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Trading

Können auch die letzten Unternehmen in dieser Berichtssaison noch überzeugen?

Die laufende Berichtssaison biegt auch in Europa auf die Zielgerade ein. In den USA berichten ohnehin nur noch wenige Nachzügler oder Unternehmen, die außerhalb des Kalenderjahres bilanzieren. Dabei wurden die Unternehmensberichte zuletzt durch die allgemeinen Marktturbulenzen und die Sorgen vor steigenden Zinsen sowie einer höheren Inflation etwas in den Schatten gestellt. Nun, da sich die Märkte beruhigt haben, kann der Fokus mehr auf die Unternehmensnachrichten verlagert werden.

In der kommenden Woche werden unter anderem AutoZone, Aixtron, BASF, Fresenius, Fresenius Medical Care (FMC) (Dienstag); Salesforce, Aareal Bank und Bayer (Mittwoch) ihre neuesten Geschäftszahlen vorlegen.



AutoZone und die Pflege amerikanischer Autos


Der Händler für Autoersatzteile, AutoZone, wird am Dienstag vorbörslich seine Ergebnisse für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende 10. Februar) vorlegen. Analysten gehen derzeit laut Reuters im Schnitt von einem Umsatzanstieg im Vorjahresvergleich um 4,4 Prozent auf 2,39 Mrd. US-Dollar aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird im Schnitt bei 8,92 US-Dollar gesehen, nach 8,08 US-Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Zahlen zum ersten Quartal des Jahres (Ende 18. November) wurden unter anderem von den infolge einiger schwerer Hurrikans in den USA verursachten Schäden an den Autos der Kunden beeinflusst. Diese Effekte dürften inzwischen nachgelassen haben.

Update AutoZone: Wachstum außerhalb des Heimatmarktes im Fokus
AutoZone hat seine Umsatzerlöse im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2017/18 (Ende 10. Februar) um 5,4 Prozent auf 2,41 Mrd. US-Dollar gesteigert. Damit wurden die Markterwartungen übertroffen. Analysten gingen laut Reuters im Schnitt von einem Umsatzanstieg auf 2,39 Mrd. US-Dollar aus. Allerdings lag der bereinigte Gewinn je Aktie mit 8,47 US-Dollar deutlich unterhalb des Reuters-Konsens von 8,92 US-Dollar. Die vergleichbaren Umsätze wurden auf dem US-Heimatmarkt um 2,2 Prozent gesteigert. Die Zahl der eigenen Geschäfte, in denen Automobilzubehör verkauft wird, wurde im Schlussquartal gesteigert. Während 35 Läden eröffnet wurden, wurde ein Geschäft geschlossen. Darüber hinaus wurden drei neue Läden in Mexiko und zwei in Brasilien eröffnet, so dass der internationale Markt stärker in den Fokus gerät.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Aixtron: Auf dem Wege der Besserung


Mit einem Kursplus von mehr als 300 Prozent gehörte die Aixtron-Aktie 2017 zu den absoluten Stars am deutschen Aktienmarkt und zum Top-Performer im TecDAX®. In 2018 lief es bisher noch nicht so rund. Unter anderem aufgrund des wenig positiven Gesamtmarktumfelds. Auch andere Titel taten sich deshalb bisher schwer. Der auf die Halbleiterindustrie spezialisierte Anlagenbauer wird am Dienstag seine Ergebnisse für das Schlussquartal und Gesamtjahr 2017 präsentieren. Anleger dürften vor allem darauf hoffen, eine weitere Erholung zu erkennen, nachdem Aixtron einige schwierige Jahre durchleben musste. Zumindest hat das Management prognostiziert, 2018 wieder profitabel zu sein.

Update Aixtron: Erkennbare Fortschritte
Bei Aixtron machte sich im vergangenen Geschäftsjahr die Umstrukturierung bezahlt. Das TecDAX®-Unternehmen kehrte in die Gewinnzone zurück. Auf Gesamtjahressicht blieben unter dem Strich 6,5 Mio. Euro übrig, nach einem Minus von 24,0 Mio. Euro im Vorjahr. Im Schlussquartal lag das Plus bei 27,2 Mio. Euro, während zwischen Juli und September 2017 lediglich ein Plus von 4,3 Mio. Euro eingefahren wurde. Der deutliche Anstieg im sequenziellen Quartalsvergleich war jedoch auch mit positiven Sonderfaktoren zu erklären. Erfreulich entwickelte sich auch die Auftragsentwicklung. Der 2017er-Auftragseingang legte um 17 Prozent auf 263,8 Mio. Euro zu. Für das Geschäftsjahr 2018 erwartet der Vorstand Wachstum im Kerngeschäft, insbesondere bei MOCVD-Anlagen zur Herstellung von Lasern für Anwendungen der 3D-Sensorik oder der optischen Datenübertragung. Bezogen auf das fortgeführte Geschäft rechnet Aixtron für 2018 mit einem Umsatzanstieg um 20 bis 35 Prozent auf 230 bis 260 Mio. Euro. Der Auftragseingang soll laut Unternehmensprognose ebenfalls zwischen 230 und 260 Mio. Euro liegen.


