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Sorgt die aktuelle Berichtssaison endlich für mehr Durchblick?

Handelsstreit, Krise im Nahen Osten sowie Geldpolitik von Fed & Co. Börsianer haben es derzeit wahrlich nicht leicht, den Überblick zu behalten. Und nun beginnt auch noch eine weitere Berichtssaison. Genau diese kann jedoch für etwas mehr Klarheit sorgen.

In der vergangenen Woche haben bereits die US-Fluggesellschaft Delta Air Lines sowie die zwei Wall-Street-Größen JPMorgan Chase und Wells Fargo ihre Zahlen für das März-Quartal 2018 vorgelegt.

Trotz der vielen Nebengeräusche, für die derzeit vor allem die Politik sorgt und die Börsen in Atem hält, sollte die Berichtssaison für das erste Quartal 2018 interessant werden. Zumal es wieder einmal nach deutlichen Gewinnsteigerungen aussieht. Laut FactSet rechnen Marktexperten im Schnitt damit, dass die US-Unternehmen aus dem S&P 500® ihre bereinigten Gewinne im März-Quartal gegenüber dem Vorjahr um 17,1 Prozent gesteigert haben. Es wäre der höchste Sprung seit dem ersten Quartal 2011, als das Plus bei 19,5 Prozent lag. Auch für das Gesamtjahr 2018 werden deutliche Gewinnzuwächse erwartet. Positive Überraschungen haben zusätzlich das Potenzial, die Aktienkurse der entsprechenden Unternehmen anzutreiben. In der kommenden Woche geht es bereits rund.

Es berichten unter anderem Bank of America, Netflix (Montag); Goldman Sachs, IBM (Dienstag); American Express (Mittwoch); Novartis (Donnerstag) und General Electric (Freitag).



Bank of America freut sich über die zurückgekehrte Volatilität


Neben den niedrigen Zinsen machte den Großbanken lange Zeit der schwächelnde Handel mit Aktien, Anleihen oder Rohsoffen zu schaffen. Während die US-Notenbank Fed die Leitzinsen zur Freude der Finanzinstitute weiter anhebt, haben die jüngsten Marktturbulenzen dafür gesorgt, dass die Volatilität an die Märkte zurückgekehrt ist und damit die Umsätze in den Handelsabteilungen der Banken befeuert wurden. Auf der Gewinnseite sind Zuwächse zu erwarten. Analysten rechnen im Fall der Bank of America für die Zeit zwischen Januar und März 2018, laut Reuters, im Schnitt mit einem Gewinn je Aktie von 59 Cents. Im Vorjahr lag der entsprechende Wert noch bei 41 Cents.

Update Bank of America: Rekordgewinn zum Jahresanfang
Bank of America fuhr im ersten Quartal 2018 einen Rekordgewinn in Höhe von 6,9 Mrd. US-Dollar ein. Ein Anstieg von 30 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EPS lag mit 62 Cents über dem Reuters-Konsens von 59 Cents. Dem Institut halfen zu Jahresbeginn höhere Zinsen und eine gesteigerte Kreditnachfrage. Die Gründe für die stärkere Kreditnachfrage waren unter anderem die starke Konjunktur und die anhaltende Kauflust der US-Konsumenten. Die Erträge wurden um 4 Prozent auf 23,1 Mrd. US-Dollar gesteigert. Zudem profitierte das Institut von den Steuersenkungen der Regierung.


Quelle: Reuters, Angaben in USD



Netflix: Auch außerhalb des US-Heimatmarktes profitabel


Der Video-on-Demand-Anbieter Netflix eilt von einem Erfolg zum anderen. Inzwischen kann das Unternehmen auch für das internationale Geschäft schwarze Zahlen verbuchen, nachdem die Wachstumsinvestitionen zuvor auf die Gewinne gedrückt hatten. Das Unternehmen profitiert vom starken Wachstum bei den Nutzerzahlen. Im März-Quartal sollen laut Unternehmensprognose noch einmal rund 6,35 Millionen User hinzugekommen sein auf dann etwa knapp 124 Millionen Nutzer. Die Umsatzerlöse sollen um fast 40 Prozent auf knapp 3,7 Mrd. US-Dollar angestiegen sein. Einen ähnlich starken Anstieg traut auch die Analystenzunft dem Unternehmen zu. Beim bereinigten EPS liegt der Reuters-Konsens wiederum bei 64 Cents, nach 40 Cents im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Update Netflix: Beliebte Serien sorgen für mehr Wachstum
Der Video-on-Demand-Anbieter Netflix hat einmal mehr überzeugende Quartalsergebnisse abgeliefert. Zwischen Januar und März 2018 wurden dank beliebter Eigenproduktionen insgesamt 7,4 Millionen neue Nutzer angezogen. Die Gesamtzahl der User lag zum Quartalsende bei 125,0 Millionen. Netflix selbst hatte lediglich einen Anstieg auf 124,0 Millionen User in Aussicht gestellt. Die Umsatzerlöse lagen bei 3,7 Mrd. US-Dollar. Ein Anstieg von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn kletterte von 178 Mio. US-Dollar im Vorjahr auf 290 Mio. US-Dollar. Damit erfüllte Netflix in etwa die Markterwartungen. Sehr überzeugend fällt der Unternehmensausblick für das laufende zweite Quartal 2018 aus. Es sollen weitere 6,2 Millionen Nutzer hinzukommen, während die Umsatzerlöse um 41 Prozent ansteigen sollen. Auch auf der Gewinnseite will Netflix weiter zulegen.


