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Trading

Turbulente Märkte – Können die Quartalszahlen dagegenhalten?

Einige wenige Twitter-Nachrichten von US-Präsident Donald Trump haben ausgereicht, um den Handelsstreit zwischen den USA und China eskalieren zu lassen sowie Marktteilnehmer zu verunsichern. Die Aktienmärkte mussten ihre vorherige Erholungsrallye unterbrechen. Möglicherweise sorgen positiv aufgenommene Geschäftszahlen für neue Kurssteigerungen.

In der kommenden Woche berichten unter anderem E.ON (Montag); Allianz, Lanxess, Merck KGaA (Dienstag); Alibaba, United Internet (Mittwoch); NVIDIA (Donnerstag) und Richemont (Freitag).

E.ON: Wie kommt die innogy-Übernahme voran?

Noch immer sind E.ON und der Branchenkonkurrent RWE mit der Neuordnung des deutschen Energiemarktes beschäftigt. Während E.ON die RWE-Tochtergesellschaft innogy übernimmt, legt der Konzern in Zukunft den Fokus auf das deutsche Stromvertriebs- und Netzgeschäft. RWE will sich in Zukunft dagegen auf die Stromerzeugung konzentrieren. Außerdem wird RWE Großaktionär bei E.ON. Am kommenden Montag werden sich Anleger daher Aussagen des E.ON-Managements zu den Fortschritten dieser Neuordnung erhoffen. Außerdem wird der Konzern seine neuesten Quartalsergebnisse vorlegen. Analysten gehen laut FactSet für das erste Quartal 2019 davon aus, dass der bereinigte Gewinn je Aktie im Vorjahresvergleich minimal um 1 Cent auf 0,33 Euro zurückgehen ist.

Update E.ON: Schwächelndes Großbritannien-Geschäft sorgt für Gewinneinbruch
Bei E.ON zeigte man sich mit dem Auftakt in das Geschäftsjahr 2019 zufrieden. Eine Ausnahme bildete das Großbritannien-Geschäft. Dort führten laut Konzernangaben vor allem die neu eingeführten regulatorischen Preisobergrenzen zu erheblichen Einbußen. Trotzdem bleibt es bei den Jahreszielen. E.ON erwartet für das laufende Geschäftsjahr weiterhin ein bereinigtes EBIT im Bereich von 2,9 bis 3,1 Mrd. Euro. Für den bereinigten Konzernüberschuss wird mit einem Ergebnis von 1,4 bis 1,6 Mrd. Euro gerechnet. Im ersten Quartal sank das bereinigte EBIT gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss lag mit 650 Mio. Euro um 11 Prozent unter dem Vorjahreswert von 727 Mio. Euro. Die Umsatzerlöse wurden um 0,4 Mrd. Euro auf 9,2 Mrd. Euro gesteigert


Quelle: Reuters, Kurs in EUR

Allianz will Rekordjagd fortsetzen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 hat die Allianz den höchsten operativen Gewinn in ihrer 129-jährigen Geschichte erzielt. Der Versicherungskonzern will im laufenden Geschäftsjahr den nächsten Rekord knacken. Entsprechend wichtig ist ein guter Auftakt. Ob es diesen gab, erfahren Anleger am kommenden Dienstag. Analysten gehen laut FactSet für das erste Quartal 2019 im Schnitt von Umsatzerlösen in Höhe von 33,0 Mrd. Euro aus, nach 36,5 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie wird auf Analystenseite im Schnitt bei 4,50 Euro gesehen, nach 4,40 Euro im Vorjahr.

Update Allianz: Schaden- und Unfallversicherung sorgt für Ergebnissprung
Die Allianz konnte im ersten Quartal 2019 das operative Ergebnis um 7,5 Prozent auf 2,96 Mrd. Euro steigern. Das Wachstum des operativen Ergebnisses ist vor allem auf den Geschäftsbereich Schaden- und Unfallversicherung zurückzuführen und resultierte aus einem starken Prämienwachstum, geringeren Schäden aus Naturkatastrophen und einer verbesserten Kostenquote, hieß es vonseiten des Versicherungskonzerns. Im Gegensatz dazu stieg das Ergebnis im Bereich Lebens- und Krankenversicherung nur leicht an. Zudem kletterte der auf die Anteilseigner entfallende Nettogewinn lediglich um 1,6 Prozent auf 1,97 Mrd. Euro. Grund dafür waren unter anderem höhere Steuern. Die Jahresziele wurden trotzdem bestätigt. Das operative Ergebnis 2019 soll zwischen 11,0 und 12,0 Mrd. Euro liegen.


