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US-Notenbank lässt Börsenparty in die Verlängerung gehen

Die US-Notenbank Fed hat einmal mehr bekräftigt, dass sie den eingeschlagenen Weg fortsetzen möchte. Das Anleihekaufprogramm soll sukzessive heruntergefahren werden, doch der Markt ist skeptisch. Wie glaubwürdig ist die Fed, riskiert sie damit einen Abschwung in der Wirtschaft und am Aktienmarkt?

Kräftige Ausschläge gab es am Finanzmarkt, nachdem die US-Notenbank die Ergebnisse ihrer Sitzung vom 26. Juli 2017 veröffentlicht hat – weniger am Aktienmarkt, dafür aber umso mehr am Anleihe- und Währungsmarkt. Die Fed hat angekündigt, schon „ziemlich bald“ mit dem Abbau der Bilanzsumme zu beginnen, also Staats- und Hypothekenanleihen sollen verkauft bzw. fällig werdende Papiere nicht ersetzt werden. Viele Investoren gehen aber trotz der Verlautbarung weiterhin davon aus, dass die Fed die Geldpolitik langsamer verschärfen könnte als bislang angekündigt. So hat die Fed Fund Futures Rate derzeit eine Wahrscheinlichkeit von rund 50 Prozent für eine Leitzinsanhebung im Dezember eingepreist. Es könnte also sein, dass es in diesem Jahr überhaupt keine weitere Anhebung des US-Leitzinses gibt. Da zudem kurz zuvor EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny gesagt hatte, dass die Reduzierung des Anleihekaufprogramms der EZB ab Januar 2018 „vernünftig“ sei, ist der Dollar kräftig unter Druck gekommen, während die Renditen für zehnjährige US-Anleihen eingebrochen sind.


Quelle: Bloomberg, Kurs in %

Fed belastet mit Zinserhöhungen die Wirtschaft


Der Einbruch der langjährigen Renditen signalisiert auch, dass die Wirtschaft der USA schwächelt, sonst würden Anleger nicht Anleihen kaufen und somit die Rendite drücken. Auch die jüngsten Konjunkturdaten fielen überwiegend schwach aus, insbesondere die sogenannten weichen Wirtschaftsfaktoren wie etwa Umfragen, die seit der Wahl Donald Trumps im Aufwind waren. Daher ist der Markt in Bezug auf eine weitere Verschärfung der Geldpolitik skeptisch. Im kommenden Jahr rechnen Marktteilnehmer aktuell lediglich mit einer Zinsanhebung.

Die Dollarschwäche hat aber auch etwas Vorteilhaftes für die US-Wirtschaft, da exportabhängige US-Unternehmen wettbewerbsfähiger werden. Ihre Produkte und Dienstleistungen können nun preiswerter im Ausland angeboten werden. Gleichzeitig werden ausländische Güter in den USA teurer. Der schwache Dollar hilft also vielen US-Unternehmen und stützt damit den Aktienmarkt. Er macht im Tauziehen zwischen schwachem Dollar und schwächelnder Wirtschaft zwar derzeit keine großen Sprünge, aber notiert beharrlich auf oder nah an Rekordständen - was für alle drei großen Indizes gilt: Dow Jones®, S&P 500® und Nasdaq 100®.


Quelle: Bloomberg, Kurs in USD

S&P 500® ist sehr hoch bewertet


Sollte die Fed trotz anhaltend schwacher Konjunkturdaten die Geldpolitik weiter verschärfen, könnten die Zinsen für zehnjährige Anleihen zurückgehen, womit sie den Dollar mit nach unten ziehen könnten. Damit hätte der S&P 500® trotz der sehr hohen Bewertung – das KGV liegt mit 17,7 weit über dem langfristigen Durchschnitt – weiterhin Rückenwind und die Rekordfahrt des S&P 500® könnte sich fortsetzen. Dabei ist er gegenüber dem Tief vom 6. März 2009 bereits um mehr als 270 Prozent nach oben geschossen, wodurch der Börsenwert auf den Rekord von 21,2 Billionen Dollar geklettert ist. Hingegen könnte der DAX® mit Gegenwind zu kämpfen haben, vor allem durch den steigenden Euro. Gleichzeitig könnten die Zinsen für zehnjährige Anleihen in der Euro-Zone wegen der guten Konjunkturentwicklung weniger unter Druck sein als jene in den USA, was den DAX® ebenfalls bremsen würde.


Quelle: Bloomberg, Kurs in Punkten


Die Börsentrends der vergangenen Monate könnten sich fortsetzen. So dürften möglicherweise die US-Zinsen weiter leicht abwärts tendieren, während folglich der Dollar im Rückwärtsgang bleiben dürfte. Daher könnte die Hausse bei S&P 500® weitergehen, zumal wenn die Unternehmen während der laufenden Quartalssaison gute Ausblicke abgeben – was nicht zuletzt auf den fallenden Dollar zurückzuführen ist.

 

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