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Trading

Überraschungen bei den Technologiewerten?

Die amerikanischen Aktienmärkte neue Hochs erreicht haben, blieb die Stimmung in Deutschland verhalten. Das könnte sich mit dem Fortschreiten der Berichtssaison ändern. Nachdem die US-Banken bereits mehrheitlich überraschend positive Quartalszahlen gemeldet haben, richtet sich der Blick nun auf die Technologiewerte. In Deutschland wiederum berichten immer mehr Unternehmen aus der ersten und zweiten Reihe und sorgen so für Klarheit über ihren Geschäftsverlauf.

In der kommenden Woche berichten unter anderem Visa (Dienstag); Boeing, Covestro, Deutsche Bank, Facebook (Mittwoch); Amazon, Siltronic und Volkswagen (Donnerstag).

Visa: Hält das Wachstum an?

Der Kreditkartenanbieter Visa profitiert seit langem vom Wachstum bei digitalen Zahlungen. Im ersten Quartal 2019 hatte das Unternehmen aufgrund gestiegener Transaktionsvolumina Umsatz und Gewinn bereits deutlich verbessern können. Nach Ansicht der Analysten dürfte sich dieser Trend auch im zweiten Quartal fortgesetzt haben. Laut Refinitiv-Konsens wird ein Umsatzanstieg um 8,8 Prozent auf 5,7 Mrd. US-Dollar erwartet. Das Ergebnis je Aktie soll wiederum auf 1,32 US-Dollar steigen, nach 1,20 US-Dollar im vergangenen Jahr. Am Dienstag nach US-Börsenschluss herrscht Klarheit darüber.

Update Visa: Erwartungen geschlagen, Ausblick erhöht
Der Kreditkartenanbieter Visa konnte im zweiten Quartal 2019 dank einer robusten Konjunktur und ausgabefreudigen Kunden Umsatz und Gewinn unerwartet stark steigern. So stieg der Umsatz um 11,5 Prozent auf 5,84 Mrd. US-Dollar. Der Refinitiv-Konsens hatte zuletzt 5,7 Mrd. US-Dollar vorgesehen. Das Nettoergebnis verbesserte sich auf 3,1 Mrd. US-Dollar bzw. 1,37 US-Dollar je Aktie. Zuletzt hatten die Erwartungen der Analysten hier bei 1,32 US-Dollar gelegen. Der Ausblick für das Gesamtjahr wurde vor diesem Hintergrund erhöht. So erwartet Visa nun einen niedrigen zweistelligen Umsatzanstieg sowie ein EPS-Anstieg im mittleren bis hohen Zehnerbereich. Im vergangenen Jahr hatte Visa bei einem Umsatz von 20,61 Mrd. US-Dollar ein EPS von 4,61 US-Dollar erzielt.


Quelle: Reuters, Kurs in USD

Boeing: 737 MAX bleibt ein Belastungsfaktor

Der Absturz von zwei Maschinen vom Typ Boeing 737 MAX hatte zu einem Flugverbot aller Flugzeuge dieses Typs geführt. Die Auswirkungen sind noch immer zu spüren, nicht nur bei Boeing sondern auch bei zahlreichen Airlines. Im ersten Quartal hatte Boeing bereits einen deutlichen Umsatz- und Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Dieser Trend dürfte sich trotz des Booms in der zivilen Luftfahrt auch im zweiten Quartal fortsetzen. Welche Auswirkungen bei Boeing zu sehen sind, werden die am Mittwoch zur Veröffentlichung anstehenden Quartalszahlen zeigen. Analysten erwarten laut Refinitiv-Konsens im zweiten Quartal einen Umsatzrückgang um 16,3 Prozent auf 20,32 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig soll der Gewinn ja Aktie auf 1,80 US-Dollar einbrechen. Im Vorjahreszeitraum hatte Boeing noch 3,33 US-Dollar je Aktie verdient.


Quelle: Reuters, Kurs in USD

Covestro: Chemie-Konjunktur als Belastungsfaktor

Zahlreiche Chemieunternehmen mussten in den vergangenen Wochen angesichts einer schwächeren Weltkonjunktur Gewinnwarnungen veröffentlichen. Von der Bayer-Abspaltung Covestro war indes nichts dergleichen erfolgt. Für das erste Quartal hatte das DAX-Unternehmen aber bereits wegen gesunkener Verkaufspreise rückläufige Umsatz- und Gewinnzahlen gemeldet und im Zuge dieser Zahlenveröffentlichung für das zweite Quartal ein EBITDA im Bereich des ersten Quartals (442 Mio. Euro) angekündigt. Zuletzt konnte Covestro zudem durch den Verkauf des europäischen Systemhaus-Geschäfts für Schlagzeilen sorgen. Analysten erwarten laut Factset ein Umsatzrückgang von 3,86 Mrd. Euro auf 3,32 Mrd. Euro. Das EPS soll sich von 3,07 Euro auf 0,95 Euro mehr als dritteln.

