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Trading

Können die letzten Zahlen noch einmal für Überraschungen sorgen?

Die Erholungsrally an den weltweiten Aktienmärkten geriet zuletzt etwas ins Stocken. Anleger warten immer noch auf einen Durchbruch in den Handelsgesprächen zwischen China und den USA. Außerdem geht das Brexit-Chaos weiter, was zusätzlich für Verunsicherung an den Börsen sorgt. Möglicherweise helfen positiv aufgenommene Geschäftsergebnisse, die Erholung erneut anzukurbeln.

In der kommenden Woche berichten unter anderem Salesforce.com (Montag); Weibo, Evonik (Dienstag); Deutsche Post, Merck KGaA, ProSiebenSat.1 und Vonovia (Donnerstag).



Salesforce.com will erneut positiv überraschen


Der SAP-Rivale Salesforce.com profitiert derzeit von der anhaltenden Digitalisierung vieler Unternehmen. Diese steigen auf Cloud Computing um. Das Unternehmen schaffte es zuletzt sogar immer wieder die Markterwartungen zu übertreffen. Auch dieses Mal? Am Montagabend wissen Anleger mehr. Analysten rechnen derzeit für das Januar-Quartal laut Refinitiv mit Umsatzerlösen in Höhe von 3,56 Mrd. US-Dollar. Dies wäre ein Anstieg von 24,9 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn je Aktie sollte aus Analystensicht um 20 Cents auf 0,55 US-Dollar zugelegt haben.

Update Salesforce.com: Investitionsoffensive sorgt für schwache Ergebnisaussichten
Salesforce.com konnte seine Umsatzerlöse im Januar-Quartal um 26 Prozent auf 3,60 Mrd. US-Dollar steigern. Der bereinigte Gewinn je Aktie wurde mit 0,70 US-Dollar angegeben. Damit konnte der Cloud-Spezialist die Erwartungen der Analysten übertreffen. Diese hatten laut Refinitiv kurz vor Bekanntgabe der Zahlen noch mit einem EPS von 0,55 US-Dollar bei Umsatzerlösen von 3,56 Mrd. US-Dollar gerechnet. Allerdings enttäuschte Salesforce.com mit dem Umsatz- und Ergebnisausblick. Das Unternehmen stellt für das laufende erste Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 (Ende April) einen bereinigten Gewinn je Aktie von 60 bis 61 Cents in Aussicht. Die Umsätze sollen einen Wert zwischen 3,67 und 3,68 Mrd. US-Dollar erreichen. Marktexperten rechneten zuletzt laut Refinitiv mit einem EPS von 63 Cents und Umsätzen in Höhe von 3,70 Mrd. US-Dollar. Die schwächeren Ergebnisaussichten sind vor allem höheren Investitionen geschuldet. Auf diese Weise will sich Salesforce.com Marktanteile im hart umkämpften Cloud-Umfeld verschaffen.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Weibo: Abseits des Handelsstreits


Wenn es zuletzt um die Einschätzung der Chancen für chinesische Unternehmen ging, wurde die Betrachtung häufig im Hinblick auf den Handelsstreit zwischen den USA und China durchgeführt. Selbst wenn Unternehmen wie Weibo ihr Geld nicht in erster Linie mit dem Export verdienen. Der Betreiber des gleichnamigen Kurznachrichtendienstes wird am Dienstag seine Ergebnisse für das Schlussquartal und das Gesamtjahr 2018 vorlegen. Analysten rechnen laut Refinitiv für die Zeit zwischen Oktober und Dezember mit Umsatzerlösen in Höhe von 481,56 Mio. US-Dollar, nach 377,44 Mio. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte EPS sollte laut Analysteneinschätzung einen Anstieg von 64 Cents auf 75 Cents erfahren haben.

Update Weibo: Suche nach neuen Einnahmequellen
Weibo konnte seine Umsatzerlöse im Schlussquartal 2018 um 28 Prozent auf 481,9 Mio. US-Dollar steigern. Der Nettogewinn kletterte um 27 Prozent auf 166,5 Mio. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie wurde von Unternehmensseite mit 0,80 US-Dollar angegeben. Analysten rechneten zuvor laut Refinitiv mit Umsatzerlösen in Höhe von 481,56 Mio. US-Dollar bei einem bereinigten EPS von 0,75 US-Dollar. Auf Unternehmensseite freute man sich vor allem über eine wachsende Nutzerzahl des Weibo-Kurznachrichtendienstes, während die Einnahmen hauptsächlich mit Online-Werbung erzielt wurden. Allerdings wird auch kräftig investiert, um neue Einnahmequellen zu erschließen.




