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News & Trading

Nachzügler beenden Berichtssaison

Die Währungsturbulenzen in und um China haben die Aktienmärkte zuletzt mehr bewegt, als die aktuelle Berichtssaison. Doch mit der Zeit tritt augenscheinlich eine gewisse „Gewöhnung“ ein und China wird keineswegs mehr die Nummer Eins unter den Tagesthemen sein. Dafür dürften nicht zuletzt noch einmal zahlreiche Quartalsberichte aus Deutschland und den USA zum Ende der Berichtssaison sorgen.


US-Handelsriesen im Blick


Vor wenigen Wochen hat der technische Wandel endgültig den Einzelhandel erreicht. Damals übertrumpfte der Online-Händler Amazon den bisherigen Spitzenreiter Wal-Mart erstmalig bei der Marktkapitalisierung. Auch ohne diesen Titel „teuerster Einzelhändler“ bleibt der US-Konzern aber das dominierende amerikanische Handelsunternehmen.

Es hat zwar lange gedauert, bis man sich der Online-Konkurrenz gestellt hat, aber inzwischen hat man auch bei Wal-Mart die Zeichen der Zeit erkannt. Allerdings dürfte das in den am Dienstag vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal noch nicht sichtbar werden. Analysten erwarten einen stabilen Umsatz von 120 Mrd. US-Dollar und ein um 8 Cents niedrigeres EPS von 1,13 US-Dollar.

Update: Wal-Mart nur mit Teilerfolgen

Mit dem Gewinn in seinem ersten Geschäftsquartal 2015/16 (Ende Juli) konnte Wal-Mart nicht an die Analystenerwartungen heranreichen. Außerdem musste der weltgrößte Handelskonzern die Prognosen für das laufende Gesamtjahr senken. Im Vorjahresvergleich fiel der bereinigte Gewinn je Aktie von 1,21 auf 1,08 US-Dollar (Konsens 1,13 US-Dollar). Dem Unternehmen machten zuletzt unter anderem die Wechselkurse und höhere Löhne für Mitarbeiter zu schaffen. Daher soll das bereinigte EPS im Gesamtjahr (Ende Januar) nur noch bei 4,40 bis 4,70 US-Dollar liegen. Zuletzt hatte man sich noch einen Wert zwischen 4,70 und 5,05 US-Dollar zugetraut.

Ein Lichtblick: wenigstens traf Wal-Mart mit Umsatzerlösen in Höhe von 120,23 Mrd. US-Dollar in etwa die Markterwartungen. Außerdem wurden die weltweit online abgewickelten Umsätze um 17 Prozent gesteigert, was im Hinblick auf die stärker werdende Konkurrenz in diesem Bereich wichtig ist.




Quelle: Reuters, Kurs in USD


Deutlich weniger Konkurrenz aus dem Internet hat die Baumarktkette Home Depot. Stattdessen sind hier saisonale Effekte zu beobachten. Nach einem schwachen Winterquartal sollte das zweite Quartal beim weltgrößten Baumarktkonzern wieder deutliche Besserung zeigen. Analysten erwarten bei einem Umsatzanstieg um 4 Prozent auf 24,7 Mrd. US-Dollar eine Gewinnverbesserung um 21 Cents je Aktie auf 1,71 US-Dollar je Aktie.



Quelle: Reuters, Kurs in USD


Update: Home Depot zeigt sich optimistischer

Home Depot profitierte im abgelaufenen Quartal von der Erholung des US-Häusermarktes. Während die Markterwartungen bei den vergleichbaren Umsätzen in den Filialen („same-store-sales“) und auf der Umsatzseite insgesamt geschlagen werden konnten, traf man auf der Ergebnisseite genau die Konsensschätzungen. In dem am 2. August zu Ende gegangenen Quartal lag der bereinigte Gewinn je Aktie bei 1,71 US-Dollar. Die Umsatzerlöse stiegen um 4,3 Prozent auf 24,83 Mrd. US-Dollar, während die vergleichbaren Filialumsätze um 4,2 Prozent nach oben geschraubt wurden.

Am Markt wurden Werte von 24,7 Mrd. US-Dollar bei den Erlösen bzw. +3,5 Prozent bei den vergleichbaren Filialumsätzen erwartet. Darüber hinaus wurde die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie für das laufende Geschäftsjahr von 5,24 bis 5,27 US-Dollar auf 5,31 auf 5,36 US-Dollar angehoben. Auch bei den Umsatzzielen und den Prognosen für die „same-store-sales“ zeigte sich Home Depot optimistischer.



