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Trotz Handelsstreit und Brexit: Quartalsbilanzen immer einen Blick wert

Während sich die Berichtssaison für das vierte Quartal 2018 in den USA ihrem Ende nähert, legen immer mehr europäische Unternehmen ihren neuesten Quartalsbilanzen vor. Angesichts der anhaltenden Marktunsicherheiten ist es jedoch fraglich, ob die vorgelegten Zahlen die Börsenkurse entscheidend in eine Richtung lenken können. Schließlich beschäftigen sich Investoren derzeit neben den Geschäftsergebnissen auch mit dem Brexit oder dem Handelsstreit zwischen China und den USA. Trotzdem wird sich auch in der kommenden Woche der Blick auf einige spannende Bilanzvorlagen lohnen.

Es berichten unter anderem TUI, thyssenkrupp, TripAdvisor (Dienstag); Barrick Gold, Cisco Systems (Mittwoch); Commerzbank, NVIDIA (Donnerstag) und PepsiCo (Freitag).



TUI: Prognosesenkung trübt das Bild ein


Der Reisekonzern TUI wird am Dienstag, den 12. Februar seine ordentliche Hauptversammlung abhalten. Wenige Tage zuvor gab das Unternehmen jedoch eine gesenkte Prognose heraus, was die TUI-Aktie zeitweise unter erheblichen Druck setzte. Demnach wurden die Ergebniserwartungen für das am 30. September 2019 endende Geschäftsjahr angepasst. Das bereinigte EBITA wird nur noch in etwa auf dem Vorjahresniveau gesehen, nachdem zuvor ein Zuwachs von mindestens 10 Prozent in Aussicht gestellt worden war. Damit wird auch das Vorhaben verworfen, in den drei Jahren 2018, 2019 und 2020 jährlich im Schnitt ein Plus von mindestens 10 Prozent zu erreichen. Als Belastungsfaktoren führte das Management einen außergewöhnlich heißen Sommer 2018 und die Schwäche des britischen Pfundes an.

Update TUI: Schwierige Marktbedingungen
TUI hatte kurz vor der Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das erste Quartal 2018/19 (Ende Dezember) bereits eine gesenkte Prognose herausgegeben und damit Anleger auf schwächere Zahlen vorbereitet. Zwar konnte der Reisekonzern seine Umsatzerlöse im Vorjahresvergleich um 4,4 Prozent auf 3,7 Mrd. Euro steigern, das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Wertberichtigungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte (EBITA) lag jedoch bei -83,6 Mio. Euro. Aufgrund der Saisonalität des Reisegeschäfts ist ein Verlust nicht überraschend, allerdings wurde dieser im Vorjahresvergleich mehr als verdoppelt. TUI kämpfte zuletzt mit einem ungewöhnlich heißen Sommer, der Verlagerung vieler Buchungen zu günstigeren Reisezielen und dem schwachen britischen Pfund. Die Prognose, das EBITA im laufenden Geschäftsjahr um mindestens 10 Prozent zu steigern, hatte TUI bereits zurückgenommen.


Quelle: Reuters



thyssenkrupp: Investoren wollen es ganz genau wissen


Am 1. Februar hielt thyssenkrupp seine Hauptversammlung ab. Es gab viel Redebedarf. Anleger wollten wissen, wie die Fusion des Stahlgeschäfts mit den europäischen Stahlaktivitäten von Tata Steel vorankommt. Laut Konzernchef Guido Kerkhoff würde man planmäßig vorankommen und bei rund 90 Prozent der Aufgaben kurz vor dem Ziel stehen. Auch zum Thema Aufspaltung gab es einige Neuigkeiten. Die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 will der Stahl- und Technologiekonzern wiederum am Dienstag vorlegen. Analysten gehen laut FactSet im Schnitt von Umsatzerlösen in Höhe von 8,47 Mrd. Euro aus, nach 9,82 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Gewinn je Aktie soll dagegen von 0,12 auf 0,23 Euro angestiegen sein.

Update thyssenkrupp: Voll im Plan
thyssenkrupp konnte Auftragseingang und Umsatz im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 (Ende Dezember) weiter steigern. Allerdings musste der Stahl- und Technologiekonzern einen Rückgang des operativen Ergebnisses vermelden. So verzeichnete thyssenkrupp neue Aufträge im Wert von 8,1 Mrd. Euro - ein Plus von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 3 Prozent auf 7,9 Mrd. Euro, während das operative Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten (bereinigtes EBIT) 168 Mio. Euro betrug, nach 265 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Zudem teilte das Unternehmen mit, dass die Vorbereitungen zur Teilung des Konzerns in die beiden Unternehmen thyssenkrupp Industrials und thyssenkrupp Materials voll im Plan liegen würden.


