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Trading

Infineon, Nordex, K+S & Co: Die Spannung bleibt hoch

Die US-Berichtssaison ist weitgehend beendet. Es berichten lediglich noch einige Nachzügler oder Unternehmen, die außerhalb des Kalenderjahres bilanzieren. Hierzulande bleibt die Spannung in Sachen Quartalsberichte jedoch weiterhin hoch.

In der kommenden Woche berichten unter anderem Infineon (Dienstag); Deutsche Wohnen, Lanxess, Nordex (Mittwoch); Henkel, K+S, Merck KGaA (Donnerstag); JD.com (Freitag).


Infineon: Schwieriges Marktumfeld


Die Chipindustrie litt zuletzt unter den Marktturbulenzen infolge des chinesisch-amerikanischen Handelsstreits. Dies machte sich unter anderem in Form von schwachen Ergebnissen zum dritten Quartal beim weltgrößten Chiphersteller Samsung Electronics bemerkbar. Die Schwäche in der Autoindustrie kommt als Belastungsfaktor hinzu. Am Dienstag werden Anleger erfahren, wie sich Infineon angesichts dieser schwierigen Marktlage im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 (Ende September) geschlagen hat. Analysten gingen zuletzt laut FactSet mit 2,04 Mrd. Euro von Umsatzerlösen auf dem Niveau des Vorjahres aus, während der Gewinn je Aktie von 0,28 Euro auf 0,21 Euro zurückgegangen sein soll.

Update Infineon: Halbleiterunternehmen spürt weltweit schwache Automobilnachfrage

Infineon konnte sich im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 (Ende September) trotz des schwierigen Marktumfeldes gut behaupten. Dem Halbleiterunternehmen kamen gute Geschäfte mit Leistungshalbleitern für erneuerbare Energien sowie Sensoren für Consumer-Geräte zugute. Zwischen Juli und September lagen die konzernweiten Umsatzerlöse bei 2,06 Mrd. Euro. Ein Anstieg von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Segmentergebnis fiel um 22 Prozent auf 311 Mio. Euro, so dass die Segmentergebnis-Marge einen Wert von 15,1 Prozent erreichte. Auf Gesamtjahressicht kletterten die Umsätze um 6 Prozent auf 8,03 Mrd. Euro. Das Segmentergebnis fiel dagegen um 2,5 Prozent auf 1,32 Mrd. Euro (Segmentergebnis-Marge: 16,4 Prozent). Für das laufende Geschäftsjahr stellt Infineon ein Umsatzwachstum von 3 bis 7 Prozent mit einer Segmentergebnis-Marge von etwa 16 Prozent in Aussicht. Allerdings bleibt das Umfeld schwierig. Laut Vorstandschef Dr. Reinhard Ploss spürt Infineon die weltweit schwache Automobilnachfrage deutlich. Darüber hinaus erwartet man auf Unternehmensseite vorerst keine Besserung.


Quelle: Bloomberg, Kurs in EUR


Deutsche Wohnen und die Auswirkungen des Berliner Mietendeckels


Die jüngsten Diskussionen um zu hohe Mieten und der Berliner Mietendeckel machten Vonovia nichts aus. Der größte deutsche Immobilienkonzern profitierte im dritten Quartal von höheren Mieteinnahmen und Übernahmen. Am kommenden Mittwoch wird die Nummer zwei am Markt, Deutsche Wohnen, ihre Zahlen zum dritten Quartal 2019 vorlegen. Diese sind besonders interessant, da Deutsche Wohnen deutlich stärker in der deutschen Hauptstadt engagiert ist als Vonovia. Im Fall des MDAX-Unternehmens rechnen Analysten laut FactSet für das dritte Quartal mit Umsatzerlösen in Höhe von 227 Mio. Euro, nach 198 Mio. Euro im Vorjahr. Der Gewinn je Aktie soll minimal um 1 Cent auf 0,26 Euro angestiegen sein.

