lange Zeit Investments in die Technologiebranche gemieden. Allerdings schien Buffett zuletzt auch nicht mehr sehr glücklich mit seinem IBM-Engagement zu sein. Inzwischen zieht er sich bei „Big Blue“ wieder zurück. IBM hat immer noch mit den Umwälzungen im Technologiebereich zu kämpfen. Trends wie das mobile Internet, Cloud Computing, Cyber-Security oder Big Data konnte IBM nicht in der gleichen Form nutzen wie viele seiner Wettbewerber. Für das gerade zu Ende gegangene vierte Quartal 2017 rechnen Analysten jedoch mit Umsatz- und Gewinnsteigerungen gegenüber dem Vorjahr. Laut Reuters liegt die EPS-Prognose im Schnitt bei 5,16 US-Dollar, nach 5,01 US-Dollar im Vorjahr. Auf der Umsatzseite wird wiederum mit einem leichten Plus von 1,4 Prozent auf 22,07 Mrd. US-Dollar gerechnet.

Update IBM: Endlich wieder Wachstum
Unglaubliche 23 Quartale in Folge musste IBM sinkende Umsatzerlöse ausweisen. Im Schlussquartal 2017 konnte Big Blue endlich wieder einen Erlöszuwachs verbuchen. Zwischen Oktober und Dezember lagen die Umsätze bei 22,5 Mrd. US-Dollar. Ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dagegen sorgte die US-Steuerreform für eine Einmalbelastung von 5,5 Mrd. US-Dollar, so dass IBM im vierten Quartal einen Verlust in Höhe von 1,05 Mrd. US-Dollar einfahren musste. Das bereinigte EPS lag bei 5,18 US-Dollar und damit über den Erwartungen. Analysten rechneten laut Reuters im Schnitt mit einem Wert von 5,16 US-Dollar bei Umsatzerlösen von 22,07 Mrd. US-Dollar. Enttäuschend fiel dagegen der Ausblick aus. IBM stellt für das Jahr 2018 einen operativen Gewinn je Aktie von 13,80 US-Dollar in Aussicht. Genauso wie in 2017. Analysten hatten zuletzt laut Reuters jedoch mit einem Wert von 13,92 US-Dollar gerechnet.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



American Express sieht dank US-Steuerreform rosige Zukunft


Auch der US-Kreditkartenanbieter American Express machte zuletzt einmalige Belastungen durch die US-Steuerreform geltend. Diese bezifferte das Unternehmen für das Schlussquartal 2017 auf etwa 2,4 Mrd. US-Dollar, was letztlich für einen Quartalsverlust sorgen soll. Hauptsächlich, weil im Ausland liegendes Vermögen in die Heimat zurückgeholt und besteuert wird. Auf Gesamtjahressicht wird nun mit einem Gewinn je Aktie unterhalb der bisher in Aussicht gestellten Spanne von 5,80 bis 5,90 US-Dollar gerechnet. Auch von American Express werden die mittel- bis langfristigen Effekte der Steuerreform positiv gesehen.

Update American Express: Aktienrückkaufprogramm macht Pause
Eine letztlich 2,6 Mrd. US-Dollar schwere Sonderbelastung im Zuge der US-Steuerreform sorgte dafür, dass der Kreditkartenanbieter American Express im Schlussquartal 2017 einen Nettoverlust von 1,20 Mrd. US-Dollar einfahren musste. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Gewinn von 825 Mio. US-Dollar zu Buche. Die Umsatzerlöse wurden dagegen um 10 Prozent auf 8,84 Mrd. US-Dollar gesteigert. Grund dafür war die gute Konjunktur und die anhaltende Kauflaune der US-Konsumenten. Allerdings reagierten Anleger enttäuscht auf die Ankündigung, das laufende Aktienrückkaufprogramm in der ersten Jahreshälfte 2018 zu unterbrechen.


Quelle: Reuters, Kurs in USD




Schlumberger: Es läuft wieder wie geschmiert


Quasi als Abwechslung zu den vielen Quartalsberichten aus der Finanzbranche legt in der kommenden Woche auch der weltgrößte Ölfeldausrüster seine Zahlen vor. Schlumberger profitierte zuletzt vor allem von einer Erholung am US-Energiemarkt. Genauso wie viele andere Branchenvertreter hatte auch Schlumberger lange Zeit mit den niedrigen Ölpreisen zu kämpfen. Inzwischen haben sich diese deutlich erholt. Außerdem sitzt mit Donald Trump ein US-Präsident im Weißen Haus, der ein großer Freund der Öl-Industrie ist. Analysten gehen für das vierte Quartal 2017 laut Reuters im Schnitt von einem EPS-Anstieg von 27 Cents im Vorjahr auf nun 45 Cents aus. Die Erlöse sollen um 14,5 Prozent auf 8,13 Mrd. US-Dollar zugelegt haben.

Update Schlumberger: Nordamerika-Geschäft boomt
Der Ölfeldausrüster Schlumberger konnte seine Umsatzerlöse im Schlussquartal 2017 gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 8,18 Mrd. US-Dollar steigern. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 48 Cents. Analysten gingen laut Reuters im Schnitt von einem EPS-Anstieg auf lediglich 45 Cents aus. Die Erlöse sollten auf 8,13 Mrd. US-Dollar zulegen. Allerdings sorgten Sonderbelastungen aus dem Venezuela-Geschäft unter dem Strich für ein sattes Minus von 2,26 Mrd. US-Dollar. Dagegen profitierte das Unternehmen von höheren Preisen und der boomenden US-Fracking-Industrie. Allein in Nordamerika wurden die Umsätze um 59 Prozent nach oben geschraubt.


Quelle: Reuters, Kurs in USD

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

Folgende Unternehmen werden in der kommenden Woche ebenfalls Quartalsberichte veröffentlichen:

Montag

 

Dienstag

United Health

Mittwoch

ASML

Donnerstag

 

Freitag

 

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