Quelle: Reuters



TripAdvisor: Analysten rechnen mit Umsatz- und Ergebnisverbesserungen


Während der Gesamtmarkt zum Ende des vergangenen Jahres schwächelte, zeigte sich die Aktie des Online-Reiseportals TripAdvisor in starker Verfassung. In der kommenden Woche dürfte vor allem die für Dienstag geplante Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das vierte Quartal 2018 den Kursverlauf der TripAdvisor-Aktie bestimmen. Analysten gehen laut Refinitiv im Schnitt von einem Umsatzanstieg im Vorjahresvergleich um 6,8 Prozent auf 342,83 Mio. US-Dollar aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird bei 0,30 US-Dollar gesehen, nach 0,06 US-Dollar im Vorjahr.

Update TripAdvisor: Höhere Profitabilität im Blick
TripAdvisor steigerte seine Umsatzerlöse im Schlussquartal 2018 gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent auf 346 Mio. US-Dollar. Damit wurden die Refinitiv-Konsensschätzungen von 343 Mio. US-Dollar übertroffen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag jedoch mit 27 Cents unter den Markterwartungen von 29 Cents. Neben Erfolgen im Restaurant-Geschäft und bei den Buchungen von Erlebnisreisen, hatte das Unternehmen mit weniger Umsätzen bei den Hotelbuchungen zu kämpfen. Für das laufende Geschäftsjahr stellte das Management einen prozentual zweistelligen Anstieg des bereinigten EBITDA in Aussicht. In 2018 wurde dieser Wert um 27 Prozent auf 422 Mio. US-Dollar verbessert. Die Umsatzerlöse kletterten um 4 Prozent auf 1,6 Mrd. US-Dollar.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Barrick Gold: Ein guter Anfang


Barrick Gold läutete das neue Jahr mit der Finalisierung der Übernahme des Rivalen Randgold Resources ein. Am Mittwoch wird das kanadische Goldminenunternehmen die Ergebnisse für das Schlussquartal 2018 vorlegen. Bereits bekannt sind die vorläufigen Daten zur letztjährigen Produktion. Demnach lag die Gold-Produktionsmenge im Gesamtjahr bei 4,53 Millionen Unzen und damit knapp innerhalb des eigenen Zielkorridors von 4,5 bis 5,0 Millionen Unzen. Der durchschnittlich erzielte Goldpreis lag bei 1.226 US-Dollar pro Feinunze. Entsprechend dürfte man sich auf Unternehmensseite gefreut haben, dass die Goldnotierungen zuletzt deutlich angestiegen sind. Auch die 2018er-Produktionsstatistiken von Randgold Resources sind bekannt. Diese veröffentlichte Barrick Gold noch getrennt von den eigenen Zahlen. Demnach lag die Produktionsmenge bei 1,28 Millionen Unzen Gold und damit leicht unterhalb der Prognose von 1,30 bis 1,35 Millionen Unzen. Im Fall von Barrick Gold hatten Analysten zuletzt laut FactSet für das Schlussquartal 2018 auf der Umsatzseite mit einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um rund 7 Prozent auf 2,59 Mrd. kanadische Dollar (CAD) gerechnet. Der Gewinn je Aktie wurde bei 0,17 CAD gesehen, nach 0,28 CAD im Vorjahr.

Update Barrick Gold: Wertminderungen und höhere Kosten sorgen für Verluste
Barrick Gold musste im Schlussquartal 2018 einen Nettoverlust in Höhe von 1,20 Mrd. US-Dollar einfahren. Im Gesamtjahr 2018 lag das Minus bei 1,55 Mrd. US-Dollar. Schuld waren vor allem Wertminderungen auf zwei Minen. Zudem hatte der kanadische Goldminenproduzent mit höheren Kosten zu kämpfen. Im vierten Quartal fiel die Goldproduktion um 6 Prozent auf 1,3 Millionen Unzen. Auch deshalb fielen die Umsatzerlöse um 15 Prozent auf 1,90 Mrd. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 6 Cents. Damit erfüllte Barrick in etwa die Markterwartungen. Analysten hatten laut Refinitiv mit einem EPS in Höhe von 6 Cents bei Umsätzen von 1,96 Mrd. US-Dollar gerechnet. Im Fokus stand zuletzt neben den Zahlen vor allem die Übernahme des Konkurrenten Randgold Resources.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Cisco Systems will positiven Trend fortsetzen


