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Urlaub für das Depot

Die Reiseveranstalter können zufrieden sein. Auch in diesem Sommer sind wieder Millionen von Deutschen in den Urlaub gefahren. Auch weltweit boomt das Geschäft mit dem Tourismus. Welche Aktien vom Reisefieber profitieren.

Egal in welchem Winkel der Welt man sich gerade befindet, es ist fast unmöglich, dort nicht auch auf deutsche Urlauber zu treffen. Sage und schreibe 148 Millionen Urlaubsreisen buchten die Bundesbürger im vergangenen Jahr (Kurzurlaube mitgerechnet). Ersten Prognosen der Reiseveranstalter zufolge ist die Reiselust ungebrochen. So berichtet Marktführer TUI von einem Plus von vier Prozent bei den Buchungszahlen für die Sommersaison 2018. Bei Wettbewerber Thomas Cook beläuft sich der Zuwachs sogar auf elf Prozent. Wie es seitens der Reiseveranstalter außerdem heißt, ist das mit Abstand beliebteste Urlaubsziel weiterhin Spanien, gefolgt von Italien und der Türkei. Aber auch die Nachfrage nach Griechenland sei hoch gewesen.


Weltweites Reisefieber

Aber auch weltweit boomt der Tourismus. Ganz erheblich mit dazu beigetragen hat die Globalisierung. Durch sie profitierte nicht nur der globale Handel, auch die Reiseindustrie erlebte einen kräftigen Schub. Beispiel China: Noch vor 30 Jahren war die Volksrepublik für westliche Urlauber quasi ein weißer Fleck auf der Reiselandkarte. Mittlerweile rangiert das Reich der Mitte mit 60,7 Millionen internationalen Touristenankünften auf dem vierten Platz in der Liste der weltweit beliebtesten Reiseziele (siehe Abbildung 1). Gleichzeitig haben sich die Chinesen selbst zu einem Volk von Urlaubern und Touristen entwickelt. Nach Angaben der Welttourismusorganisation UNWTO gaben Maos Töchter und Söhne allein im vergangenen Jahr rund 260 Milliarden US-Dollar für touristische Zwecke aus. Das ist Weltrekord – selbst das Reisebudget der Deutschen nimmt sich im Vergleich dazu mit insgesamt 89,1 Milliarden US-Dollar relativ bescheiden aus.

Abbildung 1


Tourismus ist ein Wachstumsmarkt

Insgesamt zählte die UNWTO im vergangenen Jahr weltweit 1,32 Milliarden internationale Ankünfte. Das ist ein Plus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr und eine Verdreifachung seit 1990 (siehe Abbildung 2). Und der Boom hält an. Ersten Prognosen zufolge dürften auch in diesem Jahr die internationalen Ankünfte um mehr als fünf Prozent zulegen. Entsprechend gestiegen ist die Bedeutung des Wirtschaftsfaktors Tourismus. Auf rund 1,34 Billionen US-Dollar schätzt die UNWTO die jährlichen Einnahmen, die sich aus dem globalen Reiseverkehr ergeben. Darin noch gar nicht mitgerechnet sind die Erlöse aus Personenbeförderungsdienstleistungen wie Flugreisen oder Bahnfahrten im Gesamtvolumen von rund 240 Milliarden US-Dollar.

Abbildung 2


TUI hält am Gewinnziel fest

Trotz positiver Buchungszahlen entwickelten sich die Aktien der klassischen Reiseveranstalter zuletzt enttäuschend. TUI hat seit Jahresbeginn rund 15 Prozent verloren, bei Thomas Cook beläuft sich das Minus sogar auf 40 Prozent (Stand: 13. September 2018). Während bei Thomas Cook die Unsicherheit weiterhin groß ist – die in London ansässige Gesellschaft muss im Falle eines harten Brexit mit erheblichen Einbußen rechnen – könnte bei TUI nunmehr ein Boden gefunden sein. Darauf lassen zumindest die zuletzt mehrheitlich positiven Analystenkommentare schließen. Zwar verzeichneten die Last-Minute-Buchungen aufgrund der sommerlichen Hitzewelle einen Rückgang. Und auch der Verfall der türkischen Lira machte TUI infolge einer Neubewertung der Euro-Darlehen der türkischen Hoteleinheiten zu schaffen. Dennoch geht Vorstandschef Friedrich Joussen aufgrund der hohen Frühbucherquoten davon aus, das bereinigte Ebitda (Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern) im laufenden Geschäftsjahr um mindestens zehn Prozent zu steigern. Was bei Analysten ebenfalls gut ankommt, sind die Fortschritte des Unternehmens bei der Strategie, sich von der Saisonalität des Geschäfts unabhängiger zu machen.


