20150615_Highlight_Web3_Header

Highlight

Neue Ära der Produktivität

Die Fabrik der Zukunft ist flexibel, digital und umweltschonend. Die Produktion erfolgt maßgeschneidert zu Massenpreisen. Zu diesen interessanten Ergebnissen kommt eine neue Studie von Citi Global Perspectives & Solutions. Hier ein Überblick.

Der Ausdruck Fabrik gehört zu jenen Begriffen, von denen jeder zwar eine gewisse Vorstellung hat, wenn es aber um eine konkrete Erklärung geht, fehlen vielen die Worte. Was sagt der Duden? Dem Nachschlagewerk zufolge ist eine Fabrik ein Betrieb, in dem auf industriellem Wege unter Einsatz mechanischer und maschineller Hilfsmittel bestimmte Produkte in großer Stückzahl hergestellt werden. Das trifft den Kern. Entstanden sind die ersten Fabriken mit der Industrialisierung im späten 18. Jahrhundert in England. Dort läutete einst die Dampfmaschine die industrielle Revolution ein. Im Laufe der Zeit durchlief die Fabrik weitere Entwicklungsstufen. Die Folge war ein ungeheurer Anstieg der Produktivität.

Produktivität am Zenit?

So kamen zu Beginn des 20. Jahrhunderts die ersten Fließbänder auf und mit ihnen die Massenproduktion. Schufteten sich dort einst noch Menschen ab, übernahmen seit den 1960er-Jahren zunehmend Industrieroboter die Aufgaben der Fließbandarbeiter. In den 1990er-Jahren der nächste Schritt. „Just in Time“, hieß die Zauberformel. Gemeint ist damit, dass sich die Produktion unmittelbar an die Nachfrage anpasst. Seit der Jahrtausendwende stagnieren jedoch die Produktivitätssteigerungen in der Fertigung. Ist die Evolution der Fabrik also schon zu Ende? „Nein“, meinen die Analysten von Citi Global Perspectives & Solutions, kurz Citi GPS, in einer bemerkenswerten Studie. Wir stünden am Beginn einer neuen Ära der Produktivität. Die Fabrik der Zukunft, heißt es in der Studie, definiert sich insbesondere durch drei Merkmale: Flexibilität, Digitalisierung und Zero Waste Manufactoring.



Konfektionsware zu Massenpreisen

Flexibilität bedeutet, dass in Fabriken zukünftig nicht mehr im Akkord Tausende und Abertausende von identischen Produkten hergestellt werden, sondern Waren, die auf die individuellen Wünsche zugeschnitten sind. Das Besondere daran ist, dass diese bedarfsgerechte Fertigung mit keinen höheren Kosten für den Kunden verbunden ist. Man könnte es auch so ausdrücken: Der Kunde bekommt den Maßanzug zum gleichen Preis wie den von der Stange. Möglich wird das unter anderem durch neuartigeRobotertechnologie.

Dreamteam: Mensch und Roboter

Zwar ist der Einsatz von Robotern in der Fertigung bereits heute schon weit fortgeschritten, etwa in der Automobilindustrie oder der Elektrobranche. Doch die Roboter der Zukunft, so die Citi-Experten, werden nicht mehr so sein wie wir sie kennen. Dank des technischen Fortschritts könnten Roboter gebaut werden, die in der Lage sind, eine viel größere Vielfalt von Aufgaben zu übernehmen. Außerdem könnten sie mit einem gewissen Maß an Autonomie ausgestattet werden, sodass es ihnen möglich ist Seite an Seite mit dem Mensch zu arbeiten. Dieses Teamwork, heißt es in der Studie, könnte die Welt der Fertigung gänzlich verändern.



Fabriken als Datenfabrikanten

Das zweite Kennzeichen der Fabrik der Zukunft ist eine allumfassende Digitalisierung. Alles –  angefangen vom Design, über den Einkauf bis hin Produktion – ist vernetzt und interagiert miteinander. Dank billiger Daten und immer schneller werdender Übertragungstechnologien (5G) ist das längst keine Utopie mehr. Eine derart vernetzte Fabrik, so die Schätzung der Citi-Analysten, erzeugt Daten im Volumen von einem Petabyte pro Tag. Diese Datenmenge entspricht rund 1,05 Milliarden Minuten Musik im MP3-Format. Als Beispiel nennen die Citi-Analysten die Produktentwicklung. Dort könnten die Prozesse zum Entwerfen, Verbessern und Testen von Produkten zukünftig in einer virtuellen Umgebung ablaufen. Das wiederum würde die Markteinführungszeiten verkürzen und Entwicklungskosten deutlich reduzieren.

Umweltschonende Prozesse

Dem dritten Punkt „Zero Waste Management“ kommt im Zeiten des Klimawandels und knapper werdender Ressourcen eine besondere Bedeutung zu. In der Fabrik der Zukunft, so die Citi-Analysten, wird auf umweltschonende Fertigungsverfahren gesetzt. Sie verweisen dabei auf zwei Aspekte: Zum einen auf eine erhöhte Energieeffizienz. Zum anderen auf die Prinzipien der Wiederverwertung und Kreislaufwirtschaft.

Viele weitere interessante Details über die Fabrik der Zukunft finden Sie in der Citi GPS Studie „Factory of the Future“ (englisch). Zum kostenlosen Download geht es hier.

Kommentare (0)

Kommentar verfassen*

* Ihr Kommentar wird erst nach einer redaktionellen Prüfung veröffentlicht.