2015_Highlight_Monatsrueckblick_Header

Trading

US-Konzerne mit deutlichen Gewinnsteigerungen in turbulentem Umfeld

Die US-Konzerne konnten für das dritte Quartal 2018 erneut starke Gewinnzuwächse ausweisen. Allerdings sorgten diese nicht immer auch für steigende Aktienkurse, da sich das Börsenumfeld wegen des chinesisch-amerikanischen Handelsstreits, des Brexits, der Aussicht auf steigende Zinsen und einer schwächeren Konjunktur weiterhin turbulent zeigt.

In der sich dem Ende zuneigenden Berichtssaison sorgte Apple einmal mehr für Aufsehen.Doch nicht beim Blick auf die eigentlichen Ergebnisse im September-Quartal, sondern weil der Konzern mit dem Apfel im Logo eine in den Augen der Anleger enttäuschende Prognose für das laufende Weihnachtsquartal abgegeben hat und vor allem weil der Konzern in Zukunft im Rahmen der Quartalsberichterstattung nicht mehr die genauen iPhone-Absätze angeben möchte. Am Markt wird dies als Zeichen angesehen, dass die Boom-Phase für die Apple-Smartphones vorbei sein sollte. Dies wäre umso interessanter, da das iPhone weiterhin der wichtigste Umsatz- und Gewinnbringer des Konzerns bleibt. Abseits von Apple gab es jedoch ebenfalls eine Menge interessantes zu berichten.


Quelle: Reuters


Mehr als 90 Prozent der Unternehmen aus dem S&P 500® haben ihre Ergebnisse für die Zeit zwischen Juli und September 2018 bereits vorgelegt.

In 78 Prozent der Fälle konnten dabei laut FactSet auf der Gewinnseite positive Überraschungen beobachtet werden. Das heißt, dass die tatsächlich ausgewiesenen bereinigten Gewinne je Aktie über den durchschnittlichen Analystenschätzungen lagen. Im Schnitt lagen die Gewinne um 6,7 Prozent höher als die durchschnittlichen Analystenprognosen. Auf der Umsatzseite wurden in 61 Prozent der Fälle positive Überraschungen beobachtet.

Die Unternehmen im S&P 500® konnten den bereinigten Gewinn je Aktie gegenüber dem Vorjahr um 25,2 Prozent steigern. Dies wäre laut FactSet der höchste Wert seit dem dritten Quartal 2010. Besonders erfreulich: Sämtliche elf Sektoren konnten zu der positiven Entwicklung beitragen. In neun Sektoren wurden sogar zweistellige Wachstumsraten beim bereinigten EPS beobachtet. Besonders hoch fielen die Zuwächse im Energiesektor sowie in den Bereichen Telekommunikation und Grundstoffe aus.


Quelle: Reuters

Wie nicht anders zu erwarten war, profitierten die US-Konzerne zuletzt ganz besonders von der Steuerreform. Es sind jedoch nicht nur die niedrigeren Steuersätze zu Hause, die sich bemerkbar machen. Kapital aus dem Ausland konnte kostengünstig nach Hause geholt werden (Repartition). Dieses Kapital wurde nicht nur investiert, sondern auch für Dividenden und Aktienrückkaufprogramme verwendet. Solche Programme beflügeln den Gewinn je Aktie zusätzlich. Im Energiesektor machten sich auch höhere Ölpreise positiv bemerkbar.

Für die kommenden Quartale rechnen Analysten mit weiteren Gewinnsteigerungen. Laut FactSet gehen Analysten für das laufende vierte Quartal im S&P 500® im Schnitt von einem Gewinnplus gegenüber dem Vorjahr um 14,2 Prozent aus, während die Umsätze um 6,7 Prozent steigen sollen. Für die erste Jahreshälfte 2019 werden weitere Zuwächse in Aussicht gestellt. Allerdings dürften diese aus Analystensicht geringer als zuletzt ausfallen. Ein Grund dafür könnten die verpuffenden Effekte aus der Steuerreform sein. 


Die Unternehmen diesseits des Atlantiks konnten nicht in ähnlicher Weise überzeugen wie ihre US-Pendants.

Zum einen fehlte ihnen eine entsprechende Steuerreform. Zudem machen ihnen der Handelsstreit und Wechselkurseffekte zu schaffen. Hinzu kommen spezifische Probleme. Beispielsweise hatte die Automobilindustrie mit Dieselgate oder der Umstellung auf das neue Abgastestverfahren WLTP zu kämpfen. Einige Automobilkonzerne wie Daimler, BMW oder Zulieferer wie Continental mussten zwischenzeitlich Gewinnwarnungen aussprechen. Sonst zeigte sich im Zuge der Berichtssaison hierzulande ein eher gemischtes Bild.


Quelle: Reuters

Beispielsweise konnte der Sportartikelhersteller adidas Investoren mit seinem Gewinn und den angehobenen Ergebniszielen für das Gesamtjahr überzeugen, während das Umsatzwachstum und die leicht gesenkten Wachstumsziele enttäuschten. Der Versicherer Allianz profitierte wiederum von niedrigeren finanziellen Belastungen infolge von Naturkatastrophen. Im Fall des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer machten sich verschiedene Sonderfaktoren bemerkbar, vor allem im Hinblick auf die Monsanto-Übernahme.


Quelle: Reuters

Die Deutsche Post konnte wiederum damit punkten, dass ein Großteil der Kosten des laufenden Umbauprogramms in der Brief- und Paketsparte bereits im dritten Quartal 2018 verbucht werden konnte. Bei SAP waren es weniger die Quartalsergebnisse und das starke Cloud-Wachstum, die Beachtung fanden, sondern eher eine milliardenschwere Übernahme, obwohl der Softwarekonzern in Sachen größere Zukäufe eigentlich kürzertreten wollte. Trotz der zunehmenden Herausforderungen zeigten die Unternehmen hierzulande aber auch, dass sie sich zum Beispiel mithilfe von Einsparungen auf ein schwierigeres Marktumfeld einstellen können. 

Kommentare (0)

Kommentar verfassen*

* Ihr Kommentar wird erst nach einer redaktionellen Prüfung veröffentlicht.