2015_Highlight_Monatsrueckblick_Header

Trading

Highlights gleich zu Beginn der Berichtssaison

Nach einem guten Start in die US-Berichtssaison für das zweite Quartal durch PepsiCo waren zum Ende der Woche einige US-Großbanken an der Reihe, ihre neuesten Zahlen vorzulegen. In der kommenden Woche nimmt die Berichtssaison richtig Fahrt auf. Anleger dürfen sich bereits auf einige echte Highlights freuen.

Es berichten unter anderem Netflix (Montag); Goldman Sachs, Novartis (Dienstag); Qualcomm (Mittwoch); SAP, Software AG, Microsoft (Donnerstag) und General Electric (Freitag).



Netflix erreicht wichtigen Meilenstein


Netflix hat es geschafft. Im zweiten Quartal 2017 erreichte der Video-on-Demand-Anbieter die Marke von 100 Millionen Nutzern. Konzernchef Reed Hastings vermeldete am 24. April auf Facebook, dass damit ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Firmengeschichte erreicht wurde. Laut Unternehmensprognose sollten zwischen April und Juni insgesamt 3,2 Millionen neue User hinzukommen. Die positive Entwicklung bei den Nutzerzahlen kam bei Anlegern gut an. Allerdings litt die Netflix-Aktie in den vergangenen Wochen unter einer allgemeinen Schwäche von US-Technologiewerten. Nach vielen Jahren, in denen Titel wie Facebook, Amazon, Microsoft oder die Google-Mutter Alphabet deutliche Kurszuwächse verzeichnen konnten, wurde bereits gemunkelt, dass eine weitere Technologieblase platzen könnte. Allerdings ist davon nichts zu sehen. Netflix und andere Branchenvertreter scheinen die Rekordjagd wieder aufgenommen zu haben. Positive Quartalsergebnisse dürften die Kursrally weiter befeuern.

Update Netflix: Starker Ausblick
Die wichtigste Botschaft hatte Netflix bereits vor Veröffentlichung der Quartalszahlen gemeldet: Der Video-on-Demand-Anbieter hat im zweiten Quartal 2017 die Marke von 100 Millionen Nutzern geknackt – genau waren es sogar 103,95 Millionen. Dies lag am starken Wachstum in Höhe von 5,2 Millionen neuen Nutzern zwischen April und Juni. Der Umsatz stieg in der Folge auf 2,79 Mrd. US-Dollar. Im zweiten Quartal 2016 hatte es noch bei 2,11 Mrd. US-Dollar gelegen. Analysten hatten laut Factset-Konsens 2,76 Mrd. US-Dollar erwartet. Beim Gewinn je Aktie verfehlte Netflix indes die Erwartungen der Analysten von im Schnitt 15 Cents dagegen leicht: Das EPS stieg lediglich von 9 auf 15 Cents. Allerdings fiel der Blick auf das dritte Quartal 2017 sehr positiv aus. Netflix erwartet, dass der Umsatz um fast 30 Prozent auf 2,97 Mrd. US-Dollar steigt. Das EPS wird bei 32 Cents gesehen, gegenüber 12 Cents im dritten Quartal 2016.

Quelle: Reuters, Kurs in USD



Goldman Sachs: Wichtige Themen


In der Vorwoche haben mit JP Morgan Chase und Wells Fargo bereits einige der wichtigsten US-Großbanken ihre Ergebnisse zum zweiten Quartal 2017 vorgelegt. Am Dienstag ist Goldman Sachs an der Reihe. Ähnlich wie im Fall der anderen Institute dürften dabei Themen wie die US-Leitzinsen, Regulierungsvorschriften oder die Erholung der US-Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen. Laut Reuters-Konsens gehen Analysten von einem Rückgang des bereinigten Gewinns je Aktie von 3,72 auf 3,42 US-Dollar aus. Die Umsätze sollen laut Analysteneinschätzung um 4,7 Prozent schrumpfen.

