2015_Highlight_Monatsrueckblick_Header

Trading

NVIDIA, Barrick Gold, Alibaba und RWE: Berichtssaison sorgt für reichlich Abwechslung

Die jüngste Eskalation im chinesisch-amerikanischen Handelsstreit hat für einige Börsenturbulenzen gesorgt. Gleichzeitig dürften sich Anleger darüber freuen, dass die Fed die Leitzinsen zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren gesenkt hat und die EZB weitere Leitzinssenkungen in Betracht zieht. Trotzdem gilt es auch weiterhin, die Unternehmensnachrichten im Auge zu behalten. Positive Überraschungen bei den Quartalsergebnissen haben auch in schwierigen Marktphasen das Potenzial, die Aktienkurse nach oben zu treiben.

Nächste Woche berichten unter anderem Barrick Gold (Montag); Henkel (Dienstag); RWE (Mittwoch); Alibaba, K+S, United Internet und NVIDIA (Donnerstag).

Barrick Gold: Minenbetreiber freut sich über steigende Goldnotierungen

Zu Jahresbeginn stand die Goldminenbranche unter anderem wegen einiger Fusionen im Fokus. Barrick Gold schnappte sich den Rivalen Randgold Resources. Zuletzt konnten die Kanadier außerdem bei der geplanten Komplettübernahme ihrer Tochtergesellschaft Acacia Fortschritte machen. Zudem kamen Barrick die steigenden Goldpreise zugute. Erstmals seit 2013 kletterte der Goldpreis über die Marke von 1.500 US-Dollar pro Feinunze. Diese Entwicklungen dürften sich auch in den jüngsten Barrick-Geschäftszahlen bemerkbar gemacht haben. Analysten gehen für das Juni-Quartal laut Refinitiv von einem übernahmebedingten Umsatzsprung um 25 Prozent auf 2,14 Mrd. US-Dollar aus. Das bereinigte EPS soll um 2 Cents auf 0,09 US-Dollar zugelegt haben.

Update Barrick Gold: Produktion zieht an
Barrick Gold profitierte im zweiten Quartal von einem deutlichen Anstieg der Goldproduktion. Diese lag bei 1,353 Millionen Unzen, nach 1,067 Millionen Unzen im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr 2019 rechnet das Management damit, das obere Ende beim Produktionsziel von 5,1 bis 5,6 Millionen Unzen zu erreichen. Besonders großes Potenzial misst das Management außerdem einem gemeinsam mit Newmont Goldcorp betriebenen Joint Venture im US-Bundesstaat Nevada bei. In den ersten fünf Jahren der Zusammenarbeit wird mit Synergien von bis zu 500 Mio. US-Dollar gerechnet. Bereinigt um Einmaleffekte lag der Nettogewinn im Juni-Quartal bei 154 Mio. US-Dollar, nach 81 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Damit traf Barrick Gold die Markterwartungen Analysten hatten laut Refinitiv im Schnitt mit einem bereinigten Gewinn je Aktie in Höhe von 0,09 US-Dollar gerechnet.


Quelle: Reuters, Kurs in USD

Henkel: Schwieriges Marktumfeld

Zu Beginn des Jahres konnte Henkel dem zunehmend schwierigen Marktumfeld trotzen und im ersten Quartal 2019 den Umsatz organisch und nominal steigern. Anleger dürften nun gespannt darauf schauen, wie sich die Geschäfte beim Konsumgüterkonzern im zweiten Quartal des Jahres entwickelt haben. Marktexperten gehen auch für die Zeit zwischen April und Juni von höheren Erlösen aus. Der FactSet-Konsens liegt auf der Umsatzseite bei 5,25 Mrd. Euro, was einem Zuwachs von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entsprechen würde. Im Gegensatz dazu wird im Schnitt mit einem Rückgang des Gewinns je Aktie von 1,58 Euro im Vorjahr auf 1,44 Euro gerechnet.