Update Covestro: Ausblick trotz Gewinneinbruch bestätigt
Der Chemiekonzern Covestro musste für das zweite Quartal erwartungsgemäß einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn vermelden. Der Konzernumsatz sank aufgrund niedrigerer Verkaufspreise um 16,9 Prozent 3,2 Mrd. Euro. Das EBITDA hat sich mit 459 Mio. Euro auf dem Niveau des ersten Quartals 2019 stabilisiert, lag aber 53,4 Prozent unter dem herausragenden Ergebnis des Vorjahresquartals. Der Ergebnisrückgang resultierte im Wesentlichen aus geringeren Margen in den Segmenten Polyurethanes und Polycarbonates. Das Konzernergebnis ging erwartungsgemäß um 68,7 Prozent auf 189 Mio. Euro zurück. Dennoch konnte der Ausblick bestätigt werden. Für das Gesamtjahr 2019 rechnet Covestro weiterhin mit einem Mengenwachstum im Kerngeschäft im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Das EBITDA für das Gesamtjahr soll zwischen 1,5 und 2,0 Mrd. Euro liegen. Für das dritte Quartal erwartet Covestro ein EBITDA von ungefähr 410 Mio. Euro.


Quelle: Reuters, Kurs in EUR

Deutsche Bank: Umbau für die Zukunft

Anfang Juli hat die Deutsche Bank einen umfangreichen Konzernumbau beschlossen. Neben dem Rückzug aus dem weltweiten Aktiengeschäft sieht der Prozess auch die erhebliche Verringerung der risikogewichteten Aktiva in der Unternehmens- und Investmentbank vor. Im Zuge dieser Ankündigung nannte die größte Deutsche Bank auch erste Daten für das zweite Quartal. Demnach rechnet die Deutsche Bank für das zweite Quartal 2019 mit einem Verlust von etwa 500 Mio. Euro vor Steuern und 2,8 Mrd. Euro nach Steuern. Bereinigt um diese Belastungen erwartet das Institut für das zweite Quartal einen Gewinn vor Steuern in Höhe von rund 400 Mio. Euro und nach Steuern von 120 Mio. Euro. Dabei rechnet die Deutsche Bank mit Erträgen von 6,2 Mrd. Euro. Analysten erwarten laut Factset Erlöse von 6,39 Mrd. Euro und ein EPS von 15 Cent.


Deutsche Bank - Konzernumbau belastet
Der Konzernumbau der Deutschen Bank belastet die Quartalsergebnisse unerwartet deutlich. Das Kreditinstitut verzeichnete im zweiten Quartal einen Verlust nach Steuern von 3,1 Mrd. Euro. Die Belastungen in Zusammenhang mit dem strategischen Umbau wurden dabei mit 3,4 Mrd. Euro angegeben. Ohne die Belastungen für den Umbau hätte der Gewinn nach Steuern 231 Mio. Euro betragen, der Gewinn vor Steuern 441 Mio. Euro. Im Vorjahr hatte die Bank noch einen Gewinn nach Steuern von 401 Mio. Euro ausgewiesen. Die Erlöse gingen von 6,59 Mrd. Euro im zweiten Quartal 2018 auf nun 6,20 Mrd. Euro zurück. Laut der Deutschen Bank kommt man bei der Umsetzung der neuen Strategie gut voran. So seien Positionen aus dem Aktienhandel abgebaut und die Abschaltung von Systemen eingeleitet worden. Des Weiteren verliefen die Verhandlungen zum Verkauf des Geschäfts mit Hedgefonds und des elektronischen Aktienhandels mit BNP Paribas planmäßig. Zudem wurden über 900 Mitarbeiter bereits darüber informiert, dass ihr Arbeitsverhältnis endet oder ihre Stelle entfällt.



Quelle: Reuters, Kurs in EUR

Facebook: Wie stark steigen die Werbeeinnahmen?