Update Goldman Sachs: Überraschender Gewinnanstieg
Die US-Großbank Goldman Sachs konnte im zweite Quartal überraschend einen Gewinnanstieg vermelden. Demnach kletterte das EPS von 3,72 US-Dollar auf nun 3,95 US-Dollar. Der letzte Analysten-Konsens belief sich laut Factset auf 3,38 US-Dollar. Grund für diese Entwicklung war die Stärke des Geschäftsbereichs „Investing and Lending“, wodurch die Schwäche im Handel Anleihen, Währungen und Rohstoffe und die Stagnation im Investmentbanking überkompensiert wurde. Damit leidet auch Goldman Sachs unter der schwachen Entwicklung am Kapitalmarkt.
 

Quelle: Reuters, Kurs in USD



Novartis hat viel vor


Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hatte in den vergangenen Jahren bei wichtigen Gewinnbringern mit der Konkurrenz durch Nachahmerprodukte zu kämpfen. Auch deshalb hat das Unternehmen eine Investitionsoffensive gestartet. Diese soll in den kommenden Jahren viele neue Mittel hervorbringen. Dabei konnte Novartis bereits in diesem Jahr mit einigen Erfolgsmeldungen in der Forschung aufwarten. Beispielsweise winkt einer neuartigen Immuntherapie in den USA die Zulassung. Ein Expertengremium hat der Zulassungsbehörde FDA empfohlen, den Wirkstoff CTL019 zuzulassen. Damit wird akute lymphatische Leukämie bei Kindern und Jugendlichen behandelt. Am Dienstag werden Investoren erst einmal auf die neuesten Quartalsergebnisse schauen.

Update Novartis: Gewinn steigt deutlich
Mit einem starken Gewinnanstieg konnte der Schweizer Pharmakonzern Novartis die Anleger erfreuen. Während der Umsatz mit 12,24 Mrd. US-Dollar 2 Prozent unter dem Vorjahreswert lag, stieg der Gewinn um 10 Prozent auf 1,98 Mrd. US-Dollar. Das EPS verbesserte sich von 76 auf 84 Cents. Novartis begründete den Anstieg mit Veräußerungserlösen und niedrigeren Abschreibungen. Alles in allem spürt Novartis weiterhin den Konkurrenzdruck beim Krebsmittel Glivec, kann aber zunehmend von Erfolgen bei neuen Medikamenten wie etwa Cosentyx oder Entresto profitieren.
 

Quelle: Reuters, Kurs in CHF



Qualcomm geht gegen Schwergewichte vor


Der US-Chiphersteller Qualcomm ist zuletzt ganz besonders mit seinem Patentstreit mit dem iPhone-Hersteller Apple aufgefallen. In der kommenden Woche will das Unternehmen mit positiven Quartalsergebnissen punkten. Allerdings stellen Analysten deutliche Umsatz- und Gewinnrückgänge in Aussicht. Laut Reuters-Konsens wird für das abgelaufene Quartal mit einem Umsatzminus gegenüber dem Vorjahr um 12,7 Prozent auf 5,26 Mrd. US-Dollar gerechnet. Das bereinigte EPS soll wiederum bei 0,81 US-Dollar liegen, nach 1,16 US-Dollar im Vorjahr. Ein Grund ist die zunehmende Konkurrenz bei den iPhones durch Intel. Diese wurde mit der Einführung des iPhone 7 befeuert.

Update Qualcomm: Apple könnte zum Problem werden
Der Patentstreit mit dem iPhone-Hersteller Apple stand im Zentrum der Quartalszahlenvorlage. Im abgelaufenen dritten Fiskalquartal hat Qualcomm mit Umsätzen von 5,37 Mrd. US-Dollar ein Ergebnis von 866 Mio. US-Dollar bzw. 58 Cents je Aktie erzielt. Das bereinigte EPS wiederum lag bei 83 Cents, womit sowohl Umsatz als auch Gewinn die Konsensschätzungen laut Reuters übertrafen. Dagegen enttäuschte der Blick in die Zukunft. Qualcomm hat seinen Ausblick gänzlich ohne Lizenzerlöse von Apple veröffentlicht und erwartet demnach im Schlussquartal ein bereinigtes EPS von 75 bis 85 Cents bei Umsatzerlösen von 5,4 bis 6,2 Mrd. US-Dollar. Analysten wiederum nannten zuletzt Zahlen laut Konsensschätzungen deutlich darüber.
 

