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Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks machen eine gute Figur

Die US-Steuerreform hat für deutliche Verwerfungen bei den Unternehmensgewinnen im Schlussquartal 2017 gesorgt. Insgesamt war es jedoch erneut ein sehr starker Auftritt der US-Konzerne. Vor allem, weil sich Unternehmen und Anleger gerne auf um Einmaleffekte bereinigte Zahlen fokussieren.

Laut FactSet haben bereits 90 Prozent der Unternehmen aus dem S&P 500® ihre neuesten Geschäftszahlen vorgelegt. 74 Prozent von ihnen haben es geschafft, die Markterwartungen beim bereinigten Gewinn je Aktie zu schlagen. In 78 Prozent der Fälle seien die durchschnittlichen Umsatzerwartungen geschlagen worden. Sollte dieser Schnitt bis zum Schluss gehalten werden, wäre es der höchste Wert seit FactSet mit dem Ausweis der entsprechenden Daten im dritten Quartal 2008 begonnen hat. Dabei wurden die Konsensschätzungen auf der Umsatzseite im vierten Quartal 2017 kumuliert um 1,6 Prozent übertroffen. Sämtliche elf Sektoren im S&P 500® konnten mit höheren Umsätzen aufwarten als im Vorjahr.

Laut FactSet wurde das bereinigte EPS im Schlussquartal 2017 von den S&P-500®-Unternehmen im Vorjahresvergleich im Schnitt um 14,8 Prozent gesteigert. Dies wäre der höchste entsprechende Wert seit dem dritten Quartal 2011, als im Schnitt ein Zuwachs von 16,8 Prozent erzielt werden konnte. FactSet hat außerdem herausgefunden, dass die Sektoren Energie, Grundstoffe, Technologie und Finanzen besonders hohe Zuwächse verzeichnet haben. Diese Bereiche verbuchten prozentual zweistellige EPS-Wachstumsraten.


Quelle: Reuters

Den US-Konzernen kommen verschiedene Faktoren zugute. Die größte Volkswirtschaft der Welt befindet sich seit vielen Jahren auf Erholungskurs. Die Arbeitslosigkeit sinkt immer weiter. Außerdem ziehen endlich auch die Löhne an. Die Zinsen sind immer noch relativ niedrig, auch wenn die Fed bereits die Zinswende eingeleitet hat. So etwas lässt die ausgabefreudigen US-Konsumenten ihr Geld noch bereitwilliger für Konsumgüter aufwenden. Darüber hinaus hat die von der Regierung Trump zum Ende des vergangenen Jahres beschlossene Steuerreform mit massiven Steuersenkungen für Unternehmen für Jubelstimmung in den amerikanischen Konzernzentralen gesorgt. Diesen Umständen ist es auch zu verdanken, dass die Aussichten für das Umsatz- und Gewinnwachstum sehr gut sind.

Für das laufende erste Quartal 2018 stellen Analysten laut FactSet für den S&P 500® im Schnitt ein Wachstum des bereinigten Gewinns je Aktie gegenüber dem Auftaktquartal 2017 ein Plus von 17,1 Prozent in Aussicht. Für den Rest des Jahres werden weitere zweistellige prozentuale Zuwächse erwartet. Auf Gesamtjahressicht liegt die durchschnittliche Prognose derzeit bei 18,2 Prozent. Für 2018 wird auf der Umsatzseite von Analystenseite wiederum mit einem Zuwachs um 6,6 Prozent gerechnet. Im ersten Quartal wird ein Plus von 7,5 Prozent in Aussicht gestellt, während die Wachstumsdynamik aus Analystensicht in der zweiten Jahreshälfte etwas abnehmen soll.


Quelle: Reuters

Nicht nur US-Konzerne konnten zuletzt mit ihren Geschäftszahlen überzeugen. Niedrige Zinsen und eine gut laufende Wirtschaft sorgten auch hierzulande für positive Unternehmensnachrichten. Allerdings ließ zum Ende des Jahres 2017 der starke Euro den Jubel etwas weniger werden. Im DAX® konnten zum Beispiel die Automobilwerte Daimler, BMW und Volkswagen dank sehr starker Autoabsätze auch überzeugende Finanzkennzahlen für das Schlussquartal und Gesamtjahr 2017 vorlegen. Die verschiedenen Diskussionen um den Schadstoffausstoß und die Zukunft des Diesel-Antriebs wird dabei offenbar ausgeblendet. Im Fall der Deutschen Telekom war es wiederum das US-Geschäft mit der sehr erfolgreichen Mobilfunktochter T-Mobile US, das die Ergebnisse des Bonner Telekommunikationskonzerns insgesamt ankurbelte. Auf dem heimischen deutschen Markt und im Rest Europas kam das Wachstum bei der Deutschen Telekom zuletzt dagegen nicht in Schwung.

Beim Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius wurde ein weiteres Rekordjahr gefeiert, so dass die Dividende nun schon zum 25. Mal in Folge angehoben werden soll. Der Halbleiterkonzern Infineon profitierte zuletzt von einer starken Nachfrage aus der Automobilindustrie, während sich DAX®-Unternehmen wie ProSiebenSat.1, thyssenkrupp oder Münchener Rück mit schwierigen Bedingungen herumschlagen mussten und dabei trotzdem eine gute Figur machten.


Quelle: Reuters

Auf beiden Seiten des Atlantiks hatten Anleger jedoch das Problem, dass die positiven Unternehmensnachrichten nicht immer gleich zu steigenden Aktienkursen geführt haben. Anleger schauten zuletzt auf die Anleihenmärkte, steigende Zinsen und die Sorgen vor einer anziehenden Inflation. Nachdem die Kurse in den vergangenen Jahren fast ungebremst steigen konnten, wurde Anfang Februar 2018 eine deutliche Korrektur beobachtet, seitdem hat die Volatilität zugenommen. Einige Investoren befürchten, dass die Kurse nun für eine längere Zeit unter Druck geraten könnten. Allerdings dürfte die positive Entwicklung der Unternehmensgewinne und das anhaltend gute wirtschaftliche Umfeld die Börsen weiter stützen.

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