Der Werbemarkt im Internet wird von Google und Facebook dominiert. Durch die Integration in die verschiedenen sozialen Netzwerke hat Facebook dabei Alleinstellungsmerkmal. Allerdings führt genau dieses auch immer wieder zu kritischen Kommentaren in Bezug auf den Datenschutz. Trotz milliardenschwerer Rückstellungen für mögliche Strafen in Zusammenhang mit Datenschutz-Ermittlungen hatte Facebook für das erste Quartal 2019 überzeugende Ergebnisse präsentieren können. Dieser Trend sollte auch im zweiten Quartal eine Fortsetzung gefunden haben. Analysten prognostizieren für die am Mittwoch nach US-Börsenschluss anstehenden Quartalszahlen deutliche Verbesserungen bei Umsatz und Gewinn. Laut Konsensschätzungen von Refinitiv sollen die Umsatzerlöse um 24,8 Prozent auf 16,51 Mrd. US-Dollar ansteigen. Der Gewinn je Aktie dürfte den Prognosen zufolge von 1,74 US-Dollar auf 1,87 US-Dollar verbessert werden.

Update Facebook: Trotz Milliardenstrafe überzeugen Zahlen
Facebook konnte im zweiten Quartal trotz einer Milliardenschweren Strafzahlung an die FTC überzeugen. Der Umsatz stieg um 28 Prozent auf 16,89 Mrd. US-Dollar und lag damit deutlich über der letzten Refinitiv-Konsensschätzung von 16,5 Mrd. US-Dollar. Das Nettoergebnis sank um 49 Prozent auf 2,62 Mrd. US-Dollar bzw. 91 Cents je Aktie. Dabei musste Facebook in den letzten drei Monaten weitere 2 Mrd. US-Dollar als Belastung aus den Datenschutz-Ermittlungen der US-Behörde FTC verbuchen, so dass sich diese Belastungen nun insgesamt auf 5 Mrd. US-Dollar belaufen. Das um diese Sonderfaktoren bereinigte EPS beläuft sich auf 1,99 US-Dollar und liegt damit oberhalb der letzten Konsensschätzung von 1,88 US-Dollar. Bei den Nutzerzahlen meldete Facebook für das zweite Quartal einen Anstieg um 8 Prozent auf 2,41 Milliarden monatliche Nutzer und 1,59 Milliarden tägliche Nutzer.


Quelle: Reuter, Kurs in USD

Amazon: Dominiert das Cloud-Geschäft weiterhin?

Amazon dominiert den weltweiten Online-Handel. Um diese Rolle zu festigen, lässt sich der Konzern immer wieder Neues einfallen. In den USA sind nun etwa Retouren auch ohne Verpackung möglich. Zugleich bindet Amazon seine Kunden über das Prime-Programm durch regelmäßige Rabattaktionen und Lieferungen innerhalb von 24 Stunden immer stärker an sich. In Verbindung mit den hohen Margen in der Cloud-Sparte AWS dürfte Amazon daher auch im zweiten Quartal wieder starke Ergebnisse erzielt haben. Am Donnerstag nach US-Börsenschluss herrscht hierüber Klarheit. Analysten erwarten laut Refinitv-Konsens einen Umsatzanstieg um 18,1 Prozent auf 62,46 Mrd. US-Dollar. Gleichzeitig soll der Gewinn je Aktie von 5,07 US-Dollar auf 5,58 US-Dollar gesteigert worden sein.

Update Amazon: Gewinnanstieg enttäuscht
Der Online-Händler Amazon enttäuschte im zweiten Quartal trotz unerwartet deutlich gestiegener Umsätze beim Gewinnwachstum. Als Belastungsfaktor erwiesen sich die Investitionen in das neue Prime-Angebot von Lieferungen innerhalb von 24 Stunden. Der Umsatz mit Cloud-Dienstleistungen in der Sparte AWS stieg um 37,3 Prozent auf 8,38 Mrd. US-Dollar. Der Refinitiv-Konsens von 8,47 Mrd. US-Dollar wurde damit verfehlt. Der Konzernumsatz stieg um 20 Prozent auf 63,40 Mrd. US-Dollar gegenüber dem letzten Refinitiv-Konsens von 62,48 Mrd. US-Dollar. Beim Nettogewinn meldete Amazon einen Anstieg auf 2,63 Mrd. US-Dollar bzw. 5,22 US-Dollar je Aktie. Die jüngsten Erwartungen hatten sich laut Refinitiv auf 5,57 US-Dollar je Aktie belaufen.