Quelle: Reuters


Expedia profitiert vom Online-Trend

Allein in Deutschland werden mittlerweile fast 40 Prozent der Reisen nicht mehr über stationäre Reisebüros, sondern über das Internet gebucht. Tendenz steigend. Prognosen gehen davon aus, dass die Umsätze aus dem Online-Verkauf von Reisen in den nächsten fünf Jahren von 629 Milliarden US-Dollar (2017) um fast 50 Prozent auf dann 932 Milliarden US-Dollar (2022) steigen werden (Quelle: Stastista). Markführer unter den Online-Reisebüros ist die im US-Bundesstaat Washington beheimatete Expedia Group. Der Umsatz der an der Nasdaq gelisteten Gesellschaft hat sich in den vergangenen fünf Jahren von 4,8 auf 10,1 Milliarden US-Dollar verdoppelt. Der operative Gewinn legte im gleichen Zeitraum um rund 70 Prozent auf 625 Millionen US-Dollar zu. Allerdings ist die Gesellschaft an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von rund 20 Milliarden US-Dollar mittlerweile doppelt so schwer wie TUI. Die eingepreisten Erwartungen an das zukünftige Wachstum sind also sehr hoch. Was passieren kann, wenn diese nicht erfüllt werden, bekamen Expedia-Aktionäre in den vergangenen zwölf Monate gleich zwei Mal bitter zu spüren. Sowohl im Oktober 2017 als auch im Februar 2018 brach der Aktienkurs infolge enttäuschender Geschäftszahlen innerhalb nur weniger Tage um jeweils mehr als 20 Prozent ein. Mittlerweile scheint sich der Titel von diesen Schocks aber wieder gut erholt zu haben. Die Mehrheit der Analysten schließt zwar neuerliche Turbulenzen nicht aus, bescheinigt der Aktie mittel- bis langfristig aber dennoch Outperformance-Potenzial.


Quelle: Reuters


Kreuzschifffahrt: Volle Fahrt voraus

Zu den spannendsten und am schnellsten wachsenden Bereichen im Tourismus gehört der Kreuzschifffahrtsektor. Der Branchenverband CLIA (Cruise Lines International Association) geht davon aus, dass allein in diesem Jahr weltweit rund 27,2 Millionen Passagiere in See stechen werden. Das sind mehr als 50 Prozent als vor zehn Jahren. Die meisten Passagiere stammen aus den USA (11,5 Millionen), gefolgt von China (2,1 Millionen) und Deutschland (2,0 Millionen). Die beliebtesten Kreuzschifffahrtsrouten führen durch die Karibik (Anteil: 35,4 Prozent). Aber auch das Mittelmeer (Anteil: 15,8 Prozent) ist ein stark frequentiertes Ziel für die schwimmenden Riesen. Um auch in Zukunft auf Kurs zu bleiben, hat sich sich die Branche einiges einfallen lassen. Die Palette reicht mittlerweile von speziellen Fitness- und Wellness-Kreuzfahrten über Kultur- und Abenteuerreisen bis hin zu individuellen Flusstouren auf kleineren Schiffen. Außerdem ist die Branche bemüht, ihr negatives Image als Umweltsünder abzustreifen. Dies geschieht – wenngleich noch sehr zaghaft – zum Beispiel durch den Einsatz von energieeffizienteren Antriebsmaschinen, den Einbau von Abgasfiltern oder der Verwendung von umweltfreundlicheren Treibstoffen wie Flüssiggas. Um die Umweltbilanz ihrer Schiffe weiter zu verbessern, haben sich viele Kreuzfahrtgesellschaften außerdem spezielle Nachhaltigkeitsprogramme verordnet. So auch die Norwegian Cruise Line. So hat deren Geschäftsführung angeordnet, dass an Bord der 26 Schiffe umfassenden Flotte keine Einwegstrohhalme aus Kunststoff mehr verwendet werden dürfen. Das soll helfen, die Verschmutzung der Ozeane durch Plastikmüll zu begrenzen. Zumindest eine kleine Hilfe.


Norwegian Cruise Line macht Dampf

Anders als es der Firmenname vermuten lässt, hat die Norwegian Cruise Line ihren Sitz nicht in Skandinavien, sondern in Miami, Florida. Die Gesellschaft ist zwar kleiner als die beiden Branchenriesen Carnival Corporation und Royal Caribbean Cruises. Dafür liegt der Fokus auf höherwertigen und individualisierten Schiffsreisen. Entsprechend betuchter ist das Klientel. Das sorgt nicht nur für höhere Gewinnmargen, sondern auch für mehr Knoten beim Wachstum. So legte der Umsatz im zweiten Quartal 2018 um 13 Prozent und der Nettogewinn um 14 Prozent zu. Außerdem hat das Management aufgrund der guten Geschäftsentwicklung die Gewinnprognose für das Gesamtjahr erhöht. Unter Analysten ist die Aktie daher ein Top-Pic im Kreuzschifffahrtsektor.

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