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Trading

DAX-Anleger warten auf Bilanzen von E.ON, K+S und Siemens

Die US-Berichtssaison für das dritte Quartal neigt sich bereits ihrem Ende zu. Die meisten Schwergewichte von der Wall Street und der Technologiebörse Nasdaq haben ihre Zahlen vorgelegt. Es folgen noch ein paar Nachzügler, die jedoch wie Cisco Systems nicht weniger interessant sein dürften. Hierzulande geht es dagegen weiterhin rund. In der kommenden Woche berichten unter anderem Continental (Montag), Aareal Bank (Dienstag), E.ON und K+S (Mittwoch), Siemens und Zalando (Donnerstag). Ein kurzer Ausblick auf diese Bilanzen.



Continental hat die Zukunft im Blick


Die Autokonzerne Daimler und BMW zeigten sich zuletzt von dem Abgas-Skandal bei Volkswagen unbeeindruckt. Jetzt schauen Anleger darauf, wie es dem Autozulieferer und Reifenhersteller Continental im dritten Quartal ergangen ist. Das DAX-Unternehmen dürfte von der Belebung am europäischen Automarkt profitiert haben. Auf der Kostenseite könnten sich wiederum die niedrigen Rohstoffkosten positiv ausgewirkt haben. Trotzdem rechnen Analysten laut Reuters im Schnitt mit einem EPS-Rückgang von 4,09 Euro im Vorjahr auf nun 3,79 Euro. Die Umsatzerlöse sollen dagegen um knapp 15 Prozent auf 9,9 Mrd. Euro zugelegt haben. Auf lange Sicht schauen Investoren jedoch auf wichtige Trends in der Autoindustrie. Schließlich ist Continental mittendrin, wenn es um Themen wie Vernetzung des Autos, Minderung von Treibstoffemissionen und das autonome Fahren geht.

Update: Continental-Zahlen enttäuschen, aber: verbesserter Ausblick
Continental konnte im dritten Quartal von positiven Währungseffekten, guten Geschäften in Europa und Nordamerika sowie niedrigen Rohstoffpreisen profitieren. Die Probleme in China waren jedoch ebenfalls zu spüren. Der Umsatz stieg um 10,9 Prozent auf 9,6 Mrd. Euro, während Analysten laut Reuters etwas mehr erwartet hatten. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich zwar von 2,47 Euro auf 3,18 Euro, enttäuschte damit jedoch ebenfalls die Markterwartungen. Überzeugen konnte Continental indes mit der abermaligen Anhebung des Ausblicks. Während Continental weiterhin mit einem Umsatz von mehr als 39 Mrd. Euro rechnet, will das Unternehmen nun laut Konzernchef Elmar Degenhart eine bereinigte EBIT-Marge von mehr als 11 Prozent erreichen, nachdem man bisher lediglich von rund 11 Prozent ausgegangen war.




Quelle: Reuters, Kurs in EUR



Aareal Bank und der Immobilienmarkt


Nach den Berichten zum dritten Quartal bei der Deutschen Bank und der Commerzbank ist nun auch die Aareal Bank an der Reihe. In der jüngsten Zeit konnte das MDAX-Unternehmen erfreulichere Nachrichten abliefern als seine großen Branchenkonkurrenten. Dabei profitierte die Aareal Bank insbesondere vom niedrigen Zinsumfeld und der dadurch ausgelösten guten Entwicklung am deutschen Immobilienmarkt. Außerdem kamen dem Wiesbadener Immobilienfinanzierer einige Übernahmen zugute. Anleger dürfen gespannt sein.

Update: Aareal Bank – Geschäfte laufen gut
Unter Deutschlands Banken nimmt die Aareal Bank auch weiterhin eine Sonderstellung ein. Der Immobilienfinanzierer konnte im dritten Quartal 2015 seinen Betriebsgewinn um 24 Prozent auf 82 Mio. Euro ausweiten. Auslöser für diese Entwicklung war vor allem der sehr starke Zuwachs beim Zinsüberschuss. Das auf die Stammaktionäre entfallende Konzernergebnis konnte sogar um 31 Prozent auf 47 Mio. Euro bzw. 0,78 Euro je Aktie gesteigert werden. Im Zuge des guten dritten Quartals erhöht der im MDAX notierte Konzern seinen Ausblick für das Gesamtjahr. Das Konzernbetriebsergebnis wird nunmehr (inklusive WestImmo-Übernahme) in einer Bandbreite von 450 bis 460 Mio. Euro (bisher: 400 bis 430 Mio. Euro) gesehen.




