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Trading

Trotz Handelsstreit deutliche Gewinnsteigerungen erwartet

Eine neue Berichtssaison steht vor der Tür. Entsprechend froh werden Anleger sein, etwas Abwechslung zu bekommen. Zuletzt ging es an den Börsen fast ausschließlich um die verschiedenen Handelsstreitigkeiten, allen voran zwischen den USA und China sowie zwischen den USA und der EU. Wenn man den Analysten Glauben schenken mag, dürfte uns trotz der Handelsstreitigkeiten eine starke US-Berichtssaison für das zweite Quartal 2018 erwarten.

Laut FactSet rechnen Analysten im Schnitt damit, dass die Unternehmen im S&P 500 ihre Gewinne im Juni-Quartal gegenüber dem Vorjahr um rund 20 Prozent steigern konnten. Es wäre der größte Zuwachs seit dem dritten Quartal 2010. Bezeichnend für die gute Stimmung ist auch die Entwicklung der Analystenprognosen. Je näher eine Berichtssaison rückt, desto eher fahren Marktexperten ihre Gewinnerwartungen nach unten. In den vergangenen Wochen wurde jedoch das Gegenteil beobachtet. Die Stimmung wurde auf Analystenseite sogar noch besser. Dabei erwarten uns gleich zu Beginn der aktuellen Berichtssaison einige Highlights, vor allem aus dem Bankensektor.

Bis die US-Schwergewichte Apple, Amazon oder Facebook ihre neuesten Geschäftsergebnisse vorlegen, dauert es aber noch ein wenig. Den Anfang machen unter anderem die großen Banken Amerikas. Den großen Finanzinstituten kommen derzeit verschiedene Faktoren wie die Steuerreform, die Aussicht auf weiter steigende Zinsen, die Lockerung von Regulierungsvorschriften und die gute Konjunktur zugute.

In der kommenden Woche berichten unter anderem PepsiCo (Dienstag); Delta Air, Gerresheimer, Südzucker (Donnerstag); JPMorgan Chase und Wells Fargo (Freitag).


PepsiCo: Schwellenländer-Geschäft als Impulsgeber


Am Dienstag wird der Getränke- und Nahrungsmittelhersteller PepsiCo die Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2018 (Ende 16. Juni) vorlegen. Zu Jahresbeginn war das Geschäft vor allem durch starkes Wachstum außerhalb des US-Heimatmarktes gekennzeichnet. Hohe Zuwächse wurden vor allem in den Schwellenländern erzielt. Dagegen schwächelte das Geschäft mit Getränken in Nordamerika ein wenig. Für das zweite Quartal rechnen Analysten laut Reuters im Schnitt mit einem Umsatzplus von 2,4 Prozent auf 16,08 Mrd. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll um 2 Cents auf 1,52 US-Dollar zugelegt haben.

Update PepsiCo: Snacks kommen gut an
PepsiCo hatte auch im zweiten Quartal mit einigen Schwächen im Geschäft mit Getränken auf dem heimischen US-Markt zu kämpfen. Dafür konnte das Unternehmen in den Schwellenländern Erfolge einfahren. Außerdem sorgte die Sparte Frito-Lay mit dem Verkauf von Chips und anderen Snacks dafür, dass die Schwächen im Nordamerika-Getränkesegment wettgemacht wurden. Konzernweit lagen die Erlöse bei 16,09 Mrd. US-Dollar. Ein Anstieg von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn fiel von 2,11 Mrd. US-Dollar im Vorjahr auf 1,82 Mrd. US-Dollar. Schuld waren höhere Kosten für Rohstoffe und den Transport von Waren. Allerdings lag der bereinigte Gewinn je Aktie bei 1,61 US-Dollar und damit über dem Reuters-Konsens in Höhe von 1,52 US-Dollar. Auch auf der Umsatzseite wurden die Markterwartungen geschlagen.


Quelle: Reuters, Angaben in USD


Delta Air Lines hofft auf anhaltend starke Passagierzahlen


Obwohl die Luftfahrtkonzerne zuletzt mit steigenden Ölpreisen und möglichen negativen Auswirkungen der verschiedenen Handelsstreitigkeiten zu kämpfen hatten, blieb Delta Air Lines bei seinen Zielen für das zweite Quartal. Das Unternehmen geht für das Juni-Quartal von einem bereinigten EPS von 1,65 bis 1,75 US-Dollar aus. Im Vorjahr lag der Wert bei 1,64 US-Dollar. Der Anstieg resultiert unter anderem aus anhaltend guten Passagierzahlen. Im Monat Juni wurden insgesamt 17,7 Millionen Fluggäste befördert. Ein neuer Rekordwert für einen Juni und ein Anstieg von knapp 3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Diese Entwicklung dürfte sich auch in den jüngsten Ergebniskennzahlen niedergeschlagen haben.

