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Die Herausforderungen nehmen zu

Die US-Unternehmen lieferten einmal mehr eine sehr starke Berichtssaison ab. Allerdings machen sich auch in den USA die schwächeren Aussichten für das weltweite Wirtschaftswachstum negativ bemerkbar. Zudem drohen die positiven Auswirkungen der jüngsten Steuersenkung der US-Regierung auf die Unternehmensgewinne so langsam zu verpuffen.

Laut FactSet haben bisher 96 Prozent der Unternehmen aus dem S&P 500® ihre Geschäftsergebnisse für das Schlussquartal 2018 vorgelegt. In 69 Prozent der Fälle wurden die Konsensschätzungen übertroffen, was jedoch unter dem Fünfjahresdurchschnitt von 71 Prozent und dem Einjahresdurchschnitt von 77 Prozent liegen würde. Außerdem hätten US-Konzerne die Markterwartungen auf der Ergebnisseite im Schnitt lediglich um 3,3 Prozent übertroffen. Auch dieser Wert liegt unter dem Fünfjahresdurchschnitt.


Quelle: Reuters

Die gute Nachricht ist jedoch, dass die Unternehmen im S&P 500® ihren Gewinn laut FactSet-Daten im Schnitt gegenüber dem Vorjahr um 13,1 Prozent steigern konnte. Es ist das fünfte Quartal in Serie mit einem prozentual zweistelligen Zuwachs, jedoch der erste Dreimonatszeitraum seit dem vierten Quartal 2017 mit einem Plus von weniger als 20 Prozent. Erfreulich ist der Umstand, dass sämtliche Sektoren im S&P 500® ein Gewinnwachstum gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum verbuchen konnten. Fünf von elf Sektoren hätten prozentual zweistellige Zuwachsraten aufweisen können, angeführt vom Energiesektor, dem Bereich Telekommunikation und dem Segment Nicht-Basiskonsumgüter.

Auf der Umsatzseite wurde im vierten Quartal 2018 laut FactSet in 61 Prozent der Fälle eine positive Überraschung erzielt. Im Schnitt wurden dabei Umsatzsteigerungen von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausgewiesen. Auf der Umsatzseite schafften jedoch nur zehn von elf Sektoren eine Umsatzsteigerung. Für diese unrühmliche Ausnahme sorgte der Finanzsektor.

Insgesamt stellt sich die Situation zu Beginn des Jahres 2019 nicht mehr ganz so optimistisch wie zuletzt dar. Laut FactSet rechnen Analysten für das laufende Auftaktquartal 2019 im Schnitt mit einem Rückgang des bereinigten Gewinns je Aktie der Unternehmen im S&P 500® um 3,2 Prozent. Für das zweite und dritte Quartal werden wiederum leichte Zuwächse von 0,3 bzw. 1,9 Prozent vorhergesagt. Gründe für die schwächeren Aussichten sind der globale Handelsstreit, das sich abschwächende Wirtschaftswachstum in China, Risikofaktoren wie der Brexit und möglicherweise verpuffende Wirkungen der jüngsten US-Steuerreform.


Quelle: Reuters

In Europa hatten die großen Unternehmen bereits in einer noch drastischeren Weise mit diesen Herausforderungen zu kämpfen. Zudem haben die zunehmenden Herausforderungen und Sondereffekte für einige enttäuschende Prognosen bei DAX® & Co gesorgt. Der Nivea-Hersteller Beiersdorf stellt für das Geschäftsjahr 2019 trotz eines sich konjunkturell eintrübenden Gesamtumfelds zwar ein organisches Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent in Aussicht. Allerdings hat das Management 2019 zu einem Jahr des Übergangs erklärt. Restrukturierungsaufwendungen und Kosten einiger Sparmaßnahmen sollen laut Unternehmensprognose zu einem Rückgang der EBIT-Marge von 15,4 Prozent in 2018 auf 14,0 bis 14,5 Prozent führen. Auch im Fall des Gesundheitskonzerns Fresenius stehen massive Umbaumaßnahmen und Investitionen in zukünftiges Wachstum an, was die Ergebnisse in 2019 belasten sollte.


Quelle: Reuters

Die DAX®-Konzerne müssen sich zudem mit einer ganzen Reihe von Nebengeräuschen beschäftigen und können sich daher nicht vollständig darauf konzentrieren, die negativen Effekte einer erwarteten Konjunkturabkühlung abzufedern. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer muss mit juristischen Problemen für seine Tochtergesellschaft Monsanto fertig werden, während die Deutsche Telekom hofft, dass die Fusion zwischen der US-Mobilfunktochter der Bonner, T-Mobile US, und dem Konkurrenten Sprint gelingt. Für Autohersteller wie Daimler, BMW und Volkswagen, aber auch für Zulieferer wie Continental, bleibt die Abgasthematik wichtig. Gleichzeitig müssen Milliardensummen für Investitionen in Zukunftstechnologien wie das autonome Fahren oder die Elektromobilität aufgebracht werden, was kurzfristig die Gewinne drücken dürfte.

 

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