Quelle: Reuters, Kurs in EUR

Lanxess: Anleger erwarten präzisere Prognosen

Der Spezialchemiekonzern Lanxess hatte zuletzt von starken Ergebnissen für das Geschäftsjahr 2018 und trotz der sich abschwächenden Konjunktur von einem soliden Start ins neue Geschäftsjahr berichtet. Allerdings hatte das Management für 2019 lediglich ein EBITDA vor Sondereinflüssen in etwa auf Vorjahresniveau in Aussicht gestellt. Diese Prognose will das Management des MDAX-Konzerns am kommenden Dienstag im Zuge der Vorlage der Geschäftsergebnisse für das erste Quartal des Jahres präzisieren. Für das erste Quartal erwarten Analysten laut FactSet aufgrund des Verkaufs des Kautschukgeschäfts einen deutlichen Umsatzrückgang im Vorjahresvergleich von 2,57 auf 1,87 Mrd. Euro. Der Gewinn je Aktie wird auf Analystenseite mit 1,05 Euro auf dem Niveau des Vorjahres gesehen.

Update Lanxess: Spezialchemiekonzern trotzt schwierigem Umfeld
Das Lanxess-Management sprach in Zusammenhang mit den Ergebnissen zum ersten Quartal 2019 von einer stabilen Geschäftsentwicklung. Vor allem im Hinblick auf die konjunkturelle Eintrübung konnte sich der Spezialchemiekonzern ordentlich behaupten. Die Umsatzerlöse lagen mit 1,82 Mrd. Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Das bereinigte EBITDA wurde sogar um 1,9 Prozent auf 275 Mio. Euro gesteigert, während der Nettogewinn um 3,7 Prozent auf 84 Mio. Euro zulegte. Lanxess kamen zu Beginn des Jahres gestiegene Verkaufspreise und vorteilhafte Wechselkurseffekte zugute. Wie erwartet präzisierte das Management die Gesamtjahresziele. So soll das EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 1,0 und 1,05 Mrd. Euro liegen. Im Vorjahr hatte Lanxess ein Ergebnis von 1,016 Mrd. Euro erreicht.


Quelle: Reuters, Kurs in EUR

Merck KGaA greift tief in die Tasche

Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA fiel zuletzt vor allem mit der Übernahme des US-Halbleiterzulieferers Versum Materials auf. Für den Hersteller von Spezialgasen und -chemikalien musste der DAX-Konzern inklusive Schulden nach einer Bieterschlacht umgerechnet 5,8 Mrd. Euro auf den Tisch legen. Am kommenden Dienstag wird Merck seine neuesten Quartalsergebnisse vorlegen. Analysten gingen zuletzt laut FactSet im Schnitt für das erste Quartal 2019 von einem Umsatzrückgang im Vorjahresvergleich um 3 Prozent auf 3,58 Mrd. Euro aus, während der Gewinn je Aktie um 5 Cent auf 1,36 Euro zurückgegangen sein soll.

Update Merck KGaA: Asien-Geschäft bringt Schwung
Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA steigerte seine Umsatzerlöse im ersten Quartal 2019 um 7,5 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro. Organisch lag das Plus jedoch lediglich bei 5,7 Prozent. Zu diesem Wachstum hatten wiederum alle drei Unternehmensbereiche beigetragen. Für die währungsbedingten Umsatzsteigerungen in Höhe von 2,0 Prozent waren laut Unternehmensangaben überwiegend der US-Dollar sowie der japanische Yen ausschlaggebend. Das organische Wachstum wurde vor allem durch das Asien-Geschäft angetrieben. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA pre), die wichtigste Steuerungskennzahl des Konzerns, fiel dagegen um 4,0 Prozent auf 929 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr rechnet das Management mit einem Wert zwischen 4,15 und 4,35 Mrd. Euro. Die Umsatzerlöse sollen organisch um 3 bis 5 Prozent zulegen.




