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Trading

Endlich gibt es wieder Quartalsberichte

Mit der Nordkorea-Krise, dem Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien oder der Geldpolitik der Fed und der EZB mussten sich Investoren zuletzt mit verschiedenen marktrelevanten Themen beschäftigen. Jetzt kommen die neuesten Quartalsergebnisse hinzu. Eine neue Berichtssaison beginnt.

Nachdem die jüngsten Geschäftsergebnisse aufgrund der positiven Konjunktur auf beiden Seiten des Atlantiks positiv ausgefallen sind, dürften viele Unternehmen laut Einschätzung der Analysten auch im dritten Quartal 2017 (Juli bis September) erfreuliche Ergebnisse generiert haben.

Laut FactSet rechnen Analysten für das dritte Quartal im S&P 500 im Schnitt mit einem Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie gegenüber dem Vorjahr von 4,2 Prozent. Allerdings wurden die Prognosen zuletzt etwas gesenkt. Einerseits wird dies kurz vor Beginn einer Berichtssaison häufig beobachtet, andererseits dürften die jüngsten Stürme in Texas und Florida die US-Wirtschaft ein wenig belastet haben.

Die größten Zuwächse werden im Energiesektor erwartet. Das hängt damit zusammen, dass die US-Energieunternehmen im vergangenen Jahr aufgrund niedriger Ölpreise und teurer Einsparprogramme vergleichsweise hohen Belastungen ausgesetzt waren und daher mit schrumpfenden Gewinnen zu kämpfen hatten. Inzwischen hat eine Erholung eingesetzt. Zu Beginn der Berichtssaison wird der Fokus jedoch eher auf dem US-Finanzsektor liegen.

In der kommenden Woche berichten unter anderem Gerresheimer (Mittwoch); Südzucker, Delta Air Lines, JPMorgan (Donnerstag); Bank of America und Wells Fargo (Freitag).

 

Gerresheimer: Besserung in Sicht?


Der Verpackungsspezialist Gerresheimer hatte Investoren mit seinen Halbjahreszahlen regelrecht verschreckt. Dem Unternehmen machte eine geringere Nachfrage nach medizinischen Kunststoffsystemen bei einigen Pharmakunden, bei denen Gerresheimer Alleinlieferant ist, zu schaffen. Zusätzlich verstärkt wurde dieser Effekt durch einige Verschiebungen von Kundenaufträgen im Inhalatorgeschäft vom ersten in das zweite Halbjahr. Die im MDAX gelistete Aktie stürzte zeitweise regelrecht ab. Inzwischen hat sie sich jedoch wieder etwas erholt. Auch weil das Management für die zweite Jahreshälfte eine Erholung des Umsatzes in Aussicht gestellt hat. Am Mittwoch werden Anleger erfahren, wie die Erholung im dritten Quartal (Ende August) verlaufen ist. Und dies mit einem neuen CEO. Zum 1. September hat Dr. Christian Fischer den Vorstandsvorsitz von Uwe Röhrhoff übernommen.

Update Gerresheimer: Risiken bleiben
Der Verpackungsspezialist Gerresheimer musste im dritten Quartal (Ende August) einen Umsatzrückgang ausweisen. Unter dem Strich blieb ebenfalls weniger übrig als noch im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Allerdings konnte das Unternehmen einen leichten Anstieg des bereinigten EBITDA von 23,2 auf 23,4 Prozent vermelden. Außerdem konnte das Management nach verhaltenen neun Monaten eine Erholung des Umsatzes im vierten Quartal in Aussicht stellen. Allerdings seien die prognostizierten währungsbereinigten Umsatzerlöse von rund 1,4 Mrd. Euro im Geschäftsjahr 2017 aufgrund anhaltender Risiken für das Gerresheimer-Geschäft aus derzeitiger Sicht eher schwer zu realisieren. Anleger dürfen gespannt sein, ob die eigenen Ziele erreicht werden.
 

Quelle: Reuters

 

 

Südzucker und die neue Marktsituation


Am Donnerstag wird Südzucker seine Ergebnisse für das zweite Geschäftsquartal 2017/18 (Ende August) vorlegen. Genauso interessant ist jedoch der Blick auf das große Ganze. Rund 50 Jahre galt die so genannte Zuckerquote. Seit Anfang Oktober ist es jedoch damit zu Ende. Der Mindestpreis für Zuckerrüben gilt nicht mehr. In den neuesten Quartalsergebnissen werden sich die Auswirkungen dieser bahnbrechenden Änderung noch nicht zeigen. Dies dürfte noch einige Zeit dauern. Allerdings dürfte Südzucker als weltweiter Marktführer ganz besonders davon betroffen sein, wenn die Preise für Zucker zukünftig stärkeren Schwankungen unterworfen sein sollten.

Update Südzucker: Prognose trotz Marktunsicherheiten bestätigt
Während sich Südzucker derzeit Gedanken darüber machen muss, wie es nach dem Ende für die so genannte Zuckerquote weitergehen soll, konnte das Unternehmen einige Erfolge im zweiten Geschäftsquartal und im ersten Halbjahr 2017/18 (Ende August) verbuchen. Die Umsatzerlöse kletterten im ersten Halbjahr um 9 Prozent auf 3,49 Mrd. Euro. Zu dem Umsatzanstieg trugen laut Konzernangaben insbesondere die Segmente Zucker und CropEnergies bei. Das operative Konzernergebnis wurde deutlich um 73 Mio. Euro auf 282 Mio. Euro gesteigert. Südzucker geht für das laufende Geschäftsjahr daher weiterhin von einem Konzernumsatz von 6,7 bis 7,0 Mrd. Euro, nach 6,5 Mrd. Euro im Vorjahr aus. Das operative Ergebnis soll von 426 Mio. Euro im Vorjahr auf 425 bis 500 Mio. Euro zulegen.
 

