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Netflix und Facebook haben vorgelegt, nun sind Walt Disney und Twitter an der Reihe

Mit Apple, Facebook, Microsoft, Amazon und der Google-Mutter Alphabet haben in der vergangenen Woche einige der größten US-Technologiekonzerne ihre neuesten Geschäftszahlen vorgelegt und auf diese Weise für wahre Highlights der laufenden Berichtssaison gesorgt. In der kommenden Woche wird es trotzdem alles andere als langweilig.

Es berichten unter anderem Gilead Sciences, Walt Disney (Dienstag); Tesla, Sanofi (Mittwoch); Twitter, Expedia und NVIDIA (Donnerstag).



Gilead Sciences greift wieder an


Das US-Biotechnologieunternehmen Gilead Sciences hat in den vergangenen Jahren mit seinen hochpreisigen Hepatitis-C-Medikamenten große Erfolge eingefahren. Dies ist jedoch eine Weile her. Seit geraumer Zeit wächst die Kritik an Pharmaunternehmen, die ihre Mittel viel zu teuer anbieten würden. Außerdem kamen neue Konkurrenzprodukte auf den Markt. Ein Grund, warum die Gilead-Aktie zwischendurch ordentlich Federn lassen musste und das Unternehmen Umsatz- und Gewinneinbußen zu verkraften hatte. Inzwischen scheint das Anlegervertrauen jedoch allmählich zurückzukehren. Unter anderem, weil Gilead mit Hilfe von Übernahmen in neue vielversprechende Geschäftsfelder vorstoßen möchte. Besonders interessant ist dabei die 11,9 Mrd. US-Dollar schwere Übernahme von Kite Pharma, einem Unternehmen, das sich auf Krebs-Immuntherapien spezialisiert hat. Diese dürfte sich jedoch erst in einigen Jahren auszahlen. Für das vierte Quartal 2017 rechnen Analysten laut Reuters im Schnitt noch mit einem Rückgang des bereinigten Gewinns je Aktie von 2,70 US-Dollar im Vorjahr auf nun 1,67 US-Dollar. Auf der Umsatzseite wird mit einem Minus von 21,7 Prozent auf 5,73 Mrd. US-Dollar gerechnet.

Update Gilead Sciences: Geringere Umsätze mit Hepatitis-C-Medikamenten
Gilead Sciences hatte im Schlussquartal 2017 aufgrund einer verschärften Konkurrenzsituation mit rückläufigen Umsätzen für seine Hepatitis-C-Medikamente zu kämpfen. Konzernweit lagen die Erlöse bei 5,95 Mrd. US-Dollar, nach 7,32 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Eine Belastung von rund 5,5 Mrd. US-Dollar in Zusammenhang mit der US-Steuerreform sorgte für einen Nettoverlust von 3,87 Mrd. US-Dollar. Bereinigt um Einmaleffekte lag der Gewinn je Aktie bei 1,78 US-Dollar und damit über den Reuters-Konsensschätzungen von 1,67 US-Dollar. Auch auf der Umsatzseite wurden die Markterwartungen übertroffen. Allerdings stellte das Biotechnologieunternehmen für 2018 weitere Umsatzrückgänge in Aussicht. Zumindest können sich Anteilseigner mit einer um 10 Prozent auf 0,57 US-Dollar angehobenen Quartalsdividende trösten.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Walt Disney will nicht ins Hintertreffen geraten


Vor wenigen Tagen hat der Video-on-Demand-Anbieter Netflix starke Quartalsergebnisse präsentiert. Die hohen Zuwächse bei den Nutzerzahlen waren besonders beeindruckend. Dieser Zustrom konnte auch immer besser in finanzielle Erfolge umgemünzt werden. Damit zeigte sich erneut, wie sehr der US-Medienkonzern Disney unter Druck steht, sich in der neuen Fernsehwelt, in der Filme und Serien verstärkt im Internet geschaut werden, zurechtzufinden. Mithilfe von eigenen Streaming-Diensten soll dies gelingen. Allerdings wird es schwer sein, an Netflix heranzukommen. Am Dienstag ist erst einmal die Bekanntgabe der Ergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende Dezember) an der Reihe. Analysten gehen derzeit laut Reuters im Schnitt von einem Anstieg des bereinigten EPS gegenüber dem Vorjahr um 6 Cents auf 1,61 US-Dollar aus, während auf der Umsatzseite mit einem Plus von 4,6 Prozent auf 15,47 Mrd. US-Dollar gerechnet wird.