Quelle: Reuters, Kurs in USD

Siltronic: Klarheit nach den Gewinnwarnungen

Siltronic, ein Hersteller von Wafern für Halbleiterunternehmen, musste bereits zwei Gewinnwarnungen in diesem Jahr veröffentlichen. Vor allem die geopolitischen Unsicherheiten und der negative Einfluss der Exportbeschränkungen der US-Regierung gegenüber chinesischen Technologieunternehmen haben zu einer anhaltenden Nachfrageschwäche in der Halbleiterbranche geführt. Mitte Juni kündigte das Unternehmen an, dass der Umsatz im zweiten Quartal deutlich unter dem Umsatz des ersten Quartals ausfallen wird. Damals hatte Siltronic 354,4 Mio. Euro erlöst. Zudem wurde der Ausblick für das Gesamtjahr gesenkt. Inwiefern die Prognosen eingehalten wurden, erfahren wir am Donnerstag. Analysten erwarten laut Factset Umsatzerlöse von 313 Mio. Euro sowie ein EPS von 1,78 Euro.

Update Siltronic: Prognose trotz Umsatz- und Ergebnisrückgang bestätigt
Siltronic musste wie erwartet ein verhaltenes erstes Halbjahr 2019 hinnehmen. Als Begründung gab das Unternehmen die gesunkene Nachfrage nach Wafern an. Der Umsatz sank im zweiten Quartal auf 311,8 Mio. Euro. Das Bruttoergebnis reduzierte sich auf 112,4 Mio. Euro, während der Nettogewinn auf 68,5 Mio. Euro bzw. 1,98 Euro zurückging. Angesichts der wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten sowie der aktuellen Nachfragesituation erwartet Siltronic, dass der Umsatz im dritten Quartal 2019 nochmals zurückgehen wird. Das Unternehmen bestätigt jedoch die im Juni angepasste Prognose für das Geschäftsjahr 2019. Für das Gesamtjahr wird ein Umsatz von rund 10 bis 15 Prozent unter dem Wert des Vorjahres erwartet. Das EBIT soll deutlich unter dem Wert des Vorjahres liegen.


Quelle: Reuter, Kurs in EUR

Volkswagen: Wie stark schlägt das Juni-Absatzplus auf das Ergebnis durch?

Volkswagen konnte die rückläufige Absatzentwicklung des ersten Halbjahres im Juni reduzieren. Konzernweit verkaufte der Konzern aus Wolfsburg 974.400 Einheiten, was einem Plus von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im ersten Halbjahr war der Absatz um 2,8 Prozent auf 5,37 Millionen zurückgegangen. Zudem gelang Volkswagen mit dem Teil-Börsengang der Nutzfahrzeugsparte unter dem Namen TRATON am 28. Juni eine umfassende Neuordnung des Geschäfts. Auswirkungen für die am Donnerstag veröffentlichten Quartalszahlen sind daher noch nicht zu erwarten. Analysten gehen laut FactSet von einem Umsatzanstieg von 61,15 Mrd. Euro auf 62,31 Mrd. Euro aus. Das EPS wird bei 7,45 Euro, gegenüber 6,44 Euro im Vorjahr, gesehen.

Update Volkswagen: Erwartungen geschlagen und Ausblick bestätigt
Trotz der negativen Volumenentwicklung in den ersten sechs Monaten konnte Volkswagen eine Umsatzsteigerung insbesondere aufgrund von Mix- und Preisverbesserungen im Bereich Pkw sowie der guten Geschäftsentwicklung im Konzernbereich Finanzdienstleistungen und bei TRATON erzielen. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 6,6 Prozent auf 65,19 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis sank wiederum um 8 Prozent auf 5,13 Mrd. Euro. Das Nettoergebnis belief sich auf 3,96 Mrd. Euro bzw. 7,91 Euro je Aktie. Volkswagen geht unverändert davon aus, dass die Auslieferungen im Jahr 2019 unter weiterhin herausfordernden Marktbedingungen den Vorjahreswert leicht übertreffen werden. Daher erwartet, dass die Umsatzerlöse des Konzerns sowie der Bereiche Pkw und Nutzfahrzeuge um bis zu 5 Prozent über dem Vorjahreswert liegen werden. Für das Operative Ergebnis vor Sondereinflüssen des Konzerns und des Bereichs Pkw wird im Jahr 2019 mit einer operativen Umsatzrendite zwischen 6,5 und 7,5 Prozent gerechnet.


Quelle: Reuters, Kurs in EUR

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.
 

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