201607_US-Wahl_Header

Highlight

Trump oder Clinton – Welche US-Aktien sind im Wahlfieber?

Die US-Wahl am 8. November rückt schnell näher. Nach der überraschenden Entscheidung der Briten für den Abschied von der Europäischen Union sind auch die Chancen für den Außenseiter Donald Trump, der nächste US-Präsident zu werden, deutlich besser geworden als bislang erwartet. Je nachdem, ob Trump oder Hillary Clinton gewinnt, sollten aber unterschiedliche Sektoren profitieren.

Donald Trump ist seinem Ziel einen wichtigen Schritt nähergekommen. Auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner ist er trotz etlicher Widerstände zum Präsidentschaftskandidaten gekürt worden. Die US-Wahl dürfte in den nächsten Monaten verstärkt in den Fokus der Investoren rücken, und damit wahrscheinlich für höhere Volatilität am Aktienmarkt sorgen.

Der S&P500® eilt von Rekord zu Rekord. Viele Investoren setzen darauf, dass trotz der zuletzt robusten Arbeitsmarktzahlen eine Zinserhöhung weiterhin kein Thema sein wird. Diese Aussicht beflügelt den Aktienmarkt. Laut David Kostin, US-Aktienstratege bei Goldman Sachs, ist das enge Beieinanderliegen der Präsidentschaftskandidaten Donald Trump von den Republikanern und Hillary Clinton von den Demokraten nicht ausreichend am Aktienmarkt eingepreist. „Wenn die Unsicherheit am Aktienmarkt steigt, gehören Aktien aus dem Bereich nichtzyklischer Konsum üblicherweise zu den Outperformern, während Aktien aus dem IT-Sektor hinterherhinken“, schrieb Kostin bereits Mitte Mai. Outperformer sind Aktien, die besser laufen als der Gesamtmarkt. Zum Sektor nichtzyklischer Konsum gehören beispielsweise die Nahrungsmittel- und Getränkehersteller, wie Coca-Cola, Kellogg und Kraft Heinz sowie Tabak- und Konsumgüterhersteller, wie Altria, Philip Morris und Procter & Gamble.



Hohe Dividendenrendite und niedrige Volatilität


„Die vergangenen zehn Jahre haben gezeigt, dass bei steigender Unsicherheit Aktien mit einer hohen Dividendenrendite und niedriger Volatilität zu den Outperformern gehören. Im Gegensatz dazu, gehören Wachstumsaktien sowie Aktien mit niedriger Bewertung zu den Underperformern“, betonte der Goldman-Experte. Zu den Aktien mit hoher Dividendenrendite gehören AT&T, die Ölmultis Exxon Mobil und Chevron, Procter & Gamble und Coca-Cola. Niedrige Volatilität bedeutet, dass die Aktien wenig schwanken. Zu diesen Werten gehören Firmen wie Pepsi, der Gesundheitskonzern Johnson & Johnson und wiederum AT&T, Coca-Cola, sowie Procter & Gamble.



US-Unternehmen sind aussichtsreich


Investoren sollten sich in den nächsten Monaten verstärkt darauf fokussieren, welche Auswirkungen, die Politik der möglichen Präsidentschaftsbewerber auf die Wirtschaft, den Handel, und die Steuergesetze haben könnten und die entsprechenden Rückschlüsse für das Investieren am Aktienmarkt ziehen. Donald Trump will die US-Wirtschaft vor der ausländischen Billigkonkurrenz schützen. Er bezeichnet China als Währungsmanipulator und will hohe Steuern auf chinesische Produkte ebenso einführen, wie auf jene, die in Mexiko produziert werden. Zudem möchte Trump eine Mauer zwischen den USA und Mexiko bauen lassen, die die Mexikaner selbst bezahlen sollen. Die Analysten von Bernstein gehen zwar davon aus, dass es Jahre der Planung brauchen würde, ehe mit dem Bau begonnen werden könnte. Dennoch könnten die Aktien der US-Unternehmen aus dem Bereich Baumaterialien, wie CalPortland, Martin Marietta Materials und Vulcan Materials sowie die mexikanischen Zementhersteller Cemex und GCC (Grupo Cementos de Chihuahua) von der Aussicht profitieren.


Quelle: Reuters, Kurs in USD

Trump will zudem das nord-amerikanische Freihandelsabkommen NAFTA und das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP mit der EU neu verhandeln. Eine Zunahme des Protektionismus wäre eine deutliche Belastung für den US-Aktienmarkt, kommen doch 48 Prozent der Umsätze der S&P500®-Unternehmen aus dem Ausland. Trump strebt zudem an, das Pariser Klimaschutzabkommen aufzukündigen, die Pläne zum Bau der Öl- und Gaspipeline Keystone XL wieder aus der Schublade herauszuholen und verstärkt auf Kohle und heimisches Öl zu setzen. Clinton setzt hingegen auf erneuerbare Energien. Außerdem könnte die Kandidatin der Demokraten gegen die ihrer Meinung nach zu hohen Medikamentenpreise etlicher Pharmakonzerne vorgehen, womit diese Aktien Gegenwind bekommen würden.


Quelle: Reuters

Die Hausse am US-Aktienmarkt bleibt intakt, allerdings dürfte die US-Wahl verstärkt in den Fokus rücken. Je nachdem, wie sich die Umfragen bis zum Wahltag entwickeln, könnte dies für Nachfrage oder Abgabedruck in einigen Branchen führen.

Kommentare (0)

Kommentar verfassen*

* Ihr Kommentar wird erst nach einer redaktionellen Prüfung veröffentlicht.