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Goldminen-Aktien in neuem Glanz

Mit Goldminen-Aktien ließ sich an der Börse in den vergangenen Monaten einiges verdienen. Eine Herausforderung bleiben jedoch die hohen Kosten. Die Fördergesellschaften suchen ihr Heil in Fusionen und Übernahmen. Vor allem zwei Gesellschaften stechen hierbei heraus: Barrick Gold und Newmont Mining. Wer hat die Nase vorn?

Gold übt auf Anleger seit jeher eine besondere Anziehungskraft aus. Doch wie investieren? Eine Möglichkeit stellt der Kauf von Barren und Münzen dar? Das Problem: Der physische Erwerb ist mit hohen An- und Verkaufsspannen verbunden. Außerdem muss für eine sichere Aufbewahrung gesorgt werden. Auch gibt es keinen Anspruch auf eine feste Verzinsung. Vor diesem Hintergrund kann es sinnvoll sein, nicht direkt in das Metall, sondern indirekt über die Aktien von Goldminengesellschaften zu investieren. Deren Kurs weist in der Regel einen hohe Korrelation mit dem Goldpreis auf. Steigt Gold, steigen für gewöhnlich auch Goldminenaktien und umgekehrt. Außerdem zahlen die Goldförderer in der Regel eine Dividende. Im Gegensatz zum Kauf von Gold erhält der Anleger also eine gewisse „Basisverzinsung“ in Form der Dividendenrendite auf seinen Einsatz.

Starke Performance

Dass sich eine Investition in Goldminen-Aktien auszahlen kann, zeigt die jüngste Kursentwicklung des NYSE Arca Gold BUGS Index. Dieser Branchenkorb enthält die 16 wichtigsten internationalen Goldproduzenten. Seit September des vergangenen Jahres legte der Index um bemerkenswerte 25 Prozent zu (Stand: 15. April 2019). Damit haben Goldminen-Aktien nicht nur deutlich besser abgeschnitten als der Gesamtmarkt, sondern sich auch stärker nach oben entwickelt als das Edelmetall selbst.

Leichte Entlastung bei den Produktionskosten

Die Outperformance hat mehrere Gründe: Zum einen profitierten die Minenaktien von der zuletzt insgesamt robusten Goldpreisentwicklung. Zum anderen sind – wie aus den Daten des Branchenverbandes World Gold Councils hervorgeht – die Produktionskosten der Minenbetreiber zuletzt wieder etwas gesunken. Kostete die Förderung einer Unze Gold im ersten Quartal 2018 durchschnittlich noch rund 950 US-Dollar, waren es zuletzt nur noch 875 US-Dollar (Quelle: World Gold Council, Production Costs).

Goldkonzerne setzen auf Übernahmen

Ein weiterer Punkt, der zur starken Kursentwicklung beitrug, ist das seit einiger Zeit in der Branche grassierende Übernahme- und Fusionsfieber. Für den ersten Paukenschlag sorgte der kanadische Branchenriese Barrick Gold, der sich zu Beginn des Jahres für 4,5 Milliarden US-Dollar den auf afrikanische Goldminen fokussierten Wettbewerber Randgold Resources einverleibt hat. Die vereinte Gesellschaft plant in diesem Jahr die Produktion von 5,1 bis 5,6 Millionen Unzen Gold. Eigentlich würde das für locker den Titel „Größter Goldförderer der Welt“ reichen, wären da nicht die Fusionspläne zweier anderer Schwergewichte. Die Rede ist vom Zusammenschluss zwischen Newmont Mining aus den USA und Goldcorp aus Kanada. Das kombinierte Unternehmen strebt eine jährliche Goldproduktion zwischen sechs und sieben Millionen Unzen an – was deutlich über der anvisierten Produktion von Barrick Gold liegen würde.

Barrick Gold hat daraufhin Newmont Mining selbst in das Übernahmevisier genommen und im März eine 17,8 Milliarden US-Dollar schwere Offerte für den Erzrivalen abgegeben. Allerdings wurde das als feindlich eingestufte Angebot wieder fallen gelassen, nachdem sich die beiden Branchenriesen auf ein Joint Venture für ihre Goldminenaktivitäten im US-Bundesstaat Nevada einigen konnten. Mit der Partnerschaft wollen die Gesellschaften in den nächsten 20 Jahren mehr als fünf Milliarden US-Dollar Kosten einsparen.

Zunehmender Kostendruck

Apropos Kosten. Da es wird immer aufwendiger wird, das noch unter der Erde verbliebene Edelmetall zu heben, dürften Fusionen und Übernehmen auch in Zukunft ein heißes Thema bleiben. Zwar belaufen sich die weltweit bekannten und abbaubaren Goldreserven nach Angaben der US-Geologiebehörde USGS auf rund 54.000 Tonnen (Quelle: U.S. Geological Survey, Mineral Commodity Summaries 2018) Doch langfristig wird das jährliche Produktionswachstum vermutlich sinken. Die Minenbetreiber sind also dazu gezwungen, durch Synergien die Kostenbasis zu senken.

Welche Aktie bietet die besseren Chancen?

Barrick Gold oder Newmont Mining – auf welchen der beiden Gold-Riesen sollten Anleger setzen? Barrick Gold beziffert seine nachgewiesenen und abbaubaren Goldreserven inklusive der Übernahme von Randgold auf 75,1 Millionen Unzen. Newmont Mining gibt seine Goldreserven mit 68,5 Millionen Unzen an, wobei sich diese Zahl durch die Fusion mit Goldcorp auf 121,3 Millionen Unzen erhöhen würde. In dieser Hinsicht wäre also Newmont Mining die bessere Wahl. Auch bei diversen Bewertungskennziffern wie der Dividendenrendite hat Newmont Mining die Nase vorn. Diese beläuft sich nach Angaben von Reuters aktuell auf 1,54 Prozent. Bei Barrick Gold liegt sie lediglich bei 1,18 Prozent. Vor diesem Hintergrund räumen die meisten Analysten der Aktie von Newmont Mining die besseren Kurschancen ein. „Outperform“ lautet die Konsensbeurteilung für den Titel. Barrick Gold wird im Schnitt dagegen lediglich als Halteposition eingestuft (Quelle: Reuters, Consensus Recommendation).

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