Update Deutsche Wohnen: Steigende Mieten bleiben ein wichtiges Thema
In den ersten neun Monaten des Jahres 2019 erwirtschaftete die Deutsche Wohnen einen Konzerngewinn in Höhe von 634,7 Mio. Euro. Ein Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert von 756,7 Mio. Euro. Dagegen wurde die wichtige Unternehmenskennzahl FFO I (Funds from Operations, operatives Ergebnis nach laufenden Zinsen und Steuern) im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent 416,3 Mio. Euro verbessert. Trotz der Diskussionen um zu hohe Mieten in deutschen Großstädten und des Berliner Mietendeckels profitierte die Deutsche Wohnen von steigenden Mieten.


Quelle: Bloomberg, Kurs in EUR


Lanxess trotzt der Konjunkturabkühlung


Der Spezialchemiekonzern Lanxess kam im bisherigen Jahresverlauf relativ gut mit dem schwierigen Marktumfeld und der Konjunkturabkühlung zurecht. Dabei gilt die Chemieindustrie als besonders stark von der Konjunktur abhängig. Ob sich diese Entwicklung im dritten Quartal fortgesetzt hat, erfahren Anleger am kommenden Mittwoch. Laut FactSet-Daten rechnen Analysten für das September-Quartal lediglich mit einem leichten Umsatzrückgang von 1,79 Mrd. Euro im Vorjahr auf 1,75 Mrd. Euro, während der Gewinn je Aktie etwas deutlicher zurückgegangen sein soll. Es wird mit einem Rückgang um 27 Prozent auf 1,12 Euro gerechnet.

Update Lanxess: Umsatz trotz Marktturbulenzen auf Vorjahresniveau
Lanxess konnte auch im dritten Quartal 2019 dem schwachen Marktumfeld trotzen. Während der Spezialchemiekonzern mit Schwächen in der Automobilindustrie und einem schwachen Chromerz-Geschäft zu kämpfen hatte, entwickelten sich die Bereiche Wasseraufbereitungstechnik und die Geschäfte mit Agrar- und Pharmawirkstoffen positiv. Wechselkurseffekte machten sich ebenfalls positiv bemerkbar. Im dritten Quartal lagen die Umsatzerlöse mit 1,8 Mrd. Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Das EBITDA vor Sondereinflüssen fiel leicht von 277 auf 267 Mio. Euro. Die Prognose für das Gesamtjahr 2019 wurde bestätigt: Das EBITDA vor Sondereinflüssen soll zwischen 1,0 und 1,05 Mrd. Euro liegen.


Quelle: Bloomberg, Kurs in EUR


Nordex: Verbesserte Auftragslage


Zum Ärger des Hamburger Windturbinenherstellers Nordex hatte sich der deutsche Onshore-Windenergiemarkt zuletzt in keiner guten Verfassung präsentiert. Allerdings konnte das TecDAX- und SDAX-Unternehmen mit dem internationalen Geschäft punkten und auf diese Weise eine Erholung der Auftragslage verzeichnen. Zuletzt wurde sogar eine Kapitalerhöhung durchgeführt, um frisches Geld zum Abarbeiten der vielen Aufträge zu haben. Diese Gelegenheit nutzte der spanische Mischkonzern Acciona, um seine Beteiligung an Nordex aufzustocken. Am kommenden Mittwoch stehen jedoch die Ergebnisse zum dritten Quartal 2019 im Fokus. Analysten gehen laut FactSet von einem deutlichen Umsatzanstieg von 816 Mio. Euro im Vorjahr auf nun 1,26 Mrd. Euro aus. Der Gewinn je Aktie wird bei 0,12 Euro gesehen, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Minus von 0,12 Euro zu Buche gestanden hatte.

Update Nordex: Windturbinenhersteller weitet Verlust aus, Jahresziele bestätigt
Nordex wies für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2019 einen Nettoverlust in Höhe von 76,5 Mio. Euro aus. Damit wurde das Minus gegenüber dem Vorjahreswert von -51,8 Mio. Euro ausgeweitet. Allerdings konnte der Hamburger Windturbinenhersteller einen Umsatzzuwachs von 9,6 Prozent au 1,94 Mrd. Euro verbuchen. Darüber hinaus punktete das TecDAX- und SDAX-Unternehmen mit einem hohen Auftragsbestand. Dieser lag zuletzt bei 8,1 Mrd. Euro, nach 5,3 Mrd. Euro zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Zudem bestätigte das Management die Gesamtjahresziele, da immer noch eine deutlich stärkere zweite Jahreshälfte 2019 erwartet wird.