Update Delta Air Lines: Erwartungen übertroffen
Delta Air Lines hat im zweiten Quartal trotz gestiegener Umsätze rückläufige Ergebnisse ausgewiesen. Der Anstieg der Spritkosten konnte dabei nur zum Teil kompensiert werden. Der Umsatz stieg von 10,7 Mrd. US-Dollar auf nun 11,8 Mrd. US-Dollar und übertraf damit sogar den FactSet-Konsensus von 11,7 Mrd. US-Dollar. Das Ergebnis sank indes von 1,19 Mrd. US-Dollar bzw. 1,62 US-Dollar je Aktie auf 1,025 Mrd. US-Dollar bzw. 1,47 US-Dollar je Aktie. Das bereinigte EPS belief sich auf 1,77 US-Dollar gegenüber laut FactSet geschätzten 1,72 US-Dollar. In der Folge soll die Quartalsdividende um 15 Prozent auf 35 Cents je Aktie steigen.



Quelle: Reuters, Angaben in USD


Gerresheimer will schwachen Jahresauftakt vergessen machen


Gerresheimer konnte das Ergebnis je Aktie im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende Februar) aufgrund der US-Steuerreform noch steigern. Abgesehen davon erlebte der Verpackungsspezialist aber eher einen durchwachsenen Jahresauftakt. Der schwache US-Dollar, höhere Rohstoffkosten und die relativ hohe Zurückhaltung einiger Pharma-Großkunden im Geschäft mit Primärverpackungen aus Glas in Nordamerika machten sich dagegen negativ bemerkbar. Anleger dürften gespannt sein, ob sich diese Entwicklungen im Mai-Quartal ebenfalls gezeigt haben oder ob Verbesserungen erzielt werden konnten.

Update Gerresheimer: Wachstumsprognose nach Übernahme erhöht
Gerresheimer hatte gleich eine Fülle an guten Nachrichten parat. Im zweiten Quartal 2018 konnte der Konzern die währungsbereinigten Umsatzerlöse von 335,8 Mio. Euro im Vorjahresquartal auf 343,0 Mio. Euro steigern. Das bereinigte Konzernergebnis nach nicht beherrschenden Anteilen betrug im zweiten Quartal 26,0 Mio. Euro nach 30,4 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Zugleich kündigte der im MDAX notierte Konzern an, das Schweizer Technologieunternehmen Sensile Medical AG zu übernehmen und damit das Geschäftsmodell grundlegend zu erweitern. Durch die Übernahme wird es Gerresheimer möglich, Drug Delivery Plattformen mit digitalen und elektronischen Fähigkeiten für Pharma- und Biopharmakunden anzubieten. In der Folge hat der Konzern auch die Erwartungen erhöht. So werden nun währungsbereinigte Umsatzerlöse zwischen 1,38 und 1,4 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2018 und somit am oberen Ende der bisherigen Erwartung erwartet. Für das währungsbereinigte Adjusted EBITDA rechnet Gerresheimer weiterhin mit einer Bandbreite von 305 bis 315 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2018 (2017: 307,2 Mio. Euro).


Quelle: Reuters


Südzucker kämpft mit niedrigen Preisen


Nach der Liberalisierung des Zuckermarktes hatten die Produzenten zuletzt mit sinkenden Preisen zu kämpfen. Auch Südzucker bekam dies zu spüren. Der Kursrückgang der Südzucker-Aktie sorgte sogar dafür, dass Südzucker nach vielen Jahren im MDAX den Gang in den Kleinwerteindex SDAX antreten musste. Am Donnerstag erfahren Anleger, wie die Geschäfte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 (Ende Mai) gelaufen sind. Für das laufende Geschäftsjahr hatte das Management zuletzt Umsätze von 6,8 bis 7,1 Mrd. Euro vorhergesagt, nach 7,0 Mrd. Euro im Vorjahr. Dabei wird im Segment Zucker mit einem deutlichen Umsatzrückgang gerechnet. Das operative Konzernergebnis soll deutlich von 445 Mio. Euro im Vorjahr auf 100 bis 200 Mio. Euro zurückgehen. Als Belastungsfaktor wird vor allem der drastische Rückgang der Zuckerpreise auf ein historisch niedriges Niveau gesehen. Daher wird im Segment Zucker sogar ein operativer Verlust erwartet.