Update Walt Disney: Star Wars wird fortgesetzt
Für viele Film- und Serienfans dürfte die Disney-Ankündigung, wonach die Macher der Erfolgsserie "Game of Thrones" nun eine ganz neue "Star Wars"-Filmreihe in die Kinos bringen sollen, wesentlich wichtiger gewesen sein, als die neuesten Quartalsergebnisse beim US-Medienkonzern. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende Dezember) lagen die Umsatzerlöse bei 15,35 Mrd. US-Dollar. Analysten hatten laut Reuters im Schnitt jedoch mit einem Wert von 15,47 Mrd. US-Dollar gerechnet. Dafür wurden die Markterwartungen auf der Ergebnisseite geschlagen. Das bereinigte EPS lag bei 1,89 US-Dollar (Reuters-Konsens: 1,61 US-Dollar). Besonders gut lief es zuletzt für Disney in seinen Freizeitparks. Dagegen verzeichneten andere Bereiche wie die Fernsehsender ABC und ESPN sowie die Filmstudios stagnierende oder sogar rückläufige Erlöse.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Tesla-Kunden müssen Geduld mitbringen


Der kalifornische Elektroautopionier Tesla kommt mit der Produktion seines großen Hoffnungsträgers „Model 3“ nicht so recht voran. Im vierten Quartal 2017 wurde wieder einmal ein selbstgestecktes Produktionsziel verfehlt. Und dies ausgerechnet bei dem Massenmarkt-tauglichen Elektroauto, das es schon ab 35.000 US-Dollar zu haben gibt. Hunderttausende Vorbestellungen liegen bereits vor. Es wäre nicht besonders ratsam, Tesla-Fans allzu lange auf ihre Autos warten zu lassen. Möglicherweise sorgt die für Mittwochabend anstehende Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das Schlussquartal 2017 für etwas Anlegertrost. Analysten gehen derzeit laut Reuters im Schnitt von einem negativen EPS in Höhe von 3,10 US-Dollar aus. Zumindest sollen die Umsatzerlöse mit einem Plus von 43,6 Prozent auf 3,28 Mrd. US-Dollar deutlich angestiegen sein.

Update Tesla: Vorfreude auf das „Model 3“
Tesla hat im Schlussquartal 2017 erneut einen deutlichen Verlust eingefahren. Dieser lag bei 675,4 Mio. US-Dollar. Allerdings reagierten Investoren positiv auf die jüngste Zahlenbekanntgabe. Das Minus fiel nicht ganz so hoch wie erwartet aus. Außerdem konnte der Konzern mit den Aussichten und dem Umsatzwachstum überzeugen. Die Umsatzerlöse lagen zwischen Oktober und Dezember 2017 bei 3,29 Mrd. US-Dollar, während der bereinigte Verlust je Aktie 3,04 US-Dollar betrug. Analysten hatten laut Reuters im Schnitt mit einem negativen EPS in Höhe von 3,10 US-Dollar und Umsatzerlösen von 3,28 Mrd. US-Dollar gerechnet. Zwar sollen die Ausgaben für die Produktion des Massenmarktautos „Model 3“ in 2018 steigen, dafür will Tesla endlich die zuletzt stockende Produktion des Hoffnungsträgers in den Griff bekommen, was auf Investorenseite offenbar sehr gut ankam.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Sanofi im Kaufrausch