Quelle: Reuters, Angaben in USD



Goldman Sachs: US-Regierung baut Wachstumshindernisse ab


Während US-Großbanken von weiter steigenden Zinsen, einer stärkeren Handelsaktivität an den Finanzmärkten oder der US-Steuerreform profitieren sollten, dürften ihnen in Zukunft auch gelockerte Regulierungsvorschriften helfen. Schließlich ist die Trump-Regierung dabei, einige der unter Präsident Barack Obama als Reaktion auf die Finanzkrise verabschiedeten Maßnahmen zurückzufahren. Das Eingehen höherer Risiken könnte den Banken noch höhere Gewinne bescheren. Wie die Gewinnsituation im ersten Quartal 2018 bei Goldman Sachs ausgesehen hat, erfahren Anleger am Dienstag. Analysten gehen derzeit von deutlichen Umsatz- und Gewinnsteigerungen aus.

Update Goldman Sachs: Reger Handel
Die erhöhte Volatilität an den Märkten macht viele Börsianer nervös. Allerdings gibt es auch diejenigen, die sich darüber freuen, dass die Kurse stärker ausschlagen und mehr gehandelt wird. Dazu dürfte auch Goldman Sachs gehören. Die US-Großbank profitierte zu Jahresbeginn 2018 von einer höheren Volatilität. Der den Anteilseignern zurechenbare Nettogewinn wurde von 2,16 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf nun 2,74 Mrd. US-Dollar gesteigert. Dabei konnte Goldman Sachs im Vergleich zur Konkurrenz insbesondere mit einem starken Wachstum beim Handel mit festverzinslichen Wertpapieren überzeugen. Konzernweit wurden die Erträge um 25 Prozent auf 10,0 Mrd. US-Dollar gesteigert.


Quelle: Reuters, Angaben in USD



IBM will endlich das Wachstum ankurbeln


Nach vielen Jahren mit rückläufigen Umsatzerlösen konnte IBM im Schlussquartal 2017 endlich wieder ein Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Allerdings fiel der währungsbereinigte Zuwachs mit lediglich einem Prozent ziemlich mickrig aus. Big Blue ist also weit davon entfernt, auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zurückzukehren. Für das gerade beendete erste Quartal 2018, trauen Marktexperten, laut Reuters, IBM im Schnitt immerhin ein Plus von 3,6 Prozent auf 18,80 Mrd. US-Dollar zu. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird bei 2,40 US-Dollar gesehen, nach 2,35 US-Dollar im Vorjahr.

Update IBM: Ein bisschen Wachstum ist Anlegern nicht genug
Nach vielen Jahren mit rückläufigen Umsatzerlösen hat es IBM nun schon zum zweiten Mal hintereinander in einem Dreimonatszeitraum geschafft, steigende Erlöse gegenüber dem Vorjahr auszuweisen. Anleger zeigten sich trotzdem unzufrieden. Dieses Mal waren es vor allem die Gewinnseite und die Margen, die in den Augen der Investoren enttäuschten. Während die Umsatzerlöse im ersten Quartal 2018 um 5 Prozent auf 19,07 Mrd. US-Dollar nach oben geschraubt wurden, fiel der Nettogewinn um 4 Prozent auf 1,68 Mrd. US-Dollar. Die bereinigte Bruttogewinnmarge fiel um 0,7 Prozentpunkte auf 43,7 Prozent. Die Ziele für das laufende Gesamtjahr ließ das Management trotzdem unverändert. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird bei 13,80 US-Dollar gesehen, nach 13,66 US-Dollar im Vorjahr. Am wichtigsten dürfte jedoch der Blick auf den anhaltenden Transformationsprozess des Unternehmens sein. Schließlich gilt es sich ein größeres Kuchenstück in aufstrebenden Geschäftsfeldern wie Cloud Computing oder Big Data zu sichern.


Quelle: IBM, Angaben in USD



American Express mit mehr Kunden, aber weniger Rabatten


Die Aktie des US-Kreditkartenanbieters American Express konnte im vergangenen Jahr eine starke Performance hinlegen. Allerdings sorgten zuletzt die allgemeinen Marktturbulenzen dafür, dass diese Kursrallye unterbrochen wurde. Sollte sich die Aufregung legen, dürften Anleger auf eine Fortsetzung der Rallye schielen. Schließlich kann American Express mit einigen positiven Aussichten punkten. Beispielsweise fuhr das Unternehmen Erfolge bei der Reduzierung von Rabatten bei Großkunden aus dem Einzelhandel ein. Gleichzeitig konnten neue Kunden hinzugewonnen werden. Dies sind Gründe, warum Analysten für das erste Quartal 2018 mit deutlichen Umsatz- und Gewinnsteigerungen rechnen. Laut Reuters gehen Analysten im Schnitt von Umsatzerlösen in Höhe von 9,05 Mrd. US-Dollar aus. Dies wäre ein Plus von 14,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll deutlich von 1,34 auf 1,71 US-Dollar zulegen.