Quelle: Reuters


  

Delta Air Lines trotzt Wirbelstürmen


In der kommenden Woche wird Delta Air Lines seine Ergebnisse für das dritte Quartal 2017 vorlegen. Bereits am 3. Oktober präsentierte die US-Fluggesellschaft die Passagierzahlen für den Monat September. Demnach wurden 14,7 Millionen Fluggäste befördert. Ein Minus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dabei wurde der Flugbetrieb von den Stürmen „Irma“ und „Maria“ beeinflusst. Vom 7. bis 12. September seien 2.200 Flüge an den Flughäfen in Florida, der Karibik und im US-Bundesstaat Georgia gestrichen worden. Die Ergebnisbelastungen durch „Irma“ bezifferte der Konzern mit 120 Mio. US-Dollar. Trotzdem rechnet Delta Air Lines für das September-Quartal mit einer bereinigten Ergebnismarge von 15,5 bis 16,5 Prozent.

Update Delta Air Lines: Herausforderungen gemeistert
Die US-Fluggesellschaft Delta Air Lines hatte bereits einige Passagierzahlen präsentiert, jetzt folgte der Bericht für das dritte Quartal (Ende September). Konzernweit legten die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr um 5,5 Prozent oder 577 Mio. US-Dollar auf 11,1 Mrd. US-Dollar zu. Dieser Anstieg wurde bewerkstelligt, obwohl das Unternehmen einen negativen Einfluss von Hurrikan „Irma“ in Höhe von 140 Mio. US-Dollar geltend machte. Zu den Steigerungen trugen sowohl das Passagiergeschäft als auch die Frachtsparte bei. Allerdings musste das Unternehmen einen Gewinnrückgang um 6,4 Prozent auf 1,12 Mrd. US-Dollar ausweisen. Trotzdem wurden die Markterwartungen geschlagen. Während Analysten laut Capital IQ im Schnitt mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,53 US-Dollar gerechnet hatten, wies Delta Air Lines eine Wert von 1,57 US-Dollar aus.
 

Quelle: Reuters, Kurs in USD


 

JPMorgan: US-Finanzwerte im Blick


Auch zu Beginn der Berichtssaison für das dritte Quartal 2017 konzentrieren sich Investoren zunächst auf einige große US-Finanzwerte. Der größte unter ihnen ist JPMorgan Chase. Die US-Bank wird ihre neuesten Zahlen am Donnerstag vorlegen, noch bevor der Börsenhandel beginnt. Analysten gehen laut Reuters-Konsens von einem Gewinnanstieg im Vorjahresvergleich um 8 Cents auf 1,66 US-Dollar je Aktie aus. Noch wichtiger könnte jedoch der Blick in die Zukunft sein. Nach vielen Jahren niedriger Zinsen haben die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten und die jüngsten Maßnahmen der Notenbank Fed für die Aussicht auf steigende Zinsen gesorgt. 

Update JPMorgan: Erwartungen übertroffen
JPMorgan Chase konnte mit den Zahlen für das dritte Quartal 2017 die Analystenerwartungen sowohl auf der Umsatzseite als auch bei den Gewinnen schlagen. Das Institut profitierte vom guten Kreditgeschäft und höheren Zinsen, während der Anleihenhandel schwächelte. Der Nettogewinn kletterte gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 7 Prozent auf 6,73 Mrd. US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag wiederum bei 1,76 US-Dollar, nach 1,58 US-Dollar im Vorjahr. Analysten hatten laut Reuters-Konsens lediglich mit einem Plus auf 1,66 US-Dollar gerechnet.
 

Quelle: Reuters, Kurs in USD

 

 

Bank of America: Böses Omen?


Hoffentlich ist dies kein schlechtes Omen. Das US-Geldinstitut Bank of America wird seine Ergebnisse für das dritte Quartal 2017 am Freitag, den 13. Oktober vorlegen. Wenn es nach den Analysten geht, dürfte dies jedoch ein freudiges Ereignis sein. Schließlich gehen sie laut Reuters-Konsens im Schnitt von einem Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie gegenüber dem Vorjahr um 5 Cents auf 41 Cents aus. Genauso wie im Fall der anderen US-Institute dürften dabei Themen wie das Investmentbanking und die Entwicklung der Zinsen eine wichtige Rolle spielen.
 

Quelle: Reuters, Kurs in USD


 

Wells Fargo: Aufarbeitung eines Skandals


Die einstige Vorzeigebank Wells Fargo musste zuletzt mit den Folgen eines Skandals rund um Scheinkonten fertig werden. Mitarbeiter hatten ohne Wissen vieler Kunden Konten für sie eröffnet und Kreditkarten aufgelegt. Jetzt kam auch noch heraus, dass der Umfang des Skandals lange Zeit unterschätzt wurde. Aus diesem Grund dürfte der Skandal auch im Zuge des neuesten Quartalsberichts eine Rolle spielen. Aus Analystensicht sollte Wells Fargo im dritten Quartal beim bereinigten Gewinn je Aktie zumindest den Vorjahreswert erreicht haben. Der Reuters-Konsens lag zuletzt bei 1,03 US-Dollar.
 

Quelle: Reuters, Kurs in USD

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