Quelle: Reuters



BASF profitiert von US-Steuerreform


Beim Chemiekonzern BASF steht am Dienstag die Bilanzpressekonferenz für das abgelaufene Geschäftsjahr auf dem Programm. Bei dieser Gelegenheit dürften sich die Ludwigshafener genauer zu den Ergebnissen für das abgelaufene Geschäftsjahr äußern und einen Blick in die Zukunft wagen. Ende Januar wurden bereits einige 2017er-Eckdaten präsentiert. Demnach stieg der Umsatz um 12 Prozent auf 64,5 Mrd. Euro, während das EBIT vor Sondereinflüssen um 32 Prozent auf 8,3 Mrd. Euro gesteigert werden konnte. Dabei überzeugte vor allem die Performance im Segment Chemicals und eine Erholung im Bereich Oil & Gas. Zudem dürfte die US-Steuerreform den Nettogewinn stark angekurbelt haben.

Update BASF: Ausblick reißt Anleger nicht vom Hocker
BASF hatte bereits mitgeteilt, dass die Umsätze im Geschäftsjahr 2017 um 12 Prozent auf 64,5 Mrd. Euro angestiegen sind, während das EBIT vor Sondereinflüssen um 32 Prozent auf 8,3 Mrd. Euro kletterte. Der Nettogewinn schoss um fast 50 Prozent auf 6,1 Mrd. Euro. Daher sollen die Anteilseigner eine um 10 Cent auf 3,10 Euro je Aktie angehobene Dividende erhalten. Allerdings fiel der Ausblick nicht ganz so optimistisch aus. Sowohl für die Weltwirtschaft als auch für die Chemieproduktion rechnet BASF für 2018 nicht mit einer erhöhten Wachstumsdynamik. Aus diesem Grund sollen die Umsätze 2018 im Vorjahresvergleich lediglich „leicht“ zulegen. Auch das EBIT vor Sondereinflüssen wird nur „leicht“ über dem Vorjahreswert erwartet. Unter anderem wird der starke Euro als Belastungsfaktor gesehen.


Quelle: Reuters



Fresenius: Wichtige medizinische Fortschritte


Biotechnologisch erzeugte, protein-basierte Nachahmer-Medikamente, so genannte Biosimilar, sorgen derzeit in der Pharmabranche für viel Gesprächsstoff. Auch deshalb war man bei Fresenius Kabi Ende 2017 so stolz, als man den ersten Zulassungsantrag für ein Biosimilar bei der Europäischen Arzneimittelagentur einreichen konnte. Das Mittel Humira (Adalimumab) soll bei der Behandlung von chronisch-entzündlichen Autoimmunerkrankungen helfen. Inwieweit Kabi dem Gesundheitskonzern Fresenius insgesamt im Schlussquartal 2017 und im gesamten Vorjahr gute Ergebnisse bescheren konnte, werden Anleger am Dienstag erfahren.

Update Fresenius: Die nächste Dividendenerhöhung wartet
Neben wichtigen medizinischen Fortschritten freute man sich beim Gesundheitskonzern Fresenius über das 14. Rekordjahr in Folge. Die Umsatzerlöse kletterten 2017 um 15 Prozent auf 33,9 Mrd. Euro. Währungsbereinigt lag das Plus bei 16 Prozent. Der Nettogewinn wurde um 16 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro (+18 Prozent währungsbereinigt) gesteigert. Auch deshalb dürfen sich die Anteilseigner über einen Dividendenanstieg um 21 Prozent auf 0,75 Euro freuen. Es ist bereits die 25. Dividendenerhöhung in Folge. Die 26. Erhöhung dürfte folgen. Schließlich hat sich Fresenius für 2018 und darüber hinaus einiges vorgenommen. Für das Geschäftsjahr 2018 erwartet Fresenius einen währungsbereinigten Anstieg des Konzernumsatzes zwischen 5 und 8 Prozent. Das Konzernergebnis soll währungsbereinigt um 6 bis 9 Prozent steigen. In den Jahren 2018 bis 2020 sollen die Erlöse währungsbereinigt pro Jahr im Schnitt um 7,1 bis 10,3 Prozent zulegen. Auf der Gewinnseite liegt die Wachstumsspanne bei 8,3 bis 12,6 Prozent.