Quelle: Reuters, Kurs in EUR



E.ON: Gelingt (endlich) die Befreiung?


Die großen deutschen Energieversorger RWE und E.ON haben seit Jahren mit wegbrechenden Geschäften in der konventionellen Stromerzeugung zu kämpfen. Daher versucht E.ON mit einer Aufspaltung den ganz großen Befreiungsschlag. Allerdings ist es keineswegs sicher, dass dieser gelingt. Zumindest haben aber sowohl E.ON als auch RWE den so genannten Atom-Stresstest der Bundesregierung bestanden. Das heißt: Ihre Rückstellungen für den Rückbau alter Atomkraftwerke und die Lagerung des radioaktiven Mülls dürften ausreichend bemessen sein. Trotzdem sollte es sich auch im dritten Quartal gezeigt haben, dass die großen Versorger unter der deutschen Energiewende leiden.

Update: E.ON weiter im Rückwärtsgang
Der größte deutsche Versorger musste mit seinen Neun-Monats-Zahlen erneut einen traurigen Rekord aufstellen und die Anleger enttäuschen. Mit einem 18-prozentigen Minus beim EBITDA auf nun noch 5,4 Mrd. Euro und einem 30-prozentigen Rückgang beim nachhaltigen Konzernüberschuss auf 962 Mio. Euro machte E.ON deutlich, wie sehr die großen Versorger unter den sinkenden Börsenstrompreisen leiden. Hinzu kommen hier noch Wertberichtigungen vor allem im Bereich der konventionellen Kraftwerke in Höhe von 8,3 Mrd. Euro, die den unbereinigten Konzernüberschuss belasten, und zu einem enormen Verlust von 6,3 Mrd. Euro in den ersten neun Monaten führen. Dennoch bekräftigte E.ON seine geplante Dividendenausschüttung für 2015 in Höhe von 0,50 Euro je Aktie. Daneben sieht sich der Konzern auch beim geplanten Umbau des Konzerns im Zeitplan. Ab Januar werden E.ON und Juniper getrennte Wege gehen.





Quelle: Reuters, Kurs in EUR



K+S: Auf sich alleine gestellt


Beim Kasseler Salz- und Düngemittelhersteller K+S galt der Blick der Anleger zuletzt dem Übernahmeversuch durch den kanadischen Konzern Potash. Nach heftigem Widerstand des K+S-Managements gaben die Kanadier ihre Übernahmebemühungen jedoch auf. Jetzt muss sich das DAX-Unternehmen wieder alleine dem härter werdenden Preiswettbewerb am Kalidüngemittelmarkt stellen. Dafür konnte man zuletzt jedoch von Währungseffekten und ersten Ergebnissen des laufenden Spar- und Effizienzprogramms profitieren. Mittel- bis langfristig erhofft man sich mit dem 2016 an den Start gehenden Legacy-Projekt in Kanada zudem die Sicherung der zukünftigen Produktion. Anleger werden jedoch erst einmal gespannt auf die neuesten Quartalsergebnisse schauen.

Update K+S: Kaum Überraschendes bei den Zahlen
Wie erwartet musste K+S im dritten Quartal mit der negativen Entwicklung im Bereich Düngemittel zurechtkommen, was den Kasselern aber dank der Erfolge im Salzgeschäft gut gelang. Der Umsatz stieg um 8 Prozent auf 891 Mio. Euro. Das EBIT I lag mit 132 Mio. Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Zudem konnten die erwarteten Einsparungen aus dem Programm „Fit für die Zukunft“ vollständig erzielt werden. Das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern belief sich daher auf 89 Mio. Euro (Vorjahr: 76 Mio. Euro). Daraus ergibt sich ein Gewinn je Aktie von 0,46 Euro nach 0,40 Euro im Vorjahresquartal. Hinsichtlich des Legacy-Projekts sieht sich K+S weiterhin auf einem guten Weg, das Werk wie geplant ab Sommer 2016 in Betrieb zu nehmen und dabei das Investitionsbudget von 4,1 Mrd. kanadischen Dollar einzuhalten. Aufgrund einer geringeren Mengenverfügbarkeit im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte und der aktuellen Abschwächung im Markt für Kaliumchlorid passte K+S seinen Ausblick an. Der Umsatz soll 2015 nun nur noch auf 4,3 und 4,5 Mrd. Euro (bisher: 4,35 bis 4,55 Mrd. Euro) zulegen. Das EBIT I wird nun bei 780 und 830 Mio. Euro (bisher: 780 und 860 Mio. Euro) gesehen.