Der Kaufrausch in der Pharma- und Biotechnologiebranche hält an und der französische Konzern Sanofi steckt mittendrin. Am 29. Januar 2018 wurde mitgeteilt, dass das belgische Biotechnologie-Unternehmen Ablynx für 3,9 Mrd. Euro übernommen werden soll. Damit dauerte es nur eine Woche, bis die nächste milliardenschwere Übernahme angekündigt wurde. Am 22. Januar meldete Sanofi bereits, dass es sich für 11,6 Mrd. US-Dollar das auf die Bluterkrankheit spezialisierte Unternehmen Bioverativ einverleiben möchte. Die Sanofi-Aktie konnte zuletzt jedoch kaum von den Übernahmemeldungen profitieren. Offenbar sind sich Anleger noch nicht sicher, ob sich die hohen Ausgaben am Ende auszahlen werden. Am Mittwoch stehen nun zunächst einmal die jüngsten Quartalszahlen auf der Agenda.

Update Sanofi: Starker Euro sorgt für schlechte Stimmung
Sanofi hatte im Schlussquartal 2017 mit Problemen im US-Diabetesgeschäft und dem starken Euro zu kämpfen. Konzernweit lagen die Umsatzerlöse bei 8,69 Mrd. Euro. Ein Rückgang von 2,0 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Wechselkursbereinigt wurde jedoch ein Plus von 4,1 Prozent verbucht. Der Nettogewinn schrumpfte dagegen um 17,1 Prozent (währungsbereinigt: -10,8 Prozent) auf 1,33 Mrd. Euro. 2018 soll der Gewinn laut Unternehmensprognose jedoch wieder zulegen, obwohl das Sanofi-Management mit weiteren negativen Währungseinflüssen rechnet. Zudem teilte Sanofi mit, dass die 2017er-Dividende trotz etwas Gegenwind von 2,96 Euro je Aktie im Vorjahr auf 3,03 Euro angehoben werden soll. 


Quelle: Reuters



Twitter immer noch in der Findungsphase


Der Kurznachrichtendienst Twitter ist aus der heutigen Medienlandschaft nicht mehr wegzudenken. Vor allem, seitdem US-Präsident Donald Trump allerhand ungefilterte Nachrichten verbreitet. An den Erfolg von Facebook kommt Twitter jedoch nicht heran. Noch immer hat man das Gefühl, dass der Konzern nicht so recht weiß, wie sein Geschäftsmodell aussehen soll. Die Verdopplung der Länge der Tweets auf 280 Zeichen soll mehr Erfolg und User bringen. Allerdings gehen Analysten laut Reuters im Schnitt davon aus, dass Twitter für das Schlussquartal 2017 im Vorjahresvergleich einen Umsatzrückgang um 4,3 Prozent auf 686,06 Mio. US-Dollar ausweisen wird. Im Gegensatz dazu wird mit einem Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie von 11 Cents im Vorjahr auf nun 14 Cents gerechnet.

Update Twitter: Endlich profitabel
Twitter sorgte mit seinem neuesten Quartalsbericht für wahre Jubelstürme an der Börse. Erstmals überhaupt wurde ein Dreimonatszeitraum mit einem Gewinn abgeschlossen. Dieser lag zwischen Oktober und Dezember 2017 bei 91 Mio. US-Dollar. Bereinigt um Einmaleffekte wurde ein Gewinn je Aktie von 19 Cents erzielt. Die Umsatzerlöse kletterten um 2 Prozent auf 732 Mio. US-Dollar. Damit wurden die Markterwartungen sowohl auf der Umsatzseite als auch bei den Ergebnissen übertroffen. Bei den Erlösen lag der Reuters-Konsens bei 686,06 Mio. US-Dollar, während Marktexperten im Schnitt mit einem bereinigten EPS von 14 Cents rechneten. Für 2018 hat Twitter nun auch auf Gesamtjahressicht einen Gewinn in Aussicht gestellt. Im Vorjahr war dies noch nicht gelungen. 2017 wurde ein Verlust von 108 Mio. US-Dollar erzielt.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Expedia will noch stärker vom Reise-Boom profitieren