Quelle: Reuters, Kurs in USD



Evonik entwickelt neue Technologien


Evonik durfte zuletzt verkünden, ein neues Kunststoffpulver für 3D-Druck-Anwendungen im höheren Temperaturbereich auf den Markt gebracht zu haben. Damit treibt das Spezialchemieunternehmen sein Engagement im attraktiven Markt für 3D-Druck weiter voran. Am kommenden Dienstag wird das Essener MDAX®-Unternehmen wiederum seine Ergebnisse für das Schlussquartal und das Gesamtjahr 2018 präsentieren. Analysten hatten zuletzt laut FactSet für das Dezember-Quartal im Schnitt Umsatzerlöse in Höhe von 3,69 Mrd. Euro in Aussicht gestellt, nach 3,57 Mrd. Euro im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll wiederum von 0,40 Euro auf 0,34 Euro zurückgegangen sein.

Update Evonik: Herausforderungen nehmen zu
Evonik steigerte seine Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2018 um 4 Prozent auf 15,0 Mrd. Euro. Im vierten Quartal lag das Plus bei 3 Prozent auf 3,7 Mrd. US-Dollar. Auf der Ergebnisseite waren die Unterschiede noch größer. Das bereinigte EBITDA lag auf Gesamtjahressicht bei 2,6 Mrd. Euro, 10 Prozent über dem Vorjahresniveau. Zwischen Oktober und Dezember wurde der Wert jedoch nur um 1 Prozent auf 487 Mio. Euro gesteigert. Der Nettogewinn schrumpfte im Schlussquartal sogar um 96 Prozent auf 4 Mio. Euro. Bereinigt um Einmaleffekte wie Kostensenkungsmaßnahmen konnte der Gewinn jedoch um 24 Prozent auf 237 Mio. Euro gesteigert werden. Trotzdem zeigte sich das Management bei der 2019er-Prognose angesichts politischer Unisicherheiten und eines schwächeren Wirtschaftswachstums vorsichtig.


Quelle: Reuters



Deutsche Post und das Briefporto


Im Fall der Deutschen Post interessierten sich Anleger zuletzt vor allem dafür, wie stark der ehemalige Staatsmonopolist das Briefporto anheben darf. Allerdings betätigt sich der DAX®-Konzern dank des Booms des Internethandels auch an Wachstumsmärkten wie dem Paketversand. Am Donnerstag werden Anleger erfahren, wie die Geschäfte zwischen Oktober und Dezember sowie im Gesamtjahr 2018 gelaufen sind. Analysten rechnen laut FactSet für das Dezember-Quartal mit einem leichten Umsatzanstieg von 3,4 Prozent auf 16,66 Mrd. Euro. Der bereinigte Gewinn je Aktie sollte aus Analystensicht um 3 Cent auf 0,69 Euro zurückgegangen sein.

Update Deutsche Post: Wichtige Maßnahmen
Die Restrukturierung der deutschen Brief- und Paketsparte sorgte bei der Deutschen Post im Geschäftsjahr 2018 für einen Ergebnisrückgang. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) schrumpfte im Vorjahresvergleich um 15,5 Prozent auf 3,2 Mrd. Euro. Die Umsatzerlöse wurden dagegen um 1,8 Prozent auf 61,6 Mrd. Euro gesteigert. Organisch lag das Umsatzplus sogar bei 6,0 Prozent. Für 2019 erwartet der Konzern einen Anstieg des operativen Ergebnisses auf 3,9 bis 4,3 Mrd. Euro. Dazu sollen insbesondere die eingeleiteten Maßnahmen zur Steigerung der Profitabilität im deutschen Post- und Paketgeschäft beitragen. Im Jahr 2020 soll das Konzern-EBIT sogar auf mindestens 5,0 Mrd. Euro steigen.


Quelle: Reuters



Muss Merck KGaA einen Bieterkampf fürchten?


Das Darmstädter Pharma- und Spezialchemieunternehmen Merck KGaA fiel zuletzt vor allem mit der geplanten Übernahme des Halbleiterzulieferers Versum Materials für rund 5,9 Mrd. US-Dollar auf. Allerdings muss das DAX®-Unternehmen einen Bieterkampf befürchten. Am Donnerstag wird Merck seine neuesten Geschäftsergebnisse vorlegen und möglicherweise weitere Aussagen zu einem eventuellen Versum-Deal treffen. Interessant dürfte auch der Blick auf die jüngsten Zahlen sein. Analysten gehen laut FactSet für das vierte Quartal 2018 von einem leichten Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr um 1 Prozent auf 3,75 Mrd. Euro aus, während das bereinigte EPS bei 1,32 Euro (Vorjahr: 1,31 Euro) gesehen wird.