Update Henkel: Eingetrübter Ausblick
Henkel bekam zuletzt das schwierige Marktumfeld zu spüren. Der Umsatz fiel im zweiten Quartal organisch gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozent auf 5,12 Mrd. Euro. Die bereinigte EBIT-Marge schrumpfte um 1,5 Prozentpunkte auf 16,5 Prozent. Das Unternehmen hatte vor allem mit einer schwächeren Nachfrage aus der Automobilindustrie zu kämpfen. Da Henkel nun im zweiten Halbjahr keine Belebung der industriellen Nachfrage erwartet, wurde die Prognose für das Gesamtjahr gesenkt. Zumal das Management erwartet, dass sich der Unternehmensbereich Beauty Care im weiteren Jahresverlauf noch unter den ursprünglich angestrebten Erwartungen entwickeln wird. Das organische Umsatzwachstum soll auf Konzernebene bei 0 bis 2 Prozent liegen. Zuvor wurde ein Zuwachs von 2 bis 4 Prozent in Aussicht gestellt. Die bereinigte EBIT-Marge soll für den Konzern weiterhin in der Bandbreite zwischen 16 und 17 Prozent liegen.


Quelle: Reuters, Kurs in EUR

RWE: Noch mehr gute Nachrichten?

Der Energieversorger RWE wird seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2019 am kommenden Mittwoch veröffentlichen. Ende Juli konnte der DAX-Konzern bereits für positive Nachrichten sorgen. Eine außerordentlich positive Ergebnisentwicklung im Energiehandel führte dazu, dass das Management die Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2019 anhob. Die Geschäftsführung erwartet nun für RWE stand-alone ein bereinigtes EBITDA von 1,4 bis 1,7 Mrd. Euro (bisher: 1,2 bis 1,5 Mrd. Euro) und ein bereinigtes Nettoergebnis von 0,5 bis 0,8 Mrd. Euro (bisher: 0,3 bis 0,6 Mrd. Euro). Zudem werden Anleger auf Aussagen des Managements zur Umsetzung des mit E.ON vereinbarten Tauschgeschäfts schauen.

Update RWE: Ein neues Kapitel
RWE konnte sich über ein sehr gutes operatives Ergebnis im ersten Halbjahr und Rückenwind für die Transaktion mit E.ON freuen. Für „RWE stand-alone“ wurde von Januar bis Juni 2019 ein bereinigtes EBITDA (bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 1,37 Mrd. Euro erzielt, nach 1,14 Mrd. Euro im Vorjahr. Das bereinigte Nettoergebnis kletterte um 34 Prozent auf 914 Mio. Euro. In den kommenden Wochen soll laut Unternehmensangaben ein besonderer Fokus auf der Transaktion mit E.ON liegen. Die Umsetzung wird im September erwartet. Mit der Transaktion wird RWE zum zweitgrößten Offshore-Windparkbetreiber und gehört dann zu den global führenden Erzeugern von Erneuerbarer Energie.


Quelle: Reuters, Kurs in EUR

Alibaba: Handelsstreit bleibt im Fokus

Mit der Ankündigung von Strafzöllen auf zusätzliche chinesische Importe ab September hat US-Präsident Donald Trump zuletzt für eine Eskalation im Handelsstreit mit China gesorgt. Bisher hatten sich die chinesischen Konsumenten jedoch von den Handelsstreitigkeiten eher unbeeindruckt gezeigt. Dies war unter anderem an den anhaltend guten Geschäftszahlen von Alibaba abzulesen. Am kommenden Donnerstag wird der E-Commerce-Riese seine neuesten Geschäftsergebnisse vorlegen. Analysten gehen derzeit laut Refinitiv für das Juni-Quartal von Umsatzerlösen in Höhe von 16,09 Mrd. US-Dollar aus, was einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 38,0 Prozent entsprechen würde. Der bereinigte Gewinn je Aktie dürfte laut Analysteneinschätzung von 1,16 US-Dollar im Vorjahr auf nun 1,49 US-Dollar angestiegen sein.