Eine starke Konjunktur und niedrige Zinsen haben zuletzt dafür gesorgt, dass die Tourismusbranche weltweit einen regelrechten Boom erlebt. Allerdings waren Investoren auch der Ansicht, dass der US-Online-Reiseanbieter Expedia von der guten Stimmung nicht in ausreichender Weise profitieren und die Zahl der Buchungen nicht wie gewünscht steigern konnte. So ist es auch zu erklären, dass die Expedia-Aktie nach einer jahrelangen Kursrally zuletzt schwächelte. Analysten erwarten für das vierte Quartal 2017 laut Reuters im Schnitt einen Rückgang des bereinigten Gewinns je Aktie im Vorjahresvergleich um 2 Cents auf 1,15 US-Dollar. Auf der Umsatzseite wird dagegen mit einem Plus von 12,6 Prozent auf 2,36 Mrd. US-Dollar gerechnet.

Update Expedia: Große Enttäuschung
Expedia hat in den Augen der Anleger ein sehr enttäuschendes Schlussquartal 2017 präsentiert. Die schwachen Zahlen und die allgemeinen Börsenturbulenzen sorgten kurz nach der Zahlenbekanntgabe für deutliche Kursverluste der Expedia-Aktie. Der Internetreiseanbieter konnte seine Umsatzerlöse um 11 Prozent auf 2,32 Mrd. US-Dollar steigern, während der bereinigte Gewinn je Aktie bei 0,84 US-Dollar lag. Analysten hatten jedoch laut Reuters im Schnitt ein bereinigtes EPS von 1,15 US-Dollar bei Umsatzerlösen von 2,36 Mrd. US-Dollar in Aussicht gestellt. Es half auch wenig, dass das Management im Zuge des neuesten Quartalsberichts von einem schnelleren Wachstum und größeren Marktanteilsgewinnen zu Beginn des Jahres 2018 sprach.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



NVIDIA: Zukunftsmärkte sorgen für Anlegerfantasien


Wachstumsfelder wie das Autonome Fahren, die Nachfrage nach größeren Datenzentren, Virtual Reality, Computerspiele und selbst Kryptowährungen wie Bitcoin haben NVIDIA zuletzt beflügelt. Der Spezialist für Grafikprozessoren wird seine Ergebnisse für das vierte Quartal und das Geschäftsjahr 2017 am Donnerstagabend vorstellen. Analysten gehen derzeit laut Reuters-Konsens von einem deutlichen Umsatzanstieg im Vorjahresvergleich um 22,7 Prozent auf 2,67 Mrd. US-Dollar aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird für die Zeit zwischen Oktober und Dezember 2017 bei 1,16 US-Dollar gesehen, nach 0,99 US-Dollar im Vorjahr.

Update NVIDIA: Erwartungen pulverisiert
NVIDIA hat seinen beeindruckenden Wachstumskurs zum Ende des vergangenen Jahres fortgesetzt. Der Spezialist für Grafikprozessoren steigerte seine Umsatzerlöse im vierten Quartal 2017 um 34 Prozent auf den Rekordwert von 2,91 Mrd. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie wurde wiederum mit 1,72 US-Dollar angegeben. Damit wurden die Markterwartungen geradezu pulverisiert. Der Reuters-Konsens lag auf der Umsatzseite bei 2,67 Mrd. US-Dollar, während Analysten lediglich mit einem bereinigten EPS von 1,16 US-Dollar gerechnet hatten. Dem Unternehmen halfen einmal mehr vor allem der Boom bei den Kryptowährungen und der Bedarf an großen Datenzentren.



Quelle: Reuters, Kurs in USD

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

Folgende Unternehmen werden in der kommenden Woche ebenfalls Quartalsberichte veröffentlichen:

Montag

Panasonic

Dienstag

Allergan, BNP Paribas, General Motors, Microchip Technology, Münchener Rück, Snap, TomTom, Toyota

Mittwoch

Fiserv, iRobot, NetEase, NXP Semiconductors, O'Reilly Automotive, Osram, Softbank, Vinci

Donnerstag

ABB, Activision Blizzard, Commerzbank, Heidelberger Druck, L'Oréal, Pernod Ricard, Publicis, Regeneron Pharmaceuticals, Société Générale, Teva, Total, Zurich Insurance Group

Freitag

Ceconomy

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