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Trading

Können Alphabet und Facebook die Berichtssaison retten?

Die Berichtssaison geht in die zweite Woche und nennenswert positive Überraschungen sind bislang ausgeblieben. Nach einem enttäuschenden Wachstum bei Netflix und einem schwachen Ausblick bei eBay hoffen Anleger nun auf die anderen großen Technologiekonzerne. Damit bleibt der Handelsstreit ein beherrschendes Thema an der Börse und wird von den Quartalszahlen nur bedingt überstrahlt.

In der kommenden Woche berichten unter anderem Alphabet (Montag); Deutsche Börse, Facebook (Mittwoch); Amazon, Daimler, Spotify (Donnerstag); BASF, Twitter (Freitag).


Alphabet: Gelingt der Gewinnsprung?


Die Google-Mutter Alphabet befindet sich mit Amazon im Kampf um den Platz hinter Apple, wenn es um die Marktkapitalisierung geht. Starke Quartalszahlen könnten hier eine Entscheidung bringen. Erst recht, nachdem die milliardenschwere Strafzahlung an die EU beim Aktienkurs kaum Spuren hinterlassen hat. Analysten gehen laut Reuters-Konsens davon aus, dass der Umsatz im zweiten Quartal um 24 Prozent auf 32,3 Mrd. US-Dollar angestiegen ist. Beim Gewinn je Aktie wird ein Sprung von 5,01 US-Dollar auf 9,60 US-Dollar erwartet. Am Montagabend herrscht Klarheit darüber, ob dieser Gewinnsprung tatsächlich gelungen ist.

Update Alphabet: Alle Erwartungen geschlagen
Bei der Google-Mutter Alphabet läuft das Geschäft wie am Schnürchen. Der Umsatz stieg um rund ein Viertel auf 32,66 Mrd. US-Dollar und lag so deutlich über dem Reuters-Konsens von 32,17 Mrd. US-Dollar. Zwar trägt das klassische Werbegeschäft von Google mit 28 Mrd. US-Dollar (+24 Prozent) noch immer einen Großteil der Erlöse des Konzerns, aber auch die anderen Bereiche wachsen. Auch beim Ergebnis konnte Alphabet dank gesunkener Kosten klar punkten. Dank einer operativen Marge von 24 Prozent konnte ein Nettogewinn von 3,2 Mrd. US-Dollar bzw. 11,75 US-Dollar erzielt werden. Das bereinigte EPS wurde mit 10,58 US-Dollar angegeben, gegenüber von Analysten geschätzten 9,52 US-Dollar.



Quelle: Reuters, Angaben in USD


Deutsche Börse: Nervöse Märkte treiben Handelsaktivitäten an


Die Deutsche Börse freut sich immer über bewegte Börse. 2018 kann sich dabei durchaus sehen lassen. Neben hohen Handelsumsätzen sorgte vor allem die hohe IPO-Aktivität für gute Laune beim Börsenbetreiber. Im ersten Halbjahr gab es an der Frankfurter Wertpapierbörse 13 Börsengänge, so viele wie seit 2007 nicht mehr. Dies sollte sich auch in den Umsatz- und Gewinnzahlen der Deutschen Börse niederschlagen. Analysten erwarten laut FactSet im zweiten Quartal einen Umsatzanstieg von 624 auf 664 Mio. Euro. Der Gewinn je Aktie soll von 0,94 auf 1,36 Euro ebenfalls deutlich steigen.


Update Deutsche Börse: Profiteur der nervösen Märkte
Die Deutsche Börse konnte wie erwartet von den nervösen Aktienmärkten in den letzten Monaten profitieren. Der Börsenbetreiber erzielte Nettoerlöse in Höhe von 687,0 Mio. Euro, was einem Anstieg von 10 Prozent gegenüber denen des Vorjahres entspricht. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibung (EBITDA) lag bei 425,5 Mio. Euro und damit um 12 Prozent über dem des Vorjahres. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie, bereinigt um Sondereffekte, betrug 1,42 Euro (+14 Prozent). Gregor Pottmeyer, Finanzvorstand der Deutsche Börse AG, äußerte sich zufrieden und bekräftigte die eigenen Ziele: „Aufgrund der Skalierbarkeit unseres Geschäftsmodells stieg der Konzern-Periodenüberschuss dabei überproportional. Mit dieser Entwicklung liegen wir derzeit voll im Rahmen der Prognose von mindestens 10 Prozent Ergebniswachstum für das Gesamtjahr 2018.“



Quelle: Reuters


Facebook: Bleibt das Wachstumstempo hoch?