Quelle: Reuters, Kurs in USD



SAP gerät in den Strudel


Nach einer monatelang anhaltenden Kursrally mussten US-Technologiewerte zuletzt Federn lassen. In diesen Negativstrudel gerieten auch europäische Branchenwerte. Als größter europäischer Softwarekonzern war natürlich auch SAP betroffen. Allerdings hat sich der Aktienkurs zuletzt wieder stabilisiert. Positive Quartalsergebnisse sollen dazu beitragen, dass die zwischenzeitlich unterbrochene Rekordjagd der SAP-Aktie eine Fortsetzung findet. Auch dieses Mal dürften Investoren besonders an den Wachstumszahlen im Bereich Cloud Computing interessiert sein.

Update SAP: Ausblick erhöht und Aktienrückkauf angekündigt
Der Softwarekonzern SAP hatte gemischte Daten parat. Zum einen läuft das Kerngeschäft mit S/4HANA so gut, dass man den Ausblick für das Gesamtjahr angehoben hat. Zum anderen sank jedoch das Betriebsergebnis im zweiten Quartal um 27 Prozent. Alles in allem wiesen die Walldorfer ein Betriebsergebnis von 926 Mio. Euro aus – im Vorjahr hatte es bei 1,27 Mrd. Euro gelegen. Die SAP begründet dies mit einem starken Anstieg der Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen und Aufwendungen für anteilsbasierte Vergütungsprogramme. Die Cloud- und Softwareerlöse stiegen im zweiten Quartal um 9 Prozent auf 4,76 Mrd. Euro. Der Gesamtumsatz verbesserte sich sogar um 10 Prozent auf 5,78 Mrd. Euro. Für das Gesamtjahr erwartet der DAX-Konzern mit Blick auf die positive Entwicklung im Cloud-Geschäft, dass der Gesamtumsatz in einer Spanne zwischen 23,3 und 23,7 Mrd. Euro liegen wird (2016: 22,07 Mrd. Euro). Das Betriebsergebnis wiederum soll im Gesamtjahr 2017 in einer Spanne zwischen 6,8 und 7,0 Mrd. Euro liegen (2016: 6,63 Mrd. Euro). Zudem wurde ein 500 Mio. Euro schwerer Aktienrückkauf angekündigt.


 

Quelle: Reuters



Software AG nimmt eine Umstellung vor


Die Software AG, Deutschlands zweitgrößtes Softwareunternehmen nach SAP, nimmt eine Umstellung vor. Die auf den Inhaber lautenden Stückaktien werden in auf den Namen lautende Stückaktien umgewandelt. Dabei geht es vor allem um eine Anpassung an internationale Standards. Außerdem weiß die Software AG mithilfe von Namensaktien früher und auch genauer Bescheid, wer die Eigentümer sind. Sollten größere Aktienpakete den Besitzer wechseln, kann das Management früher reagieren. In dieser Woche werden Anleger erst einmal erfahren, wie die Geschäfte im zweiten Quartal gelaufen sind.

Update Software AG: Ergebnissprung und höherer Ausblick
Bei der Software AG lief es in den letzten Monaten sehr gut. Der Gesamtumsatz des TecDAX-Konzerns stieg im zweiten Quartal um 2 Prozent auf 207,4 Mio. Euro, gleichzeitig erhöhte sich das Betriebsergebnis (EBIT) überproportional stark um 11 Prozent auf 48,1 Mio. Euro. Getrieben wurde dieser Ergebnissprung maßgeblich durch eine positive Entwicklung der margenstarken Wartungen im Digitalgeschäft, die sich um 9 Prozent erhöhten. Auf Basis der gestiegenen Profitabilität im zweiten Quartal sowie der Geschäftsentwicklung in der ersten Jahreshälfte 2017 und einer starken Projekt-Pipeline für die kommenden sechs Monate hat die Software AG ihren Ausblick auf das Gesamtjahr 2017 erhöht. Die operative Ergebnismarge wird nun bei 31 bis 32 Prozent gesehen. Per 30. Juni 2017 lag diese Kennzahl bei 28,4 Prozent.
 