Update Alibaba: Chinesische Konsumenten bleiben in Kauflaune
Chinesische Konsumenten zeigten sich zuletzt erneut wenig verunsichert durch den Handelsstreit zwischen China und den USA. Aus diesem Grund konnte Alibaba im zweiten Quartal überzeugende Ergebnisse präsentieren. Zwischen April und Juni 2019 fuhr der E-Commerce-Riese Umsatzerlöse in Höhe von 114,92 Mrd. Yuan (umgerechnet 14,6 Mrd. Euro) ein. Damit wurden die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent gesteigert. Der um Einmaleffekte bereinigte Nettogewinn schoss um 54 Prozent auf 30,9 Mrd. Yuan. Neben der starken Performance der Alibaba-Handelsplattformen profitierte das Unternehmen einmal mehr auch vom Wachstum in relativ neuen Bereichen wie dem Cloud Computing.



Quelle: Reuters, Kurs in USD

K+S: Umsatz- und Ergebnissteigerungen in Sicht

Der Kasseler Salz- und Düngemittelkonzern K+S rechnet sich langfristig einiges aus. Das weltweite Bevölkerungswachstums dürfte die Anforderungen an die Landwirtschaft erhöhen und damit auch der Düngemittelbranche eine gute Nachfrage bescheren. Zuletzt musste sich das MDAX-Unternehmen jedoch mit anderen Dingen wie dem Wetter beschäftigen. Allerdings sollen dürrebedingte Produktionsstilllegungen wie im Vorjahr in Deutschland in Zukunft möglichst vermieden werden. Am kommenden Donnerstag stehen dagegen die neuesten Quartalsergebnisse im Fokus. Analysten gehen laut FactSet für die Zeit zwischen April und Juni von Umsatzerlösen in Höhe von 893 Mio. Euro aus, nach 812 Mio. Euro im Vorjahr. Der Gewinn je Aktie wird bei 0,15 Euro gesehen, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 0,05 Euro zu Buche gestanden hatte.

Update K+S: Höhere Düngemittelpreise
Der Kasseler Salz- und Düngemittelkonzern K+S konnte ein solides zweites Quartal 2019 verbuchen. Das MDAX-Unternehmen erzielte Verbesserungen bei Umsatz, Ergebnis und Cashflow. Dabei kamen K+S unter anderem höhere Düngemittelpreise zugute. Im Juni-Quartal kletterten die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent auf 879 Mio. Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verbesserte sich um 24 Prozent auf 130 Mio. Euro. Die Gesamtjahresprognose wurde präzisiert. K+S erwartet ein EBITDA für das Jahr 2019 zwischen 730 und 830 Mio. Euro (bisher: 700 bis 850 Mio. Euro, nach 606 Mio. Euro in 2018).


Quelle: Reuters, Kurs in EUR

United Internet mischt bei den ganz Großen mit

United Internet hat für Furore gesorgt und im Zuge der deutschen 5G-Frequenzauktion mit seiner Konzerntochter 1&1 Drillisch verschiedene Frequenzblöcke erworben. Damit will sich das TecDAX- und MDAX-Unternehmen neben der Deutschen Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland als vierter Mobilfunknetzbetreiber des Landes etablieren. Anlegern muss diese Strategie nicht unbedingt schmecken. Schließlich bleibt angesichts der notwendigen Investitionen weniger Geld für Ausschüttungen übrig. Wie die Geschäfte zwischen April und Juni gelaufen sind, will United Internet am kommenden Donnerstag verraten. Analysten gingen zuletzt laut FactSet von einem Umsatzanstieg im Vorjahresvergleich um 6 Prozent auf 1,36 Mrd. Euro aus. Der Gewinn je Aktie soll von 0,50 Euro auf 0,51 zugelegt haben.