HP und Salesforce: Nachzügler im Technologiesegment


Bei Hewlett-Packard (HP) steht hingegen derzeit die Aufspaltung in zwei Unternehmen im Fokus. Neben dem bisherigen Kernbereich rund um das Computer- und Drucker-Geschäft wird es auch ein Unternehmen für das Cloud-Geschäft geben. Der Bericht zum zweiten Quartal am Donnerstag dürfte daher die letzte gemeinsame Zahlenvorlage des 75 Jahre alten Unternehmens sein. Analysten erwarten einen Umsatzrückgang um 7 Prozent auf 25,6 Mrd. US-Dollar, während der Gewinn um 3 Cents je Aktie auf 86 Cents sinken soll.

Update: Umsatzschwund bei Hewlett-Packard hält an

In seinem dritten Geschäftsquartal (per Ende Juli), dem vorletzten vor der großen Aufspaltung, konnte Hewlett-Packard (HP) die Markterwartungen auf der Umsatzseite (mal wieder) nicht erfüllen. Dagegen lag das Unternehmen beim Gewinn über den Konsensschätzungen. Immerhin. Während die Erlöse um 8 Prozent auf 25,3 Mrd. US-Dollar zurückgingen, fiel das bereinigte EPS um 1 Cent auf 88 Cents. Analysten hatten im Schnitt mit Werten von 25,6 Mrd. US-Dollar bzw. 86 Cents gerechnet.
HP litt erneut unter einem sinkenden PC-Absatz. Gleichzeitig hielten sich Firmenkunden angesichts einer unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung mit Bestellungen von Servern, Datenspeichern und anderen Dienstleistungen zurück. Gerade diesem Bereich werden jedoch größere Wachstumschancen beigemessen als dem Computer- und Drucker-Geschäft. So fiel auch die Prognose für das vierte Quartal (Ende Oktober) enttäuschend aus. HP prognostiziert einen bereinigten Gewinn je Aktie von 92 bis 98 Cents (Konsens: 1,00 US-Dollar).


Deutlich besser sollte es beim Cloud-Konkurrenten Salesforce.com laufen. Der CRM-Spezialist dürfte seine beeindruckende Wachstumsgeschichte auch im letzten Quartal fortgesetzt haben. Dies dürfte unter anderem auch am großen Erfolg in Europa liegen. Analysten erwarten einen Umsatzsprung um 21 Prozent auf 1,6 Mrd. US-Dollar, während der Gewinn je Aktie von 13 auf 18 Cents klettern sollte.



Quelle: Reuters, Kurs in USD


Update: Salesforce.com erhöht Jahresziele

Der SAP-Konkurrent Salesforce.com und die weltweite Nummer Eins im Bereich Cloud-Software konnte im zweiten Geschäftsquartal erneut kräftig wachsen. Zudem wurden die Jahresziele angehoben. Zwischen April und Juni kletterten die Umsätze um 24 Prozent auf 1,63 Mrd. US-Dollar. Das bereinigte EPS stieg um knapp 50 Prozent auf 19 Cents. Am Markt wurde mit einem Umsatzsprung um 21 Prozent auf 1,6 Mrd. US-Dollar und einem Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie auf 18 Cents gerechnet.
Da konnte man es verschmerzen, dass unterm Strich angesichts hoher Investitionen in das Wachstum immer noch ein Verlust in Höhe von 852 Mio. US-Dollar zu Buche stand. Für das Gesamtjahr 2015 geht Salesforce nun von einem Anstieg bei den Umsatzerlösen um etwa 23 Prozent auf 6,60 bis 6,625 Mrd. US-Dollar aus. Damit ist man optimistischer als die Analystenzunft. Die Markterwartungen bewegen sich im Schnitt bei 6,55 Mrd. US-Dollar.



DAX®-Kandidat Deutsche Annington wächst


Der Immobilienkonzern Deutsche Annington ist inzwischen der größte Vermieter in Deutschland. Daher steht das Unternehmen und die Aktie im besonderen Fokus. Dies gilt umso mehr, als dass die Aktie als heißer Kandidat für einen DAX®-Aufstieg gehandelt wird. Damit würde die knapp zweijährige Börsengeschichte durch einen beispiellosen Aufstieg gekrönt - zuletzt war die Aktie im vergangenen September in den MDAX® aufgerückt.