Quelle: Bloomberg, Kurs in EUR


Henkel: Wichtige Aufgabe


Beim Konsumgüterkonzern Henkel ging es zuletzt vor allem darum, wer Konzernchef Hans Van Bylen an der Unternehmensspitze ablösen soll. Zumal es auch um die wichtige Aufgabe geht, die jüngste Wachstumsschwäche beim DAX-Konzern zu überwinden. Finanzvorstand Carsten Knobel wird diese wichtige Aufgabe übernehmen. Am Donnerstag geht es jedoch erst einmal um den Blick in die Vergangenheit. Henkel gibt seine Zahlen zum dritten Quartal 2019 bekannt. Analysten gingen zuletzt laut FactSet von einem Umsatzanstieg im Vorjahresvergleich um 3,6 Prozent auf 5,2 Mrd. Euro aus, während der Gewinn je Aktie bei 1,52 Euro gesehen wurde, nach 1,57 Euro im Vorjahr.

Update Henkel: Konsumgüterkonzern bestätigt Jahresziele
Henkel verbuchte im dritten Quartal 2019 einen leichten Umsatzanstieg im Vorjahresvergleich um 0,8 Prozent auf 5,08 Mrd. Euro. Organisch wurde ein leichter Rückgang um 0,3 Prozent ausgewiesen. Die EBIT-Marge fiel um 1,7 Prozentpunkte auf 16,7 Prozent. Für diesen Rückgang sorgten vor allem die zu Beginn des Jahres angekündigten zusätzlichen Wachstumsinvestitionen in die Konsumgütergeschäfte und Digitalisierung. Der Nettogewinn fiel um 9,2 Prozent auf 562 Mio. Euro. Immerhin wurden die Jahresziele bestätigt. Henkel geht für 2019 weiterhin von einem organischen Umsatzwachstum des Konzerns in Höhe von 0 bis 2 Prozent aus. Die bereinigte EBIT-Marge soll zwischen 16 und 17 Prozent liegen.


Quelle: Bloomberg, Kurs in EUR


K+S: Schwache Kalinachfrage


K+S hat zuletzt auf die schwache Kalinachfrage reagiert und bis Ende des Jahres 2019 die Düngemittelproduktion für das Produkt Kaliumchlorid um bis zu 300 Tausend Tonnen reduziert. Den mit der Produktionsanpassung verbundenen Effekt auf das EBITDA sieht das Management des MDAX-Unternehmens in einer Größenordnung von bis zu 80 Mio. Euro. Angesichts des schwachen Marktumfelds begab sich die K+S-Aktie zuletzt auf Talfahrt. Die Ergebnisse zum dritten Quartal dürften darüber entscheiden, ob sich dieser Trend fortsetzt. Die entsprechenden Zahlen werden am kommenden Donnerstag präsentiert. Analysten gingen zuletzt trotz der Marktschwäche von einem Umsatzanstieg um 9 Prozent auf 920 Mio. Euro aus. Der Gewinn je Aktie sollte jedoch lediglich einen Wert von 0,04 Euro erreichen. Allerdings wäre dies immer noch besser als das Minus von 0,32 Euro im Vorjahreszeitraum.

Update K+S: Kalimarkt schwächelt weiter
K+S hat weiterhin mit den weltweiten Auswirkungen des seit September 2019 anhaltenden Importstopps für Kaliumchlorid in China zu kämpfen. Vor diesem Hintergrund haben die Kaliproduzenten Produktionskürzungen im zweiten Halbjahr vorgenommen, heißt es von Unternehmensseite. K+S reagierte zunächst mit einer Drosselung der Kaliumchlorid-Produktion. Hinzu kommen Instandhaltungsmaßnahmen an deutschen Standorten. Dadurch würde sich die Kaliproduktion im laufenden Jahr zusätzlich um bis zu 200.000 Tonnen reduzieren. Zwar rechnet K+S für das Geschäftsjahr 2019 weiterhin mit einer leichten Umsatzsteigerung, die EBITDA-Prognose wurde jedoch aufgrund der jüngsten Maßnahmen in Reaktion auf die Schwäche am Kalimarkt von 730 bis 830 Mio. Euro auf 650 Mio. Euro (2018: 606 Mio. Euro) gesenkt.