Update United Internet: Neues Aktienrückkaufprogramm
United Internet verzeichnete im ersten Halbjahr 2019 einen Umsatzanstieg um 1,1 Prozent auf 2,58 Mrd. Euro. Zu dem nur moderaten Umsatzplus hatten das schwache Hardware-Geschäft und eine verstärkte Nachfrage von Bestandskunden nach LTE-Mobilfunktarifen (Erlösschmälerungen wegen reduzierter Basispreise im ersten Vertragsjahr) beigetragen. Aufgrund dieser Entwicklung wurde die Umsatzprognose für das Gesamtjahr gesenkt. Das 2019er-Umsatzplus soll bei 2 Prozent liegen, nachdem zuvor ein Plus von 4 Prozent in Aussicht gestellt worden war. Das EBITDA stieg im ersten Halbjahr von 565,5 Mio. im Vorjahr um 11,4 Prozent auf 630,0 Mio. Euro. Gleichzeitig dürfen sich Anteilseigner über ein neues Aktienrückkaufprogramm freuen. Es sollen rund 6 Millionen Aktien zurückgekauft werden, was einem Volumen von rund 192,0 Mio. Euro entspricht.


Quelle: Reuters, Kurs in EUR

NVIDIA hofft auf eine weitere Stabilisierung

NVIDIA hat sein Zwischentief noch nicht überwunden, allerdings konnte der Spezialist für Grafikprozessoren in einigen Bereichen eine Erholung beobachten. Beispielsweise sah man zuletzt im Videospielebereich wieder anziehende Aktivitäten. Trotzdem sehen Analysten laut Refinitiv für das Ende Juli zu Ende gegangene zweite Geschäftsquartal 2019/20 im Vorjahresvergleich einen Umsatzrückgang um 18,5 Prozent auf 2,54 Mrd. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn dürfte aus Analystensicht von 1,94 US-Dollar im Vorjahr auf 1,14 US-Dollar geschrumpft sein.

Update NVIDIA: Tief überwunden
Innerhalb des vergangenen Jahres hatte NVIDIA mit Schwächen im Bereich Grafikprozessoren für Videospiele und im Geschäft mit dem Mining von Kryptowährungen zu kämpfen. Im zweiten Quartal 2019/20 (Ende 28. Juli) zeigte sich eine weitere Stabilisierung des Geschäfts. Die Umsatzerlöse fielen zwar im Vorjahresvergleich um 17 Prozent auf 2,58 Mrd. US-Dollar. Allerdings wurde im Vergleich zum ersten Quartal ein Umsatzplus von 16 Prozent erzielt. Der Nettogewinn lag bei 552 Mio. US-Dollar, nach 1,1 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum und 394 Mio. US-Dollar im Vorquartal. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,24 US-Dollar. Marktexperten hatten laut Refinitiv im Schnitt Umsatzerlöse von 2,54 Mrd. US-Dollar bei einem EPS von 1,14 US-Dollar erwartet. Die Geschäfte wurden unter anderem vom guten Verkauf technisch hochwertiger Laptops für Computerspiele angekurbelt. Auch Anwendungen für Künstliche Intelligenz treiben die Anforderungen für die Leistung der PCs nach oben. Für das laufende dritten Quartal geht NVIDIA von Umsatzerlösen von 2,84 bis 2,96 Mrd. US-Dollar aus.


Quelle: Reuters, Kurs in USD

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

Folgende Unternehmen werden u.a. in der kommenden Woche ebenfalls Quartalsberichte veröffentlichen:
MontagSalzgitter, Talanx, Deutsche Pfandbriefbank
DienstagAareal Bank, Ceconomy, Deutsche Wohnen, Scout 24, JD.com
MittwochCisco, Axel Springer, Bilfinger, Evotec, Leoni, Nordex, Software AG
DonnerstagDeutsche Euroshop, Drillisch, Walmart, 3M
Freitag-

Kommentare (0)

Kommentar verfassen*

* Ihr Kommentar wird erst nach einer redaktionellen Prüfung veröffentlicht.