Der Social-Media-Konzern Facebook nimmt nach Google den zweiten Platz in der weltweiten Online-Werbung ein. Dabei konnte Facebook auch deutlich machen, dass mit mobiler Werbung gutes Geld verdient werden kann. Anleger können sich daher auf neue Erfolge freuen, zumal die Aktie ja im Vorfeld der Quartalszahlen bereits neue Rekordhochs erreicht hat. Analysten schätzen laut Reuters-Konsens für das zweite Quartal einen Umsatzsprung um 43,5 Prozent auf 13,4 Mrd. US-Dollar. Beim Gewinn je Aktie sehen die Erwartungen eine Verbesserung von 1,32 US-Dollar auf 1,72 US-Dollar.


Update Facebook: Gewinn- und Umsatzanstieg enttäuschen
Facebook veröffentlichte für das zweite Quartal enttäuschende Zahlen. Neben den Nutzerzahlen verfehlten auch die Bilanzdaten die Erwartungen. Das Unternehmen konnte zwar den Umsatz von 9,16 Mrd. US-Dollar auf 13,04 Mrd. US-Dollar steigern, verfehlte damit jedoch die Analystenerwartungen laut Factset von 13,34 Mrd. US-Dollar klar. Der Nettogewinn stieg von 3,89 Mrd. US-Dollar bzw. 1,32 US-Dollar auf 5,12 Mrd. US-Dollar bzw. 1,74 US-Dollar und verfehlte die Erwartungen von 1,71 US-Dollar ebenfalls. Bei den täglich aktiven Nutzern meldete Facebook einen Anstieg von 1,47 Milliarden, gegenüber erwarteten 1,49 Milliarden. Bei den monatlich aktiven Nutzern verzeichnete Facebook ein Wachstum auf 2,23 Milliarden gegenüber 2,25 Milliarden erwarteten


Quelle: Reuters, Angaben in USD


Amazon: Dynamisches Wachstum wird erwartet


Amazon konnte vor wenigen Tagen mit dem Prime Day das größte Shopping-Event abschließen. Trotz technischer Pannen wurden dabei sowohl der Cyber Monday als auch der Black Friday übertroffen. Da für dieses Shopping-Event die kostenpflichtige Prime-Mitgliedschaft Voraussetzung ist, konnten bereits im Vorfeld die Mitgliederzahlen anziehen. Zum Teil dürfte man dies bereits in den Zahlen zum zweiten Quartal sehen. Analysten erwarten laut Reuters-Konsens ein Umsatzwachstum von über 40 Prozent auf 53,4 Mrd. US-Dollar. Der Gewinn je Aktie wiederum soll von 40 Cents auf 2,50 US-Dollar mehr als versechsfacht werden.

Update Amazon: Erwartungen mit Rekordgewinn klar geschlagen
Der Internet-Händler Amazon konnte im zweiten Quartal den Umsatz von 37,96 Mrd. US-Dollar auf 52,9 Mrd. US-Dollar ausweiten und verfehlte die Analystenerwartungen laut FactSet von 53,37 Mrd. US-Dollar knapp. Der Nettogewinn von 2,5 Mrd. US-Dollar bzw. 5,07 US-Dollar lag ebenfalls deutlich über dem Vorjahreswert. Damit wurden die Analystenerwartungen von 2,48 US-Dollar je Aktie um mehr als das doppelte übertroffen. Der Gewinnsprung resultiert laut Amazon vorrangig aus geringeren Ausgaben, speziell im Personalbereich, und höheren Umsätzen.



Quelle: Reuters, Angaben in USD


Daimler: Kann sich der Mercedes-Rekord auch in der Bilanz niederschlagen?