Cisco Systems konnte einen starken Auftakt in sein Geschäftsjahr 2018/19 (Ende Juni) verbuchen. Dazu hatte vor allem der Aufbau einer verbesserten IT-Infrastruktur in vielen Unternehmen beigetragen. Am Mittwoch werden Anleger erfahren, ob es für den Netzwerkspezialisten, der vor allem für seine Router und Switches bekannt ist, im zweiten Geschäftsquartal (Ende Dezember) ähnlich positiv weitergehen konnte. Analysten gehen laut Refinitiv von einem Umsatzanstieg um 4,4 Prozent auf 12,41 Mrd. US-Dollar aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie sollte aus Analystensicht um 9 Cents auf 0,72 US-Dollar angestiegen sein.

Update Cisco Systems: Zahlen und Ausblick fallen überzeugend aus
Cisco Systems konnte die Markterwartungen an die Geschäftsergebnisse im zweiten Quartal (Ende Dezember) des Geschäftsjahres 2018/19 übertreffen. Außerdem zeigte sich das Unternehmen in Bezug auf seine Aussichten optimistisch und erfreut die Anteilseigner weiterhin mit attraktiven Dividenden und Aktienrückkäufen. Im Dezember-Quartal kletterten die Umsätze um 4,7 Prozent auf 12,45 Mrd. US-Dollar. Das bereinigte EPS lag bei 73 Cents. Analysten hatten zuvor laut Refinitv Umsatzerlöse in Höhe von 12,41 Mrd. US-Dollar bei einem bereinigten EPS von 72 Cents in Aussicht gestellt. Für das laufende März-Quartal rechnet das Cisco-Management mit einem Umsatzplus von 4 bis 6 Prozent auf 12,96 bis 13,21 Mrd. US-Dollar, während der Refinitiv-Konsens zuletzt bei 12,84 Mrd. US-Dollar lag.




Quelle: Reuters, Kurs in USD



Commerzbank: EZB und Fusionsspekulationen im Blick


Während sich nicht nur Anleger derzeit die Frage stellen, ob eine Fusion zwischen Commerzbank und der Deutschen Bank sinnvoll wäre, müssen die beiden Finanzinstitute auch auf die Geldpolitik der EZB blicken. Die Marktunsicherheiten könnten dazu führen, dass die Leitzinswende für 2019 ausfällt. Dadurch wird es für die Deutsche Bank und die Commerzbank nicht leichter. Immerhin konnte die Deutsche Bank zuletzt endlich wieder einen Jahresgewinn präsentieren. Die Commerzbank gibt ihre jüngsten Geschäftsergebnisse am Donnerstag bekannt. Analysten gingen zuletzt laut FactSet für das Schlussquartal 2018 von einem Umsatzminus von 1,5 Prozent auf 2,16 Mrd. Euro aus, während der Gewinn je Aktie bei 0,13 Euro gesehen wurde, nach 0,07 Euro im Vorjahr.

Update Commerzbank: Endlich wieder eine Dividende
Die Commerzbank möchte endlich wieder eine Dividende ausschütten. Für das Geschäftsjahr 2018 sollen es 20 Cent je Aktie sein. Die jüngsten Ergebnisverbesserungen sollten dies möglich machen. Im vierten Quartal 2018 wurde das operative Ergebnis auf 240 Mio. Euro fast verdoppelt, während der den Anteilseignern zurechenbare Nettogewinn um 50 Prozent auf 113 Mio. Euro stieg. Auf Gesamtjahressicht lagen die Werte beim operativen Ergebnis bei 1,25 Mrd. Euro, ein Anstieg um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn schoss von 128 Mio. Euro im Vorjahr auf nun 865 Mio. Euro. Zwar musste das Institut mit rückläufigen Erträgen fertig werden, dafür machten sich Kostensenkungen und eine geringere Risikovorsorge positiv bemerkbar.