Quelle: Bloomberg, Kurs in EUR


Merck KGaA: Pharmasparte als Wachstumstreiber


Gemeinsam mit dem US-Pharmakonzern Pfizer freute sich Merck KGaA zuletzt über die Zulassung der Europäischen Kommission für das Medikament BAVENCIO (Avelumab) in Kombination mit Axitinib als Erstlinientherapie bei erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom (RCC). Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern und Pfizer entwickeln und vermarkten BAVENCIO gemeinsam im Rahmen ihrer globalen strategischen Allianz. Auch in Zukunft will Merck KGaA stark von neuen Medikamenten profitieren. Am kommenden Donnerstag gilt es jedoch erst einmal einen Blick auf die Ergebnisse im dritten Quartal zu werfen. Analysten gehen laut FactSet im Schnitt von Umsatzerlösen in Höhe von 3,98 Mrd. Euro aus, nach 3,70 Mrd. Euro im Vorjahr. Der Gewinn je Aktie soll aus Analystensicht um 9 Cent auf 1,41 Euro zugelegt haben.

Update Merck KGaA: Übernahme sorgt für höhere Ziele
Merck KGaA verbuchte im dritten Quartal 2019 Umsatzzuwächse gegenüber dem Vorjahr um 8,1 Prozent auf 4,05 Mrd. Euro. Der Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern profitierte unter anderem von positiven Wechselkurseffekten. Das bereinigte EBITDA stieg sogar um 15,4 Prozent auf 1,11 Mrd. Euro. Zudem wurde die Prognose für das Gesamtjahr 2019 aufgrund der im Oktober abgeschlossenen Übernahme von Versum Materials angehoben. Die Umsatzprognose wurde von 15,3 bis 15,9 auf 15,7 bis 16,3 Mrd. Euro angehoben, nach 14,84 Mrd. Euro im Vorjahr. Das organische Umsatzplus wird bei 3 bis 5 Prozent gesehen. Das bereinigte EBITDA wird auf Managementseite bei 4,23 bis 4,43 Mrd. Euro (bisher: 4,15 und 4,35 Mrd. Euro) erwartet. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 3,80 Mrd. Euro.


Quelle: Bloomberg, Kurs in EUR


JD.com stellt den chinesischen Konsumenten in den Mittelpunkt


Wenn es um chinesische E-Commerce-Unternehmen geht, denkt man hierzulande eher an Alibaba und weniger an JD.com. Dabei ist JD.com gemessen am Umsatz Chinas größter E-Commerce-Konzern. Im Fokus steht die gleichnamige Online-Handelsplattform. Ähnlich wie Alibaba kommen JD.com das starke chinesische Wirtschaftswachstum, die anhaltende Kauflust chinesischer Konsumenten und der boomende Internethandel zugute. Analysten rechnen für das September-Quartal laut Refinitiv mit Umsatzerlösen in Höhe von umgerechnet 18,13 Mrd. US-Dollar, nach 15,09 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll aus Analystensicht im Vorjahresvergleich um 5 Cents auf 0,17 US-Dollar zugelegt haben.

Update JD.com: E-Commerce-Konzern blendet Handelsstreitigkeiten aus
JD.com konnte dank guter Geschäfte im E-Commerce-Bereich starke Ergebnisse zum dritten Quartal 2019 präsentieren. Auf diese Weise trotzte das Unternehmen den Auswirkungen des Handelsstreits zwischen China und den USA. Genauso wie Alibaba profitierte auch JD.com von einem starken Wachstum in ländlichen Gegenden. Allerdings muss JD.com nicht nur mit Alibaba um Marktanteile kämpfen. Zuletzt konnte sich der Emporkömmling Pinduoduo Marktanteile sichern. Im September-Quartal kletterten die JD.com-Umsätze im Vorjahresvergleich um 28,7 Prozent auf 134,8 Mrd. Yuan (umgerechnet 17,4 Mrd. Euro). Für das laufende vierte Quartal stellt der Konzern Umsatzerlöse in Höhe von 163 bis 168 Mrd. Yuan in Aussicht. Analysten hatten zuletzt laut Refinitiv mit einem Wert von 163,54 Mrd. Yuan gerechnet.


Quelle: Bloomberg, Kurs in USD

Im Laufe der kommenden Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu,wie die Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

 

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