Daimler steht wie die meisten Autobauer unter dem Eindruck der Abgasproblematik und des Technologiewandels hin zum E-Auto. Dennoch konnte die wichtige Pkw-Sparte im zweiten Quartal überragende Zahlen vermelden. Mercedes-Benz konnte dabei auf das absatzstärkste Quartal der Unternehmensgeschichte zurückblicken. Von April bis Juni konnten 594.528 Kunden ihren neuen Mercedes-Benz in Empfang nehmen (+1,9 Prozent). Inwiefern diese Zahlen auch auf den Gesamtkonzern abgefärbt haben, erfahren die Anleger am Donnerstag. Analysten gehen laut FactSet von einem Umsatzplus von 41,16 auf 42,98 Mrd. Euro aus. Beim Gewinn je Aktie wird dagegen ein Rückgang von 2,28 auf 2,16 Euro erwartet.

Update Daimler: Deutlicher Gewinnrückgang und Konzernumbau
Der Stuttgarter Autobauer Daimler musste im zweiten Quartal, trotz Rekordabsatzzahlen der Pkw-Sparte, einen Umsatzrückgang von 41,2 Mrd. Euro auf 40,8 Mrd. Euro ausweisen. Das Konzern-EBIT sank von 3,7 Mrd. Euro auf 2,6 Mrd. Euro, während das Konzernergebnis von 2,5 Mrd. Euro auf 1,8 Mrd. Euro zurückging. Das EPS sank von 2,28 Euro auf 1,61 Euro. Gleichzeitig mit den Quartalszahlen verkündete Daimler einen umfassenden Konzernumbau. Künftig wird die Daimler AG als Dachgesellschaft Corporate Governance-, Strategie- und Steuerungs-Funktionen sowie konzernübergreifende Dienstleistungen wahrnehmen. Darunter finden sich drei eigenständige Sparten. Der Bereich Mercedes-Benz Cars & Vans wird dazu unter der Leitung der Mercedes-Benz AG künftig rund 175.000 Mitarbeiter haben, während der Bereich Daimler Trucks & Buses unter der Leitung der Daimler Truck AG über eine Belegschaft von rund 100.000 Mitarbeitern verfügen wird. Die bereits rechtlich selbstständige Daimler Financial Services AG wird künftig Daimler Mobility AG heißen und mit rund 13.000 Mitarbeitern die Mobilitätsangebote innerhalb des Konzerns abbilden.


Quelle: Reuters


Spotify: Gelingt der Turnaround?


Der Musikstreaming-Dienst Spotify startete Anfang April an der Börse mit einem besonderen Börsengang. Anstatt neue Aktien oder alte Aktien im Vorfeld interessierten Anlegern zum Kauf anzubieten, wählte der Konzern einfach eine Notierungsaufnahme der bestehenden Aktien. Der Erfolg war überraschend groß. Umso gespannter schauen die Anleger nun auf die Zahlenvorlage. Analysten erwarten laut Reuters einen Umsatz von 1,27 Mrd. US-Dollar sowie einen Verlust je Aktie von 68 Cents. Im ersten Quartal hatte Spotify bei Umsätzen von 1,36 Mrd. US-Dollar einen Verlust von 1,21 US-Dollar je Aktie gemeldet.


Update Spotify: Deutliches Nutzerwachstum
Der Musikstreaming-Dienst Spotify konnte zwischen April und Juni die Zahl der monatlich aktiven Nutzer um 30 Prozent auf 180 Millionen steigern. Bei den Premiumnutzern verbuchte das Unternehmen sogar ein Plus von 40 Prozent auf 83 Millionen. Im Zuge dessen verbesserte sich der Umsatz von 1,0 Mrd. US-Dollar auf 1,27 Mrd. US-Dollar. Die Erwartungen der Analysten laut Reuters wurden damit getroffen. Der Verlust musste dagegen im Berichtszeitraum deutlich ausgeweitet werden. Der Nettoverlust stieg von 188 Mio. US-Dollar bzw. 1,24 US-Dollar je Aktie auf 394 Mio. US-Dollar bzw. 2,20 US-Dollar je Aktie. Analysten hatten im Schnitt lediglich -68 Cents je Aktie erwartet.