Quelle: Reuters



Fresenius Medical Care: Einmaliger Buchgewinn


Eine andere Fresenius-Tochtergesellschaft, Fresenius Medical Care (FMC), wird ihre Ergebnisse ebenfalls am Dienstag vorlegen. Da der Dialyse-Spezialist hauptsächlich in den USA tätig ist, konnte man davon ausgehen, dass die dortige Steuerreform die Geschäfte beeinflussen würde. Das Unternehmen hatte bereits am Ende des vergangenen Jahres mitgeteilt, dass sich aus der durch das neue Gesetz nötigen Neubewertung passiver latenter Steuern für das Jahr 2017 ein einmaliger Buchgewinn von rund 200 Mio. Euro ergeben würde. Dieser würde den Nettogewinn in 2017 entsprechend erhöhen. Wir dürfen gespannt sein, wie die genauen Effekte aussehen und vor allem, welche Prognosen das Management für die Zukunft wagt.

Update Fresenius Medical Care: Schwieriges Umfeld gemeistert
2017 war nicht nur für den Mutterkonzern Fresenius ein erfolgreiches Jahr, auch die Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care (FMC) konnte überzeugen. Der Umsatz kletterte um 7 Prozent auf 17,8 Mrd. Euro. Währungsbereinigt wurde ein Zuwachs um 9 Prozent erreicht. Das Konzernergebnis wurde um 12 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro (+14 Prozent währungsbereinigt) nach oben geschraubt. Auch für FMC war es ein weiteres Rekordjahr. Dabei sei das Geschäftsjahr laut Konzernchef Rice Powell aufgrund der vielen Naturkatastrophen in den USA nicht leicht gewesen. Für 2018 erwartet das Management ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von rund 8 Prozent. Das Konzernergebnis soll währungsbereinigt um 13 bis 15 Prozent steigen. Der Gewinn wird unter anderem durch die US-Steuerreform angekurbelt.


Quelle: Reuters



Salesforce: SAP-Konkurrent legt neue Zahlen vor


SAP konnte auch dank der Erfolge im Cloud-Geschäft seine Dividende für 2017 um 12 Prozent auf 1,40 Euro anheben und die Ausschüttungsquote gemessen am Nachsteuergewinn von 35 auf 40 Prozent nach oben schrauben. In dieser Woche werden wir erfahren, wie es Salesforce, einem der größten Konkurrenten von SAP im Geschäft mit der Mietsoftware aus dem Internet, zuletzt ergangen ist. Analysten gehen laut Reuters für das Ende Januar beendete Quartal im Schnitt von einem Umsatzanstieg um 22,6 Prozent auf 2,81 Mrd. US-Dollar aus. Beim bereinigten Gewinn je Aktie wird mit einem Zuwachs um 6 Cents auf 34 Cents gerechnet.

Update Salesforce: Cloud-Geschäft schiebt Umsätze an
Der Cloud-Spezialist und SAP-Konkurrent Salesforce setzte im vierten Quartal 2017/18 (Ende Januar) 2,85 Mrd. US-Dollar um. 24 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Darüber hinaus wurde auf Gesamtjahressicht auf der Umsatzseite die Schallmauer von 10 Mrd. US-Dollar durchbrochen. Der bereinigte Gewinn je Aktie wurde mit 35 Cents ausgewiesen. Analysten gingen laut Reuters im Schnitt von einem Umsatzanstieg auf 2,81 Mrd. US-Dollar aus. Beim bereinigten Gewinn je Aktie wurde mit einem Wert von 34 Cents gerechnet. Für das laufende erste Quartal 2018/19 (Ende April) stellt das Salesforce-Management einen Umsatz von 2,925 bis 2,935 Mrd. US-Dollar in Aussicht. Dies würde einem Plus von etwa 23 Prozent entsprechen. Der Zielwert für das bereinigte EPS wurde mit 43 bis 44 Cents angegeben. Dabei will das Management weiterhin die Bereitschaft der Unternehmen nutzen, Software und Serverkapazitäten aus dem Internet zu mieten. 


