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US-Konzerne machen wieder mehr Gewinn

Bisher haben etwas mehr als 90 Prozent (455 von 500) der Unternehmen aus dem breit gefassten US-Aktienindex S&P 500® ihre Zahlen für das dritte Quartal 2016 vorgelegt. Es bleiben lediglich einige Nachzügler und Unternehmen, die außerhalb des Kalenderjahres bilanzieren, übrig. Dabei können die US-Großkonzerne stolz auf das Ende einer Serie verweisen.

Das letzte Mal wurde auf Dreimonatssicht gegenüber dem Vorjahr laut FactSet-Daten ein kumulierter Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie im ersten Quartal 2015 verbucht (+0,5 Prozent). Seit dem gab es fünf Quartale mit rückläufigen Gewinnen in Serie. Zwischen Juli und September 2016 lag das Plus jedoch bei 2,9 Prozent.

Einen solches Gewinnplus hatten Analysten den Unternehmen aus dem S&P 500® gar nicht zugetraut. Marktexperten hatten zuvor laut FactSet im Schnitt mit einem Gewinnrückgang um 2,2 Prozent gerechnet. Besonders interessant: Sämtliche Sektoren konnten die in sie gesetzten Erwartungen übertreffen.


Quelle: Reuters

Allerdings gilt es zu beachten, dass es von Analystenseite gewissermaßen zur Tradition geworden ist, die Schätzungen sehr niedrig anzusetzen, so dass diese nicht allzu schwer zu übertreffen sind. Insgesamt konnten 71 Prozent der S&P-500®-Unternehmen, die ihre jüngsten Quartalsergebnisse bereits vorgelegt haben, die Markterwartungen schlagen. Dieser Wert ist besser als der Fünfjahresdurchschnitt. Er liegt derzeit bei 67 Prozent.



Endlich auch mehr Wachstum


Die größten US-Konzerne konnten zuletzt nicht nur mit Ergebnisverbesserungen aufwarten. Die Umsätze kletterten ebenfalls nach oben. In 55 Prozent der Fälle wurden die Analystenschätzungen geschlagen. Insgesamt liegt das Umsatzplus gegenüber dem entsprechenden Quartal des Vorjahres bei 2,7 Prozent. Es ist das erste Mal seit dem vierten Quartal 2014, dass die Umsätze klettern konnten. Damals lag das Plus bei 2,0 Prozent. Besonders deutliche Zuwächse verbuchten dieses Mal Konsumwerte, Gesundheitsunternehmen und Immobilienkonzerne.

Die gute Nachricht ist, dass sich die positive Entwicklung im laufenden Schlussquartal 2016 fortgesetzt haben soll. Laut FactSet-Daten gehen Analysten derzeit für die Zeit zwischen Oktober und Dezember von einem Gewinnanstieg um 3,6 Prozent aus, während die Umsätze sogar um 4,9 Prozent zugelegt haben sollen. Damit scheint sich die Lage zu bessern, nachdem die niedrigen Rohstoffpreise, die Schwäche in der Energiebranche sowie der starke US-Dollar die Ergebnisse belastet hatten.



Aktien können nur bedingt profitieren


Während die US-Konzerne zum ersten Mal seit langer Zeit wieder steigende Gewinne präsentieren konnten und die Markterwartungen geschlagen haben, ist es enttäuschend zu sehen, dass sich dieser Erfolg laut FactSet nicht in nennenswerter Weise in höheren Aktienkursen niedergeschlagen hat. Das dürfte jedoch daran gelegen haben, dass Investoren an den Aktienmärkten mit den US-Präsidentschaftswahlen am 8. November lange Zeit mit Unsicherheiten leben mussten. In diesem Umfeld galt die Konzentration nicht immer ausschließlich den Geschäftsergebnissen. Zumal wir uns gleichzeitig auch die Frage stellen müssen, ob die US-Notenbank Fed die Leitzinsen im Dezember anheben wird.

Zumindest in einem Punkt haben Marktteilnehmer jetzt Klarheit. Der Immobilienmogul Donald Trump wird der 45. Präsident der USA. Allerdings ist seine Amtseinführung erst für den 20. Januar 2017 angesetzt. Und selbst nach seiner Amtsübernahme ist es noch nicht klar, welche Auswirkungen seine Präsidentschaft auf die Aktienmärkte haben wird. Einerseits scheinen sich Investoren über die angekündigten Steuererleichterungen und Investitionsprogramme der Regierung zu freuen (siehe Allzeithoch beim Dow Jones Industrial Average®). Auf der anderen Seite wurden im Vorfeld der Wahlen allerhand Schreckensszenarien wegen der protektionistischen Aussagen des Kandidaten der Republikanischen Partei an die Wand gemalt.



Gemischte Zahlen in Deutschland


Auch in Deutschland neigt sich die Berichtssaison zum dritten Quartal dem Ende zu. Dabei konnten erneut gemischte Quartalsergebnisse beobachtet werden. Beispielsweise konnte die von Rechtsstreitigkeiten geplagte Deutsche Bank einen überraschenden Gewinn einfahren. Im Fall der Commerzbank wiederum fiel der Verlust nicht ganz hoch aus wie befürchtet. Während sich die großen deutschen Finanzinstitute überraschend gut schlagen konnten, profitierten die lange Zeit gebeutelten europäischen Bankenwerte zuletzt von der so genannten Trump-Rally.


Quelle: Reuters

Unter den deutschen Blue Chips konnten die Deutsche Post und die Deutsche Telekom im dritten Quartal erneut überzeugen. Während die Deutsche Post vom boomenden Online-Handel profitiert, kann sich die Deutsche Telekom derzeit darauf verlassen, dass das Wachstum von der US-Mobilfunktochter T-Mobile US angekurbelt wird. Diese ist derzeit ganz besonders erfolgreich beim Kundenfang, was sich auch auf die Umsatz- und Ergebnisseite auswirkt.

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