Seither ist das Unternehmen, vor allem durch die Fusion mit Gagfah, aber auch durch die Übernahme zahlreicher kleinerer Immobiliengesellschaften, weiter gewachsen. Im Zuge dieses Wachstums steht auch die Umfirmierung in Vonovia SE auf der Agenda. Die starken Zahlen des ersten Quartals 2015 sollten angesichts dieses Wachstums auch in den zur Wochenmitte veröffentlichten Halbjahresbilanz 2015 Fortsetzung finden. Im ersten Quartal hatte die Deutsche Annington den konsolidierten FFO 1 um 86,9 Prozent auf 115,7 Mio. Euro gesteigert, während der Net Asset Value sich um 52,6 Prozent auf 10,04 Mrd. Euro erhöht hatte.

Update: Deutsche Annington bleibt auf Erfolgskurs – Dax-Mitgliedschaft rückt näher

Nach einem starken Auftakt in das Geschäftsjahr 2015 konnte der Immobilienkonzern Deutsche Annington diesen Schwung auch in das zweite Quartal hinübertragen und damit insgesamt starke Halbjahresergebnisse präsentieren. Zuletzt profitierte das MDAX-Unternehmen ganz besonders von der Übernahme des Konkurrenten Gagfah, während im weiteren Jahresverlauf auch die übernommene Süddeutsche Wohnen (Südewo) integriert werden und ebenfalls zum Geschäftserfolg beitragen soll. Daher wurden die Jahresziele bestätigt. Demnach soll die branchenspezifische Kennzahl Funds from Operations (FFO I) von 287 Mio. Euro in 2014 auf 560 bis 580 Mio. Euro ansteigen. Zwischen Januar und Juni hatte sich dieser Wert gegenüber dem Vorjahr auf 264 Mio. Euro in etwa verdoppelt. Die 2015er-Dividende soll wiederum bei 0,94 Euro je Aktie liegen und damit im Vorjahresvergleich um 27 Prozent ansteigen. Die Dax-Aufnahme rückt – nicht nur damit – ein Stück näher.



Payment-Spezialist Wirecard kann beeindrucken


Der global aktive Zahlungsabwickler Wirecard konnte im Rahmen seiner vorläufigen Quartalszahlen bereits seine Prognosen für das Gesamtjahr 2015 erhöhen. Die nun am Dienstag anstehenden endgültigen Zahlen dürften Klarheit bringen, wohin die Reise noch geht. Nach vorläufigen Zahlen hatte das im TecDAX® notierte Unternehmen die Umsatzerlöse im zweiten Quartal um 27 Prozent auf 340,4 Mio. Euro gesteigert, während der operative Gewinn EBITDA um 31 Prozent auf 98,5 erhöht wurde. Auf Jahressicht will Wirecard daher nun ein EBITDA von 220 bis 232 Mio. Euro erreichen.



Quelle: Reuters, Kurs in EUR


Update Wirecard: E-Commerce-Kerngeschäft boomt

Wie erwartet lieferten die endgültigen Halbjahreszahlen bei Wirecard keine großen Überraschunge0n. Stattdessen konnten sich Investoren davon überzeugen, wie sehr das Unternehmen von Themen wie dem boomenden Online-Handel, Mobile Payment, dem wachsenden Bedarf an Kreditkarten und der Weiterentwicklung des Zahlungsverkehrs in den Schwellenländern profitiert.

Während das Umsatzplus gegenüber dem Vorjahr um 26,5 Prozent auf 340,1 Mio. Euro und der EBITDA-Zuwachs um 31,1 Prozent auf 98,3 Mio. Euro den bereits kommunizierten Eckdaten entsprechend ausfielen, wurde nun auch bekannt, dass der Gewinn je Aktie um 32,4 Prozent auf 0,49 Euro gesteigert wurde. Wirecard profitierte zuletzt besonders von einem sehr starken Wachstum im E-Commerce-Kerngeschäft. Gleichzeitig ist man überzeugt, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird. Wenig verwunderlich, dass angesichts solcher Aussichten die im Juli erhöhte EBITDA-Prognose für 2015 von 220 bis 232 Mio. Euro bestätigt wurde.

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