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Aareal Bank treibt Digitalisierung voran


Genauso wie andere Finanztitel profitierte zuletzt auch die im MDAX® gelistete Aktie der Aareal Bank von der Aussicht auf höhere Zinsen. Dabei ist die Aareal Bank auf den Bereich Immobilienfinanzierung spezialisiert. Kein Wunder also, dass das Unternehmen in den vergangenen Jahren von der starken Entwicklung des deutschen Immobilienmarkts profitieren konnte. Überzeugend fiel zuletzt ein ums andere Mal auch die Performance bei der Tochtergesellschaft Aareon, einem führenden Beratungs- und Systemhaus für die Immobilienwirtschaft in Europa, aus. Diese unterstützt die Branche bei der Digitalisierung. Wie die Aareal Bank im Schlussquartal 2017 abgeschnitten hat, werden Anleger am Mittwoch erfahren.

Update Aareal Bank: Niedrige Zinsen bleiben ein Belastungsfaktor
Die 2017er-Geschäftszahlen und der Ausblick auf 2018 waren bei der Aareal Bank nicht besonders auffällig. Allerdings sorgte der deutliche Dividendenanstieg von 2,00 auf 2,50 Euro je Aktie für Anlegerjubel. Zumal sich daraus eine Dividendenrendite von mehr als 6 Prozent ergibt. Dabei musste die Aareal Bank einen Rückgang des den Stammaktionären zugeordneten Nettogewinns von 199 Mio. Euro im Vorjahr auf nun 191 Mio. Euro ausweisen. Das Betriebsergebnis fiel von 366 Mio. Euro auf 328 Mio. Euro, lag damit jedoch innerhalb der prognostizierten Spanne von 310 bis 350 Mio. Euro. Für 2018 rechnet das Management mit einem anhaltend schwierigen Umfeld. Als Belastungsfaktoren werden niedrige Zinsen in Europa und ein hoher Wettbewerbs- und Margendruck auf wichtigen Zielmärkten genannt. Daher soll das Betriebsergebnis auf 260 bis 300 Mio. Euro weiter zurückgehen.


Quelle: Reuters



Bayer: Anleger warten auf Neuigkeiten


Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ist zuletzt unter anderem mit weiteren Verkäufen von Anteilen an der ehemaligen Kunststoff-Sparte Covestro aufgefallen. Gleichzeitig versuchen die Leverkusener natürlich die Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto über die Bühne zu bringen. Aufgrund der Bedeutung dieser Übernahme werden Anleger auch bei der Vorlage der neuesten Geschäftsergebnisse gespannt auf Aussagen des Managements warten, wie die Fusion denn vorankommt.

Update Bayer: Monsanto-Deal macht Fortschritte
So richtig überzeugend klingt es nicht, wenn ein Unternehmen davon spricht, in einem Geschäftsjahr operativ das Vorjahresniveau erreicht zu haben. Auch von Licht und Schatten war bei Bayer nun die Rede. In der Regel wird von Wachstum oder Fortschritten gesprochen. Diese Fortschritte gab es dann bei den Leverkusenern doch noch. Allerdings lediglich im Hinblick auf die geplante Monsanto-Übernahme. Weitere behördliche Freigaben wurden für den milliardenschweren Deal eingetütet. Während Bayer 2017 im Bereich Pharmaceuticals ein weiteres Rekordjahr feiern konnte, wurden in den Segmenten Consumer Health und Crop Science Umsatz- und Ergebnisrückgänge beobachtet. Konzernweit lagen die Umsatzerlöse bei 35,0 Mrd. Euro, gerade einmal 0,2 Prozent höher als im Vorjahr. Währungsbereinigt lag das Plus wenigstens bei 1,5 Prozent. Auch 2018 sollen die Erlöse in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Allerdings dürfte sich Bayer erst einmal darauf konzentrieren den Monsanto-Deal abzuschließen. Danach dürfte das Wachstum in den Vordergrund rücken.


Quelle: Reuters

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

Folgende Unternehmen werden in der kommenden Woche ebenfalls Quartalsberichte veröffentlichen:

Montag

Berkshire Hathaway, PostNL

Dienstag

Express Scripts, Gerry Weber, Priceline, Swiss Life, Vale

Mittwoch

3D Systems, Ahold, Altran Technologies, Borrusia Dortmund, Carrefour, Dialog Semiconductor, Duerr, Kloeckner & Co, Monster Beverages, Mylan, Repsol, Salzgitter, TJX 

Donnerstag

Anheuser Busch Inbev, Beiersdorf, Kion, Peugeot, Zalando

Freitag

 

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