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Dividenden: Worauf Anleger achten sollten

Die Dividendenrendite stellt für viele Börsianer ein wichtiges Anlagekriterium dar. Doch ebenso bedeutend ist die Dividendenkontinuität. Eine Studie zeigt: Wer zuverlässig zahlt, hat an der Börse bessere Chancen.

In Kürze startet in Deutschland die heiße Phase der Dividendensaison. Schätzungen gehen davon aus, dass es auch in diesem Jahr neue Ausschüttungsrekorde geben wird. Für den DAX® liegt die Prognose bei einer Ausschüttungssumme von 38,6 Milliarden Euro (Quelle: dividendenadel.de, Dividendenstudie 2019). Das wäre gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2018 ein Plus von 5,7 Prozent. Auch für den MDAX® (11,7 Milliarden Euro) und SDAX® (2,5 Milliarden Euro) werden neue Bestmarken erwartet. Aus den Ausschüttungen ergeben sich mitunter attraktive Dividendenrenditen. Beispiel Münchener Rück. Der weltgrößte Rückversicherer hat bereits angekündigt, die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr von 8,60 Euro auf 9,25 Euro zu erhöhen. Auf Basis des aktuellen Kurses notiert der Titel damit mit einer Dividendenrendite von 4,2 Prozent (Stand: 18. April 2018).

Achtung! Dividenden sind nicht in Stein gemeißelt


Eine überdurchschnittliche Dividendenrendite mag zwar auf den ersten Blick reizvoll erscheinen, doch Dividenden sind keine starre Größe. Schon öfters hat sich ein Dividendenstar von heute als Rohrkrepierer von morgen entpuppt. So wies zum Beispiel die Aktie des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 vor einem Jahr eine Dividendenrendite von 6,8 Prozent aus. Dennoch hätte sich ein Investment nicht ausgezahlt. Aufgrund einer enttäuschenden Geschäftsentwicklung brach der Kurs des MDAX®-Titels binnen der vergangenen zwölf Monate um knapp 50 Prozent ein. Negativer Nebenaspekt: Infolge des rückläufigen Gewinns wird die Dividende von 1,93 Euro auf 1,19 Euro je Aktie gekürzt.


Die „wahren“ Dividendenkönige im DAX®



Anleger sollten die Attraktivität eines Unternehmens nicht nur an der Höhe der Dividendenrendite messen, sondern auch überprüfen, ob die Gesellschaft eine zuverlässige Dividendenpolitik betreibt beziehungsweise eine stabile Dividendenhistorie aufweist. Doch wer sind die besonders zuverlässigen Dividendenzahler unter Deutschlands Börsenelite? Ein Blick in die Statistik zeigt, dass im DAX® lediglich fünf Konzerne in den vergangenen 25 Jahre ihre Dividende niemals gesenkt haben. Es handelt um SAP, Fresenius, Henkel, Siemens sowie die Münchener Rück. Der Rückversicherer macht also sowohl bei der Dividendenrendite – sie liegt wie bereits erwähnt bei 4,2 Prozent – als auch bei der Dividendenkontinuität eine gute Figur. Das gleiche gilt mit Einschränkungen für Siemens. Die Dividendenrendite des Münchener Technologiekonzerns liegt mit 3,7 Prozent ebenfalls über dem DAX®-Durchschnitt (3,1 Prozent).




Magere Dividendenrendite: Kein No-Go-Kriterium


Kein anderes Unternehmen im DAX® hat die Dividende so oft in Folge erhöht wie Fresenius. Auf der kommenden Hauptversammlung am 17. Mai 2019 wird über die 26. Dividendenanhebung abgestimmt. Allerdings zeigt sich der Gesundheitskonzern bei der Ausschüttungsquote etwas knausrig. Die Ausschüttungsquote gibt an, welcher Anteil am Jahresüberschuss als Dividende ausgezahlt wird. Bei Fresenius lautet die Vorgabe, jeweils 20 bis 25 Prozent des Gewinns an die Aktionäre zu überweisen. Zum Vergleich: Im Schnitt schütten deutsche Börsengesellschaften rund 42 Prozent ihres Überschusses aus. Das erklärt, warum die Fresenius-Aktie mit einer Dividendenrendite von 1,6 Prozent lediglich im unteren Drittel der DAX®-Gesellschaften zu finden ist. Trotzdem hat sich die Aktie auf lange Sicht deutlich besser entwickelt der Index. Eine hohe Dividendenkontinuität scheint an der Börse also honoriert zu werden, auch wenn die Dividendenrendite höher sein könnte. Vor Kursrücksetzern schützt das freilich nicht, wie die schweren Einbußen der Fresenius-Aktie gegen Ende des letzten Jahres zeigen.


Zuverlässigkeit kommt an der Börse an


Wie bei Fresenius hinkt auch SAP bei der Dividendenrendite – sie liegt aktuell bei 1,5 Prozent – den meisten DAX®-Gesellschaften hinterher Jedoch zeichnen sich die Walldorfer ebenfalls durch eine hohe Zuverlässigkeit bei den Dividendenzahlungen aus. Dass Dividendenkontinuität – unabhängig davon, ob die Dividendenrendite als niedrig oder hoch erachtet wird – ein gutes Anlagekriterium sein kann, zeigt eine Rückrechnung der Anlageplattform dividendenadel.de. Demnach hat sich ein jährlich gleichgewichtetes Portfolio aus deutschen Index-Aktien (DAX®, MDAX®. SDAX® und TecDAX®), die ihre Dividende in den vorangegangenen zehn Jahren niemals gesenkt haben, verdreizehnfacht – und sich damit signifikant besser entwickelt als jeder der genannten Indizes.

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