Update American Express: Starke Konjunktur sorgt für Kauflaune
American Express profitierte im ersten Quartal 2018 von einer starken US-Wirtschaft und den positiven Entwicklungen am heimischen Arbeitsmarkt. Dies sorgte dafür, dass die ohnehin kauffreudigen US-Amerikaner eine noch größere Kauflaune an den Tag legten. Entsprechend positiv reagierten Börsianer auf die neuesten Geschäftsergebnisse bei dem Kreditkartenanbieter American Express. Im März-Quartal wurden die Umsätze im Vorjahresvergleich um 12 Prozent auf 9,72 Mrd. US-Dollar gesteigert. Der Nettogewinn schoss um 31 Prozent auf 1,63 Mrd. US-Dollar nach oben, während das bereinigte EPS bei 1,86 US-Dollar lag. Damit wurden die Markterwartungen geschlagen.



Quelle: American Express, Angaben in USD



Novartis setzt auf Gentechnik


Am Donnerstag legt der Schweizer Pharmakonzern Novartis seine Geschäftszahlen für das erste Quartal 2018 vor. Doch schon vorher konnten die Basler für Schlagzeilen sorgen. Novartis möchte das Gentechnik-Unternehmen AveXis für 8,7 Mrd. US-Dollar übernehmen. Bereits Mitte 2018 soll die Übernahme abgeschlossen sein. Genügend Kleingeld dürfte Novartis eingesammelt haben. Schließlich wurde Ende März eine Minderheitsbeteiligung an einem Gemeinschaftsunternehmen für rezeptfreie Medikamente mit GlaxoSmithKline für 13 Mrd. US-Dollar verkauft.

Update Novartis: Positive Wechselkurseffekte
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis konnte einen guten Start in das Geschäftsjahr 2018 verbuchen. Den Baslern halfen dabei vor allem neue Medikamente, positive Wechselkurseffekte und eine Erholung der möglicherweise zum Verkauf stehenden Augensparte Alcon. Ein größerer Preisdruck in den USA sorgte dagegen dafür, dass die Generikasparte Sandoz währungsbereinigt mit leichten Umsatzrückgängen leben musste. Zwischen Januar und März 2018 wurden die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr konzernweit um 10 Prozent auf 12,69 Mrd. US-Dollar gesteigert. Währungsbereinigt lag das Plus nur bei 4 Prozent. Der Nettogewinn kletterte sogar um 22 Prozent auf 2,03 Mrd. US-Dollar.


Quelle: Reuters, Angaben in CHF



General Electric: Siemens-Rivale sucht nach der richtigen Strategie


Der US-Traditionskonzern General Electric steht vor großen Herausforderungen. Im vergangenen Jahr wurde ein milliardenschwerer Verlust eingefahren. Die Kraftwerks-Sparte sorgt für besonders große Kopfschmerzen. Eine großangelegte Aufspaltung will man derzeit jedoch nicht wagen. Zum Ende der kommenden Woche werden Anleger erfahren, wie der Auftakt in das Geschäftsjahr 2018 ausgefallen ist. Auf der Umsatzseite bewegt sich der Reuters-Konsens bei 27,52 Mrd. US-Dollar. Dies wäre nur ein minimaler Rückgang von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf der Gewinnseite wird jedoch mit einem deutlichen Rückgang gerechnet. Das bereinigte EPS soll von 21 auf 12 Cents sinken.

Update General Electric: Positive Überraschung
General Electric fuhr im Auftaktquartal 2018 einen Nettoverlust in Höhe von 1,15 Mrd. US-Dollar ein. Im Vorjahreszeitraum lag das Minus noch bei 83 Millionen US-Dollar. Trotz des Milliardenverlustes zu Beginn dieses Jahres zeigten sich Anleger mit den vorgelegten Zahlen zufrieden. Das Unternehmen, das aufgrund der Auftragsschwäche in der Kraftwerks-Sparte, einen umfassenden Konzernumbau in die Wege geleitet hat, konnte die Markterwartungen übertreffen. Die konzernweiten Umsatzerlöse kletterten um 7 Prozent auf 28,66 Mrd. US-Dollar, während das bereinigte EPS bei 16 Cents lag. Analysten hatten laut Reuters im Schnitt mit einem Wert von 12 Cents bei Umsatzerlösen in Höhe von 27,52 Mrd. US-Dollar gerechnet. Für die jüngsten Erfolge machte das Management vor allem die guten Geschäfte in der Triebwerks-Sparte und im Gesundheitsbereich verantwortlich.



Quelle: Reuters, Angaben in USD

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

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