Update Merck KGaA: Negative Wechselkurseinflüsse machen sich bemerkbar
Merck KGaA verbuchte im Geschäftsjahr 2018 einen Umsatzanstieg um 2,2 Prozent auf 14,8 Mrd. Euro. Im Schlussquartal lag das Plus sogar bei 6,6 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro. Allerdings sank das EBITDA aus den fortgeführten Geschäften um 1,3 Prozent auf 950 Mio. Euro. Dafür waren negative Währungseffekte verantwortlich. Im Gesamtjahr sorgten diese sogar für einen Rückgang des Ergebnisses um 10,5 Prozent auf 3,8 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis stieg wiederum aufgrund des Gewinns aus dem Verkauf des Consumer-Health-Geschäfts um 29,5 Prozent auf 3,4 Mrd. Euro. Trotzdem bleibt die Dividende mit 1,25 Euro je Aktie lediglich auf Vorjahresniveau. Für 2019 geht das Management von anhaltenden Belastungen auf der Währungsseite aus. Organisch sollen die Umsatzerlöse jedoch moderat zulegen.


Quelle: Reuters




ProSiebenSat.1: Transformationsprozess macht Fortschritte


ProSiebenSat.1 kommt mit seinem großangelegten Transformationsprozess zu einem kundenorientierten, digitalen Entertainment- und Commerce-Powerhouse voran. Mitte Februar wurde eine neue Führungsstruktur im Medienkonzern angekündigt. Am kommenden Donnerstag stehen wiederum die Geschäftszahlen für das Schlussquartal und Gesamtjahr 2018 im Fokus. Analysten gehen derzeit laut FactSet von einem minimalen Umsatzanstieg von 1,32 Mrd. Euro im Vorjahr auf 1,36 Mrd. Euro aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll dagegen um 1 Cent auf 0,95 Euro geschrumpft sein.

Update ProSiebenSat.1: Geduld ist gefragt
ProSiebenSat.1 meldete für das Geschäftsjahr 2018 einen Umsatzrückgang um 2 Prozent auf 4,0 Mrd. Euro. Bereinigt um Konsolidierungs- und Währungseffekte konnte jedoch ein leichter Zuwachs um 1 Prozent erzielt werden. Dem Unternehmen machte zuletzt die Schwäche im TV-Werbegeschäft zu schaffen. Diese konnte laut Vorstandschef Max Conze noch nicht ausreichend mit dem Wachstum im Digital- und Commerce-Bereich ausgeglichen werden. Trotzdem glaubt man beim Medienkonzern, die richtigen Maßnahmen eingeleitet zu haben, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein.


Quelle: Reuters



Vonovia: Noch ein hübscher Gewinn?


Zum Jahreswechsel 2015/16 wollte Vonovia den Branchenkonkurrenten Deutsche Wohnen übernehmen und kaufte deshalb Deutsche-Wohnen-Aktien. Die Übernahme scheiterte. Nun verkaufte der Wohnungskonzern seine rund 4,7 Prozent schwere Beteiligung und machte dabei einen hübschen Gewinn. Wie sich die Gewinnsituation für Vonovia im Schlussquartal und Gesamtjahr 2018 dargestellt hat, erfahren Anleger am Donnerstag kommender Woche. Analysten gehen laut FactSet von einem Umsatzanstieg auf 486 Mio. Euro aus, nach 401 Mio. Euro im Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie sollte aus Analystensicht um 29 Cent auf 0,50 Euro angestiegen sein.

Update Vonovia: Kräftiger Dividendenanstieg
Vonovia steigerte im Geschäftsjahr 2018 das in der Immobilienbranche vielbeachtete FFO 1 (Operatives Ergebnis nach Zinsen und Steuern) um 15,8 Prozent auf 1,07 Mrd. Euro. Die Entwicklung beruht laut Unternehmensangaben vor allem auf den Zukäufen von Victoria Park in Schweden und BUWOG in Österreich. Zudem tragen die Investitionen in den Bestand sowie Neubau und Aufstockung zum positiven Geschäftsergebnis bei. Die 2018er-Dividende soll von 1,32 auf 1,44 Euro je Aktie ansteigen. Darüber hinaus sieht das Management des DAX®-Konzerns für 2019 einen weiteren Anstieg des FFO auf voraussichtlich rund 1,14 bis 1,19 Mrd. Euro.


Quelle: Reuters

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

 

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