Quelle: Reuters



Microsoft: Analysten rechnen mit mehr Umsatz und Gewinn


Am Donnerstagabend, nach US-Börsenschluss, wird der Software-Riese Microsoft seine neuesten Quartalsergebnisse vorlegen. Es handelt sich dabei um das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2016/17 (Ende Juni). Analysten gehen derzeit laut Reuters-Konsens von einem Umsatzanstieg im Vorjahresvergleich um 7,2 Prozent auf 24,26 Mrd. US-Dollar aus. Das bereinigte EPS wird wiederum im Schnitt bei 71 Cents gesehen, nach 69 Cents im Vorjahr. Bereits Mitte Juni hatte das Unternehmen angekündigt, dass Investoren eine unveränderte Quartalsdividende in Höhe von 0,39 US-Dollar je Aktie erhalten sollen. Dabei ist es für US-Technologiewerte nicht immer selbstverständlich Anteilseigner in Form von Dividenden am Unternehmenserfolg zu beteiligen.

Update Microsoft: Cloud-Geschäft brummt
Mit starken Zahlen konnte der Software-Riese Microsoft die Anleger überraschen und der Aktie ein neues Allzeithoch bescheren. Vor allem das Cloud-Geschäft mit der Azure-Plattform konnte mit starken Wachstumszahlen überzeugen. Hier stiegen die Umsätze im vierten Fiskalquartal um 11 Prozent auf 7,43 Mrd. US-Dollar. Konzernweit erhöhten sich die Umsätze auf 23,3 Mrd. US-Dollar, während der Nettogewinn auf 6,5 Mrd. US-Dollar bzw. 83 Cents je Aktie kletterte. Das bereinigte EPS wurde mit 98 Cents angegeben, womit die Erwartungen laut Factset-Konsens von 71 Cents klar geschlagen wurden. Beim Umsatz wiederum lagen die bereinigten Werte von 24,7 Mrd. US-Dollar ebenfalls über den Erwartungen von 24,3 Mrd. US-Dollar.


Quelle: Reuters, Kurs in USD 

 

General Electric: Erholung in Sicht?


Die Aktie des Industrie-Riesen General Electric (GE) gehört in diesem Jahr zu den größten Verlierern im Dow Jones Industrial Average®. Eine unsichere Konjunktur und die Turbulenzen an den Ölmärkten machten dem Unternehmen zu schaffen. Am Freitag werden die neuesten Quartalsergebnisse vorgestellt. Analysten gehen von einem Umsatzminus von 13,4 Prozent auf 29,02 Mrd. US-Dollar aus, während das EPS laut Analysteneinschätzung von 51 auf 25 Cents schrumpfen soll. Eine positive Überraschung könnte dafür sorgen, dass die Aktie endlich zu einer Erholungsrally ansetzt.

Update General Electric: Erholung geht voran
Gute Nachrichten hatte der Industrie-Riese General Electric (GE) am Freitag parat: Die Cash-Flow-Generierung geht laut Konzernchef Jeff Immelt ebenso voran, wie das Erreichen der Kostensenkungsziele. Im abgelaufenen zweiten Quartal war dies bereits ersichtlich. So fiel das Ergebnis zwar von 2,76 Mrd. US-Dollar auf 1,19 Mrd. US-Dollar, aber Analysten hatten einen höheren Rückgang erwartet. So lag das bereinigte EPS mit 28 Cents zwar deutlich unter dem Vorjahreswert von 51 Cents, aber deutlich über den laut Reuters-Konsens erwarteten 25 Cents. Beim Umsatz meldete GE einen Rückgang um 12 Prozent auf 29,56 Mrd. US-Dollar gegenüber den von Analysten erwarteten 29,02 Mrd. US-Dollar.


Quelle: Reuters, Kurs in USD



Im Laufe der Woche finden Sie dann an dieser Stelle Updates dazu, wie die einzelnen Unternehmensergebnisse ausgefallen sind.

Folgende Unternehmen werden ebenfalls Quartalsberichte veröffentlichen:

Montag

-

Dienstag

Bank of America, Johnson & Johnson, Lockheed Martin, IBM, Schaeffler

Mittwoch

American Express, ASML Holding, Tom Tom

Donnerstag

Vale, eBay, Skyworks Solutions, Visa, Autoliv, Colgate-Palmolive, Schlumberger, Unilever, Valeo, Hella, Iberdrola

Freitag

BB Biotech, Faurecia


 

Kommentare (0)

Kommentar verfassen*

* Ihr Kommentar wird erst nach einer redaktionellen Prüfung veröffentlicht.