Quelle: Reuters, Angaben in USD


BASF: Umsatz- und Gewinnplus wird erwartet


Der Chemiekonzern BASF überraschte Anfang Juli mit der Mitteilung, in der südchinesischen Provinz Guangdong die Errichtung eines integrierten Verbundstandorts zu prüfen. Es wäre mit rund 10 Mrd. US-Dollar die größte Investition der BASF und würde in alleiniger Verantwortung des Konzerns betrieben. Bislang müssen die Aktivitäten in China in Kooperation mit einheimischen Unternehmen betrieben werden. Vor diesem Hintergrund erscheinen die Quartalszahlen wenig bedeutsam. Dennoch sollten sie den kurzfristigen Kursverlauf bestimmen. Analysten erwarten laut FactSet nach einem Umsatzminus im ersten Quartal nun einen Umsatzanstieg von 16,26 auf 16,35 Mrd. Euro. Der Gewinn je Aktie soll von 1,78 auf 1,83 Euro steigen.

Update BASF: Leichtes Umsatz- und Gewinnplus
Der Chemiekonzern BASF im zweiten Quartal einen leichten Anstieg bei Umsatz und Ergebnis. Dabei wuchs der Umsatz um 518 Mio. Euro auf 16,8 Mrd. Euro. Maßgeblich hierfür waren gestiegene Preise in allen Segmenten, vor allem bei Functional Materials & Solutions sowie Oil & Gas. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) vor Sondereinflüssen erhöhte sich um 105 Mio. Euro auf 2,4 Mrd. Euro, vor allem infolge des stark verbesserten Beitrags von Oil & Gas. Die Umsatz- und Ergebnisprognose für 2018 bestätigte die BASF und rechnet weiterhin mit einem leichten Umsatzwachstum, einem leichten Anstieg des EBIT vor Sondereinflüssen und einem leichten Rückgang des EBIT.



Quelle: Reuters


Twitter: Donald Trump sorgt für Aufmerksamkeit


Der Kurznachrichtendienst Twitter kündigte Anfang Juli eine Bereinigung ihrer Mitglieder-Accounts an. Sogenannte Fake-Profile sollen auf diese Weise verschwinden. Für das zweite Quartal erwarten Analysten laut Reuters einen Umsatzanstieg um 21 Prozent auf 696 Mio. US-Dollar. Der Gewinn je Aktie soll von 8 Cents auf 17 Cents mehr als verdoppelt werden.

Update Twitter: Rekordgewinn und sinkende Nutzerzahl
Der Kurznachrichtendienst Twitter musste aufgrund der Bereinigung der Fake-Accounts einen Rückgang bei den Nutzerzahlen hinnehmen. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer (MAU) ging gegenüber dem ersten Quartal 2018 um eine Million auf 335 Millionen zurück. Im Vorjahresquartal hatte Twitter 326 Millionen monatlich aktive Nutzer gemeldet. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 24 Prozent auf 711 Mio. US-Dollar und übertraf die Erwartungen laut Reuters-Konsens von 696 Mio. US-Dollar deutlich. Der Nettogewinn belief sich auf 100 Mio. US-Dollar bzw. 13 Cents je Aktie. Das bereinigte EPS lag mit 17 Cents im Rahmen der Erwartungen.



Quelle: Reuters, Angaben in USD

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

Folgende Unternehmen werden u.a. in der kommenden Woche ebenfalls Quartalsberichte veröffentlichen:

Montag

Halliburton, Julius Baer, Philips

Dienstag

3M, AT&T, Biogen, Klöckner & Co, Lockheed Martin, LVMH, Texas Instruments, UBS, Verizon, iRobot

Mittwoch

AMD. Baidu, Boeing, Coca Cola, DWS Group, Gilead, Goldcorp, Heidelberger Druckmaschinen, O'Reilly Automotive, PayPal, Qualcomm, Siltronic, Visa, Xilinx

Donnerstag

Airbus, Aixtron, Allergan, Altria Group, American Airlines, Amgen, Celgene, Comcast, Covestro,  Deutsche Bank, Expedia, Intel, KION, MTU, MasterCard, McDonalds, Newmont Mining, Nokia, Puma, Royal Dutch Shell, Starbucks, Xerox

Freitag

Chevron, Colgate, Merck & Co

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