Quelle: Reuters, Kurs in EUR

 

Alibaba und der Handelsstreit

US-Präsident Donald Trump hat zuletzt für eine Verschärfung des Handelsstreits zwischen den USA und China gesorgt. An den Börsen reagierten Anleger nervös. In solchen Fällen fragen sich Investoren natürlich auch immer, inwieweit sich der Handelsstreit auf Unternehmen in den USA und China auswirkt. Am kommenden Mittwoch werden Investoren erfahren, wie es zuletzt dem chinesischen E-Commerce-Riesen Alibaba ergangen ist. Analysten gingen jüngst laut Refinitiv für das vierten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 (Ende März) von Umsatzerlösen in Höhe von umgerechnet 13,50 Mrd. US-Dollar bei einem bereinigten Gewinn je Aktie von 0,98 US-Dollar aus. Im Vorjahr lagen die entsprechenden Werte bei 8,92 Mrd. US-Dollar bzw. bei 0,83 US-Dollar.

Update Alibaba: Neuer Wachstumsschub
Alibaba profitierte auch im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 (Ende März) von der wachsenden Kauflaune der Chinesen. Das Unternehmen steigerte die Zahl der Kunden, die mindestens einmal im Jahr etwas auf seinen Plattformen kaufen auf 654 Millionen, während man gleichzeitig seine Aktivitäten abseits der großen Städte des Landes ausweiten konnte. Zudem sorgte die Verbreitung des mobilen Internets für Schwung. Neben den Handelsplattformen sorgte auch der Bereich Cloud Computing für einen Wachstumsschub. Zwischen Januar und März lagen die konzernweiten Umsatzerlöse bei 93,5 Mrd. Yuan (umgerechnet 13,9 Mrd. US-Dollar oder 12,1 Mrd. Euro). Dies war ein Anstieg von 51 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Analysten gingen jüngst laut Refinitiv von Umsatzerlösen in Höhe von umgerechnet 13,50 Mrd. US-Dollar aus.


Quelle: Reuters, Kurs in EUR

 

United Internet spielt im Konzert der Großen mit

Das Telekommunikationsunternehmen United Internet hatte in diesem Jahr für Furore gesorgt, als es sich mit seiner Tochtergesellschaft 1&1 Drillisch an der Versteigerung der deutschen 5G-Mobilfunklizenzen beteiligte und auf diese Weise den Telekommunikationsriesen Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Konkurrenz machte. Ob das Unternehmen auch mit seinen neuesten Geschäftszahlen für Furore sorgen wird, erfahren Anleger am kommenden Mittwoch. Ein guter Auftakt wäre wichtig, um die Jahresziele zu erreichen. Für das laufende Geschäftsjahr hatte das TecDAX- und MDAX-Unternehmen ein Umsatzwachstum von etwa 4 Prozent in Aussicht gestellt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll im Vorjahresvergleich um rund 8 Prozent zulegen.

Update United Internet: Der Anfang ist gemacht
United Internet berichtete von einem guten Start in das Geschäftsjahr 2019. Das Telekommunikationsunternehmen, zu dem die Tochtergesellschaft 1&1 Drillisch gehört, freute sich vor allem über deutlich mehr Kundenverträge. Insgesamt konnte die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge laut Unternehmensangaben um 210.000 auf 24,06 Millionen Verträge gesteigert werden. Der Konzernumsatz kletterte um 1,2 Prozent auf 1,29 Mrd. Euro. Befeuert durch eine Änderung der Bilanzierungsrichtlinien stieg das EBITDA um 7,7 Prozent auf 299,7 Mio. Euro. Dagegen sank das EBIT um 1,0 Prozent auf 181,1 Mio. Euro. Nach dem aus Managementsicht positiven Jahresauftakt sieht sich das Unternehmen auf einem guten Weg, die Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen. Demnach sollen die Umsatzerlöse um 4 Prozent steigen (2018: 5,13 Mrd. Euro). Das EBITDA soll um ca. 8 Prozent zulegen. (2018: 1,20 Mrd. Euro).