Update Südzucker: Deutlicher Gewinnrückgang
Südzucker erzielte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 (Ende Mai) einen Konzernumsatz von 1,74 Mrd. Euro. Dieser liegt leicht unter dem Vorjahresniveau von 1,78 Mrd. Euro. Das operative Konzernergebnis verringerte sich erwartungsgemäß deutlich von 153 Mio. Euro im Vorjahr auf nun 78 Mio. Euro. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf die wie erwartet deutlich schwächere Entwicklung im Segment Zucker zurückzuführen. Auch das operative Ergebnis im Segment CropEnergies war deutlich unter Vorjahr. Für das laufende Geschäftsjahr 2018/19 wird weiterhin ein Konzernumsatz von 6,8 bis 7,1 Mrd. Euro erwartet. Beim operativen Konzernergebnis wird weiterhin von einem deutlichen Rückgang auf 100 bis 200 Mio. Euro ausgegangen. Auslöser für die negative Entwicklung ist weiterhin das Segment Zucker, wo mit einem deutlichen Umsatz- und Ergebnisrückgang gerechnet wird.



Quelle: Reuters


JPMorgan Chase steht gut da


Während europäische Banken zuletzt mit den allgemeinen Börsenturbulenzen infolge der zwischenzeitlichen Regierungskrise in Italien und dem anhaltenden amerikanisch-europäischen Handelsstreit zu kämpfen hatten, scheinen die US-Institute wesentlich besser dazustehen. Dies könnte sich auch in den jüngsten Quartalsergebnissen bei JPMorgan Chase zeigen. Analysten gehen für die Zeit zwischen April und Juni 2018 laut Reuters im Schnitt von einem Anstieg der Erlöse um 6,5 Prozent auf 27,44 Mrd. US-Dollar aus. Das bereinigte EPS wird bei 2,22 US-Dollar gesehen, nach 1,82 US-Dollar im Vorjahr.

Update JPMorgan Chase: Handels- und Kreditgeschäft überraschen
Die US-Großbank JPMorgan Chase profitierte im zweiten Quartal 2018 von niedrigeren Steuern und einer unerwartet guten Entwicklung im Handels- und Kreditgeschäft. Der Umsatz stieg zwischen April und Juni um 6,5 Prozent auf 28,39 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten laut Reuters zuletzt lediglich 27,36 Mrd. US-Dollar erwartet. Der Nettogewinn stieg um 18,3 Prozent auf 8,32 Mrd. US-Dollar bzw. 2,29 US-Dollar je Aktie und übertraf damit die Analysten-Schätzungen laut Reuters in Höhe von 2,22 US-Dollar deutlich.



Quelle: Reuters, Angaben in USD


Wells Fargo befindet sich auf dem Weg der Besserung


Die US-Finanzinstitute profitieren derzeit von einigen Entwicklungen an den Finanzmärkten. Allerdings hatte sich Wells Fargo mit dem so genannten Scheinkontenskandal, im Zuge dessen viele Mitarbeiter und unter ihnen auch der ehemalige Chef John Stumpf gehen mussten, selbst das Leben schwergemacht. Als Reaktion hatte die Notenbank Fed Wells Fargo untersagt, die Bilanzsumme über das Niveau von Ende 2017 anzuheben. Zuletzt konnte Wells Fargo jedoch beim Fed-Stresstest einen Erfolg einfahren, indem die Pläne für Dividendenauszahlungen und Aktienrückkäufe vonseiten der Fed abgesegnet wurden.

Update Wells Fargo: Gewinnrückgang enttäuscht
Bei Wells Fargo zeigen sich auch in der aktuellen Quartalsbilanz die Folgen der Probleme in der Vergangenheit. Der Gesamtumsatz sank um 2 Prozent auf 21,55 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten zuvor laut Factset-Konsens 12,68 Mrd. US-Dollar erwartet. Der Nettogewinn ging um 12 Prozent auf 4,79 Mrd. US-Dollar bzw. 98 Cents je Aktie zurück. Im Vorjahreszeitraum hatte die US-Bank noch einen Gewinn von 5,45 Mrd. US-Dollar bzw. 1,08 US-Dollar ausgewiesen. Analysten hatten zuletzt laut Factset-Konsens einen Gewinnanstieg auf 1,12 US-Dollar je Aktie prognostiziert.


Quelle: Reuters, Angaben in USD

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

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