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Tesla: Aus der Spur geraten

Der E-Auto-Pionier aus dem Silicon Valley durchläuft schwierige Zeiten. Im ersten Quartal lief der Absatz im Rückwärtsgang.. Für CEO Elon Musk ist das kein Grund zur Panik. Es laufe alles nach Plan, so der Firmenchef. Wirklich?

Es ist noch gar nicht so lange her, da war Tesla mit einer Marktkapitalisierung von fast 70 Milliarden US-Dollar an der Börse fast so viel wert wie der US-Gigant General Motors. Auch galt die Aktie unter Analysten als einer der aussichtsreichsten Wachstumstitel überhaupt. Mittlerweile hat die Erfolgsstory von Tesla jedoch einige Kratzer bekommen. Mehr als 30 Prozent hat die Aktie seit Jahresanfang verloren. So mancher kritische Branchenexperte – wie etwa der New Yorker Marketing-Professor Scott Galloway – halten es sogar für möglich, dass Tesla möglicherweise ganz vom Markt verschwindet.


Quelle: Reuters, Kurs USD


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Der E-Auto-Pionier durchläuft turbulente Zeiten. Da sind zum einen Berichte über allerlei technische Probleme. So ging Ende April ein parkendes Model S in Shanghai in Flammen auf. Hinzu kommen enttäuschende Produktions- und Verkaufszahlen zum Jahresstart. Demnach sind die Auslieferungen für die Premiummodelle S und X im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 56 Prozent auf 12.100 Fahrzeuge eingebrochen. Probleme gibt es offensichtlich auch beim „Model 3“. Mit dieser Baureihe will Tesla den Massenmarkt erobern. Im ersten Quartal wurden davon jedoch lediglich rund 51.000 Stück verkauft. Gegenüber dem Vorquartal entspricht das einem Minus von 20 Prozent. Auch die Produktionszahlen hinken beim Model 3 den Erwartungen hinterher. Die Folge: Unterm Strich verbuchte die Firma einen Quartalsverlust von 702 Millionen US-Dollar.



Die roten Zahlen schüren Ängste, dass dem Unternehmen angesichts anhaltend hoher Investitionskosten in absehbarer Zeit das Geld ausgehen könnte. So sind von Ende 2018 bis Ende März 2019 die liquiden Mittel von 3,7 auf 2,2 Milliarden US-Dollar zusammengeschrumpft (Quelle: Tesla, First Quarter Report). Anfang Mai hat die Gesellschaft daher an den Kapitalmärkten frische Mittel in Höhe von fast zwei Milliarden US-Dollar eingesammelt, obwohl Tesla-Chef Elon Musk eigentlich auf weitere Kapitalmaßnahmen verzichten wollte.


Alles in Plan, sagt der Chef


Aus Sicht von Elon Musk handelt es bei dem holprigen Jahresstart nur um ein vorübergehendes Problem. „Ich möchte klarstellen, dass es kein Nachfrageproblem gibt. Die Verkäufe haben die Produktion übertroffen und die Produktion war ziemlich gut“, erklärte der Firmenchef kürzlich auf der Hauptversammlung. Für das zweite Quartal kündigte er einen neuen Auslieferungsrekord an. Außerdem erklärte er, dass man beim Model Y –  einem kompakten SUV – mit der Serienproduktion Ende 2020 beginnen werde. Diese Baureihe, so Musk, sei wahrscheinlich für mehr Verkäufe gut als alle bisherigen Modelle zusammen.

An den Aktienmärkten wurde Musks Botschaft mit Erleichterung aufgenommen. Zumindest befindet sich die Aktie seither wieder im Aufwind. Wie nachhaltig die Erholung ist, wird sich spätestens Anfang August zeigen, wenn Tesla die Zahlen für das zweite Quartal vorlegt.
 

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