Quelle: Reuters, Kurs in EUR

 

NVIDIA stemmt die größte Übernahme der Firmengeschichte

NVIDIA hatte zuletzt mit Schwächen im Geschäft mit Videospielen und Datenzentren zu kämpfen. Am kommenden Donnerstag werden Anleger erfahren, wie sich der US-Spezialist für Grafikprozessoren im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 (Ende April) geschlagen hat. Analysten gingen zuletzt laut Refinitiv von einem deutlichen Umsatzrückgang im Vorjahresvergleich um 31,5 Prozent auf 2,20 Mrd. US-Dollar aus, während das bereinigte EPS von 2,05 US-Dollar im Vorjahr auf nun 0,79 US-Dollar deutlich zurückgegangen sein soll. Möglicherweise hilft die größte Übernahme der Firmengeschichte, die NVIDIA-Geschäfte wieder anzukurbeln. NVIDIA übernimmt den israelischen Netzwerkspezialisten Mellanox für 6,9 Mrd. US-Dollar.

Update NVIDIA: US-Chipkonzern sieht Markterholung im Videospielebereich
NVIDIA rechnet damit, dass sich das Geschäft mit Grafikprozessoren dank anziehender Aktivitäten im Videospielebereich erholen wird. Aus diesem Grund konnte das Unternehmen über den Erwartungen liegende Vorhersagen für das laufende zweite Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 (Ende Juli) treffen. Das NVIDIA-Management stellt Umsatzerlöse in Höhe von bis zu 2,60 Mrd. US-Dollar in Aussicht. Analysten rechneten zuletzt laut Refinitiv im Schnitt mit einem Wert von 2,54 Mrd. US-Dollar. Im ersten Quartal (Ende April) lagen die Umsatzerlöse bei 2,22 Mrd. US-Dollar, nach 3,21 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der Nettogewinn schrumpfte um 68 Prozent auf 394 Mio. US-Dollar. Bereinigt um Einmaleffekte lag der Gewinn je Aktie bei 88 Cents. Analysten hatten kurz vor Bekanntgabe der Zahlen im Schnitt mit Erlösen in Höhe von 2,20 Mrd. US-Dollar bei einem EPS von 81 Cents gerechnet.


Quelle: Reuters, Kurs in USD

 

Richemont am Puls der Luxusgüterindustrie

Luxusgüterunternehmen wie Richemont aus der Schweiz profitierten zuletzt vor allem von der Konsumlust der Chinesen. Allerdings könnte der eskalierende Handelsstreit zwischen China und den USA diese Stimmung eintrüben. Am kommenden Freitag wird Richemont wiederum die Geschäftsergebnisse für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2018/19 (Ende März) präsentieren. In den ersten neun Monaten des Jahres waren diese neben der positiven Geschäftsentwicklung in China auch von Übernahmen gekennzeichnet. Auf Gesamtjahressicht sahen Analysten die Umsatzerlöse laut Bloomberg-Konsens zuletzt im Schnitt bei 13,78 Mrd. Euro, was einem Zuwachs von rund 25 Prozent entsprechen würde. Darüber hinaus sahen die Marktexperten einen Anstieg des Gewinns je Aktie von 3,10 Euro im Vorjahr auf nun 2,16 Euro.

Update Richemont: Vorsichtiger Ausblick
Der Schweizer Luxusgüterkonzern Richemont steigerte seine Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2018/19 (Ende März) um 27 Prozent auf 14,0 Mrd. Euro. Dazu hatten vor allem Übernahmen und gute Geschäfte in China beigetragen. Der Nettogewinn konnte dank positiver Einmaleffekte im Vorjahresvergleich auf 2,8 Mrd. Euro mehr als verdoppelt werden. Die Anteilseigner sollen für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende in Höhe von 2,00 Schweizer Franken je Aktie erhalten, 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings zeigte sich das Management hinsichtlich der weiteren Aussichten vorsichtig. Im Ausblick wurde von einem von Unsicherheiten geprägten Marktumfeld gesprochen.


Quelle: Reuters, Kurs in CHF

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

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