Quelle: Reuters, Kurs in EUR



Cisco Systems: Mach´s noch einmal Chuck!


Im abgelaufenen Geschäftsquartal (Ende Juli), dem vierten für den US-Netzwerk-Riesen Cisco Systems im Fiskaljahr 2014/15, konnte der neue Chef Chuck Robbins gleich mit seinem ersten Quartalsbericht überzeugende Ergebnisse abliefern. Jetzt wollen Anleger natürlich wissen, ob ihm das auch mit der Präsentation der Zahlen zum ersten Quartal (Ende Oktober) des Fiskaljahres 2015/16 gelingt. Analysten gehen laut Reuters im Schnitt von einem leichten Anstieg des bereinigten Gewinns je Aktie von 54 Cents im Vorjahr auf nun 56 Cents aus. Die Umsatzerlöse sollen um 3,3 Prozent auf 12,65 Mrd. US-Dollar zugelegt haben.

Update Cisco: Chuck hat geliefert, aber sein Ausblick enttäuscht
Der neue Cisco-Systems-Chef Chuck Robbins konnte auch im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres 2015/16 mit guten Quartalszahlen überzeugen. In seinem zweiten Quartal an Bord des US-Netzwerk-Riesen hat sich Robbins allerdings mit dem Ausblick wieder einen Teil seines bislang guten Rufs beschädigt.
Cisco konnte in den vergangenen drei Monaten den Umsatz um über 3 Prozent auf 12,7 Mrd. US-Dollar steigern. Der Nettogewinn kletterte wiederum auf 2,4 Mrd. US-Dollar bzw. 48 Cents je Aktie. Das bereinigte Ergebnis von 59 Cents je Aktie übertraf die von Reuters ermittelten Analystenschätzungen ebenso wie der Umsatz (Reuters-Konsens: 12,65 Mrd. US-Dollar). Allerdings enttäuschte Cisco beim Ausblick für das laufende zweite Geschäftsquartal:
Das Unternehmen erwartet lediglich ein Umsatzwachstum von 0 bis 2 Prozent, während die von Reuters befragten Analysten im Schnitt ein Umsatzwachstum von 5 Prozent prognostizieren. Unter dem Strich geht Cisco für das laufende Quartal von einem EPS zwischen 53 bis 55 Cents aus, während der Reuters-Konsens 56 Cents beträgt.




Quelle: Reuters, Kurs in USD



Siemens: Die Kundschaft muss sparen


Dem Industriekonzern Siemens und einigen seiner Wettbewerber wie ABB und General Electric machen derzeit die schwierige Konjunktur und die niedrigen Ölpreise zu schaffen. Kunden aus der Öl- und Gasindustrie müssen sich angesichts schrumpfender Gewinne in Sachen neue Aufträge zurückhalten. Bislang konnte sich Siemens in einem schwierigen Marktumfeld noch recht gut schlagen und einige Früchte der laufenden Restrukturierung ernten. Allerdings bleibt die Nachfragesituation insbesondere in der Sparte „Power & Gas“ angesichts der niedrigen Energiepreise schwierig. Weitere Erkenntnisse sollte der jüngste Quartalsbericht liefern.