Quelle: Reuters



NVIDIA muss Prognose einkassieren


NVIDIA wird seine Geschäftsergebnisse für das Schlussquartal 2018 am Donnerstagabend vorlegen. Allerdings hatte der Spezialist für Grafikprozessoren Anleger bereits mit einer gesenkten Prognose für das vierte Quartal verschreckt. Nachdem NVIDIA zuvor einen Umsatz von 2,70 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt hatte, wird nun nur noch ein Wert von 2,20 Mrd. US-Dollar prognostiziert. Die Analysten hatten zuletzt laut Refinitiv einen Wert von 2,70 Mrd. US-Dollar bei einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,40 US-Dollar (Vorjahr: 1,78 US-Dollar) vorhergesagt. Für die jüngste Prognosesenkung hatte das Management vor allem unter den Erwartungen liegende Kennzahlen in den Beriechen Videospiele und Datenzentren angeführt.

Update NVIDIA: Es hätte auch schlimmer kommen können
NVIDIA wies für das abgelaufene Januar-Quartal Umsatzerlöse in Höhe von 2,21 Mrd. US-Dollar aus. Ein deutlicher Rückgang von 24 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der bereinige Gewinn je Aktie schrumpfte sogar um 53 Prozent auf 0,80 US-Dollar. Kurz vor Bekanntgabe der Zahlen hatten Analysten laut Refinitiv ein EPS in Höhe von 75 Cents prognostiziert. Auf der Umsatzseite erreichte NVIDIA in etwa die gesenkten Erwartungen. Für das laufende erste Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 (Ende April) rechnet das NVIDIA-Management mit Umsätzen in Höhe von 2,20 Mrd. US-Dollar plus/minus 2 Prozent. Analysten gehen laut Refinitiv von einem Umsatz von 2,28 Mrd. US-Dollar aus. Für das Gesamtjahr rechnet NVIDIA mit stagnierenden oder leicht fallenden Erlösen. Allerdings wurde am Markt ein stärkerer Einbruch erwartet, so dass die Reaktionen auf die Prognose positiv ausfielen.




Quelle: Reuters, Kurs in USD



PepsiCo kämpft mit Übernahme gegen den Plastikmüll


Bereits Ende 2018 vermeldete PepsiCo den Abschluss der Übernahme des Sprudelmaschinen-Herstellers Sodastream. Das Management des Getränke- und Snackherstellers pries den Deal auch an, indem auf die Möglichkeiten verwiesen wurde, auf diese Weise, den Einsatz von Plastik für Flaschen zu reduzieren. Am Freitag werden die PepsiCo-Ergebnisse für das vierte Quartal 2018 im Fokus stehen. Analysten rechneten zuletzt laut Refinitiv im Schnitt mit Umsatzerlösen in Höhe von 19,52 Mrd. US-Dollar und damit fast genau auf dem Niveau des Vorjahres. Das bereinigte EPS sollte laut Analysteneinschätzung einen Anstieg von 1,31 auf 1,49 US-Dollar hingelegt haben.

Update PepsiCo: Investitionen sollen sich auszahlen
PepsiCo setzte im abgelaufenen Quartal 19,52 Mrd. US-Dollar um. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,49 US-Dollar. Damit traf das Unternehmen in etwa die Markterwartungen. Für das Geschäftsjahr 2019 rechnet das Management des Getränke- und Snackherstellers mit einem organischen Umsatzwachstum von 4 Prozent. Das bereinigte EPS soll jedoch um etwa 1 Prozent zurückgehen. PepsiCo kämpft derzeit mit einem schwierigen Marktumfeld. Dem Unternehmen machen der starke US-Dollar, höhere Steuern und Investitionen in das Marketing neuer Produkte zu schaffen. Dabei will PepsiCo derzeit vor allem seine zuckerarmen Getränke bekannter machen. Die hohen Investitionen sollen sich mittel- bis langfristig jedoch auszahlen. Ab 2020 will das Unternehmen das bereinigte EPS wieder im hohen einstelligen Prozentbereich steigern.




Quelle: Reuters, Kurs in USD

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

Folgende Unternehmen werden u.a. in der kommenden Woche ebenfalls Quartalsberichte veröffentlichen:

Montag

Baidu.com, Michelin

Dienstag

GEA Group, Metro, Scout24

Mittwoch

Akzo Nobel, Aurubis, Clariant, Deutsche Börse, Equinix, 

Donnerstag

Air Liquide, Airbus, Bilfinger, Coca Cola, Nestlé, Renault

Freitag

Allianz

 

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