Update: Siemens überrascht mit Aktienrückkauf und Dividendenanstieg
Das vierte Geschäftsquartal 2014/15 verlief für den Siemens-Konzern überraschend gut. Neben einem um 15 Prozent auf 23,7 Mrd. Euro gesteigerten Auftragseingang konnten die Münchener die Umsatzerlöse um 4 Prozent auf 21,3 Mrd. Euro ausweiten. Im gesamten Geschäftsjahr stieg der Auftragseingang damit um 6 Prozent auf 82,3 Mrd. Euro, während die Umsatzerlöse um ebenfalls 6 Prozent auf 75,6 Mrd. Euro zulegen konnten. Besonders das industrielle Geschäft überzeugte hierbei. Die Ergebnismarge belief sich dort auf 10,1 Prozent und lag damit in der angekündigten Spanne von 10 bis 11 Prozent. Siemens erzielte im Gesamtjahr einen Gewinn nach Steuern von 7,4 Mrd. Euro und übertraf den Vorjahreswert von 5,5 Mrd. Euro deutlich. Angesichts dieser positiven Entwicklung will Siemens nun die Dividende von 3,30 auf 3,50 Euro je Aktie erhöhen. Darüber hinaus kündigte Siemens an, in den nächsten drei Jahren bis zu 3 Mrd. Euro in den Rückkauf eigener Aktien stecken zu wollen. Beim Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2015/16 versprühte Siemens trotz einer sich weiter eintrübenden gesamtwirtschaftlichen Situation ebenfalls Optimismus und kündigte bessere Zahlen an.




Quelle: Reuters, Kurs in EUR



Zalando will noch höher hinaus


In seiner noch relativ jungen Börsengeschichte hat der Online-Modehändler Zalando schon für einiges an Furore an den Börsen gesorgt. Inzwischen gehört die Zalando-Aktie dem MDAX an. Auch im dritten Quartal ging es rund. Das Unternehmen hatte bereits vorläufige Schätzungen veröffentlicht. Nun folgen die endgültigen Zahlen. Dabei konnte Zalando überraschend deutliche Umsatzzuwächse verbuchen, während die Ergebnisse unter den Erwartungen geblieben sind. Dank großzügiger Investitionen schossen die Erlöse im dritten Quartal laut vorläufigen Schätzungen um 41 bis 43 Prozent auf 707 bis 717 Mio. Euro. Das bereinigte EBIT fiel wiederum von +4 Mio. Euro im Vorjahr auf nun -18 bis -32 Mio. Euro. Auch deshalb wurde die für das Gesamtjahr angepeilte Marge von 4,5 auf 3 bis 4 Prozent gesenkt. Dafür wurde jedoch die Umsatzprognose angehoben. Es geht von 28 bis 31 Prozent auf 33 bis 35 Prozent. Das Unternehmen will sich vorerst weiter auf das Wachstum konzentrieren.

Update Zalando: Kundenwachstum geht ins Geld
Zalando hat im Wesentlichen die vorab gemeldeten Schätzungen bestätigt. Der Umsatz stieg im dritten Quartal um 42,2 Prozent auf 713,1 Mio. Euro. Operativ lief es dagegen saisonal bedingt nicht ganz so gut. Das bereinigte EBIT sank von +3,8 Mio. Euro auf -23,5 Mio. Euro. Dabei bewegte sich die Bruttomarge auf dem Niveau des Vorjahresquartals, wobei Fulfillment- und Marketingkosten anstiegen. Die Zahl aktiver Kunden wuchs im Vergleich zum Vorquartal um 800.000 auf 17,2 Millionen (3. Quartal 2014: 14,1 Millionen). Gleichzeitig stieg die Zahl der Besuche auf den Zalando-Webseiten von 322 Millionen im dritten Quartal 2014 auf nun 394 Millionen Besuche. Zalando will unterdessen seinen Wachstumskurs fortsetzen und im Geschäftsjahr 2015 knapp drei Milliarden Umsatz erlösen. Angesichts des beginnenden Weihnachtsgeschäfts sieht man bei Zalando optimistisch in die Zukunft. Vorstandsmitglied Rubin Ritter lässt sich mit den Worten zitieren: „Wir wollen für das Gesamtjahr eine attraktive Kombination aus schnellem Wachstum und klarer Profitabilität erreichen, die ihresgleichen sucht und auch in Zukunft der richtige Weg für uns sein wird.“




Quelle: Reuters, Kurs in EUR


Im Laufe der kommenden Woche finden Sie an dieser Stelle dann jeweils auch die Updates, wie die Unternehmenszahlen ausgefallen sind.

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